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Tabaco - Herkunft und Geschichte des Tabakkonsums


Woher das Wort tabaco, auf Deutsch Tabak, stammt, welche anderen Wörter es für diesen Begriff gibt und einige weitere Fakten wollen wir Ihnen nun näher erläutern.

Wortherkunft

In der deutschen Sprache heißt die Pflanze: Tabak, veraltet auch Taback. In der spanischen Sprache heißt sie tabaco und entstand aus den Mundarten von Haiti und Kuba in den Formen tabaco, tauaco. Ursprünglich ist dies die Bezeichnung für die aus den Tabakblättern gedrehte Zigarette oder das Zigarillo, später für die Tabakblätter selbst. In der englischen Sprache wird die Pflanze tobacco genannt. Allen Wörtern gemein ist die Tatsache dass es sich um die nikotinhaltige Pflanze namens Tabak, die zu den Nachtschattengewächsen gehört, handelt.

Den Namen Tabak leiten einige ab aus dem mexikanischen Ort Tabasco oder der Antillen-Insel Tobago. Dort wurde das „Rauchrohr“ tobago genannt. Andere wiederum leiten den Namen von der neuspanischen Provinz namens Tabaco ab. Denn von dort soll der spanische Mönch Roman Pane 1496 die Pflanze mit nach Europa gebracht haben. Seit dem 15. Jahrhundert wird die Heilpflanze auch mit dem arabischen Wort tabbaq in Europa in Verbindung gebracht. Der deutsche Naturforscher Alexander von Humboldt erzählt hingegen, das auf der Insel Haiti die Bewohner das Gerät oder Instrument zum Rauchen Tabaco nannten und die Pflanze ihren Namen dorther habe.

Seinen lateinischen Name Nicotiana verdankt die Tabakpflanze dem französischen Gesandten Jean Nicot, der 1560 seiner Königin Katharina von Medici die Tabakpflanzen aus Lissabon mitbrachte. Er entdeckte die Heilkraft der Pflanze und nannte sie zuerst einmal Wunderkraut. Der Tabak wurde damals als medizinisches Allheilmittel für vielerlei Beschwerden genutzt. Zu Ehren des französischen Diplomaten Nicot wurden später die Tabakpflanze mit dem lateinischen Namen "Nicotiana" und ihr alkaloider Hauptwirkstoff "Nicotin" genannt.

Synonyme zu Tabak

Andere Wörter für die den Tabak gibt es natürlich auch. Eher abwertend verwendet werden die Wörter Priem und Knaster. Auch Kraut wird öfters verwendet, um den Tabak eher despektierlich zu beschreiben.

Geographische Herkunft

Anbau und Konsum der Tabakblättern waren bereits in Süd- und Nordamerika bekannt, bevor die Europäer 1492 durch Kolumbus den Kontinent entdeckten. Pflanzen-Experten haben heraus gefunden, dass das Zentrum der Herkunft des Tabaks in den Anden zwischen Peru und Ecuador liegt. Es gibt circa 75 Arten, die zur Gattung der Nicotiana gehören. Jedoch haben nur zwei Sorten Bedeutung für die von uns so gewürdigte Tabakproduktion.

Dies ist einmal der Virginia-Tabak (lat. Nicotiana tabacum). Diese einjährige Pflanze ist in Südamerika heimisch und hat einen behaarten Stengel mit klebrigen Drüsen. An dem Stengel wachsen die eirunden oft fußlangen Blätter, die nachher für die Herstellung der Zigarren verwendet werden. Zudem gibt es den Landtabak, oder auch Bauern-Tabak (lat. nicotiana rustica) genannt. Diese Pflanze ist wie so viele andere in Peru heimisch.

Weitere vom Namen her interessante Sorten sind der Soldaten-Tabak (lat. nicotiana glutinosa), der in Peru heimisch ist, genauso wie der Jungfern-Tabak (lat. nicotiana panienleta). Der strauchartige Tabak (nicotiana fructicosa) soll aus China und dem Kap der Guten Hoffnung stammen. Diese Tabakpflanzen unterscheiden sich jeweils nur in der Form der und Farbe der Blätter.

Konsum von Tabak

Der Tabak wurde in der Geschichte für verschiedene Sachen genutzt. Das Rauchen des Tabaks soll zuerst von den Indianer-Priestern oder Mayas angewendet worden sein, um sich in einen Rauschzustand zu versetzen. Die Mayas haben den Tabak aber auch für rituelle und spirituelle Handlungen verwendet. Der Tabak wurde dabei entweder gekaut, geschnupft, getrunken, als Augentropfen genutzt, auf den Körper geschmiert oder gar für Einläufe benutzt.

Auch in Europa wurde Ende des 16.Jahrhunderts die Tabakpflanze zuerst als Heilmittel in Salben, Pasten und weiteren Lösungen oder Tinkturen verwendet. Geschätzt wurden unter anderem die beobachteten Wirkungen auf Geist und Psyche, wie Zunahme der Konzentration, Aktivierung der Lebenskräfte und Erfrischung der Sinne. Der Tabakanbau in Europa begann dann auch zu Beginn des 17. Jahrhunderts. In Holland fing man 1615 an, Tabakpflanzen anzubauen, In Deutschland in Suhl im Henneberger Land 1659, in der Mark Brandenburg 1676, und 1697 begann man auch in der Pfalz und in Hessen mit dem Anbau.

Im 18. Jahrhundert war Tabak dann hauptsächlich als Genussdroge in Europa beliebt. Allerdings zu neunzig Prozent in Form von Schnupftabak. In Spanien hatte die Zigarre ihren Ursprung in Europa. Bereits 1720 waren in Sevilla über tausend Frauen in der Zigarrenindustrie tätig. Durch den Napoleonischen Krieg in Spanien wurde die Zigarre dann durch französische und britische Soldaten in andere Länder in Europa verbreitet. Die Zigarre wurde für das Bürgertum die Alternative zum Schnupftabak, der damals ja hauptsächlich von der Aristokratie verwendet wurde.

Eine schöne Anekdote zum Schluss, die uns auch zeigt wie sich die Gesellschaft immer wieder geändert hat. Bereits im 16. Und 17. Jahrhundert gab es Verbote gegen den Tabak. In den 1950er Jahren galt das Rauchen jedoch am Steuer als medizinisch empfehlenswert. Denn das Nikotin halte wach und trage deswegen zur Sicherheit im Straßenverkehr bei. Die ADAC Motorwelt berichtete 1952 von einer englischen Studie, der zufolge „Kraftfahrer unter dem Einfluss des Nikotins weniger zu alkoholischen Beeinträchtigungen ihrer Fahrtleistungen gelangen“, als ohne. Wer rauchte, fuhr quasi betrunken sicherer. Der ADAC sah eine seiner Hauptaufgaben darin, "die laufende Zusammenarbeit zwischen den Tabak- und den Kraftfahrervereinigungen zu sichern." (Quelle: "Tabak und Kraftfahrer", ADAC Motorwelt, München, 5. Jahrgang, Heft 3, März 1952, Seite 6f.)


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