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Bossner Zigarren

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Bossner Zigarren – mal bärenstark, mal koscher

Konstantin Loskutnikov ist Russe. Zumindest gebürtiger, wenngleich seine Heimat seit über 20 Jahren Deutschland ist und er seit langem auch einen deutschen Pass besitzt. Kurz nach der Wende ist der Mann, Jahrgang 1957, aus der sibirischen Industriestadt Norilsk in den Westen gekommen und hat in Berlin Wurzeln geschlagen. Dass sich ein Mann wie er, Tausendsassa und umtriebig wie kaum ein zweiter, durch Anstrengungen, Rückschläge und Startschwierigkeiten hindurch in die verschiedensten Aufgabenfelder eingearbeitet und sich mit Fleiß, Wissen und Zähigkeit ein Vermögen erarbeitet hat, nicht zuletzt dank seiner mittlerweile international bekannten Bossner Zigarren, war aufgrund seiner Herkunft vielleicht nicht unbedingt absehbar, aber zumindest vorstellbar. Norilsk gilt als nördlichste Großstadt der Erde, erbaut von ehemaligen Gulag-Sträflingen, und als eine der am meisten durch Umweltverschmutzung belastete. Ein Mensch, der hier durch die ersten Lebensjahre kommt, muss zäh sein. Für Loskutnikov, der sich seit Beginn seiner Karriere im Westen den Namen seiner aus verarmten Adel stammenden Urgroßmutter Bossner gab, war klar, dass er nicht mehr solche Entbehrungen auf sich nehmen wollte wie damals in Russland. Er suchte den Luxus – und fand ihn in seiner ausufernden Geschäftstüchtigkeit, die ihn durch den Verkauf von Zigarren, Feinkost, Modeartikeln und mehr reich werden ließ.

Hans Dampf in allen Gassen

In einer Stadt, die zu einem der wichtigsten Industriestandorte der ehemaligen Sowjetunion zählte, war es klar, dass ein junger Mann eine technische Ausbildung absolvierte. So war es zumindest bei den Loskutnikovs, als Konstantin seine Lehrzeit als Dreher und Mechaniker absolviert hatte, um im selben Betrieb zu malochen, in dem auch sein Vater sein Leben lang gearbeitet hatte. Doch Konstantin war für etwas Höheres bestimmt. Er hatte eine unglaublich geschäftstüchtige Ader, war zudem zu intelligent und strebsam, um ein Leben als Dreher zu fristen. In den 80ern zog er mit Frau und Kind nach Leningrad, studierte Ingenieurswissenschaften – um dann eine Jeans-Label aus dem Boden zu stampfen, das er mit rund 300 Mitarbeitern betrieb. Als sich mit dem Putsch in der Sowjetunion 1991 die Lage dramatisch verschlechterte, für wirtschaftlich tätige Unternehmer wie er und nicht zuletzt aufgrund seiner jüdischen Wurzeln, zog er mit seiner Familie nach Berlin und lebte zunächst davon, importierte russische Produkte zu vertreiben, um sich dann auf die Herstellung von fruchtgefüllter Zartbitterschokolade zu spezialisieren. Dass er in all den Jahren immer Zigarren geraucht hatte, sogar kubanische – wie es in der Sowjetunion und nachfolgend der Russischen Föderation aufgrund gemeinsamer kommunistischer Ideale zum guten Ton gehörte –, ist ihm erst viele Jahre später bewusst geworden, als er seine Geschäftstätigkeiten ausweitete und neben Schokolade auch Kaffee und Spirituosen ins Portfolio aufnahm. Ein Urlaub in der Dominikanischen Republik zur Jahrtausendwende brachte ihm eine Eingebung, derentwegen er heute international bei Aficionados bekannt und als beliebter Gesprächspartner gesucht wird: die Gründung seiner eigenen Marke Bossner Zigarren.

Zigarrenträume aus Nicaragua und der Dominikanischen Republik

Es gibt wahrlich nicht viele Zigarren russischer Provenienz. Und noch viel weniger hervorragende. Bossner Zigarren gehören zweifelsohne zu den besten Marken und haben sich gerade in den letzten Jahren in Deutschland einen guten Namen gemacht. Baron von Bossner, wie sich Konstantin Loskutnikov beizeiten auch nennt, kontrolliert die Auswahl, Fertigung sowie den Vertrieb dieser edlen Zigarren, die über ein breites Spektrum an interessanten Formaten verfügen. Die Ursprungsländer der Bossner Zigarren sind die Dominikanische Republik und Nicaragua. Für die Herstellung der Zigarren werden ausschließlich Tabaksorten höchster Qualität verwendet und es wird auch auf die Unversehrtheit der Blätter geachtet, da die Longfiller nur aus großen langen Blättern hergestellt werden.

Die drei Zigarrensorten nicaraguanischer Herkunft, die unter dem Label Bossner Reserva vertrieben werden, zeichnen sich alle durch das sehr schöne, dunkle Deckblatt aus. Dazu zählen die Bossner Baron, eine der wuchtigsten Zigarren im Markt, die Admiral mit ihrer typischen Torpedoform und die Henry, eine echte Rarität. Aus der Dominikanischen Republik stammen die Bossner Classic, würzige Zigarren mit leichter Süße und Zederaromen, die in den Formaten Robusto, Churchill, Torpedo sowie Panatela und Corona-Formate im Jahre 2008 von Bossner eingeführt wurden. Für ganz Deutschland wurden 500 Kisten à 10 Zigarren hergestellt. Es war eine Zusammenarbeit mit dem Prinzen von Hohenzollern, dem jüngsten Enkel des letzten Königs von Sachsen. Diese Bossner Zigarren werden in der Dominikanischen Republik hergestellt und enthalten einheimische Cubano-Piloto-Tabake in der Einlage wie auch ein Umblatt aus Olor Dominicano. Das Besondere daran ist, dass sich in einer Kiste fünf helle und fünf dunkle Zigarren entsprechend mit dem Deckblatt Connecticut und Connecticut Broadleaf Maduro befinden. Sehr ungewöhnlich ist auch die Linie Bossner Koscher. Äußerlich wie auch geschmacklich unterscheiden sich die koscheren Zigarren nicht von der den ursprünglichen Formaten. Der Unterschied liegt lediglich hinsichtlich im Herstellungsverfahren, weshalb diese auch während des Pessachs genossen werden dürfen. Der Tabak soll nach koscheren Gesetzen angebaut, gelagert und verarbeitet werden. Auch der Klebstoff basiert auf biologisch gewonnenem Baumsaft. Bei der Herstellung wird zudem strengstens auf eine Isolierung von nicht koscheren Produkten acht gegeben. Alle Mitarbeiter, die in den Produktionsablauf der koscheren Zigarren eingebunden sind, vor allem die Torcedores, arbeiten nach entsprechenden Vorschriften. Zusammengenommen bieten Bossner Zigarren ein unfassbar cremiges und vielschichtiges Raucherlebnis, das die Herzen der Aficionados – welcher Glaubensrichtung auch immer – höher schlagen lässt.

Wie sollte es auch anders sein: selbstverständlich werden die Bossner Zigarren durch eine Limatada Serie ergänzt. Die Ambassador erscheint in einem Perfecto Format, welches man sonst nicht in der klassischen Serie findet und durch seine mittelkräftigen Aromen besticht.