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Air-cured Tabak - so verläuft die Lufttrocknung


Tabakblätter air curedNach der Ernte der Tabakblätter werden diese zur Trocknung in die Tabakhäuser gebracht.  Es gibt mehrere Trocknungsverfahren. Diesen Prozess nennt man auch curado. Hier wird zwischen natürlichen Verfahren, die zwischen 30 und 90 Tagen dauern, und künstlichen Verfahren, die nur 3-5 Tage dauern, unterschieden. Das am meisten verbreitete Verfahren ist die Lufttrocknung (Air-Cured).

Das Trocknen der Blätter ist wohl mit der kniffligste Teil bei der Herstellung von Zigarren. Tabakblätter, die bei der Ernte eine hervorragende Qualität besitzen, können durch schlechtes Behandeln beim Trocknen ruiniert werden.

Allgemein gilt, dass die Blätter aufgefädelt und an Stangen befestigt werden, um zu trocknen. Auf Kuba werden die Blätter paarweise aufgefädelt und dann eines neben das andere über eine Stange gehängt. Andere Methoden sind, die Blätter am Ende des Stengels mit einer Nadel zu durchstechen, um diese auf Schnüre gezogen zum Trocknen aufzuhängen. Eine weitere Methode ist, dass die Blätter (3-4) zusammengedrückt werden, mit einem dünnen Faden an Stöcke gebunden werden und dann waagerecht in die Trockenschuppen aufgehängt werden.

Natürliche Trocknungsverfahren

Air-Cured Tobacco

Heutzutage wird diese Methode bei den meisten Herstellern verwendet. In traditionellen Trockenschuppen oder Tabakhäusern (casa de tabaco genannt) werden die Blätter wie oben beschrieben aufgehängt. Diese Trockenschuppen, die in der Regel aus Holz konstruiert sind, haben auch Fenster und Türen. Diese sind notwendig, um durch regelmäßiges Öffnen und Schließen die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit zu regulieren.

Was passiert beim Lufttrocknen?

Herstellung von luftgetrockneten TabakDas Trocknen der Blätter muss sicherstellen, dass die Blätter ihr Zellleben beibehalten, auch wenn diese nun nicht mehr am Stamm auf dem Feld sind. Die Blätter ‚leben’ nach der Ernte zwar weiter, ihr Zustand ist aber vergleichbar mit einem Feld, das unter großem Wassermangel leidet, ohne Versorgung oder Nahrung. Die Blätter fangen in diesem Zustand an, von ihren Reserven zu leben.

In der ersten Phase der Trocknung der Blätter finden tiefe chemische Transformationen statt. Diese führen zu substantiellen Verlusten von Feststoffen und moderaten Verlusten von Wasser. Durch den langsamen Wasserverlust für eine gewisse Zeit führt dies zu vorteilhaften biologischen und chemischen Änderungen. Das Tabakblatt bleibt vital, die Enzymsysteme arbeiten weiter und „verbrennen“ Zucker.

Wenn jedoch nach der Ernte das Zellleben der Tabakblätter zu lange aufrecht erhalten wird, führt dies zu übermäßigem Verbrauch der Reserven. Dies führt wiederum zu intensiven chemischen Transformationen die an der Substanz der Blätter mitwirken. Diese Substanzlosen Blätter haben extrem arme Aromen. Dies passiert auch bei einer Überfermentierung der Blätter.
Sind die Zellen einmal tot, beschleunigt sich der physikalische Prozess der Wassereindampfung und die chemische Veränderung wird langsamer. Dies bewirkt, dass frische Blätter einen Wassergehalt von 80-90 Prozent haben und nach dem Trocknen sich das Verhältnis komplett gedreht hat. Die Blätter haben nun mehr nur noch einen Anteil zwischen 15-25 Prozent an Wasser und 75-85 Prozent Anteil an Feststoffen.

Das Umwandeln der Moleküle von Protein und vor allem von Kohlehydraten, diese beiden vorteilhaften Reaktionen, produzieren einfachen Zucker, essentielle Aminosäuren, Ammoniak, kohlenstoffhaltiges Anhydrid, Wasser usw.

Bei den natürlichen Verfahren gibt es neben der Lufttrocknung (Air-Cured) auch noch die Sonnentrocknung (Sun-Curing).

Sonnentrocknung - Sun Cured

Beim Trocknen in der Sonne werden die Blätter in der Sonne ausgelegt und nach einer kurzen Zeit wieder in den Schatten gelegt. Dafür kommen die Tabakblätter wie bei der Lufttrocknung in die Trockenschuppen. Diese risikoreiche Methode bringt in der Regel Ergebnisse in Form einer intensiveren Farbe, aber auch den Verlust an Aromen. Dieses Trocknungsverfahren steht, was den Protein- und Zuckerabbau betrifft, zwischen der Lufttrocknung und den künstlichen Blatttrocknungsverfahren. Sonnengetrocknete Tabake weisen in der Regel einen mittleren Zuckergehalt aus. Diese Methode wird in der Türkei, Griechenland, Bulgarien, Mazedonien, Rumänien und den Mittelmeerländern verwendet, um östlichen Tabak zu erzeugen.

Künstliche Trocknungsverfahren

künstliche TabaktocknungHier gibt es folgende verschiedene Verfahren, die sich je nach Typ des Tabaks unterscheiden können. Diese finden in der Regel in Trockenhäusern statt, in denen die Temperatur und Feuchtigkeit mit hoher Präzision gemessen und kontrolliert werden kann. Bei einer höheren Produktionsmenge benötigt man aber hierfür auch größere Investitionen in die Anlagen.

Feuertrocknung (Fire-curing)

Eine uralte Methode zum Trocknen von dicken Blättern mit einem hohen Anteil an Nikotin. Hierbei hängen die Blätter im Trockenschuppen und anschließend im Rauch von Hartholz-Feuer. Feuergetrockneter Tabak, auch bekannt als Kentucky-Tabak, hat einen bezeichnenden Charakter von Aromen, die in Kontakt mit Rauch waren.

Weitere bekannte Tabake dieser Art sind Latakia, Dunkler Virginia-Tabak. Sie haben einen geringen Anteil an Zucker und dafür hohen Anteil an Nikotin. Der Vorgang dauert zwischen drei Tagen und 10 Wochen, je nach Tabak und Vorgehensweise.

Ein Weiterführung der Feuertrocknung ist die Rauchtrocknung (Smoke curing).

Bei der Rauchtrocknung werden die Blätter luftgetrocknet und anschließend im Rauch aufgehängt. Die Temperatur steigt hierbei aber nicht über 35 Grad.

Heißluft- und Röhrentrocknung (Flue-Curing)

Bei dieser Methode werden vollreif und hellgrün geerntete Blätter in Scheunen aufgehängt. Diese Scheunen haben externe Feuerstellen und über heiße Dampfrohrleitungen oder einer Heißluftbeheizung werden die Blätter feuergetrocknet, ohne dem Rauch ausgesetzt zu sein. In den 1960er wurde dieses Verfahren auf benzinbetriebene Systeme wie Gastobac Burner System® umgestellt. Der Trocknungsprozess wird allgemein ungefähr eine Woche in Anspruch nehmen. Diese Methode erzeugt Zigarettentabak, der einen hohen Zuckeranteil und einen mittleren bis hohen Anteil an Nikotin aufweist (Virginia-Tabake).


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