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Woermann Cigars

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Woermann Zigarren – Nummer eins bei kanarischen Longfillern

altBünde ist eine beschauliche Kleinstadt in Ostwestfalen. Kaum jemand, oder sagen wir ehrlicherweise so gut wie niemand in Deutschland weiß, dass es an diesem Ort um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert rund zwei Dutzend Zigarrenfabriken gab – so viel wie in keiner anderen deutschen Stadt. Aber es waren halt auch andere Zeiten, die jährlichen Wachstumsraten des Zigarrenkonsums in Deutschland waren deutlich zweistellig – heute ist man meilenweit von so viel Zuspruch entfernt. Mit dem Niedergang der inländischen Zigarrenproduktion nach dem zweiten Weltkrieg verschwanden auch immer mehr Bündener Traditionsunternehmen und zu den wenigen Dinosauriern der deutschen Zigarrenbranche, die diesen Zeitenwechsel überlebt haben, zählt zweifellos Woermann Cigars, die 2015 ihr 125-jähriges Firmenjubiläum feiern konnten. Aber Woermann ist nicht nur eine feste Größe hierzulande, wenn es um hervorragend hergestellte Shortfiller- und Mediumfiller geht. Die Firma zählt in Deutschland auch zum größten Importeur handgerollter Zigarren der kanarischen Inseln.

Woermann oder Wörmann

1890 nahm das Unternehmen, damals noch unter der Firmierung H. Woermann Cigarren, seinen Betrieb auf, nachdem man zuvor zehn Jahre als Filiale eines anderen Zigarrenproduzenten Erfahrungen sammeln konnte. Mit der Jahrhundertwende wurde auch eine neue deutsche Rechtschreibung eingeführt, welche die Buchstabenkombination „oe“ in „ö“ änderte. So kommt es, dass beispielsweise in der Unternehmenschronik „oe“ und „ö“ im Wechsel auftreten, je nachdem, wie weit die Chronik zurückreicht. Groß wurde Wörmann mit dem Import von Rohtabaken aus Brasilien und Sumatra und der Verarbeitung von Hand in den damals noch zu Hauf beschäftigten Heimarbeitern, die diese manuelle Tätigkeit geschickt erledigten. Trotz mancher Krisen und Beschränkungen, denen die damalige Tabakbranche ausgesetzt war, hatte Wörmann Zigarren immer ein gutes Auskommen – nicht zuletzt deshalb, weil das Absatzgebiet im Wesentlichen die westfälische Heimat war. Aber der Aufstieg der Zigarette in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts brachte die Zigarre in eine existenzielle Not. Und handgefertigte Exemplare waren noch umso schwerer preiswert zu vermarkten. So übernahmen schließlich auch bei Wörmann Zigarren Maschinen mehr und mehr Arbeit in der Produktion. Seit 1963 ging es dann aber stetig bergauf mit dem Unternehmen. Die Stückzahlen stiegen enorm, Firmenübernahmen konkurrierender Zigarrenproduzenten vergrößerten das Portfolio und die Ausweitung des Absatzgebietes zunächst auf einige europäische Länder, später auch noch in die USA, sicherte den Erfolg.

Short-, Medium- und Longfiller unter einem Dach

Seit 2001 ist Woermann Cigars, wie sich das Unternehmen mittlerweile nennt, der größte Importeur von handgerollten Zigarren von den Kanarischen Inseln. Darunter fallen auch die älteste Zigarrenmarke der Kanaren, Vargas, aber auch La Verdad und die Edición Canarias. Spitzenprodukt ist die La Grandeza, eine sich zum Brandende verjüngende Panatela. Im Jubiläumsjahr 2010 kam schließlich in limitierter Auflage von 2.500 10er-Kisten die Mito de la Palma auf den Markt – die erste und einzige Puro von den Kanaren. In den letzten Jahren wurden auch neue Zigarren aus Mexiko, die Mito de San Andrés, erfolgreich in Deutschland etabliert. Auch günstige Mediumfiller wie zum Beispiel die MF, die es in Maduro und Classic gibt, tragen zum Erfolg des Unternehmens bei. Handgerollte Longfiller-Zigarren aus der Dominikanischen Republik, wie die José Benito, Cibao und Aging Room, sind seit langem Teil des Portfolios. Seit Jahrzehnten beliebt, interessanterweise lange Zeit im Exportland Norwegen, ist die Marke Seefahrer.

Einige Zeit war Woermann auch Distributor von AJ Fernandez (San Lotano, New World etc.), die jedoch mittlerweile anderweitig vertrieben werden.

Heute produziert Woermann Cigars mit modernsten Produktionsanlagen in Deutschland, seit etwa 15 Jahren in Ostkilver am jetzigen Standort, und in der dominikanischen Republik. Bis zu 13 verschiedene Tabake, beispielsweise aus Indonesien und Java, werden verarbeitet. Trotz des großen Zigarrenausstoßes – bis zu fünf Millionen Zigarillos und Zigarren verlassen das Werk jährlich, und das bei gerade einmal 30 Mitarbeitern, etwa acht Millionen sind es in der Dominikanischen Republik – setzt man auf bewährte Produktionsanlagen, die auch durch moderne Technik heutzutage nicht ersetzt werden können.