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Pfeifen für Anfänger - Was Sie beim Kauf beachten sollten


Neben ästhetischen Gesichtspunkten gibt es auch andere wichtige Kriterien für den Kauf der ersten Pfeife, die Sie beachten sollten. Diese sind die Länge, die Höhe oder auch Tiefe, das Fassungsvermögen und die Form. Weitere Kriterien sind die Oberflächenbehandlung und die Art des Mundstücks. Auch wenn darüber manche schmunzeln werden: Eine Pfeife ist wie ein Kleidungsstück, es sollte auch optisch zum Träger passen.

Pfeifen allgemein

Allgemein gilt, dass die Pfeife für Einsteiger nicht zu dünnwandig ist. Empfohlen wird eine Dicke von ca. 5 mm. Der Vorteil ist, dass das Holz nicht so schnell durchbrennen kann. Jedoch sollte man auch beachten, dass man ein zu heißes Rauchen nicht unmittelbar bemerkt.

Der Pfeifenkopf sollte einen Durchmesser von 30-40 mm besitzen und eine Höhe/Tiefe von 40-50 mm haben. Der Tabakraum sollte eine Weite von 20-22 mm haben, so das der Ring- oder Zeigefinger bequem hineinpassen.

Bei der Oberfläche des Pfeifenkopfes unterscheidet man zwischen glatt und sandgestrahlt oder rustiziert. Letztere haben einen besseren Kühleffekt und werden durch die unebene Oberfläche nicht so heiß in der Hand.

Generell gilt: Wird die Pfeife in der Hand heiß, sollte man diese direkt zur Seite legen und auskühlen lassen.

Wenn Sie ein Modell mit glattem Kopf bevorzugen, sollten Sie hier Pfeifen mit gewachsten Köpfen wählen. Diese sind pflegeleichter und nehmen ein gelegentliches Heißrauchen, was gewiss jedem Anfänger mal passiert, nicht übel. Bei lackierten Pfeifenköpfen besteht die Gefahr, dass der Lack bei zu hoher Temperatur abplatzen kann oder Bläschen entstehen können.

Wenn man sich das Innere des Pfeifenkopfes ansieht, fällt einem auf, dass die meisten Pfeifenköpfe innen mit einer schwarzen Paste ausgestrichen sind. Diese nennt man Einrauchpaste. Sie unterstützt beim Einrauchen der Pfeife eine gleichmäßige Bildung der Kohleschicht und schützt somit das Holz. Gerade bei hochwertigen Pfeifenköpfen, die auch Innen eine sehr schöne und gleichmäßige Maserung aufweisen, wird auf diese Einrauchpaste verzichtet. Diese wird nur mit Honig eingerieben.

Auswahl der Pfeifenform

Als Pfeife für den Anfänger hat sich seit Jahren die Urform der Pfeife, die Billard, bewährt. Das Format Billard ist eine klassische, einfache Form mit geradem Holm.

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Als Alternative zur klassischen Form Billard empfiehlt sich auch die leicht gebogene Version der Billard, Prince genannt. Eine weitere Alternative zum Format Billard ist ein Pfeifenformat namens Apple. Ja, sie lesen richtig und nein, damit ist nicht eine App auf dem iPhone gemeint.

Die klassische Appleform ist für Anfänger gut geeignet, da sie weder zu dick- noch zu dünnwandig ist. Der Kopf der Apple ist rund geschliffen, Bohrung und Höhe sind mittelgroß. Die Form ist vom Aufbau ähnlich einer Billard, sieht aber etwas gedrungener aus.

Grundsätzlich gilt bei der Form einer Pfeife die Faustregel:

  • Gerade Pfeife: lässt sich trockener rauchen
  • Gebogene Pfeife: neigt dazu im Kopf Feuchtigkeit anzusammeln, wodurch Bitternoten während des Rauchens entstehen können

Filterpfeifen oder filterlos rauchen

Dann stellt sich noch die Frage, ob man die Pfeife mit oder lieber ohne Filter rauchen will. Wir sagen: Fangen Sie mit Filter (9 mm) an. So bekommen Sie keinen Nikotinschock und eine Filterpfeife hat den Vorteil, dass man den Tabak auch ohne Filter rauchen kann, in dem man den Filter beiseite lässt. Umgekehrt können Sie eine Pfeife ohne Filterkammer nicht mit Filter rauchen. Der Filter nimmt vor allem bei gesaucetenen Tabaken die entstende Feuchtigkeit auf.

Die Pfeifenformen im Überblick

Die Form der Pfeife richtet sich grundsätzlich nach dem Kopf der Pfeife, wobei zwischen drei Formen unterschieden wird:

  • Straight: Pfeifen mit geradem Mundstück
  • Half-Bent: Pfeifen mit leicht gebogenem Mundstück
  • Bent: Pfeifen mit stark gebogenem Mundstück 

Die bereits erwähnte Billard, die Urform der klassischen Pfeife schlechthin, ist ein problemlos zu rauchendes Modell, das in mittlerer Größe für Anfänger empfehlenswert ist. Bei etwas strengerer Linienführung wird aus einer Billard eine London.

Eine elegante Klassikerin ist die Canadian, die durch den ovalen Holm sehr leicht ist. Zur Familie der Canadian gehört auch die Lovat. Ihr Kennzeichen ist das Sattelmundstück. Ähnlich ist die Liverpool, nur wird hier statt des Sattelmundstückes ein durchgehend verlaufendes Mundstück angesetzt.

Die nächste Form, die sich aus der Billard entwickelt hat, ist die Pot, eine Pfeife mit kurzem, oben abgeflachtem Kopf und gerundetem Boden. Sie hat durch die dicke Wand des Pfeifenkopfes sehr gute Raucheigenschaften. 

Die Dublin ist ebenfalls eine Variante der Billard. Der Hauptunterschied ist der gerade nach oben verlaufende, trichterförmige Kopf. Durch den ebenso trichterförmigen Brennraum entsteht ein besonderer Effekt: Das Aroma sammelt sich beim Rauchen im unteren Teil des Brennraumes und eröffnet sich erst nach und nach. Ein vorsichtiges Einrauchen ist hier unbedingt zu empfehlen. 

Die schon angesprochene Apple hat einen niedrigeren und runderen Kopf, der leicht abgeflacht erscheint. Der Holm der Apple kann gerade bis leicht gebogen sein. Sie besitzt gleich gute Eigenschaften wie die Pot, liegt aber weicher und sympathischer in der Hand.

Prince nennt man Pfeifen mit etwas gestauchtem, und kugelförmigen oder auch tomatenförmigen Kopf. Ähnlich der Apple weist die Prince eine Asymmetrie an Vorder- und Hinterkante des Kopfes auf. Der Holm ist kurz und rund. Sie ist somit eine der schmalsten und leichtesten Pfeifen. 

Bulldog, auch unter dem Namen Rhodesian bekannt, sind Pfeifen mit kantigem Holm.

Sind Pfeifen mit Stecker-Mundstücken versehen, spricht man von einer Army; ist diese Pfeife nun gebogen, wird sie zu einer Bent Army. Den Beinamen Army hat sie wohl durch die Verwendung bei der Armee, denn durch ihre Stabilität war sie ideal geeignet für den Einsatz im Feld.

Die Mundstücke im Überblick

Neben dem Kopf werden Aussehen und Raucheigenschaften einer Pfeife durch das Mundstück bestimmt. Es dient dazu, den entstandenen Rauch, der in der Tabakkammer verglimmt, in den Mund einzuziehen. Früher wurden Mundstücke aus Naturkautschuk hergestellt, Dunhill Pfeifen sind heute noch mit diesem Mundstück ausgestattet. Die meisten Mundstücke bestehen jedoch heutzutage aus Acryl, einem hitzebeständigen Kunststoff. Der Vorteil ist, dass Acryl sich mit der Zeit nicht verfärbt und es sehr schwierig ist, ihn durchzubeißen. Die Verfechter der Kautschukmundstücke sagen allerdings, dass es angenehmer ist diese im Mund zuhalten, da das Material weicher ist.

Es gibt mehrere Formen von Mundstücken, die man unterscheidet. Die gebräuchlichste ist die Fishtail-Form. Das Fishtail-Mundstück hat seinen Namen daher, das seine Form an eine Fischflosse erinnert. Mit den breiten und flachen "Fischschwanzmundstücken" ausgestattete Pfeifen lassen sich gut im Mund halten, schonen die Zähne und der Kiefer zeigt nur eine geringe Neigung zu Ermüdungserscheinungen.

Das Sattel-Mundstück verjüngt sich im Gegensatz zum Fishtail-Mundstück nicht. Diese Art wird häufig für Pfeifen mit einem 9mm-Filter verwendet.

Beim Army-Mundstück wird das Holmende wird mit Metall. Somit ist der Holm geschützt beim Ein und Ausführen des Mundstückes.

Das Spigot-Mundstück hat am Holm und zusätzlich am Mundstück Enden aus Metall. Meist sind sie aus Silber, was zu einer eleganten Erscheinung beiträgt.

Schließlich unterscheidet man bei den Mundstücken noch zwischen zwei Bissarten: Mundstücke, mit denen der Raucher die Pfeife mit den Zähnen im Mund halten kann, nennt man Normalbiss. Bei diesen Mundstücken ist die Rauchöffnung auf die geschmacks- und temperaturempfindlichere Zunge gerichtet.

Bei einem Lippenbiss hingegen ist der Rauchauslass oben am Mundstück angebracht. Besonders empfindliche Zungen schätzen die angenehme Lenkung des Tabakrauches entlang des Gaumens so dass der Rauch nicht direkt auf die Zunge strömt. Die Firma Vauen ist bekannt für seine Lippenbissmundstücke.

Für die Unentschlossenen gibt es Pfeifen Einsteiger-Sets mit Filter: