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Zigarren aus Ecuador

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Ecuador – Klassenprimus unter den Deckblattproduzenten

Ecuador ist als Tabaknation zwar ein Neuling und wird international erst seit wenigen Jahrzehnten überhaupt als solche wahrgenommen. Dennoch hat es das südamerikanische Land geschafft, binnen 30 Jahren in die Riege der Top-Anbauländer für Deckblätter aufzusteigen. Zwar wird in Ecuador, wie in den meisten tropischen Ländern, schon seit alters Tabak angebaut, und in den Ritualen der Schamanen und der Kultur der indigenen Völker nimmt diese Kulturpflanze eine bedeutende Rolle ein. Mittlerweile gehören ecuadorianische Deckblätter seit Jahren zu den besten überhaupt. Diese Tatsache ist nicht allein dem Fleiß und dem Wissen von Pflanzern und Manufakturen zu verdanken.

Der Aufstieg der heimischen Tabakbauern zu den weltweit meist gefragten Herstellern von ecuadorianischen Deckblättern ist vor allem auch den klimatischen Bedingungen der Provinz Los Rios geschuldet. Eine ganzjährige, nur selten von Sonnenschein durchbrochene Wolkendecke legt dort einen sozusagen natürlichen Schleier über die Tabakplantagen und ist dafür verantwortlich, dass die Pflanzen dünne und geschmeidige Blätter ausbilden. Beste Bedingungen, die erstklassige Deckblätter für Premium-Zigarren hervorbringen. Eine bekannte Zigarrenmarke ist die Vega Fina, die in der Dominikanischen Republik produziert wird.

Der beste im Schatten gereifte Tabak der Welt

Ecuador ist – an südamerikanischen Verhältnissen gemessen – kein sehr großes Land und zählt auch zu den ärmsten Ländern des Kontinents. Geographisch und klimatisch gesehen, gehört es jedoch zu einem der vielfältigsten Länder unserer Erde. Die bis auf mehr als 6.000 Meter aufsteigenden Anden teilen Ecuador in nahezu drei gleich große Regionen: die Costa, das am pazifischen Ozean gelegene, fruchtbare Tiefland; die zentrale Andenregion, die noch immer stark durch Vulkanismus geprägt ist; und schließlich das tropische Amazonas-Tiefland, das auch heute noch nahezu menschenleer ist.

Ecuador besitzt keine nennenswerte Zigarrentradition. Erst in den 1960er Jahren, als sich viele Tabakproduzenten in der Folge der kubanischen Revolution nach Alternativen zu Tabak aus Kuba umzusehen begannen, kamen erste Setzlinge nach Ecuador – in erster Linie Sumatra- und Connecticut-Saaten. Vor allem in der Provinz Los Rios fanden sich hervorragende Verhältnisse, was Klima und Böden angeht. Nicht zuletzt deshalb stammt der beste im Schatten gereifte Tabak der Welt von hier. Die Temperatur ist mit einem Jahresdurchschnitt von 23 °C sehr stabil und weist nur geringe jahreszeitliche Schwankungen auf. Aufgrund des Wasserreichtums und der Vielzahl der Flüsse gehört die Provinz zu den fruchtbarsten für tropische Landwirtschaft. Die Plantagen auf den sehr mineralischen Vulkanböden liefern beste Voraussetzungen für den Anbau auch von Tabak. Hier hat man außerdem eine nahezu ganzjährige natürliche Beschattung durch sich ständig an den Westhängen der Anden stauende Wolken, was ausgesprochen förderlich ist für die Aufzucht bester Deckblätter.

Da das Deckblatt, auch capa genannt, der wertvollste Bestandteil einer Zigarre ist und ideale Wuchsbedingungen benötigt, finden sich weltweit nur wenige Anbaugebiete, die für capa-Blätter in Frage kommen. Los Rios ist ein solcher Ort, an dem sich beste Bedingungen finden, die in anderen Ländern, die Deckblätter anpflanzen, zumeist mit menschlicher Unterstützung hergestellt werden müssen. Eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die Ernte stellen jedoch die aktiven Vulkane dar, die immer wieder ausbrechen und ganze Plantagen in Flammen aufgehen lassen.

Puros aus dem Land der Vulkane

In den zurückliegenden Jahren wurde der Anteil der international verwendeten ecuadorianischen Deckblätter immer größer. Es sind vor allem Zigarrenhersteller aus der Dominikanischen Republik, die zunehmend auf Deckblätter aus Ecuador zurückgreifen – nicht zuletzt des guten Preis-Leistungs-Verhältnisses wegen. Weniger bekannt ist, dass das Land auch die Provenienz guter und sehr guter Zigarren ist, darunter einiger Puros. Zu den bekanntesten Herstellern ecuadorianischer Zigarren zählt Javier Vizcaino, die als Klassiker unter den Zigarren aus Ecuador gelten. Die durchweg milden, aus 100 % Ecuador-Tabaken gerollten Formate, die mit milden. aber dennoch aromatischen Tabaken in der Einlage und für das Umblatt kombiniert werden, sind totalmente a mano, tripa larga, das heißt vollständig von Hand gefertigte Longfiller aus ganzen Blättern. Zigarren von Pinar sind ein weiteres Highlight ecuadorianischer Zigarren.

Alle Formate bestehen nur aus einheimischen Tabaken und werden ebenfalls ausschließlich von Hand gerollt. Sowohl die Einlagemischung als auch Um- und Deckblatt stammen von kleineren Plantagen. Nach der Herstellung werden die Pinars für mindestens sieben Jahre in massiven Holzkisten reifegelagert. Aufgrund der außergewöhnlich langen Reifezeit ist das Aroma besonders harmonisch und frei von Ecken und Kanten. Ebenfalls zu den Puros zählen Zigarren der Serie Marca Fina Ecuador, die totalmente a mano und nur in reiner Handarbeit hergestellt werden. Geschmacklich eher mild, unterstreichen die verwendeten hellen und feinen Shade-Deckblätter die sehr elegante Optik.