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RoMa Craft Tobac Neanderthal HS 5 3/4 x 46
verifizierter Kauf

Länge: 14.61Durchmesser: 1.83 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Vorweg: die Neanderthal HN – hier passt die Flat Cap meines Erachtens auch optisch am Besten – und SPG finde ich wirklich großartig. Sie haben eine ungemeine Power und wirklich merklich viel Nikotin – not for the faint hearted. Doch dementgegen steht ein wundervoll cremiger Rauch mit zwar brutal vordergründigen Noten von Leder, Pfeffer und Tanne – Harz wie auch frisch geschnittenes, trockenes Tannenholz – hinter denen aber gut ausbalanciert und wirklich angenehm würzige und nussig-zimtig-süße Aromen durchkommen. Funfact am Rande: meine erste Neanderthal hat mich so dermaßen an meine Kindheits-Frühstücks-Droge, die Nestlé Cini Minis mit kalter Milch, erinnert, dass die seitdem wieder immer bei uns auf dem Frühstückstisch stehen müssen. Irgendwie hatte ich erwartet, dass die HS dasselbe bietet. Pustekuchen. Ja, die Neanderthal ist die stärkste Linie aus dem Hause RoMa Craft Tobac und ja, die sind overpowered. Aber die HS… die setzt dem ganzen nochmal einen oben drauf. Sie ist wirklich gut verarbeitet, das dunkelbraune, rustikale San Andres Deckblatt ist sehr schön und robust, fühlt sich rauh an und hat in dem wieder einmal sehr stilsicher ausgesuchten Orange-Ton der Banderole einen sehr ansehnlichen Kontrast. Der Zugwiderstand mag, ebenfalls RoMa Craft Tobac typisch, etwas fest sein, dafür brennt die HS sehr schön und langsam runter. Aber das erste verköstigte Exemplar hat mir einfach nur die Schuhe ausgezogen und die Fußnägel hochgekrempelt. Durch die ganze Kraft konnte ich auch nicht mehr als Leder, Tannine, Leder, Pfeffer, Leder, Kakaobohnen, Leder und Pfeffer schmecken. Der voluminöse Rauch war anders als bei den oben genannten, bisher gerne und oft gerauchten Vitolas brutal trocken. Ich hoffe, dass das an meiner Tagesform lag, dennoch sehe ich der Verköstigung des noch in meinem Humidor verweilenden 2. Exemplars mit gemischten Gefühlen entgegen. UPDATE: Mittlerweile habe ich noch die eine oder andere HS geraucht und muss mir hier selbst eine kleine Schelle geben, denn das, was ich hier an ihr herumgemäkelt habe ist heute das, was ich sehr an ihr zu schätzen weiß.



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Black Label Trading Company Black Works Studio NBK Lizard King Corona

Länge: 12.70Durchmesser: 1.98 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die Natural Born Killer Lizard King aus dem Hause BLTC kommt in einem gut konstruierten boxpressed-Format als herrliche Barber-Pole daher. Der ecuadorianische Habano Oscuro Decker mit den Rojiso-Deckblatt-„Kontraststreifen“ und dem geschlossenen Rojiso-Brandende machen echt was her – wie Erdnussbutter-Swirls in Schokoladen-Eis. Und es ist nicht nur der Optik willen! Der Ring, der diese sogenannte 5x50 „Corona“ ziert, ist ein kleines (Street-Art-)Kunstwerk für sich, wie bei allen Linien der BLTS/BLK WKS. Was auf den ersten Blick rustikal wirkt, entpuppt sich dann zwar als fett und ölig, aber mit wenig Zahn und gefühlt noch weniger Venen. Sie hat einen überwältigenden Kaltgeruch, Waldbodenassoziationen mit nassem Laub und Tannenholz kommen auf, dazu (alte) Milchschokolade. Nach problemlosen Anschnitt wirkt im Kaltzug der Zugwiderstand erstmal ob des geschlossenen Fußes recht fest und – mit einer leichten Verschiebung zugunsten der Schokoladen-Noten – bestätigt den Kaltduft. Noten von Kakaopulver und „spicy“ Leder kommen hinzu. Das Entfachen gestaltet sich dank des geschlossenen Fußes recht simpel. Die NBK Lizard King feuert ab dem ersten Zug aus allen Zylindern. Mit extremem Rauch und einem perfekten Zugwiderstand haut sie einem vor allem Noten von schwelender Tanne und bitterer Schokolade, dahinter Waldbodenassoziationen, „spicy“ Leder und Kakaopulver. Retronasal beißt einen Pfeffer und Chili, doch wenn das abflacht, bleibt süßes Kakaopulver zurück. Das Abbrandverhalten ist dem sehr jungen Tabak und den fetten, öligen Deckblättern geschuldet extrem wellig, aber selbstregulierend. Die Asche zeigt sich gleichmäßig hell, allerdings sehr flakig und lose. Im 2. Drittel wartet sie mit Noten von Milchschokolade, etwas Nougat, Erde und Kaffee auf, dahinter weiterhin diese Waldbodenassoziationen und Leder. Cremige Vanille-Noten kommen auf und stellen sich den sonst eher trockenen Aromen entgegen. Retronasal bleibt alles wie gehabt, wobei mir die Schärfe ein wenig bissiger vorkommt. Im letzten Drittel bleibt es schokoladig mit schwelenden Tannennoten und schärfer werdenden Leder-Noten. Retronasal hingegen geht der „Biss“ zurück und die Kakaopulver-Noten können sich durchsetzen. Dunkle Schokolade, süßes Kakaopulver und schwelendes Holz dominieren den langen Abgang. Die NBK Lizard King ist nichts für einen leeren Magen und wartet mit spürbar viel Nikotin auf – dennoch ist sie wie schon die Green Hornet für mich eine der mit Abstand besten Entdeckungen 2019 und ein Stick, den ich bis auf den allerletzten Zentimeter runterrauchen kann. Ich kann sogar nicht anders, sie gefällt mir trotz der Nikotinwucht so gut, dass ich mir nach 2 Stunden Rauchvergnügens am liebsten direkt die nächste anstecken würde. Ja, aber der stolze Preis – der ist in meinen Augen absolut gerechtfertigt!



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Black Label Trading Company Last Rites Robusto

Länge: 12.70Durchmesser: 2.14 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Wie alle BLTC Linien kommt auch die Last Rites mit richtig coolen Ringen daher, die locker auch das Artwork eines Albums einer Death Metal Band sein könnten. Das feste, rustikale und speckig-ölige Deckblatt mit seinen klaren, fetten Venen hat ein brutal düsteres Oscuro. Die Last Rites Robusto liegt gut in der Hand und gibt auf Druck ordentlich nach. Man kann dezenten Schmirgel auf den Fingerspitzen spüren, vor allem aber: diese fette Öligkeit. Sie ist, soviel sei vorweggenommen, perfekt konstruiert. Kalt haut sie einem einen kräftigen Duft von (röstig) tannig-harzig-würzig-schokoladigen Noten ins Gesicht, am Brandende duftet sie „waldig frisch“ mit mehr Würze. Nach völlig problembefreitem Anschnitt präsentiert sich der Kaltzug trocken, dabei wie der Kaltduft, jedoch mit Pfeffernoten im Abgang. Das Entfachen gestaltet sich, wahrscheinlich der verwendeten, recht jungen Tabake wegen, langwierig. Ist die Last Rites Robusto einmal entfacht, legt sie in allen Belangen auf halber Strecke zwischen medium und voll los mit würzig-ledrig-erdigen Noten. Dahinter zeigen sich schnell eingebundene, aber trockene Noten von angeröstetem schwarzem Pfeffer. Für die Wucht, die die Last Rites Robusto hat, wird sie recht schnell erstaunlich sahnig-cremig mit herben Schokoladen-Noten. Dahinter Noten von Dreck und Erde, rough und ungezügelt. Retronasal finden sich holzig-würzige Schokoladennoten mit Cacao-Nips und leichter Schärfe. Bei perfektem Zugwiderstand brennt sie bisher ziemlich wellig ab, die Asche ist graumeliert und lose, die Rauchentwicklung außer Kontrolle. Zu Beginn des zweiten Drittels bereits in allen Belangen voll/kräftig umspielt die Last Rites Robusto die Nase mit kräftigen Noten von Kaffee, Nuss und Leder. Am Gaumen ist sie weiterhin sahnig-cremig mit kräftig-würzigen Noten von Pfeffer, Schokolade und Erde. Retronasal „waldig frisch“ mit süßlicher Würze. Der Abbrand wird extrem schief, der Decker ist halt schwer, ölig und jung – doch als ich gerade nach dem Feuerzeug greifen will, korrigiert dieser sich von selbst und bleibt für den Rest dieses Raucherlebnisses erstaunlicherweise gestochen scharf. Im letzten Drittel stehen kräftige Noten von öligem Kaffee, angerösteter Schokolade mit schwarzen Pfefferkörnern, Erde und Tanne im Vordergrund. Leder und Nuss umspielen die Nase; retronasal kommt die BLTC Last Rites Robusto nun würziger und schärfer als zuvor daher, mit süßlich-erdigen Noten. Die Last Rites Robusto ist für mich, besonders durch diese eigenartig süßen Noten von angeröstetem Pfeffer, definitiv ein Erlebnis, das ich häufiger erleben möchte, nach einem deftigen Essen mit einem deftigen Whisky. Sollte man unbedingt probieren - wenn man auf starke Zigarren steht!



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9 Personen fanden diesen Beitrag hilfreich.

Plasencia Alma del Fuego Flama Panatela
verifizierter Kauf

Länge: 16.51Durchmesser: 1.51 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die Flama, das schlankste Format in der Serie Alma del Fuego, ist mit dem trotz des geringen Ringmaßes nicht gleichseitigen, abgerundeten boxpress, dem makellosen und wundervoll dunklen Maduro-Deckblatt und dem geschlossenen Fuß herrlich anzusehen. Sie liegt gut in der Hand und wirkt sehr stabil, obwohl sie auf Druck gehörig nachgibt – ob die nicht vielleicht einen viel zu losen Zug haben wird? Das Deckblatt ist, dem Format „geschuldet“, das schönste innerhalb der Formate der Serie, das es kaum Blattadern und extrem viel Zahn aufweist. Der Kaltduft der Flama, die ich, trotz der Listung als Panetel, andauernd als Lancero bezeichnen möchte, hebt sich von dem der Rest der Reihe deutlich ab. Süß-holziger Waldhonig bestimmt das Profil, doch dahinter finden sich erdig-laubig-süße Noten mit etwas Fruchtsäure und ein bisschen Schokolade, am geschlossenen Fuß mehr Erde, Holz und Gewürze, die Minznote fehlt gänzlich. Obwohl sie sehr weich ist, lässt sie sich ohne Überraschungen cutten. Der Kaltzug war bei meinem Exemplar erstmal sehr off und seltsam mit Assoziationen von frischen Champignons, die aber verschwinden, wenn man sie ein paar Minuten angeschnitten liegen lässt. Dann zeigt der Kaltzug sich herrlich kräftig tannig-erdig mit Schokolade und einer ordentlichen Portion Pfeffer. Einmal entfacht – was in Anbetracht des geringen Ringmaßes erstaunlich viel Zeit in Anspruch nimmt – fällt zuallererst der erstaunlich feste (also in meinen Augen perfekte) Zugwiderstand auf. Alles in allem kann man hier also getrost vorwegnehmen: diese boxpressed Lancero ist perfekt konstruiert! Aromatisch legt sie den Schwestern ähnlich los, aber voller und meiner Ansicht nach weit komplexer. Der volle Rauch transportiert bei vom ersten Zug an sehr kräftig und mit vollem Körper Noten von süßer, mineralischer Erde mit Fruchtsäure und Chili, an der Nase finden sich sehr präsente Noten von Leder und retronasal kommen eingebunden trockene, erdig-holzig-pfeffrige Noten auf, gefolgt von einer leichten Heu-Note, die schnell verfliegt zugunsten cremiger Karamellsüße. Langsam kommt im Abgang im Mundraum eine kräftige Kaffeesüße mit fruchtigen Noten auf, ein bisschen wie Cold Brew mit Tonic. Die Flama brennt gestochen scharf ab, allerdings muss man dafür einen Vertrag mit ihr eingehen: sie möchte sehr bedacht und gemächlich genossen werden, dafür belohnt sie einen besonders im zweiten Drittel herrlich eingebunden mit den linientypischen Aromen, die von einem Wechselspiel aus Pfeffer-/Chili-Assoziationen und einer im positivsten Sinne erschlagenden Fruchtsüße mit Vanille überlagert werden. Retronasal stehen Erde und Chili im Vordergrund, der Abgang ist lang mit erdig-würzig-ledrigen Noten. Ab der Mittelmarke kommen wärmende, dezent stallige Untertöne auf. Im letzten Drittel wird es sehr wechselhaft, Pfeffer- und Chilinoten, eine kräftig holzige Vanillesüße und mineralische Erde kämpfen um die Oberhand im Profil, dahinter bauen sich Noten von zunehmend kräftigem Espresso auf. Retronasal werden die stalligen Noten präsenter, dazu kommt eine gewisse Kandissüße. Langes erdiges Finish. Die Flama ist wirklich sehr sättigend, sehr kräftig und dunkel für das unschuldig wirkende, schlanke Format. Das einzige Manko neben dem doch recht hoch angesetzten Preises – wer suchet, der findet – ist die Asche, die wirklich sehr lose ist. Nach einer Stunde und zwanzig Minuten Rauch-SPASS steht für mich fest, dass die Flama definitiv und mit weitem Abstand das beste Format aus dieser Linie und die einzige, die mit einem angehmen und erstaunlichen Wechselspiel aus Kraft und Süße ein unverkennbares Alleinstellungsmerkmal hat. Wer die Alma del Fuerte bisher nicht ausprobiert hat, der sollte aus der exakt diese probieren, sie raucht sich fast so lange wie die anderen beiden Formate und macht wesentlich mehr Spaß. Ich für meinen Teil brauche die Robusto oder Toro nach diesem Erlebnis nicht mehr.



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Warped Cigars La Relatos H. (6x38)
verifizierter Kauf

Länge: 15.24Durchmesser: 1.51 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die Warped La Relatos Habano macht viel her, obwohl – oder gerade weil? – sie so ein kleiner Stick „für zwischendurch“ ist. Optisch. Sie hat ein feines, elegantes Format, welches von einer winzig kleinen, aber großartig und treffsicher gestalteten, violetten Banderole geschmückt wird. Sie wirkt sehr fest und gleichmäßig, fein "pelzig" und ölig an den Fingerspitzen. Erst in der Hand fällt ein dezentes boxpressed auf. Das Deckblatt hat ein sehr schönes, feines, rötliches Colorado und ist fein geädert. Die Konstruktion ist schlichtweg sensationell. Kalt duftet sie leicht stallig, mit holzig-würzig-ledrigen Noten und kräftigem Honig. Der Kaltzug bestätigt das, dazu kommen süßliche und frische (kühle) Qualitäten und ein langer Abgang mit Walnuss-Noten. Formatbedingt ist die La Relatos zügig entfacht und möchte, wenn sie einmal brennt, keinerlei weitere Aufmerksamkeit vom Feuerzeug; sie brennt gestochen scharf und sehr gemächlich ab bei ab dem ersten Moment ebenmäßig weißer und sehr fester Asche. Das erste Drittel begrüßt einen mittelkräftig mit leicht überwiegendem Körper und perfektem Zugwiderstand. Grasige Noten und Noten von asiatischen Gewürzen machen den Anfang, mit einer Wasabi-Schärfe retronasal. Dahinter entwickeln sich Noten von Erdnuss, salzige Noten bleiben auf den Lippen zurück und im Abgang. Leder, Holz, eine Prise Kaffee und Kandis kommen auf, dazu Grill-Assoziationen. Die erste Schärfe schwindet schnell und macht Platz für Noten heller, süßer Früchte mit kräftiger Vanille und Leder. Es ist richtig was los auf der Zunge und an der Nase, die La Relatos ist vollmundig und cremig, ungewohnt und zugleich old school. Hat sich was mit „für zwischendurch“. An der Nase präsentiert sie zunehmend süße und karamellisierte Noten, retronasal nussige Noten und eine ledrig-süße Würze. Hin und wieder kann man überraschend minzig-frische Anklänge erahnen. Der Rauch ist mittlerweile dicht und üppig, fühlt sich an, als würde er im Mund aufquellen wie Marshmallows. Im 2. Drittel wird der Körper voller, während sie in Sachen Stärke eher abzunehmen scheint. Karamellisiertes Holz, süßes Leder und kräftige Vanille-Noten geben jetzt den Ton an, dahinter liegt eine feine Tabakwürze (mit Koriander??). Retronasal und an der Nase bleibt sie wie gehabt, zum Glück, denn sie macht Spaß. Der Abgang ist lang, holzig-erdig mit süßlich-nussigen Qualitäten. Es bleibt dezent asiatisch, mit leichten Noten von Soja-Sauce und eingelegtem Ingwer im Hintergrund. Im letzten Drittel ist sie wirklich „full bodied“, dabei entwickelt sie sich linear, wird kräftiger und würziger. Die Vanille-Noten bekommen eine dunkle und trockene Qualität und das macht richtig was her. Die Soja-Sauce-Noten im Abgang bleiben länger; reife, laubige und tannige Noten schleichen sich auf die letzten Züge ein, angenehm einlullend; Karamell und minzige Frische wechseln sich Zug um Zug ab. Nach gut anderthalb Stunden bis auf den allerletzten Zentimeter runtergeraucht muss ich sie leider weglegen und würde mir am liebsten direkt die nächste La Relatos anstecken. Ein erfrischend anderes Raucherlebnis und für mich ganz großes Kino!



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3 Personen fanden diesen Beitrag hilfreich.

Mombacho Liga Maestro Double Robusto (6.75x50)
verifizierter Kauf

Länge: 17.15Durchmesser: 1.98 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die Mombacho Liga Maestro Double Robusto ist ein imposanter Anblick. Nicht nur wegen des Formats, sondern auch der dezenten, zurückhaltend designten Banderolen wegen, die mit ihrem Gold und Schwarz gut auf das wunderschön gleichmäßig dunkel rostbraune Deckblatt abgestimmt sind. Wie zu erwarten liegt die Double Robusto gut und schwer in der Hand. Sie ist offensichtlich sehr fest gerollt, dabei gleichmäßig und makellos. Das Deckblatt ist wirklich eine Augenweide, nur leicht geädert und samtig/dezent ölig auf den Fingerspitzen. Kalt verströmt sie förmlich die Noten von Erde – viel Erde! - Leder und Tabak, mit etwas fruchtig-süßem im Hintergrund. Am Fuß treten die Noten mineralischer Erde nochmal deutlicher hervor, dazu Säure und etwas, das ich noch nicht so richtig deuten kann. Der Kaltzug gestaltet sich dezent mit den Kern-Noten Erde und Leder. Die im Kaltduft nicht so richtig deutbare Note wird mir jetzt klar: eine Mischung aus Holz, Zucker und Orange, die mich an einen Old Fashioned Cocktail erinnert. Auf der Zungenspitze und den Lippen bleibt Pfeffer zurück. Spannend. Nach dem Entfachen – ein Kinderspiel übrigens, die Mombacho ist gierig – beginnt sie zurückhaltend mit Noten mineralischer Erde, Leder, etwas Holz (ausgebranntes Fass?) und dry aged Beef Anklängen in dem cremigen Rauch. Dahinter Worchesterhire-Sauce. An der Nase zeigt sie süßes Leder und etwas scharfer Zimt. Retronasal hingegen mehr Erde (Lehm) und Laub mit dezenter Süße und nussigen Anklängen. Die Aromen, so sperrig sie sich lesen mögen, wirken jedoch gut eingebunden, stimmig und reif. Nach einem Zentimeter wird der Körper langsam voller mit mehr Erde und Leder und einer interessanten, sich langsam aufbauenden Süße. Der zu Beginn etwas zu feste Zugwiderstand öffnet sich im Verlauf des ersten Drittels und wird den Rest des Raucherlebnisses perfekt bleiben, mit ordentlich Widerstand, aber ohne anstrengend zu sein. Dabei brennt die Mombacho Liga Maestro Double Robusto gemächlich ab, zwar leicht wellig, aber weit entfernt von besorgniserregend. Die Asche ist dunkelgraumelliert und fest, hält bis zu 4 Zentimetern. Nachdem ich mich anfangs noch darüber wunderte, wie wenig Rauch im Raum steht, entwickelt sich die Mombacho Liga Maestro Double Robusto zügig zu einem ordentlichen Schornstein. Im zweiten Drittel dann kann man mit viel Interpretationsspielraum Ahorn und (ordentlich angebranntes) Toffee wie in der Beschreibung zu lesen wahrnehmen. Dazu kommt viel Nuss und Leder, Leder, Leder. Erdige Noten und auch die Fleisch-Assoziationen bleiben im Hintergrund immer präsent, aber vom Pfeffer fehlt jede Spur. Retronasal erlebt man stattdessen eine interessante Mischung von Zimt mit etwas geräuchertem Jalapeno-Pulver, welches sich auch leicht an den Gaumen legt. Nachdem die Double Robusto mit dem ersten Zug mittelkräftig+ mit mittelkräftig++ im Körper loslegte, kratzen Körper und Aromen jetzt an der Grenze zu "voll", ohne dass die Mombacho Liga Maestro stärker wird. Im letzten Drittel bringt sie noch einmal alle ihre Qualitäten aufs Parkett: Leder und Ahornsüße im Vordergrund, Erde, Holznoten und Fleisch-Assoziationen an der Nase und retronasal geräuchertes Jalapeno-Pulver, kräftig, süß und dunkel. Fass-, Fleisch- und Leder- Noten verweilen lange im Abgang. LEIDER schleichen sich langsam aschige Noten ein, aber nach über zweieinhalb Stunden puren Genusses kann man die Double Robusto auch einfach satt und zufrieden ablegen. Für mich ist die Mombacho Liga Maestro eine wirklich gute, erfrischend eigenartige Zigarre. Kiste kaufen! P.S.: Auch hier findet man ein kleines Schmankerl nach Entfernen auf der Innenseite der Banderole. Ich mag es ja, wenn dieser Platz genutzt wird – mehr davon, gerne so stilecht wie bei der Joya de Nicaragua Cinco Decadas.



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RoMa Craft Tobac Weaselitos Mexican San Andres

Länge: 8.89Durchmesser: 1.51 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Eine der kleinen Wiesel habe ich vergangenen Mittwoch in der Lounge probiert. Die Konstruktion der „half lanceros“ ist RoMa-Craft-typisch makellos. Das fast schwarze Deckblatt ist rustikal und fest; sie gibt auf Druck dezent nach. Kalt duftet sie... wie eine nicaraguanische Zigarre aus dem Hause RoMa Craft mit San Andres Oscuro Deckblatt, brutal und nicht so schön akzentuiert tannig/zimtig wie die Neandertal. Die Banderole finde ich persönlich großartig; diese simple Schrift mit einem kleinen, aber einprägsamen Symbol hat mir bereits bei dem Wunder/Lust-Pre-Release richtig gut gefallen. Die Weaselitos sind vorgecuttet, was etwas seltsam anmutet. Einmal entfacht, geht es direkt zur Sache, duster und kräftig mit einer Handvoll Pfeffer ins Gesicht geklatscht und einer sehr dezenten Süße irgendwo am Horizont, winkend. Da muss doch mehr kommen, dachte ich mir… Resultat: retronasal zeigt sie soviel Pfeffer mit Chiliflocken, dass es einem die Tränen in die Augen treibt. Im Rauchverlauf bleiben Pfeffer und Chili sehr präsent, bei sich steigender Stärke. Was man dem kleinen Wickel lassen muss, den man durchaus auch "Elzar's Spiceweasel" hätte nennen können: der dichte Rauch ist wundervoll cremig. Ich bin ein großer Fan von RoMa Craft und ich finde das Weasel-theme super. Die Neugier ist groß und ich werde die kleinen Wiesel doch sicher noch durchprobieren, aber nach diesen 30 Minuten kann ich nur sagen: wenn die kommenden Exemplare bestätigen, was dieser erste Versuch gezeigt hat, dann sind diese kleinen Sticks meins nicht.



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Camacho Liberty Series Limited Edition 2018 Throwback 2005 (Figurado)

Länge: 15.24Durchmesser: 2.14 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Über die Aufmachung und Präsentation der Liberty Series muss glaube ich nichts mehr gesagt werden – außer, dass in dem Falle der 2005 Throwback der Vogel komplett abgeschossen wurde. Die riesengroße blaue Kiste mit der eingelassenen USA-Flagge und den abwechselnd weißen und an der Grenze zum Pink roten Einzelsärgen ist einfach drüber, karikierend. Das Auspacken der einzelnen Zigarren ist dann wieder Weihnachten pur, auch mit dem Silberpapier, in die diese einzeln eingeschlagen sind… das wiederum finde ich toll, da kommt das Kind in mir durch. Hat man die 11/18 dann einmall ausgepackt, überrascht sie mir einem fast schwarzen, ölig-glänzenden, rustikalen Deckblatt, welches zu gut einem Drittel verdeckt wird von einer zur Verpackung passenden patriotischen und noch mehr glänzenden, Camacho-typisch fetten Banderole. Dabei wirkt das eigentlich schöne 11/18-Figurado-Format wie so oft in der Liberty Serie bulky und bergig, weich und ungleichmäßig gerollt, teilweise unterfüllt und schwammig. Sie ist so krumm gewickelt, dass hier 11/18 eher 08/15 wirkt. Das dicke und ölige, fast fettige Deckblatt mit seinen wirklich unproportional dicken, groben Blattadern, macht’s nicht besser, die reine Zigarre ohne Banderole ist schlichtweg hässlich. Aber die inneren Werte… schon der Kaltgeruch ist eine kleine Besonderheit, erinnert, ach was, IST Barbeque mit Bacon und Kartoffelchips, der Begriff „würzig“ ist ein Understatement. Obwohl die Camacho 2005 Throwback doch sehr weich wirkt, bereitet der Anschnitt keinerlei Probleme. Der Kaltzug dann lässt einem – mir zumindest – so richtig das Wasser im Mund zusammenlaufen. Er zeigt dunkle, kräftige Aromen, fruchtig-schokoladig, würzig-ledrig. Die Barbeque-Assoziation wird sich bis zum letzten Zug durchziehen, das Deckblatt hinterlässt Salz auf den Lippen und Sand zwischen den Zähnen. Einmal (und zügig!) entfacht, beginnt Throwback mit schwelendem Tannenholz und Schwarzwälder im Mundraum, Leder und BBQ-Gewürz an der Nase. Retronasal finden sich fruchtige Noten hinter noch mehr Leder und Bourbon-Fass, dabei ist der Rauch angenehm kühl mit kaubarer Textur. Umso mehr das Ringmaß sich öffnet, kommen Röstnoten wie von getoastetem Bauernbrot auf, dezent, dazu Assoziationen von röstenden Marshmallows. Auch die Noten und Aromen von Tanne und Fass werden präsenter, stärker, dabei würziger und eingebundener. Die Asche präsentiert sich gleichmäßig weiß, und erstaunlich fest, wenn man bedenkt, dass sie haptisch an der Grenze zum Totalausfall wirkt. Jetzt, bei dem zwar noch nicht vollen, aber breiterem Ringmaß, ist der Zugwiderstand zwar lose, aber gerade noch gut, bei einem gleichmäßigen, aber zügigen Abbrandverhalten, welches bei einem Exemplar dann ab der Mittelmarke leider von Abbrandproblemen begleitet wurde, die doch einige Male korrigiert werden mussten. Im zweiten Drittel legen Körper und Aromen, die ich ab dem ersten Zug als full-bodied eingestuft hätte, nochmal ordentlich zu, ohne dass die Throwback jedoch kräftiger wird. Das sollte sie auch nicht, sie steht ja schon mit beiden Beinen auf dem Gaspedal. Ob der Name doch implizieren soll, dass sie einen in die Couch zurückwirft? Ab der Mittelmarke spielen sich (vor allem auf der Zunge!) Noten von Schokolade mit in den Vordergrund, dunkel und süß. Die Erdaromen bekommen eine frische, mineralische, fast minzige Qualität. An der Nase spielen Leder und BBQ-Röstaromen die erste Geige, während retronasal Tannenholz präsenter wird, angenehm und wärmend. Im letzten Drittel wird es dann nochmal würziger mit Röstnoten in allen Belangen. Die Aromen sind (zum Glück nicht die Nikotin-Stärke der Camacho) dunkel, kräftig, würzig, süß – und von allem viel. Amerikanischer kann es nicht mehr werden. Dennoch zeigt diese 11/18 eine sehr schön eingebundene, starke Melange. Der mittlerweile an Nebelschwaden erinnernde Rauch hinterlässt im Raum waldig-ledrige Assoziationen und ein ganzes Bourbon-Fass. Zwei Stunden sollte man für dieses Erlebnis, das ich gerne öfter wiederholen würde, mindestens einplanen. Bei dem stetig steigenden Preis der Camacho Sonderserien wird die 2018’er Camacho Liberty Series mit dem Namen „2005 Throwback“ allerdings ein eher rares Erlebnis bleiben.



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Don Pepin My Father The Judge Toro Fino
verifizierter Kauf

Länge: 15.24Durchmesser: 2.06 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die MF The Judge kommt mit drei sehr gut auf das Deckblatt abgestimmte, Garcia-typisch überbordenden Banderolen daher, eine davon – aus Stoff – am Brandende, die fast die Hälfte der Toro Fino abdecken. Darunter ziert sie ein interessanter, gleichmäßig heller Colorado-Decker, der sich zwischen den Fingern elastisch, fast ledrig anfühlt und das im Sonnenlicht ölig schimmert. Optisch ist dieser Stick ein absoluter Leckerbissen. Doch dabei blieb es bei meinem ersten Exemplar. Nach wenigen Zügen platzte das doch eigentlich sehr robust wirkende Deckblatt unter lauten Knacken unterhalb der Banderole auf – wenige Züge später dann war sie vom Brandende bis zur Banderole offen und somit unrauchbar. Gestern habe ich mich dann erneut an die Toro Fino herangewagt – diese wirkte viel weicher als das erste Exemplar mit ordentlich give, jedoch gleichmäßig in dem formschönen ovalen boxpressed der Serie. Doch auch bei dieser war der Decker nicht halb so robust wie erwartet; beim Anschneiden riss das Deckblatt direkt unterhalb der Kappe auf. Was solls, dachte ich mir, dennoch einfach wegrauchen! Der kleine Riss hatte dann – zum Glück – auch keine Auswirkungen auf das Rauchverhalten. Kalt verströmt die MF The Judge einen sehr angenehmen Geruch nach Leder, Kandis-Zucker, mit einer dezent scharfen Note und etwas, das ich erstmal nur als „fleischig“ bezeichnen möchte. Am Brandende sind die Zucker-Noten stärker, unterlegt mit Röstnoten und – TUSCHBUMM – reifem Tabak. Der Kaltzug ist zurückhaltend mit holzig-ledrig-tabakigen Noten; das Deckblatt hinterlässt eine gewisse Jalapeno-Schärfe auf den Lippen. Trotz der losen Rollung gestaltete sich bei beiden Exemplaren das Anzünden etwas schwierig. Ist sie dann einmal an, überrascht sie mit der völligen Abwesenheit des Garcia-typischen Pepper Blasts. Stattdessen beginnt sie dezent cremig mit sehr süßen Noten von Kandis-Zucker und Kakao, der durch die Cremigkeit Erinnerungen an Nesquik wachruft, und starken Lederaromen, die transportiert werden von subtil-fruchtigen und laubigen Noten. Selbst im Retrohale findet sich null Pfeffer, mehr grasige, holzige und tabakige Noten. Zum zweiten Drittel hin – das für mich das ausgewogenste und angenehmste war, zeigt die Toro Fino ihr volles Potential. Sie ist stark, mit mittelkräftigen++ Aromen und einem vollen Körper. Die Cremigkeit geht langsam zurück, zugunsten von Röstnoten, nussigen und fleischigen Aromen, die im Zusammenspiel an Iberico-Steaks erinnern. Langsam kommen Noten von Pfeffer auf, auch im Retrohale, jedoch nicht zu kräftig. Bis hierhin brannte die Toro Fino gleichmäßig und extrem gemächlich ab, jedoch mit extrem lockerer und bröseliger, dafür sehr schön weißer Asche. Auch hatte sie bisher eher durchschnittliches Rauchvolumen. Doch das sollte sich jetzt ändern, in dem letzten und Problem-Drittel. Langsam aber sicher flachten die sehr interessanten Aromen des 2. Drittels ab, von Cremigkeit keine Spur mehr – stattdessen Pfeffer, Pfeffer überall. Dazu kamen Abbrandprobleme, ständiges Nachfeuern war gefragt. Schade. Aber ich habe ja noch ein Exemplar im Humidor liegen; vielleicht waren die bisher verrauchten Exemplare ja einfach My-Father-Montags-Exemplare.



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RoMa Craft Tobac Neanderthal JCF 5 1/4 x 50
verifizierter Kauf

Länge: 13.34Durchmesser: 1.98 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die JCF ist und bleibt für mich die Beste unter den heute hierzulande noch erhältlichen Neanderthals. Sie vereint die brachiale Wucht der HS mit den ultracremigen und süßen Noten, die bei der SPG, KGF und vor allem HN das Profil anführen. Und das bei dem besten PLV innerhalb dieser Serie. Eine meiner liebsten Zigarren.



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L´Atelier La Mission 1989
verifizierter Kauf

Länge: 14.29Durchmesser: 2.14 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Vorweg möchte ich mich der Beschreibung dieses wundervollen Rauchvergnügens durch das Team von Cigarworld anschließen und die Warnung aussprechen: das hier ist keine Einsteigerzigarre! Die La Mission de L’Atelier 1989 ist kräftig, sehr kräftig. Aber das zeigt sie ja bereits, durch das recht fette Format. Die 5,625x54 in dem eher ovalen als eckigen boxpressed finde ich sehr ansprechend, das kleine Pigtail und die zwar fette, jedoch zurückgenommen designte Anilla runden das Erscheinungsbild toll ab. Sie wirkt rustikal, dennoch fein und wirkt dadurch ein bisschen wie die Padron des kleinen Mannes – und das macht, zumindest mir, direkt umso mehr Lust, sie zu entfachen. Das mit vielen dunklen, ja, fast schwarzen Flecken marmorierte, etwas stumpfe und leicht grau wirkende Maduro-Deckblatt ist durchzogen von vielen prominenten, aber feinen Blattadern und fühlt sich rau, haarig und erstaunlich trocken an. Sie wirkt sehr gut konstruiert, auf Druck „von oben“ gibt die 1989 gar nicht nach, „von den Seiten“ nur leicht. Kalt duftet sie tannig-süß mit Noten von trockenem Holz, Leder, dazu etwas Karamell, leicht blumige Noten und eine minzige Frische. Am Fuß erinnert das Aroma wie an einen frisch eingelassenen Dram Bunnahabhain, dazu kommt mehr von der minzigen Frische, Fazit: da ist doch Sancti Spiritus mit verdreht worden! Das kleine Pigtail erweist sich schnell als kosmetisches Gadget, einfaches Abknapsen tut es nicht, nachschneiden ist gefragt, um Zug zu kriegen – und der dann am loseren Ende von perfekt. Im Kaltzug kann man trocken tannige, ledrige und minzige Noten erahnen, dahinter etwas geröstetes Karamell – ganz klar San Andrés und Sancti Spiritus. Dezente Pfeffernoten bleiben auf Zunge und Lippen zurück. Einmal – und wirklich easy – entfacht, ist der erste Zug an der 1989 ist ein kleiner Schlag auf die Fresse. Mocca, Leder, steinige Erde, schwelendes Tannenholz, diese Sancti-Spiritus-Frische und viel Pfeffer haut die La Mission 1989 einem präsent und kantig um die Ohren, dahinter erahnbar ist eine dezente, karamellige Süße. Alles wirkt trocken, alles full bodied. Nach wenigen Zügen wirkt sie eingebundener, entweder hat sie sich aromatisch adjustiert oder man hat sich dran gewöhnt. Der Rauch wird cremiger, die karamellige Süße und die Sancti-Spiritus-Frische werden etwas präsenter und das Aromenprofil somit viel komplexer. An der Nase liegt viel Leder mit Tanne und Mocca, retronasal sind vor allem Pfeffer und Minz-Noten präsent. Bei fast fast schneeweißer und extrem loser Asche brennt die La Mission de L’Atelier 1989 gemächlich und perfekt ab. Der Rauch ist wie dichter, kaubarer Nebel – ich habe fast das Gefühl, meine eigene Hand am ausgestreckten Arm nicht mehr zu sehen – und hinterlässt einen bemerkenswert trockenen, pfeffrigen Raumduft. Im 2. Drittel wird der Rauch zunehmend cremiger, es fühlt sich fast ein bisschen so an, als würde er einen buttrigen Film im Mundraum hinterlassen; sehr angenehm. Die Noten von steiniger Erde und Tanne drängen sich in den Vordergrund, werden aber sehr gut getragen von Mocca-Noten, Leder und dieser karamelligen Süße. Retronasal geht es nun auch etwas mehr in die süßliche Richtung mit etwas Karamell; die Minz-Noten bekommen hin und wieder die Qualität von Anis. Der Abgang ist lang und zeigt vor allem Pfeffer und Gewürz-Noten. Die 1989 ist in allen Belangen voll, sozusagen ganz knapp unter Anschlag, und das vom ersten bis zum letzten Zug. Im 2. Drittel fühlt sie sich weicher an, weil alles eingebundener und süßer ist, aber das täuscht. Denn im letzten Drittel zeigt die Toro dann nochmal ihre volle Power. Erdige Noten und allerlei Pfeffer mit Chili übernehmen zunehmend das Profil, ohne wirklich überfordernd zu werden. Nach zwei Stunden ist man dann auch richtig gesättigt. Ich finde die La Mission de L’Atelier 1989 großartig, aber für mich ist sie definitiv keine Alltagszigarre. Sie ist ein Erlebnis, das ich immer wieder gerne wiederhole, am besten auf überfüllten Magen nach ordentlichem Grillgut mit einem süßen, fassstarken Single Malt.



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Don Pepin Le Bijou Torpedo (Box Pressed)
verifizierter Kauf

Länge: 15.56Durchmesser: 2.06 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Wie die komplette Linie Le Bijou 1922 kommt auch die boxpressed Torpedo mit viel zu vielen viel zu großen, überbordenden Banderolen daher. Unstimmig sind sie nicht, man hat viel und das lange zu betrachten und besonders das Orange des Fußbandes passt durch den starken Kontrast hervorragend zu dem dunklen Maduro/Oscuro-Ton des Deckblattes. Das abgerundete boxpress-Torpedo-Format mit der langgezogenen Spitze und dem dezenten Give macht richtig viel her, ebenso das schier makellose, fette und rustikale Deckblatt mit dem leichten Schmirgel und dem öligen Gefühl, dass es auf den Fingern hinterlässt. Die Torpedo ist, gelinde gesagt, sehr wertig konstruiert. Kalt duftet sie einzigartig kräftig nach süßer dunkler Schokolade, Kaffee und Leder, viel Leder. Dahinter liegt eine dezente, leicht bittere Minz-Note. Nach sehr simplen Dickman Cut merkt man schon im Kaltzug einen perfekten Zugwiderstand, dazu bestätigt sich der Kaltduft, jedoch gepaart mit Erd-Noten, wodurch sie richtig deftig wirkt. Sie hinterlässt Salz auf den Lippen. Einmal – und zügig – entfacht, startet die MF Le Bijou Torpedo kräftig mit präsenten Noten von Holz, Erde und Pfeffer direkt auf die Fresse. Dahinter liegen dezente Noten von Gewürzen und etwas Nussmuß. An der Nase liegt vor allem Leder und retronasal gibt’s alle Sorten Pfeffer. Langsam geht der erste Blast zurück und dunkle, trockene – und hin und wieder sehr süße, fast sirupartige – Noten von Espresso, Kakaobohnen und Nüssen werden präsenter. Dazu Noten von Trockenfrüchten und viel Leder. Leder, schwelendes Holz und viel Pfeffer im Abgang. Sie brennt wirklich beispielhaft ab, mit herrlicher, fester Asche in einem ebenmäßigen hellen Grau, direkt an der Grenze zu Schneeweiß. Sie qualmt wie ein Kühlturm. Sie legt direkt auf halber Strecke zwischen mittelkräftig und kräftig los, mit vollem Körper. Im zweiten Drittel erschmecke ich vor allem karamellisiertes Leder mit erdigen Nuancen, süßem Espresso und etwas Kakaopulver hinter viel dunkler Trockenfrucht. Dahinter sind leichte Minz-Noten zu erahnen, viel Erde mit schwelendem Holz, Pfeffer und etwas Nuss machen den langen Abgang aus. An der Nase zeigen sich Leder, Popcorn, Nussmuß und Erde, retronasal kommen Pfeffer und Chili auf, die das ganze schön abrunden. Es fühlt sich an, wie als würden Salz- und Zuckerflocken auf den Lippen zurück bleiben. Im letzten Drittel präsentiert sich die MF Le Bijou 1922 Torpedo boxpressed aromatisch kräftiger, aber auch etwas eindimensionaler mit Holz, Leder, Erde und dahinter nussiger Röstsüße. Retronasal gibt’s viel Pfeffer und Erde, an der Nase kommen Leder und dezente Minz-Noten hinzu. Erde, Gewürze und viel Pfeffer dominieren jetzt den langen Abgang. Die Röstnoten werden immer stärker, fast etwas wie schwelende Kohlen, verbinden sich interessant mit stärker werdenden, frischen Minze-Noten. Seltsam, aber interessant, kurz: einzigartig. Gegen Ende schleicht sich leider diese "frische Bitternote" ein, die für so viele MFs typisch ist, und zeigen einen, dass man nach knapp zwei Stunden nun auch langsam mal den Deckel draufmachen kann. Die Le Bijou 1922 Serie ist definitiv eine meiner liebsten MF’s, wenn nicht sogar mein absoluter Favorit. Für meinen Geschmack – ja, einen Minuspunkt habe ich – transportiert die Petit Robusto jedoch die Aromen der Le Bijou am besten und knackigsten.



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Plasencia Alma Fuerte Robustus I

Länge: 13.34Durchmesser: 2.06 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die Robustus I ist für mich ein Instant Classic. Full bodied und full flavor ohne zu überfordern bei erstklassigem, gemächlichem Abbrand und beispielhafter Konstruktion. Nach dem Event Anfang Mai, wo diese Vitola vorgestellt wurde, musste ich sofort eine Kiste mitnehmen. Die Robustus I gefällt mir so dermaßen gut, dass ich bisher keine Notizen beim Rauchen machen wollte und auch nicht angesprochen werden durfte (an alle, die das miterleben mussten: Verzeihung!). Für mich die beste Vitola aus der Linie der Starken Seele, die für mich das beste bleibt, was Plasencia unter dem eigenen Namen bisher auf den Markt gebracht hat. Dennoch oder gerade deswegen ist die Vorfreude auf die Alma Fuego Linie groß. Ein dezidierteres Update folgt – vielleicht, wenn ich mir doch noch mal beim Verköstigen dieser sensationellen, wundervoll boxpressed Robusto Notizen machen mag.



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Condega Serie F Arsenio Edicicion Limitada

Länge: 13.97Durchmesser: 2.06 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die Condega Serie F Edición Limitada '18 „Arsenio“ kommt mit sehr schlicht designten Banderolen daher, die entfernt an die der Partagas Serie D & E erinnern. Die unterschiedlichen Farbnuancen der beiden Banderolen beleidigen das geübte Auge, jede Banderole für sich passt gut zum Deckblatt, aber sie passen nicht zusammen, weder farblich noch qualitativ. Immerhin ziert die zweite Banderole, die die Zigarre als "Edición Limitada" ausweist, nicht derselbe verwirrende Schreibfehler, wie er auf der Kiste pragt. Das rustikale Colorado-Rosado-Deckblatt mit seinen prominenten, gebügelten Blattadern der wirklich erstaunlich fest gerollten „Arsenio“ wirkt fest mit einer ledrigen Textur und hinterlässt ein leicht öliges Gefühl auf den Fingerspitzen. Sie ist gleichmäßig und makellos, dafür wirklich fest gewickelt, gibt auf Druck überhaupt nicht nach. Das Mundende ziert eine wirklich sehr schön ausgeführte Triple Cap. Kalt duftet sie süßlich und leicht säuerlich, nach Weißbrot und Ahornsirup, ein Exemplar zeigte auch dezent verwirrende Noten von gegrilltem Rind; meine erste, sehr lebendige Assoziation war: ein Cheeseburger von McDonald's. Am Fuß lassen ledrig-stallig-florale Noten erahnen. Einmal angeschnitten, präsentiert sich bei perfektem Zugwiderstand der Kaltzug fruchtig-kühl mit Limetten-Noten, etwas Würze mit Tabak und Pfeffer und hinterlässt eine leichte Schärfe auf den Lippen. Nach dem Entfachen, das sich der festen Rollung wegen etwas langwierig gestaltet, legt die „Arsenio“ medium+ in allen Belangen los. Sie startet mit etwas Pfeffer, Limette und kräftiger Vanille, retronasal zeigt sich erstmal nur eine dezent bissige Schärfe, Bourbon-Assoziationen liegen im Abgang. Langsam adjustiert die „Arsenio“ sich und erinnert bereits nach wenigen Zentimetern an Zitronentarte, die versehentlich mit Pfeffer abgeschmeckt wurde, das aber gekonnt. Retronasal kommen Noten von geröstetem Steak und Chiliflocken auf, dahinter blumige Noten. Bei durchschnittlichem Rauchvolumen und heller, aber erstaunlich loser Asche, wird die „Arsenio“ im 2. Drittel kräftiger – sie ist jetzt in allen Belangen kräftig – und röstiger, ohne dass der Rauch seine cremige Textur verliert. Eine dunkle, karamellisierte Süße stellt sich in den Vordergrund, vor Steak- und Bourbon-Noten, dahinter lungern Pfeffer und Gewürze herum. Retronasal findet sich die Zitrone/Limette mit Chiliflocken wieder. Der Abgang ist lang mit viel Holz und leicht heuigen Noten. Im letzten Drittel drängen sich die Steak- und Bourbon-Noten in den Vordergrund, dazu kommen eine feine Tabakwürze und hin und wieder Zuckerkörner. Vanille kommt und geht. An der Nase findet sich süßes Leder und retronasal bleibt diese angenehme Mischung aus Zitrusfrüchten und Chili. Bei beiden verköstigten Exemplaren der „Arsenio“ waren leider eine starke Neigung zum Ausgehen und kontinuierliches Nachfeuern ein Leitmotiv im Rauchverlauf – aber was soll’s, es ist das einzige, was hier das Rauchvergnügen schmälert.



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Warped Cigars Flor del Valle Gran Valle
verifizierter Kauf

Länge: 13.97Durchmesser: 1.98 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die Bilder der Flor del Valle geistern ja nun schon seit einigen Jahren durch dieses Internet, das für uns alle Neuland ist. Dementsprechend gespannt war ich auf die Gran Valle, vor allem, weil ich die Blends von Kyle Gillis (besonders die La Hacienda) sehr genossen habe. Nun, sagen wir mal… das Warten hat nicht nur ein Ende, sondern sich auch gelohnt! Die Flor del Valle kommt mit einer herrlich gestalteten (und unfassbar schlecht fotografierbaren) Banderole daher, farblich zurückhaltend, dennoch überbordend, oldschool und dennoch post new age - könnte ich ewig betrachten. Es ist wirklich verrückt, da sie sich einerseits stark von dem Deckblatt abhebt, dieses andererseits jedoch gut präsentiert. Das Deckblatt selbst fühlt sich ölig und seidig an, ist schön mit seinem gedeckten, leicht stumpfen und fleckigen Milchkaffee-Braun. Es ist grob geädert, ohne rustikal zu sein, die „Schnittkanten“ prominenter als die Blattadern. Die Gran Valle ist enorm fest gebuncht, gibt auf Druck gar nicht nach und liegt schwer in der Hand. Sie ist extrem gut konstruiert, nix mit warped. Kalt duftet sie erdig-ledrig-süß, alles extrem dezent und zurückgenommen, am Fuß hingegen blumig und dezent tabakscharf. Der Anschnitt gestaltet sich als knifflig; bei beiden bisher verköstigen Exemplaren stand ein dickes, festes Stück Tabak in der Mitte des Bunches, wodurch der Anschnitt krumm und schief wurde – warped halt, haha. Im Kaltzug präsentiert die Gran Valle sich unauffällig, blumig-ledrige Noten sind erahnbar. Einmal entfacht streichelt sie einen sozusagen mit der Faust. Kräftiger als erwartet, erstaunlicherweise. Die Flor del Valle legt los mit gefälligen, aber unerwartet kräftigen Aromen von Ahornsirup und Holz, dazu Pfefferschärfe auf der Zunge, süßes Holz mit Leder und Laub an der Nase und retronasal mineralische Erde mit etwas Pfeffer und dezenten grasigen Noten. Mineralische Erde und (trockene) Holznoten bleiben lange und angenehm süß im Mundraum. Das sehr dezente Rauchvolumen verströmt einen angenehmen, ledrig-süßen und tabak-reifen Duft. Mit herrlich weißer und leider sehr loser Asche und einem Zugwiderstand, den ich am leichteren Ende von perfekt einstufen würde, brennt die Gran Valle unstet ab. Sie will langsam geraucht werden, das macht sie klar. Im zweiten Drittel kommen aromatisch süßer Ahornsirup mit Holznoten in den Vordergrund, sehr interessant kontrastiert mit erwähnter Pfefferschärfe. Dahinter liegen sehr komplex Leder und Laub, mit etwas Vanille, Karamell und ja, tatsächlich, etwas Salz. An der Nase hat man nur Süße, retronasal Pfeffer und Laub. Erdige Noten und Holz klingen lange nach. Nachdem die Gran Valle bereits in allen Belangen mittelkräftig+ startete, kratzt sie gegen Ende des zweiten Drittels an der "full bodied"-Marke. Dabei bleibt es. Ein Minuspunkt ist ganz klar das Abbrandverhalten, welches sich zunehmend verschlechtert. Sie will nicht nur langsam geraucht werden, nein, sie neigt auch zunehmend zum Ausgehen, das Deckblatt möchte nicht so richtig eine Linie mit dem Wickel halten. Insgesamt musste doch 4x nachfeuern. Im letzten Drittel werden die Aromen nochmals einen Ticken kräftiger und präsenter. Nussige Noten, Fruchtsäure (Wein?), bittere Noten, Gras und Assoziationen von Bourbon kommen und gehen Zug um Zug, spannend. Nach knapp einer Stunde und 45 Minuten fühle ich mich danach, aufzustehen und zu applaudieren. Die Warped Flor del Valle Gran Valle ist für mich ein ganz hervorragender Smoke, den auch die Abbrandprobleme nicht schmälern können.



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