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Anleitung zum Humidorbau


Damit der Aficionado seine Zigarren über Jahre hinweg bei Erhaltung des vollen Aromas bestmöglich lagern kann, bedarf es in der Regel eines Humidors. Ein Humidor ist ein Behälter, meistens aus Holz gefertigt und mit anderen Materialien versehen und zeichnet sich durch die Konstanz der Luftfeuchtigkeit im Inneren aus. Humidore kann man entweder käuflich erwerben oder mittels einer Anleitung zum Humidorbau selber erstellen. Voraussetzung ist neben den richtigen Materialien selbstredend vor allem handwerkliches Geschick.

Furnier oder Massivholz

Grundsätzlich gibt es zwei Optionen für den Humidorbau. 

  • auf einer Basis aus MDF („Mitteldichte Faserplatte“) wird innen ein Furnier aus spanischem Zedernholz und außen ein beliebiges Hartholz (häufig Kirschholz) aufgetragen
  • das gesamte Humidor-Gehäuse wird aus Massivholz gefertigt und innen wird ein Furnier aus spanischem Zedernholz eingelegt

Allgemein durchgesetzt hat sich die Herstellung von Humidoren auf Basis der MDF. Da im Inneren des Humidores die Feuchtigkeit höher ist als außen, führt dies zu einer Ausdehnung der innen einliegenden Hölzer und dies wiederum zu Spannungen und Rissen in den Wänden des Humidors.

Bei Humidoren auf MDF-Basis weitet sich das Gehäuse weniger aus und somit entstehen weniger Spannungen im Inneren.

Materialien für einen Humidor

Ein Humidor sollte möglichst luftdicht sein, damit sich die Luftfeuchtigkeit nicht verflüchtigt. Dafür müssen die Wände robust sein und eine gewisse Dicke haben. Dazu empfiehlt sich die Spanische Zeder. Spanischem Zedernholz (botanische Bezeichnung „cedrela odorata“) werden dabei folgende vorteilhaften Eigenschaften zugeschrieben:

  • Schutz vor Tabakwürmern – durch die besonderen Duftstoffe des Zedernholzes
  • hohe Absorptionsfähigkeit von Feuchtigkeit – dies gewährleistet ein gleichmäßiges Klima im Humidor-Innenraum
  • Unterstützung des Reifeprozesses von Zigarren
  • positive Wirkung auf das Aroma der Zigarren

Lesen Sie weitere Ausführungen hierzu: Die Spanische Zeder - für den Humidor & als Zündholz

Humidor-Außenwände

Die Außenwände werden dann mit einem Furnier von 4 Millimetern verkleidet. Man nennt dies auch Lining. Dafür wird ein Material benötigt, das Feuchtigkeit gut absorbieren kann. Aufgrund der hohen Harzgefahr sollte nicht die Spanische Zeder hierfür verwendet werden. Stattdessen empfiehlt sich für das Lining ein Laubholz aus Gabun namens Okume oder Hölzer wie Bosse und Sapeli oder das Kondroti-Holz (auch Alone-Holz genannt) aus Afrika.

Humdiorscharniere

Die Scharniere müssen eine jahrelange leichtgängige Funktionsweise gewährleisten, damit der Deckel mit der Zeit nicht verzieht. In Qualitäts-Humidoren sollten in der Regel immer Quadrantscharniere verarbeitet sein.

Glasdeckel oder Holzdeckel

Glasdeckel werden hauptsächlich gerne in der Gastronomie verwendet, damit der Gast den direkten Blick auf die Zigarrenauswahl hat.

Holzdeckel sollte man immer dann verwenden, wenn die Zigarren über einen längeren Zeitraum gelagert werden sollen, da hier die Zigarren vor Lichteinstrahlungen geschützter sind.

Befeuchtungssysteme und Hygrometer

Um eine gute Lagerung der Zigarren zu gewährleisten, benötigt der fertige Humidor auch noch ein Befeuchtungssystem und Geräte zur Kontrolle der Luftfeuchtigkeit. Bei den Befeuchtungssystemen gibt es zwei wesentliche Unterschiede. Es gibt die aktiven und die passiven Befeuchtungssysteme.

Aktive Befeuchtungssysteme

Zu den aktiven Befeuchtungssystemen zählen die elektronischen Systeme, die automatisch dafür sorgen, dass die richtige Luftfeuchtigkeit im Humidor besteht. Die elektronischen Systeme sind hauptsächlich für größere Humidore sinnvoll.

 

Passive Befeuchtungssysteme

Zu den passiven Systemen zählen Schwamm- und Acrylpolymersysteme. Um bei den passiven Systemen die Luftfeuchtigkeit und Temperatur zu kontrollieren, benötigen wir dann noch ein entsprechendes Gerät – ein Hygrometer.
 

 

Bei den Hygrometern gibt es auch eine Vielzahl an verschiedenen Modellen. Unterschieden wird zuerst einmal zwischen analogen und digitalen Hygrometern.
 

Analoge Hygrometer

Bei den analogen Hygrometern unterscheidet man zwischen drei Messsystemen. Es gibt sie mit Metallspirale, Naturhaar und Synthetikhaar.

 

Digitale Hygrometer

Digitale Hygrometer hingegen basieren nicht auf einem mechanischen Aufbau. Diese kalibrieren sich zumeist selbstständig und geben, auch ohne regelmäßige Wartungsarbeiten vornehmen zu müssen, die Luftfeuchtigkeit im inneren des Humidors präzise wieder.

 


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