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Zigarren Duplikate: Die geschmackvolle Alternative


Haben Sie sich als Aficionado schon einmal die Frage gestellt, wieso es manche Zigarren Marken doppelt zu geben scheint? Eine, die in Kuba hergestellt wird, und eine andere, die aus einem anderen, zumeist karibischen oder mittelamerikanischen Land stammt. Es sind einige der berühmtesten Namen der Tabakwelt darunter: eine Hoyo de Monterrey zum Beispiel. Oder die Por Larrañaga. Oder auch eine Romeo y Julieta. Die Namen der bekanntesten Zigarren-Duplikate lesen sich wie ein Who is Who der besten kubanischen Premium-Longfiller. Und einige Zigarrenkäufer, Liebhaber genauso gut wie Gelegenheitsraucher, könnten die Vermutung haben, dass es sich um illegal hergestellte Tabakwaren handele, die man als Produktpiraterie in dubiosen Online-Shops erwerben könne. Doch weit gefehlt. Zigarren-Duplikate sind ein Relikt des kalten Krieges und der kubanischen Revolution und haben ihren Ursprung im US-amerikanischen Handelsembargo gegen kubanische Waren.

Ungleiche Zwillinge

Im September 1960 rollte die Welle der Verstaatlichung über die kubanische Tabakindustrie hinweg. Alteingesessene fábricas wurden von Soldaten besetzt, die Besitzer enteignet und vertrieben, und nicht wenige der angesehensten Tabakzüchter und Zigarrenproduzenten wählten den Gang ins Exil. Fidel Castro, der zunächst geglaubt hatte, er könnte die gesamte Zigarrenvielfalt Kubas mit der Einführung seiner „volksdemokratischen“ Einheitszigarre Siboney revolutionieren, wurde bald eines Besseren belehrt. 1962 machte er eine Kehrtwende und erlaubte die Wiederbelebung vieler Traditionsmarken wie H. Upmann, Punch, Hoyo de Monterrey und Montecristo. Woran Castro aber vermutlich nicht gedacht hatte, war, dass er keinerlei Namens- oder Lizenzrechte an diesen Marken besaß, sondern sich diese Rechte angeeignet hatte. Doch die ehemaligen Inhaber der fábricas, die in alle Himmelsrichtungen – in die USA, auf die Kanarischen Inseln oder die Dominikanische Republik – geflohen waren, hielten dagegen und meldeten ihrerseits Ansprüche auf die Marken- und Lizenzrechte an.

Partagas aus der Dominikanischen Republik altInsbesondere in den USA hatten Exil-Kubaner, aber auch der amerikanische Tabakriese General Cigar Company leichtes Spiel, Duplikate kubanischer Zigarren auf den Markt zu bringen. Bekanntestes Beispiel sind die Cohibas, die das US-Unternehmen in der Dominikanischen Republik anfertigen lässt und die ganz legal von jedem Aficionado in einem gut sortierten amerikanischen Zigarrenladen erworben werden können. Da die Cohiba nie im Besitz einer Person oder einer Familie war, darf General Cigar Company unter diesem Namen Zigarren herstellen und vertreiben. Aufgrund von Markenabsprachen zwischen dem kubanischen Staatsunternehmen Habanos S.A. und den jeweiligen Zweitbesitzern ehemals kubanischer Marken kann es jedoch nicht vorkommen, dass in einem Land – zum Beispiel in einem Duty-Free-Shop – zwei Zigarren mit identischen Namen angeboten werden. Allerdings stellt sich mit dem Aufheben des amerikanischen Embargos gegenüber Kuba die Frage, wohin sich diese Situation in Zukunft entwickeln wird.

Eine gute Geschmacksalternative

Dass sich die Zigarren-Zwillinge als echte Glückskinder herausstellten, ist natürlich nicht allein den großen Markennamen zuzuschreiben. Die exilkubanischen Tabakpflanzer und Zigarrenproduzenten konnten auch in ihrer neuen Heimat – sei es die Dominikanische Republik, Honduras oder die Vereinigten Staaten – mit ihrem Wissen und ihren Fähigkeiten Fuß fassen – wovon dann natürlich auch Konzerne wie die General Cigar Company profitierten, die im Verlaufe vieler Jahre Markenrechte erwarben: einerseits weil bedeutende Tabakdynastien mit ihren letzten großen Vertretern ausstarben oder weil den Rechteinhabern viel Geld und ein bedeutender Posten innerhalb des Global Players der Tabakbranche angeboten wurde. Zu Beginn der achtziger Jahre waren die wichtigsten Zigarren-Duplikate in den Händen großer US-Gesellschaften, die damit wohlhabend wurden.

Die Erschließung neuer Anbaugebiete für Tabakpflanzen außerhalb Kubas bot den kubanischen Exilanten die Möglichkeit, für ihre Zigarren nicht nur heimische Tabake, sondern auch Tabaksamen aus anderen Ländern zu verwenden. Es ist natürlich dem großen Erfahrungsschatz dieser Tabakexperten zuzuschreiben, dass sich die Züchtungen positiv auf die Organoleptik – also auf Eigenschaften wie Aussehen, Geruch und vor allem natürlich Geschmack – ihrer Zigarren auswirkten. Wenngleich es Unterschiede in Geschmack und Aroma zwischen den kubanischen Originalen und ihren Duplikaten gibt, lässt sich aber kaum etwas an der handwerklichen Qualität der Verarbeitung und den hervorragenden Tabaken dieser Longfiller-Duplikate aussetzen.


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