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Zigarrenmarken – Geschichte und Entwicklung


Cohiba ZigarrenDie großen oder - besser - bekanntesten Zigarrenmarken haben Ihren Ursprung in Kuba. Da es aber noch viele weitere Länder gibt, die Zigarren produzieren, ist dadurch eine Vielzahl an verschiedenen Zigarrenmarken und Zigarrenformaten entstanden. Jede Marke hat in der Regel mehrere Formate (Vitola de Galera) im Sortiment und jede hat ihre besonderen Eigenschaften. Diese zeichnen sich vor allem durch die verschiedenen Tabakmischungen aus, die eigene Geschmacksaromen hervorbringen. Neben den traditionellen Marken aus den bekannten Anbauländern gibt es natürlich auch einige Exoten.

Die Geschichte des Tabaks und der Zigarre ist nicht eindeutig belegt, und es gibt mehrere Ansatzpunkte/Theorien hierzu. Die Geschichte der uns bekannten großen Zigarrenmarken kann man aber durchaus nachvollziehen. Zu den großen Marken, die heutzutage jeder Aficionado kennt, gehören zweifelsohne die Zigarren von Partagas , Montecristo und natürlich die Cohiba Zigarren .

Ursprünge der Zigarrenmarken

Bis in die Anfänge des 19. Jahrhunderts gab es auf Kuba zahlreiche kleine Tabak-Manufakturen. Durch die Gründung der Firma von Don Jaime Partagas 1827 wurde die Einführung von Zigarrenmarken vorangetrieben. Partagas führte seine Firma zwanzig Jahre lang und ließ 1844, zusammen mit H.Upmann, seine Marke als eingetragenes Warenzeichen schützen. Im Sog der Marke Partagas kamen in den folgenden Jahren andere Marken hervor, die heute noch jeder Aficionado kennt und schätzt. Por Larranaga im Jahre, 1830, Punch von Manuel Lopez im Jahre 1840 und H. Upmann 1844. Die Marken Ramon Allones 1845, El Rey del Mundo und Sancho Panza 1848. Romeo y Julieta 1850 und Hoyo de Monterrey 1851.

H. Upmann Zigarren

Die Entwicklung der vielen Marken war so groß, das man im Jahre 1840 die puro nach der kubanischen Hauptstadt Havanna benannte – so entstand auch der heute gebräuchliche Name für eine kubanische Zigarre – die Habano.

Die Marke Montecristo wurde erst fast hundert Jahre später gegründet – 1935, und sie wurde durch den Zukauf der Marken H.Upmann und Por Larranaga schnell der führende Hersteller von Havanna-Zigarren.

Cohiba hingegen wurde erst 1962 speziell für Fidel Castro kreiert und in der heute weltberühmten Manufaktur „El Laguito“ hergestellt. Er persönlich hat die Herstellung der puro beschlossen und überwacht. Die Marke war allerdings zuerst nicht für den Verkauf bestimmt, sondern sollte den Freunden der Revolution vorbehalten sein und als Geschenk für ausländische Staatsoberhäupter oder Diplomaten. Seit 1982 ist die Cohiba auch auf den freien Markt erhältlich, und sie ist bis heute das Spitzenprodukt der kubanischen Zigarrenindustrie.

Wie Kuba die Marken abschaffen wollte

Erstaunlicherweise hat Fidel Castro nach der Revolution beschlossen, dass die Zeit der Marken vorbei sei. Die übertrieben verherrlichte Havanna sollte eine weniger bedeutsame Rolle spielen und im Zuge dessen wurden Namen, Kisten, Etiketten und Bauchbinden vieler Marken abgeschafft. Es hatte 960 Zigarrensorten in Kuba gegeben und nun gab es nur noch vier, die alle unter dem Namen „Siboney“ hergestellt werden sollten. Dazu wurde eigens eine staatseigene Gesellschaft namens „Cubatabaco“ gegründet.

Die Folge war ein Einbruch des Exports, und die Produktion der Havannas musste im Nachhinein wieder angekurbelt werden. Dazu hat man bei Davidoff in Genf nachgefragt, der die Wiedereinführung der Marken und der traditionellen Produktionsmethoden empfahl. „Cubatabaco“ hatte alsbald wieder mehr als 300 Sorten im Angebot und alle mit Bauchbinden berühmter Marken versehen.

Gleicher Markenname – verschiedene Produktionsländer

Als Folge der Revolution Fidel Castro’s sind viele renommierte Zigarrenfabrikanten aus Kuba geflohen. Familien wie Palico, Cifuentes und Menendez flohen aus Kuba und entschlossen sich ihre Produktion in anderen Ländern neu aufzubauen. Dabei haben Sie denselben Namen benutzt wie in Kuba.

Daher werden Zigarren des Namens Romeo y Julieta, H.Upmann und Partagas nun in der Dominikanischen Republik hergestellt. La Gloria Cubana in Miami, Punch und Hoyo de Monterrey in Honduras und Sancho Panza in Mexiko.

Es entstanden auch neue Marken wie Don Marcos, Don Diego Classic und Don Miguel. Diese Marken mit kubanischem Namen haben aber, was den Geschmack anbelangt, nichts gemeinsam mit ihren kubanischen Namensvettern.

Weitere bekannte Marken aus anderen Ländern

Viele Exilkubaner haben sich in Nicaragua niedergelassen, da sie hier einen Boden und ein Klima gefunden haben, welches dem ihrer Heimat Kuba am nächsten kommt. Nachdem in den 80er Jahren politische Unruhen das Land erschüttert hatten, hat es sich seit Anfang dieses Jahrhunderts explosionsartig entwickelt und ist DER Shootingstar der Anbauländer geworden.

Zigarren aus Nicaragua

In Nicaragua sind die Marken Carlos Torano, Oliva und Joya de Nicaragua die Klassiker; die insbesondere auf dem amerikanischen Markt einen hohen Stellenwert besitzen. Daneben gibt es noch die Marken Perdomo, Don Pepin Garcia und den Neuling Cain.

 

Zigarren aus der Dominikanischen Republik

Für die Dominikanische Republik stehen die Marken Ashton, Arturo Fuente, Don Diego, Santa Damiana, Griffin’s oder Leon Jimenes.

Durch das Handelsembargo für kubanische Zigarren sind die Zigarren aus der Dominikanischen Republik dort sehr begehrt. Mitentscheidend dafür war die Präsenz des Herstellers Davidoff, der 1988 seine Produktion aus Kuba verlagert hat. Firmen wie Dunhill, Arturo Fuente und die Weltmarke Macanudo stehen heute für Qualitäts-Zigarren aus der DomRep.

Zigarren aus Honduras

Auch Honduras profitierte von den kubanischen Zigarren-Fabrikanten, die vor Castro geflüchtet waren. Eine wichtige Marke aus Honduras ist Camacho. Die Familie Eiroa hat erstmalig die kubanischen Tabake Criollo und Corojo außerhalb Kubas kultiviert und damit sehr eigenständige, charaktervolle Zigarren aus Honduras geschaffen.

Eine weitere bekannte Marke ist Flor de Selva. Die in Honduras geborene Maria-Pia Selva hat diese Marke 1995 ins Leben gerufen. Hergestellt werden die Zigarren zwar von Nestor Plasencia, der ein Rohtabak-Imperium auf Honduras besitzt. Die Patronin selbst aber kümmert sich um jeden Tabakblend persönlich und die Torcedores sind ausschließlich für sie tätig.

Zigarren aus Costa Rica

Im Gegensatz zu Honduras und Nicaragua, den beiden Nachbarländern im Norden, wird in Costa Rica deutlich weniger Tabak angebaut und verarbeitet. Dies liegt unter anderem an dem deutlich höheren Lohnniveau des Landes. Die Zigarren der Marken Brun del Re, Chieftain’s, Flor Real und Vegas Santiago werden von einer kleinen Riege von echten Kennern hochgeschätzt.

Zigarren aus den Philippinen

Die Philippinen sind in der Welt der Zigarren relativ unbekannt, es gibt jedoch eine lange Tradition des Tabakanbaus nachdem holländische und spanische Händler dort im 16. Jahrhundert den Tabakanbau einführten.

Einige Zeit waren die dortigen Zigarren ein wichtiger Konkurrent zu den Habanos aus Kuba, jedoch traten sie im 20. Jahrhundert zunehmend in den Hintergrund. Zigarren von den Philippinen sind bekannt für ihre floral-würzigen, tendenziell milden Aromen. Früher waren die Flor de la Isabela die bekanntesten Zigarren aus dieser Region. Heute ist die Marke Flor de Filipinas die bekannteste Marke.

Zigarren aus Deutschland

In Deutschland gab und gibt es die sogenannte europäische Zigarre, die in ihrer Herstellungsart sowie in den verwendeten Tabaken sehr vergleichbar mit der in Holland produzierten Zigarre war. Beide Länder haben sowohl den Brasil- als auch den Sumatra-Tabak verarbeitet. In Deutschland hatten die Brasil-Zigarren aber immer einen größeren Anteil als in Holland. Die Firma August Schuster hat bis heute noch die Brazil Trüllerie im Angebot.

Die Zigarren-Hauptstadt Deutschlands ist Bünde in Westfalen, wo auch das heutige Zigarrenmuseum steht. Heute sind noch die Produzenten wie Arnold Andre und August Schuster in Bünde beheimatet. Eine weitere bekannte deutsche Marke ist Dannemann, die im ostwestfälischen Lübbecke beheimatet sind.

Zigarren aus der DDR

Selbst die DDR hatte eine Zigarre, die bezeichnenderweise den Namen "Sprachlos" hatte. Die Marke wurde im VEB Zigarrenfabrik in den Werken Treffurt und Dingelstädt produziert. Die Packung bestand aus einer Faltschachtel aus Pappe, die dreifarbig (blau, braun, rot) bedruckt war. Der Einzelhandelsverkaufspreis war verbindlich festgesetzt und wurde nie geändert (2,40 Mark für 20 Stück).

Nach der DDR wurde die Zigarrenfabrik Treffurt vom Dannemann-Konzern übernommen, welcher bis heute Zigarillos unter der Marke Sprachlos vertreibt.

Zigarren aus Holland

Für Holland steht die Sumatra-Zigarre im Vergleich zu Deutschland. Da Holland in ihrer Kolonialzeit auch die Herrschaft über Indonesien hatte, haben sie den Tabak von Sumatra und Java nach Holland verschifft und dort verarbeitet. Die bekannteste und heute noch existierende Firma in Kampen ist De Olifant.

Nach niederländischer Tradition werden Shortfiller-Zigarren hergestellt. Diese setzen sich aus einer kurz geschnittenen Einlagemischung, einem Umblatt sowie einem Deckblatt zusammen. Die Einlage besteht aus Java-, Sumatra-, Brasil- und Kuba-Tabaken. Das weltweit Einmalige an De Olifant Zigarren ist die Tatsache, dass jedes Format seine spezifische Mischung hat.


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