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Do It Yourself: Die Tabak Herstellung für Zigarren


Sie möchten den Tabak für Ihre Zigarren selbst herstellen? Cigarworld zeigt Ihnen die wichtigsten Dinge, die es zu beachten gilt.

Ist der Anbau von Tabak in Deutschland erlaubt?

Die wichtigste Frage, die sich in diesem Zusammenhang stellt ist sicherlich die, ob der Anbau von Tabak in Deutschland überhaupt erlaubt ist. Und die Antwort ist erfreulicherweise: Ja.

Das Tabaksteuergesetz befreit die Herstellung von "Tabakwaren, die außerhalb eines zugelassenen Herstellungsbetriebes aus Kleinpflanzertabak hergestellt und weder zum Handel noch zur gewerblichen Verwendung bestimmt sind" von der Tabaksteuer. Die Ernte des Tabaks darf also nicht kommerziell verwendet werden und ist nur für den Eigenbedarf bestimmt.

Die Anzahl von 100 Pflanzen sollte allerdings nicht überschritten werden. Diese Zahl wird allgemein als Richtwert genannt, wobei es in Deutschland seitens des Gesetzgebers keine genauen Angaben hierzu gibt, ab wann ein gewerblicher Anbau vermutet wird. Den durchschnittlichen Bedarf für einen Aficionado können bereits zwölf Pflanzen abdecken.

Wo kann ich das Saatgut erwerben?

Tabaksamen zum EigenanbauTabaksamen können Sie problemlos und legal im Internet oder natürlich bei Ihrem lokalen Gartenbau-Geschäft kaufen. Die Preise für Tabaksamen sind natürlich je nach Art des Tabaks und der Verfügbarkeit unterschiedlich. Sie liegen zwischen zwei und vier Euro für 500 Tabaksamen

Welche Tabaksorten kommen für den Eigenanbau in Frage?

Hier gibt es sicherlich viele verschiedene Sorten für die Verwendung in Zigarren. Nachstehend sind ein paar aufgelistet, die auch für die Anpflanzung in heimischen Gefilden gut verwendet werden können.

Allgemein können dunkle, luftgetrocknete Tabake als Zigarreneinlage verwendet werden. Die wertvollsten Blätter sind hierbei die Sandblätter der Pflanze, also die drei bis fünf den Grumpen folgenden Blätter (etwa Blatt vier bis acht von unten, je nach Wuchs). Sie sind besonders reich an aromatischen Ölen und Harzen, nikotinarm und können in guten Erntejahren für die Herstellung von Zigarrendeckblättern verwendet werden.

Zu diesen Tabaken zählen die Sorten Adonis und Havanna Z992. Der Tabaksamen Adonis zeichnet sich durch einen guten Ertrag und gute Blattqualität aus. Er ist äußerst tolerant gegenüber Witterungsextremen und sehr widerstandsfähig gegenüber ungünstigen Umweltfaktoren.

Ein weiteres Saatgut ist Havanna Z992. Diese Kreuzung mit der Sorte Adonis ist nikotinarm und besonders widerstandsfähig gegenüber mitteleuropäischen Umweltbedingungen. Auch das Saatgut Havanna Dunkelrot eignet sich Zigarren. Es ist eine ursprüngliche Havanna-Züchtung, die auch unter mitteleuropäischen Witterungsbedingungen und Böden zu guten Qualitäten führt. Diese Sorte ist eine Variante des kubanischen Criollo für Einlage- und Umblatt-Tabak.

Weiterhin gibt es Brasil- und Sumatra-Tabake die unter anderem auch für den Tabakanbau in Deutschland geeignet sind.

Aufzucht im Garten oder auf dem Balkon

Es ist beides möglich. Da die Tabakpflanze eine lichtkeimende Pflanze ist, benötigt sie für die Aufzucht die Einstrahlung von Sonnenlicht. Sie sollten die Tabakpflanze an einem warmen und hellen Ort stellen, jedoch nicht direkt dem Sonnenlicht aussetzen.

Der Tabak stellt an den Boden keine hohen Ansprüche. Die Tabakpflanze braucht zwar viel Wasser, jedoch darf im Boden keine Staunässe entstehen. Auch der Anbau in Töpfen auf dem Balkon ist möglich. Hierbei sollten Sie allerdings nicht nur Blumenerde verwenden. Mischen Sie diese mit Sand oder Gartenerde.

Aussaat der Tabaksamen

Mit der Vorzucht der Setzlinge im Haus kann bereits im März mit einem beheizten Aufzuchtkasten begonnen werden. Zu beachten bei der Aussaat ist, dass der Samen nicht mit Erde bedeckt wird. Das Saatgut benötigt Licht zum Keimen und sollte regelmäßig mit Wasser besprüht werden. Der Standort sollte eine Temperatur zwischen fünfzehn und zwanzig Grad haben.

Nach sechs bis zwölf Tagen fangen sie bereits an zu keimen. Sobald die Keimlinge die Größe von einem Zentimeter erreicht haben, sollten sie einzeln in einen größeren Topf umgepflanzt werden. Damit die Pflanze gut Wurzeln schlagen kann, sollten die Töpfe einem Durchmesser von 12-15 cm haben. Wenn die Tabakpflanzen eine ungefähre Größe von fünf bis sechs Zentimetern haben, können Sie diese an ihren eigentlichen Standort umpflanzen.

Auspflanzung der Tabakpflanze

Die Zeit für die Pflanzung ist in der Regel ab Mitte Mai (nach den Eisheiligen) bis Juni. Sie sollten sicher sein, dass kein Bodenfrost mehr zu erwarten ist.

Im Garten sollten Sie die Pflanzen mit einem Reihenabstand von vierzig Zentimetern und einem Abstand zwischen den Pflanzen von sechzig Zentimetern pflanzen. Der Standort im Garten sollte nicht direkt der Sonne ausgesetzt sein, da sonst die Tabakblätter verbrennen. Dies wollen Sie ja nach der Ernte erst selbst durchführen. Weiterhin ist zu beachten, dass die Tabakpflanzen bis zu 1,80 m groß werden. Eine Auspflanzung unter einem Baum oder zu niedrigen Gebäuden ist daher nicht ratsam.

Beim Topfanbau verpflanzt man sie in etwa 40 cm große Töpfe mit einem Erdgemisch aus drei Teilen Komposterde und einem Teil Sand. Während der Wachstumszeit sollten Sie folgende Ratschläge beherzigen:

  • Regelmäßig gießen, wobei, wie gesagt, keine Staunässe entstehen darf.alt
  • Die Blüten rechtzeitig abschneiden, da die Pflanze sonst nicht die gesamte Kraft in die Bildung der Blätter stecken kann.
  • Den Boden regelmäßig durchhacken, um eine gute Belüftung zu gewährleisten.
  • Die Pflanzen müssen geköpft und gegeizt werden.

Beim Köpfen werden die Blütenstände mit einigen darunter sitzenden Blättern ausgebrochen oder abgeschnitten, damit die Blätter zu einer stärkeren Entwicklung angeregt werden. Schon wenige Tage nach dem Köpfen bildet die Pflanze an den obersten Blattansätzen Seitentriebe aus, die "Geize" genannt werden - sie müssen ebenfalls entfernt oder "gegeizt" werden. Generell gilt: je mehr der Tabakpflanze abgeschnitten wird, desto höher ist die Qualität des Tabaks, aber desto geringer die Quantität der Blätter.

Ernte der Tabakpflanzen

Ab Ende Juli ist die Ernte der Tabakblätter bereits möglich. Sie können als Richtwert auch sechzig Tage nach dem Auspflanzen zu Grunde legen.

Vor der Ernte muss man sich Gedanken machen, wofür man die Tabakblätter verwenden will. Zigarrentabak wird tief geköpft, die Blütenstände also unmittelbar nach ihrem Aufbrechen entfernt. Dabei werden etwa 10-15 cm unterhalb des untersten Blütenzweiges die Blütenstände entfernt.

Damit der Tabak für Zigarren auch den typischen alkalischen Rauch besitzt, darf der Tabak im besten Fall keinen Zucker enthalten. Deshalb wird der Tabak, der für die Ein- und Umlage bestimmt ist, in einem vorreifen Zustand geerntet. Wenn dieser noch tiefgrün ist und sich gerade eben heller verfärbt.

Zigarrendeckblätter müssen dünn, elastisch und geschmeidig sein und dürfen nur schwer reißen. Als Deckblätter eignen sich nur Blätter, die möglichst im Schatten gereift sind, also Sand- und teilweise Mittelgut. Sie gehen jedoch schnell von einem Reifezustand in den anderen über.
In der ersten Erntehälfte muss daher regelmäßig der Bestand angeschaut werden, um die für die Deckblattherstellung geeigneten Blätter genau im richtigen Vorreife-Zustand zu ernten.

Die reifen Blätter werden von von unten nach oben geerntet. Ungefähr drei bis vier Blätter pro Pflanze. Die Erntezeit beträgt in der Regel sechs bis acht Wochen. Abschließend wird der Tabak dorthin gebracht, wo er trocknen soll und nachher auch verarbeitet werden kann.

Lesen Sie auch: Tabak trocknen sowie Tabak anbauen & verarbeiten.


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