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Zigarren aufbewahren in der Zigarrenkiste


Zigarrenkiste geöffnetEine Zigarrenkiste ist zunächst einmal natürlich Verkaufs- und Transportverpackung für die kleinen Kunstwerke, die Aficionados auf der ganzen Welt so sehr schätzen. Optisch ansprechend aufbereitet, wie es Verpackungen nun einmal so an sich haben, wird sie meistens aus Zedernholz gefertigt. Aufgrund seiner Fähigkeit, Feuchtigkeit aufzunehmen, eignet es sich besonders gut, um Zigarren aufzubewahren. Zedernholz verhindert das Austrocknen der Zigarren, schützt vor Schädlingen und sein natürliches Aroma unterstützt die Aromen des Tabaks, ohne diese zu sehr zu beeinflussen. Auch Humidore werden in der Regel aus dem gleichen Grund aus Zedernholz gefertigt. Zigarrenkisten sind aber nicht nur praktisch und hübsch anzuschauen: Eine derart riesige Vielfalt an unterschiedlichen Motiven auf den Kistendeckeln und Etiketten gibt es bei wohl kaum einem anderen Produkt. Sie spiegeln die Liebe zur Zigarre wieder und lassen den Zeitgeist der Gründerjahre vieler Marken nacherleben. Heutzutage sind sie weit mehr als bloße Verpackung, Zigarrenkisten werden zunehmend zu echten Sammelobjekten. Außerdem bieten sie einen hohen Informationswert, denn auf einer Zigarrenkiste finden sie eine Menge Wissenswertes über das Wesentliche: die Zigarren, die in ihnen aufbewahrt werden.

Herkunft und Geschichte

Wie so Vieles in der Welt der Zigarren beginnt auch die Geschichte der Zigarrenkiste, wie wir sie heute kennen, auf Kuba. Die deutschen Bankiers August und Hermann Upmann ließen sich einst in Havanna nieder, um eine Niederlassung ihrer Bank zu gründen. Zigarren wurden zunächst lediglich als "Werbegeschenke" an Kunden weitergegeben. Um ihre Wertigkeit zu erhöhen, wurden diese in bedruckten Kisten verschenkt – die Zigarrenkiste war geboren. Erst später erfolgte der tatsächliche Einstieg ins Zigarrengeschäft, die Marke H. Upmann existiert noch heute und steht seit ihrer Gründung für hochwertige, kubanische Zigarren. Auch Ramon Allones, ebenfalls Gründer eines der ältesten kubanischen Zigarrenunternehmens, setzte schon früh auf Zigarrenkisten mit Aufdruck seines Markenzeichens. Natürlich gibt es auch Kisten, die völlig frei von Abbildungen sind. Diese werden "Boite Nature" ("boite" ist französisch für Kiste) genannt, befinden sich aber deutlich in der Minderheit.

Die Zigarrenkiste als Kunstwerk

Gerade bei den traditionellen Marken nimmt die künstlerische Gestaltung der Zigarrenkiste oft direkten Bezug auf den Markennamen. So stellen zum Beispiel die Kisten der Marke Romeo y Julieta stets das berühmte klassische Liebespaar dar. Die Verzierung und Herstellung einer Zigarrenkiste verläuft besonders bei kubanischen Marken nach bestimmten Regularien. Jedes Detail hat seine eigene Bezeichnung und seinen angestammten Platz.

Die "Cubierta" (spanisch für Deckel) bezeichnet den ersten Blickfang, die Abbildung in der Mitte des Deckels auf der Außenseite. Oft wird hier das eigentliche Markenzeichen platziert. Ebenfalls in der Mitte des Deckels findet sich auf der Innenseite eine weitere Verzierung, diese nennt man "Vista" (Ansicht). Vistas sind besonders künstlerische Lithographien, die äußerst aufwändig gestaltet sind. Der Anblick beim Öffnen der Zigarenkiste soll dem Aficionado etwas Außergewöhnliches bieten und die Vorfreude auf die Zigarren steigern. Und das funktioniert ganz hervorragend. Schauen Sie sich die Vistas in Ihren kubanischen Zigarrenkisten zuhause ruhig einmal genauer an: Hier verbergen sich oft wirklich kleine Kunstwerke, die auch noch einmal die Leidenschaft und die Liebe der Hersteller zu ihrem Produkt verdeutlichen.

Herstellung von ZigarrenkistenAn den Außenkanten der Kiste befinden sich Papierstreifen, die ebenfalls lithographisch verziert werden. Diese "Filetes" dienen aber nicht nur der Optik. Gleichzeitig versiegeln sie die Kiste und garantieren damit ihre Unversehrtheit. Die Zigarren werden von einem Blatt umschlossen, welches mit dem Bodenpapier der Zigarrenkiste verbunden ist. Dieser "Boféton" dient natürlich in erster Linie dem Schutz der Zigarren, ist aber ebenfalls mit einer Abbildung verziert, oft identisch mit der Vista. "Boféton" bedeutet interessanterweise übrigens "Ohrfeige". Über dem Verschluss der Zigarrenkiste ist der "Tapaclavo" angebracht (spanisch für Nagelabdeckung). Natürlich ist auch dieser verziert, dient aber, wie die Filetes, vor allem der Versiegelung der Kiste.

Außerhalb Kubas geht man bei der Gestaltung von Zigarrenkisten deutlich freier ans Werk. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt: Die Alec Bradley Black Market Linie von Alec Bradley erinnert an alte Munitionskisten, die Marke Gurkha überrascht bei jeder Linie mit anderen, außergewöhnlichen Verpackungskreationen. Oder werfen Sie mal einen Blick auf die AVO Limited Editions 88 Belicoso des Herstellers und bekannten Jazzmusikers Avo Uvezian, deren Kiste im Stile eines Klaviers gehalten ist. Unterschieden wird außerdem zwischen den klassischen mit aufklappbarem Deckel und den Kabinett-Kisten, die mit einem Schiebedeckel versehen sind.

Informationen auf der Zigarrenkiste

ZigarrenkisteAuf Zigarrenkisten finden Sie auch eine ganze Menge Informationen darüber, was für Zigarren sich im Inneren befinden. Neben dem Hersteller erfahren Sie das Format, die Herstellungsart, Herkunft sowie oft auch Länge und Ringmaß der Zigarren. Auf kubanischen Zigarrenkisten ist seit 1989 der Hinweis Totalmente a mano (komplett handgemacht) angebracht, bereits seit 1961 steht auf jeder Kiste "Hecho en Cuba". Kenner können anhand des aufgedruckten Fabrikcodes feststellen, wo die Zigarren hergestellt wurden. Gemeinsam mit dem "Boxing Date" liefert er besonders für Sammler wertvolle Informationen. Leider wird mitunter versucht, diese Zertifizierungen zu fälschen, um minderwertige Zigarren an arglose Touristen zu verkaufen. Sie sollten Ihre Habanos daher immer nur über den Fachhandel beziehen, der Ihnen die Echheit der kleinen Schätze in ihren kunstvollen Verpackungen auch garantieren kann.


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