Erstellen Sie einen Personal Humidor und behalten Sie die Übersicht über Ihre bereits gerauchten Zigarren und Tabake!
Length: 12.70Diameter: 1.98
TAM
Die Montosa Amarillo Robusto lag gerade einmal wenige Wochen im Humidor, aber die knallgelbe Bauchbinde hat mich ständig angelacht. Irgendwann musste ich einfach nachgeben. Optisch macht sie sofort gute Laune. Das helle Deckblatt, die sommerliche Aufmachung und der angenehme Kaltgeruch nach Heu, Zedernholz und einer dezenten Süße erinnern eher an Urlaub als an einen verregneten Feierabend. Das Anzünden verlief problemlos. Direkt zu Beginn begrüßt mich eine leichte Creme, begleitet von Holz und einer überraschend frischen, fast floralen Note. Ich musste kurz überlegen, ob ich wirklich eine Zigarre rauche oder ob mir jemand heimlich Lavendel ins Bier geworfen hat. Zum Glück blieb das Ganze angenehm dezent. Im weiteren Verlauf bleibt sie ihrer Linie treu. Zedernholz, etwas Nuss, eine leichte Süße und diese frische Blumigkeit begleiten den gesamten Smoke. Große Aromenwechsel darf man hier nicht erwarten. Die Amarillo lebt eher von ihrer Ausgewogenheit als von ihrer Komplexität. Dafür wirkt sie nie langweilig und raucht sich herrlich unkompliziert. Technisch gab es kaum etwas zu meckern. Der Zug war bei meinem Exemplar nahezu perfekt und auch der Abbrand lief erstaunlich sauber. Für knapp über fünf Euro bekommt man hier wirklich ordentlich etwas geboten. Alles in allem ist die Montosa Amarillo keine Zigarre für den großen Abenteuerurlaub. Eher für den entspannten Nachmittag auf dem Balkon, wenn man keine Lust hat, ständig Aromen zu analysieren. Manchmal braucht es eben keinen Jahrgangsrum und keine Luxuszigarre. Manchmal reicht ein kühles Helles, ein freier Stuhl in der Sonne und eine Zigarre, die einfach macht, was sie soll. Und genau das macht die Amarillo verdammt gut.
Length: 12.70Diameter: 1.98
TAM
Hatte heute nicht wirklich Zeit für eine ausführliche Verkostung, also gibt's die Kurzfassung. Die Farce startet angenehm cremig mit Holz, Kaffee und einer leichten Schokoladennote. Der Rauch ist dicht und weich, genau wie ich es mag. Im weiteren Verlauf kommen etwas Nuss und Leder hinzu, ohne dass sie dabei besonders kompliziert werden möchte. Der Zug war annähernd perfekt. Abbrand leicht wellig, aber weit entfernt von problematisch. Geschmacklich keine riesigen Überraschungen, aber genau das hat mir heute gefallen. Manchmal braucht man keine Zigarre, die einem alle fünf Minuten neue Aromen um die Ohren haut. Die Farce macht ihr Ding von Anfang bis Ende ziemlich souverän. Würde ich definitiv wieder rauchen.
Length: 15.24Diameter: 1.98
TAF
Die Padilla Picadores Toro lag jetzt gute zwei Monate im Humidor und ehrlich gesagt hatte ich nicht allzu große Erwartungen. Bei einem Preis von knapp unter drei Euro werde ich grundsätzlich vorsichtig. Oft bekommt man in dieser Region entweder langweilige Massenware oder technisch fragwürdige Überraschungen. Optisch macht die Picadores allerdings mehr her, als man vermuten würde. Das leicht rustikale Deckblatt wirkt zwar nicht perfekt, bringt aber diesen ehrlichen Nicaragua-Charme mit sich. Die Bauchbinde ist schlicht gehalten, gefällt mir aber deutlich besser als manche überladene Designer-Banderole deutlich teurerer Zigarren. Der Kaltgeruch bringt Holz, Gras und etwas Toast mit sich. Am Fuß meinte ich sogar eine leichte Schokoladennote wahrzunehmen. Der Kaltzug wirkt etwas fest, liefert aber bereits Holz und Leder. Bis hierhin definitiv interessanter als erwartet. Das Anzünden verlief problemlos. Direkt zu Beginn dominieren Toast, Holz und eine angenehme Würze. Nichts Übertriebenes, aber durchaus schmackhaft. Die ersten Züge erinnerten mich tatsächlich ein wenig an manche günstigen Nicaragua-Puros, die mehr über Ehrlichkeit als über Komplexität funktionieren. Der Rauch ist ordentlich vorhanden, wenn auch nicht besonders cremig. Dafür wirkt die Zigarre von Anfang an erstaunlich ausgewogen. Die Würze bleibt kontrolliert und wird nie aggressiv. Gerade für diesen Preis hat mich das positiv überrascht. Im ersten Drittel pendelt sie sich geschmacklich auf Holz, Toast und leichte Nussnoten ein. Dahinter schwingt eine dezente Kaffeenote mit. Die Stärke bleibt angenehm im unteren bis mittleren Bereich. Was mir direkt auffiel: Sie versucht gar nicht erst, etwas zu sein, was sie nicht ist. Keine künstliche Süße, keine übertriebene Pfefferkeule, keine wilde Aromenshow. Einfach ehrlicher Tabak. Der Zug wurde bei meinem Exemplar mit jedem Zentimeter etwas besser. Anfangs noch leicht stramm, später nahezu perfekt. Der Abbrand hingegen zeigte sich etwas launischer. Nicht dramatisch, aber gelegentlich leicht wellig. Genau hier merkt man dann doch den günstigen Preis. Eingreifen musste ich zwar kaum, dennoch lief sie nicht ganz so sauber wie manche höherpreisigen Konkurrenten. Die Asche hielt überraschend lange und wirkte fester als erwartet. Dazu gönnte ich mir ein kühles Helles, was erstaunlich gut harmonierte. Gerade die leichten Toast- und Holzaromen funktionierten damit hervorragend. Im zweiten Drittel kommt etwas mehr Kaffee hinzu. Zwischendurch meinte ich sogar eine dezente florale Note wahrzunehmen, die immer wieder kurz auftauchte und wieder verschwand. Dazu gesellt sich eine angenehme Süße, die sich langsam stärker entwickelt. Keine Honigbombe, sondern eher diese natürliche Tabaksüße, die manche Nicaragua-Zigarren nach etwas Lagerung entwickeln. Die Aromen verändern sich insgesamt nicht riesig, bleiben aber durchgehend angenehm. Genau das scheint auch vielen anderen Rauchern gefallen zu haben. Zum letzten Drittel wird sie etwas holziger und bekommt leichte Leder- sowie Erdaromen. Gleichzeitig nimmt die Würze leicht zu. Wer jetzt hektisch zieht, wird mit etwas Pfeffer bestraft. Also lieber gemütlich bleiben. Die Zigarre dankt es einem. Komplex wird sie bis zum Ende nicht wirklich, aber das verlangt in dieser Preisklasse vermutlich auch niemand ernsthaft. Vielmehr bleibt sie ihrer Linie treu und liefert einen konstanten Smoke ohne größere Ausreißer nach oben oder unten. Alles in allem hat mich die Padilla Picadores Toro positiv überrascht. Natürlich merkt man an manchen Stellen, dass hier nicht das Budget einer Premium-Luxuszigarre dahintersteht. Der Abbrand könnte sauberer sein, die Entwicklung etwas spannender und die Verarbeitung wirkt stellenweise etwas rustikal. Aber genau betrachtet kostet die Gute gerade einmal so viel wie mancher Kaffee unterwegs. Dafür bekommt man hier eine ehrliche Nicaragua-Puro mit angenehmen Holz-, Toast- und Kaffeearomen, ordentlichem Rauchvolumen und überraschend guter Balance. Keine Zigarre, die einen vom Hocker haut. Aber definitiv eine, die man ohne schlechtes Gewissen regelmäßig aus dem Humidor ziehen kann. Für mich wirkt sie wie genau das, was viele Alltagszigarren sein wollen und oft nicht schaffen: unkompliziert, schmackhaft und preislich absolut fair. Ich würde sie vermutlich nicht Freunden präsentieren, wenn ich Eindruck schinden will. Aber an einem entspannten Nachmittag mit einem Bier in der Hand würde ich sie jederzeit wieder anzünden. Und manchmal ist genau das deutlich mehr wert als irgendein überteuerter Prestige-Stumpen.
Length: 12.70Diameter: 2.18
TAM
Die Balmoral Puro Dominicana Rothschild Masivo lag jetzt gute drei Monate im Humidor und irgendwie habe ich mich ständig um sie herumgeschlichen. Nicht, weil ich sie vergessen hätte, sondern eher weil ich den richtigen Moment abwarten wollte. Schon optisch macht sie einiges her. Die rot-goldene Bauchbinde wirkt edel, ohne überladen zu sein, und das leicht ölige Deckblatt bringt genau die Art von Dominikanischer Eleganz mit, die ich bei Balmoral oft so schätze. Kein protziger Auftritt, sondern eher diese ruhige Art von Zigarre, die nicht laut schreien muss, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Der Kaltgeruch erinnerte mich direkt an Heu, helles Holz und eine angenehme Süße. Dazu etwas Kaffee und eine leichte Nussigkeit. Der Kaltzug war offen, cremig und überraschend aromatisch. Bis hierhin definitiv vielversprechend. Das Entzünden verlief problemlos. Bereits die ersten Züge lieferten eine angenehm cremige Textur, die sich sofort im gesamten Mundraum ausbreitete. Dazu gesellten sich Holz, Toast und eine leichte Kaffeenote. Nichts davon drängte sich in den Vordergrund. Genau das war wahrscheinlich auch die Absicht hinter diesem Blend. Statt großer Aromenexplosion bekommt man hier Harmonie serviert. Ich musste unweigerlich an manche ältere Balmoral XO erinnern, die ebenfalls eher von Ausgewogenheit als von roher Kraft lebten. Der Rauch ist dicht, weich und angenehm rund. Kein Kratzen, keine Schärfe. Einfach entspanntes Rauchen. Im ersten Drittel dominieren Holz, Creme und leicht gerösteter Kaffee. Dahinter schwingt eine dezente Süße mit, die mich stellenweise an Honigtoast erinnerte. Vielleicht bilde ich mir das auch nur ein, aber genau solche kleinen Nuancen machen für mich den Reiz dominikanischer Zigarren aus. Der Zugwiderstand war nahezu perfekt. Vielleicht minimal zu offen, aber noch absolut im grünen Bereich. Der Abbrand startete kreisrund und bereitete mir bis hierhin keinerlei Sorgen. Im zweiten Drittel wird sie etwas würziger. Die Cremigkeit bleibt weiterhin das Fundament, während Nuss, Zedernholz und eine leichte Ledernote dazukommen. Dazu gönnte ich mir ein dunkles Kellerbier, was erstaunlich gut harmonierte. Die Röstaromen wurden etwas tiefer und erinnerten stellenweise an geröstete Mandeln oder leicht karamellisierte Nüsse. Große Sprünge macht die Zigarre geschmacklich nicht, aber sie wirkt niemals langweilig. Vielmehr hat man das Gefühl, dass sie langsam immer runder wird. Genau hier merkte ich, warum viele Reviews die Puro Dominicana als besonders ausgewogen beschreiben. Der Abbrand wurde zur Hälfte leicht wellig, fing sich jedoch immer wieder selbst. Kein Nachfeuern nötig. Die Asche hielt überraschend lange und wirkte schön kompakt. Auch das Rauchvolumen blieb konstant hoch. Technisch gab es bei meinem Exemplar wirklich wenig zu beanstanden. Gerade in dieser Preisklasse weiß ich das durchaus zu schätzen. Im letzten Drittel kommen Erde, Leder und dunklere Röstaromen etwas stärker hervor. Die anfängliche Süße tritt langsam in den Hintergrund, während Holz und Kaffee die Führung übernehmen. Gleichzeitig steigt die Stärke leicht an, bleibt aber jederzeit im angenehmen Bereich. Nikotinisch ist sie für mich klar im unteren bis mittleren Segment angesiedelt. Perfekt für einen entspannten Nachmittag oder frühen Abend. Wer hier eine kräftige Nicaragua-Bombe erwartet, wird vermutlich enttäuscht sein. Wer jedoch Balance und Cremigkeit schätzt, dürfte ziemlich glücklich werden. Zum Ende hin wird sie leicht trockener und entwickelt eine dezente Bitterkeit, sofern man zu schnell raucht. Also lieber nochmal einen Gang zurückschalten. Genau das tat ich und wurde mit einer angenehmen Mischung aus Holz, Kaffee und Nuss belohnt, die sich bis fast zur Binde hielt. Kein dramatisches Finale, sondern ein ruhiger, würdiger Abschluss. Alles in allem hat mich die Balmoral Puro Dominicana Rothschild Masivo wirklich überzeugt. Sie lebt nicht von extremer Komplexität oder wilden Aromenwechseln, sondern vielmehr von ihrer Ausgewogenheit. Das ist eine dieser Zigarren, die keinen schlechten Tag zu haben scheint. Solide verarbeitet, angenehm cremig und mit genug Charakter, um interessant zu bleiben. Vielleicht kein absolutes Highlight für die Ewigkeit, aber definitiv eine Zigarre, die ich jederzeit wieder aus dem Humidor nehmen würde. Gerade für entspannte Nachmittage mit einem Bier oder Kaffee sehe ich hier enormes Potential. Manchmal braucht es eben keinen wilden Ritt durch das Aromenrad. Manchmal reicht auch einfach ein richtig gut gemachter Smoke.
Length: 12.70Diameter: 1.98
TAM
Die Drew Estate Blackened S84 Shade to Black Robusto lag jetzt gute drei Monate im Humidor, bevor ich mich endlich an sie herangewagt habe. Ehrlich gesagt war ich anfangs etwas skeptisch. Metallica-Branding, Whiskey-Kollaboration, düstere Bauchbinde – das schreit zunächst eher nach Marketing als nach ernsthafter Zigarre. Doch je länger ich sie betrachtet habe, desto neugieriger wurde ich. Das leicht dunklere Connecticut-Deckblatt wirkt überraschend hochwertig und hat nicht diesen blassen Standard-Connecticut-Look, den man mittlerweile überall sieht. Es schimmert leicht ölig und bringt einen angenehmen Kaltgeruch von Heu, Zedernholz, Leder und etwas Honigsüße mit sich. Der Kaltzug offenbart zusätzlich Kaffee und eine leicht cremige Note. Bis hierhin definitiv deutlich interessanter als erwartet. Das Anzünden verlief völlig problemlos. Bereits die ersten Züge zeigen sofort, dass die S84 keine typische Frühstücks-Connecticut sein möchte. Direkt kommt eine ordentliche Portion Pfeffer um die Ecke, begleitet von Toast, hellem Holz und einer überraschend kräftigen Cremigkeit. Für einen kurzen Moment erinnerte mich die Würze fast an manche Nicaragua-Maduros, nur eben deutlich eleganter eingebettet. Der Rauch ist dicht, weich und bleibt angenehm lange im Mundraum stehen. Genau hier merkte ich, warum so viele Reviews sie als „kräftige Connecticut“ beschreiben. Im ersten Drittel liefern sich weißer Pfeffer, geröstetes Brot und Zedernholz einen kleinen Machtkampf. Dazu kommt eine leicht süßliche Kaffee-Creme, die das Ganze schön abrundet. Besonders retronasal wird die Würze deutlich. Nicht unangenehm, aber definitiv nichts für jemanden, der bei Connecticut nur an milde Heu-Zigarren denkt. Die ersten Zentimeter wirkten auf mich fast wie ein Hybrid aus klassischer Shade-Zigarre und einem würzigen Broadleaf-Blend. Genau das macht ihren Reiz aus. Der Zug war bei meinem Exemplar nahezu perfekt. Vielleicht einen Tick zu offen, wodurch sie bei zu hastigem Rauchen etwas warm wird. Also lieber entspannt genießen. Der Abbrand zeigte sich anfangs leicht wellig, fing sich jedoch immer wieder selbst. Die Asche wirkte etwas flockig und fiel früher als erwartet, was mich allerdings nicht weiter störte. Dafür produzierte sie konstant ordentlich Rauch und blieb durchgehend problemlos am Leben. Selbst längere Gespräche auf dem Balkon verzieh sie ohne direkt auszugehen. Im zweiten Drittel wird die S84 deutlich runder. Die anfängliche Pfefferschärfe tritt etwas zurück und macht Platz für Kaffee, Holz, Erde und eine angenehm cremige Süße. Hier erinnerte sie mich stellenweise tatsächlich an einen Café au Lait. Nicht süß im aromatisierten Sinne, sondern eher wie milchiger Kaffee mit einer Prise Zimt und gerösteten Nüssen. Dazu gönnte ich mir ein dunkles Kellerbier, was erstaunlich gut harmonierte. Manche sprechen bei der S84 von einer eher linearen Entwicklung. Das kann ich irgendwo nachvollziehen, allerdings fand ich die vorhandenen Aromen so stimmig, dass mich das überhaupt nicht gestört hat. Im letzten Drittel übernehmen Holz, Erde und dunklere Röstaromen langsam das Kommando. Die Creme bleibt zwar vorhanden, zieht sich aber etwas zurück. Dafür kommt nochmal eine leichte Pfeffrigkeit auf, begleitet von Kakao und einer trockenen Ledernote. Nikotinisch bewegt sie sich mittlerweile klar im mittleren Bereich, ohne jemals unangenehm zu drücken. Wer die S84 zu schnell raucht, wird hier allerdings mit etwas Bitterkeit bestraft. Also lieber gemütlich bleiben und sie arbeiten lassen. Genau dann macht sie am meisten Spaß. Alles in allem hat mich die Blackened S84 deutlich mehr überzeugt, als ich erwartet hätte. Anfangs hielt ich sie tatsächlich für eine reine Marketing-Zigarre für Metallica-Fans. Nach diesem Smoke muss ich jedoch zugeben, dass Drew Estate hier eine ziemlich clevere Mischung geschaffen hat. Sie verbindet die Cremigkeit und Eleganz eines Connecticut-Deckblatts mit deutlich mehr Würze, Körper und Charakter, als man zunächst vermuten würde. Sicherlich keine ultra-komplexe Offenbarung und auch keine Zigarre, die jeden Aficionado vom Hocker haut. Aber genau das will sie vermutlich auch gar nicht sein. Für mich ist sie eine angenehm rebellische Connecticut mit eigener Persönlichkeit. Eine Zigarre für Abende, an denen man etwas Cremiges möchte, aber trotzdem Lust auf Ecken, Kanten und ein wenig Rock'n'Roll hat. Und ganz ehrlich? Genau dafür würde ich sie mir wieder in den Humidor legen.
Length: 15.24Diameter: 2.38
TAM
Die Black Label Trading Company Lawless Grand Toro lag jetzt knapp vier Monate im Humidor und heute war endlich der richtige Abend dafür gekommen. Schon beim ersten Blick merkt man sofort, dass die Jungs von BLTC eher auf Charakter als auf klassische Eleganz setzen. Die Bauchbinde mit Totenschädel und Stacheldraht wirkt fast ein wenig rebellisch und erinnert mich leicht an irgendwelche amerikanischen Custom-Motorräder oder Whiskeyflaschen aus einer düsteren Bar. Muss man mögen. Ich persönlich fand das Gesamtbild ziemlich gelungen. Das dunkle Rosado-Deckblatt wirkt leicht ölig, sauber verarbeitet und macht direkt Lust aufs Anzünden. Der Kaltgeruch brachte Erde, Kakao, Trockenfrüchte und eine ordentliche Portion Pfeffer mit sich. Fast schon ein wenig wie dunkles Früchtebrot mit Espresso daneben. Der Kaltzug war überraschend offen und cremig. Bis hierhin definitiv vielversprechend. Das Anzünden verlief problemlos. Direkt ab den ersten Zügen liefert die Lawless eine satte Portion Kakao, dunklen Kaffee und eine angenehme Röstaromatik. Dazu kommt sofort dieser typische BLTC-Pfeffer, der sich allerdings angenehm verhält und nicht alles überdeckt. Genau das hat mir gefallen. Viele kräftigere Nicaragua-Zigarren neigen dazu, direkt mit der Brechstange einzusteigen, doch hier wirkt alles erstaunlich ausgewogen. Der Rauch ist dicht, ölig und bleibt lange im Mundraum stehen. Fast schon „chewy“, wie manche amerikanischen Reviews so schön sagen würden. Im ersten Drittel dominieren Erde, Kakao und leicht süßliche Holznoten. Zwischendurch kommt eine dezente Fruchtnote durch, die mich an getrocknete Kirschen oder dunkle Beeren erinnerte. Das Ganze wird permanent von einer cremigen Würze begleitet. Der Zugwiderstand war bei meinem Exemplar nahezu perfekt. Vielleicht minimal zu leicht für das dicke Format, wodurch sie bei zu hastigem Rauchen ordentlich Temperatur aufnimmt. Also lieber gemütlich genießen. Genau dann entfaltet sie ihren ganzen Charakter. Der Abbrand lief überraschend sauber. Minimal wellig, aber nie kritisch. Die hellgraue Asche hielt erstaunlich lange und wirkte schön kompakt. Im zweiten Drittel wurde sie deutlich komplexer. Espresso und Kakao bleiben weiterhin dominant, dazu kommen Leder, geröstete Nüsse und eine leicht mineralische Erde. Ich meinte sogar kurz etwas Lakritz retronasal wahrzunehmen. Die Creme nimmt nun deutlich zu und verbindet die dunklen Aromen hervorragend miteinander. Dazu gönnte ich mir ein dunkles Kellerbier, was unfassbar gut harmonierte. Genau solche Zigarren liebe ich für lange Abende. Sie fordert Aufmerksamkeit, belohnt einen aber mit jeder Menge Charakter. Ab der Hälfte nimmt die Würze langsam Fahrt auf. Der Pfeffer wird präsenter, bleibt aber stets kontrolliert. Gleichzeitig entwickelt sich eine leichte Bitterkeit, die jedoch nie unangenehm wurde. Manche Reviews beschrieben genau diesen Punkt als etwas störend und ich kann nachvollziehen, was gemeint ist. Mich persönlich hat es nicht groß gestört, da sie insgesamt unglaublich rund bleibt. Gegen Ende kommen nochmal dunkle Schokolade, Espresso und eine trockene Holznote hervor, während die Stärke jetzt definitiv Richtung mittelkräftig-plus wandert. Nikotinisch merkt man sie nun ordentlich, ohne dass sie mich erschlagen hätte. Alles in allem ist die Lawless Grand Toro für mich eine richtig charakterstarke Boutique-Zigarre mit viel Tiefe und hervorragender Verarbeitung. Keine Zigarre für Anfänger und sicherlich auch nichts für nebenbei. Dafür passiert einfach zu viel. Sie lebt von dunklen, cremigen und würzigen Aromen und erinnert mich stellenweise fast an eine Mischung aus kräftigem Espresso, dunkler Schokolade und feuchter Erde nach einem Sommerregen. Das große Format sorgt zusätzlich dafür, dass man sich wirklich Zeit nehmen muss. Preislich sicherlich kein Schnäppchen, aber für das Gebotene absolut fair. Ich kann sehr gut verstehen, warum diese Serie unter Boutique-Fans so beliebt ist. Von mir definitiv eine klare Empfehlung — besonders für Abende, an denen man einfach mal zwei Stunden seine Ruhe haben will.
Length: 12.70Diameter: 1.98
TAM
Die La Capitana Robusto durfte gute drei Monate im Humidor verbringen, bevor ich sie heute endlich angeschnitten habe. Schon optisch macht sie einiges her. Das seidige Connecticut-Deckblatt wirkt unglaublich sauber verarbeitet und harmoniert hervorragend mit der türkisen Bauchbinde und dem maritimen Papier am Fuß. Das ganze Erscheinungsbild wirkt modern, edel und irgendwie frisch. Der Kaltgeruch brachte direkt Heu, Holz und eine leicht süßliche Cremigkeit mit sich. Dazu ein Hauch Pfeffer am Fuß. Der Kaltzug angenehm offen mit deutlichen Zedernholznoten und einer leichten floralen Süße. Bis hierhin definitiv vielversprechend. Das Anzünden verlief absolut problemlos. Die ersten Züge starten überraschend cremig und weich. Heu und helles Holz stehen zunächst klar im Vordergrund, begleitet von einer angenehmen Toastnote. Anfangs hatte ich kurz Sorge, dass sie zu mild und eindimensional bleibt, doch schon im ersten Drittel entwickelt sich eine schöne Balance aus Creme, Zeder und dezenter Würze. Der Rauch ist satt und weich, fast schon milchig cremig, ohne dabei schwer zu wirken. Der Zug war bei meinem Exemplar nahezu perfekt. Vielleicht minimal zu offen, was sie bei zu schnellem Rauchen etwas wärmer werden lässt. Also lieber gemütlich angehen lassen. Genau dann zeigt sie ihre besten Seiten. Der Abbrand war anfangs leicht wellig, fing sich aber immer wieder von selbst. Technisch insgesamt wirklich eine sehr sauber gemachte Zigarre. Im zweiten Drittel wird sie deutlich interessanter. Die cremige Grundnote bleibt erhalten, dazu kommen Röstaromen, etwas Kaffee und eine leichte Nussigkeit. Zwischendurch meinte ich sogar einen Hauch Zimt und eine ganz dezente Fruchtnote wahrzunehmen. Alles bleibt jedoch eher auf der hellen und eleganten Seite des Aromenspektrums. Keine schwere Nicaragua-Bombe, sondern vielmehr eine ruhige, ausgewogene Zigarre mit schöner Harmonie. Genau das macht sie irgendwie besonders. Zum letzten Drittel hin nimmt die Würze leicht zu. Erde und Leder kommen vorsichtig hinzu, während die cremigen Holznoten weiterhin das Grundgerüst bilden. Die Stärke bleibt dabei angenehm im mittelkräftigen Bereich. Nikotinisch definitiv spürbar, aber nie unangenehm drückend. Lediglich gegen Ende wurde sie leicht bitter, sobald man etwas zu hastig raucht. Mit Ruhe blieb sie aber erstaunlich rund bis fast zum Schluss. Alles in allem ist die La Capitana Robusto eine wirklich elegante und angenehm ausbalancierte Zigarre mit starker Verarbeitung und cremigem Charakter. Sie lebt weniger von extremen Aromenwechseln, sondern vielmehr von ihrer Harmonie und ihrem entspannten Rauchverlauf. Manche werden ihr vielleicht das letzte bisschen „Wow-Effekt“ absprechen, was ich irgendwo nachvollziehen kann. Dafür bekommt man hier jedoch einen unkomplizierten, hochwertigen Smoke mit schöner Würze und viel Cremigkeit. Preislich sicherlich kein Schnäppchen, aber qualitativ definitiv auf einem guten Niveau. Ich könnte mir gut vorstellen, hiervon immer ein paar Exemplare im Humidor zu haben — besonders für entspannte Nachmittage oder frühe Abendstunden.
Length: 12.70Diameter: 2.14
TAM
Die Henry Clay War Hawk Robusto lag nun gute zwei Monate im Humidor und durfte heute endlich zeigen, was die vielen positiven Bewertungen versprechen. Schon optisch macht sie ordentlich was her. Das helle, leicht ölige Connecticut-Deckblatt wirkt edel, ohne geschniegelt auszusehen. Die Bauchbinde trifft zwar nicht ganz meinen Geschmack, vermittelt aber diesen rustikal-amerikanischen Charakter, der irgendwie zur Zigarre passt. Der Kaltgeruch bringt direkt Holz, Erde und eine feine Pfeffernote mit sich. Der Kaltzug überraschend offen und angenehm cremig. Damit hätte ich bei dem eher kräftigen Auftreten gar nicht gerechnet. Das Anzünden verlief problemlos. Sofort kommt eine cremige Würze auf, begleitet von Zedernholz und einer feinen Röstaromatik. Anfangs hatte ich kurz Sorge, dass sie in die typische langweilige Connecticut-Richtung driftet, doch das legt sich schnell. Bereits nach wenigen Zügen entwickelt sich eine schöne Kombination aus Pfeffer, Nuss und einer leicht süßlichen Kaffeenote. Der Rauch ist dicht, weich und bleibt angenehm lange im Mund stehen. Im ersten Drittel zeigt sie sich erstaunlich ausgewogen. Nicht zu kräftig, aber definitiv auch nichts für jemanden, der nur hauchmilde Zigarren raucht. Besonders gefallen hat mir diese leicht cremige Holz-Note, die permanent präsent bleibt. Der Zugwiderstand war bei meinem Exemplar nahezu perfekt. Vielleicht sogar einen Tick zu leicht, wodurch sie bei zu hastigem Rauchen gerne etwas wärmer wird. Also lieber gemütlich angehen lassen und ab und zu ablegen. Genau das scheint ihr richtig gutzutun. Im zweiten Drittel wird sie würziger und etwas dunkler im Geschmack. Röstaromen, Leder und ein Hauch Kakao schieben sich mehr in den Vordergrund. Gleichzeitig bleibt diese cremige Basis erhalten, was die ganze Sache sehr rund wirken lässt. Der Abbrand war über weite Strecken wirklich tadellos. Nur minimal wellig, aber völlig unproblematisch. Die Asche hielt erstaunlich lange und machte einen schön festen Eindruck. Zum letzten Drittel hin nimmt die Pfeffrigkeit nochmal leicht zu, ohne unangenehm zu werden. Dazu gesellt sich eine leichte Bitternote, die bei zu schnellem Rauchen durchaus dominanter werden kann. Hier merkt man dann auch, dass die War Hawk zwar zugänglich wirkt, aber dennoch Aufmerksamkeit verlangt. Wer sie hetzt, wird vermutlich weniger Freude haben. Ich persönlich fand gerade diesen Wechsel zwischen cremiger Connecticut-Anmutung und würziger Honduras-Charakteristik ziemlich spannend. Alles in allem ist die Henry Clay War Hawk Robusto für mich eine wirklich gelungene Zigarre mit starkem Preis-Leistungs-Verhältnis. Sie bietet genug Charakter, um interessant zu bleiben, ohne dabei unnötig anstrengend zu werden. Keine absolute Aromabombe und vielleicht auch kein überkomplexes Meisterwerk, aber eine sehr stimmige, ehrliche Zigarre mit eigener Persönlichkeit. Ich kann mir gut vorstellen, hiervon öfter ein paar Exemplare im Humidor liegen zu haben. Gerade für entspannte Abende mit einem Bier oder Kaffee definitiv eine Empfehlung wert.

Length: 12.70Diameter: 1.98
TAM
Vorerst muss ich erwähnen, dass Balmoral die erste Marke war, die mich durchwegs immer wieder überrascht und begeistert hat und sich somit als ein kleiner Favorit in meinem Einkaufsrhythmus etabliert hat. Nun zu dieser Lolita. Der Geschmack ist angelehnt an die kurz zuvor erschienene XO Serie. Jedoch überzeugten mich hier die dezenten Zimtakzente, eine leichte Vanillenote, gepaart mit einer wunderbaren Creme(die bei dieser Marke wohl unumgänglich ist) und zusätzlich angenehme Ledernuancen, die durchwegs auch kurz dominante Ansätze durchsetzten. Ich bin nach dieser Robusto wieder guter Dinge, nachdem mich die letzte Serie massiv enttäuscht hatte. Hier erlebt man wieder bekannte Balmoral Qualität, die durch exquisite Geschmackskompositionen und durchdachten Tabakvielfalten herausstechen, doch immer noch einen stabilen Kern miteinbeziehen, durch den ein Großteil der Zigarrenraucher teilweise perplex und begeistert in einem Gefühl zugleich sind. Hier erlebe ich wieder gewohnte Qualität, auch wenn der Preis schon fast durch die Decke geht.
Length: 12.70Diameter: 2.14
TAM
Gleich zu Anfang muss ich sagen, dass mich die Haptik und Optik stark an die Balmoral XO Serie erinnert. Die Bauchbinde natürlich ausgelassen. Wäre die Bauchbinde wertiger gewesen, hätte ich sie auf ca 8€+ eingeschätzt. Das Entzünden fällt mir leicht und ich nehme leichte Röstaromen war. Eine verhaltene Holznote, sowie leichte Schokoladenaromen begleiten mich auf den ersten Zentimetern. Das Rauchvolumen ist in Ordnung und ich spüre eine leicht aufkommende Säure. Ab hier begleitet mich ein Helles Lagerbier als Beigetränk. Nach und nach kommen Erd- sowie Toastnoten auf und der Abbrand versucht mich ab und zu zu provozieren. Jedoch nicht soweit, dass ich einschreiten muss. Die Säure wird mehr und ich lege sie des Öfteren ab, was jedoch keine Besserung bringt. Der Aschefall ist völlig willkürlich, was die ein oder andere Sauerei nicht zu verhindern lässt. Hier werden die 6€ dann doch wieder deutlich. Die Geschmäcker verändern sich im weiteren Rauchverlauf nicht mehr besonders und die Säure nimmt so stark zu, dass sie mir schlussendlich auf den Magen schlägt und mir die Lust vergeht. Schade eigentlich, da sie sich gut angepriesen hatte. Vielleicht bin ich hier ein wenig empfindlich, aber ein weiteres Treffen wird es nicht mehr geben.

Length: 11.43Diameter: 1.98
TAM
Kaltgeruch: dunkle Schokolade, eine Prise Zimt und irgendwie leicht nach Kuhstall. Kaltzug: relativ kräftig, Zugwiderstand angenehm, ein Hauch von Beeren. Die ersten Züge erinnern mich leicht an "Flor de Copan". Holz, Leder, eine kleine dunkle Schokonote und eine Prise Zimt lassen sie nett starten. Vielleicht auch zwei Prisen. Ich schmecke ein leichtes Fruchtbett. Die Bauchbinde gefällt. Der Zugwiderstand ist angenehm und auch das Rauchvolumen ist nahezu perfekt. In der Wohnung bildet sich eine süßlich angenehme Raumnote. Der Kreisrunde Abbrand bereitet mir Freude. Im zweiten Drittel rückt die Holznote in den Vordergrund, wobei im letzten Drittel die Schokolade die anderen Geschmäcker dominiert. Insgesamt verändern sich die Aromen nicht großartig, jedoch ist das bestehende Geschmackserlebnis lecker. Für einen netten Start in den Nachmittag, nach einem ergiebigen Sonntagsessen ist sie ein annehmbarer Begleiter. Sie wird ihrem Preis gerecht und besticht mit ihren Stärken, die keinerlei Aufmerksamkeit benötigen. Bis jetzt die beste ihrer Marke. Für meinen Geschmack ein wenig zu süß, ansonsten absolut empfehlenswert!
Length: 9.80Diameter: 1.13
MM
Für den Preis wirklich gut. Natürlich sieht und schmeckt man die billige Verarbeitung. Die Dinger sind auch so locker gerollt, dass man sie ohne Probleme innerhalb 5 min wegrauchen kann. Leider sind die "Classic" auch leicht süßlich aromatisiert, jedoch würden sie ohne warscheinlich überhaupt nicht schmecken.. Wer einen schnellen, kurzen Smoke sucht, den es an fast jeder Tanke gibt, wird hier sicherlich auf seine Kosten kommen. Sie wird ihrem Preis mehr als gerecht. Natürlich kann man in diesem Preissegment kein Premiumprodukt erwarten. Wenn man jedoch gerade Lust auf Rauch hat, ist sie ein guter Kompromiss(;

Length: 11.43Diameter: 2.06
TAM
Welch eine cremig, leicht süßliche Verführung. Gutes Geld für eine gute Zigarre. Dunhill steht für Qualität und das schon seit vielen Jahren... Daran hat sich auch bis heute nichts geändert! Anfang letztes Drittel erinnert sie mich geschmacklich stark an die "Buena Vista Araperique Robusto". Zum Schluss hin verführt sie mit dezenten Schokoladenaromen(~75% Kakao). Eine mittelstarke Zigarre, die zwar kein Ausflug in die Wildnis, jedoch ein exquisites Picknick im eigenen Garten ist(:
Length: 12.70Diameter: 2.06
TAM
Das nenn ich mal eine Banderole! Erinnert mich an einen fetten Geldschein. Aber eher in Richtung edel und nicht protzig. Nach dem ersten Drittel muss man diese jedoch abnehmen, sofern man weiterrauchen will. Nach dem problemlosen Entzünden bringt der dichte Rauch ein ordentliches Nussaroma mit sich, das gepaart mit Toast und Erdaromen einen netten Einstieg bietet. Ein ordentlicher Schluck vom "Zwickl" Bier rundet den Geschmack absolut ab. Nach einem ruckartigem ablegen fällt der erste Zentimeter getrost in den Aschenbecher. Trotzdem bleibt der Geschmack bis hierher gleich. Der makellose Abbrand, sowie das beinahe perfekte Rauchvolumen bereitet mir Freude. Es kommt selten vor, dass ich in dieser kalten Jahreszeit eine Robusto rauche. Dennoch freue ich mich schon auf den Rest(: Das Deckblatt weist nahezu keine Mängel auf. Nach dem Entfernen der Binde kommt auch ihr seidig glänzendes Milchkaffeedeckblatt komplett zum Vorschein, was Lust auf mehr macht. Eine leichte Säure ist zu spüren. Jedoch noch im angenehmen Bereich. Der Aschekegel wird leicht blumig, hält jedoch. Ich muss mich zusammenreißen, dass ich sie nicht heiß rauche, denn sie schmeckt mir, auch wenn es bis zum Ende des ersten Drittels keine magnifikanten Veränderungen gab. Eine leichte Creme heitert das Ganze auf und schon fällt der nächste Aschekegel beim Ablegen ab. Durchaus kein Weltuntergang, wenn man es weiß. Die anfangs noch zu erahnende Fruchtnote wird jetzt präsent. Hinzu kommt nun als Getränk ein dunkles Bier, was dem Zusammenspiel einen genialen Charme verleiht. Die Creme wird deutlich spürbar und bringt ein herrliches, wenn auch dezentes, Dunkelschokoladenflavour mit sich. Eine nette Abwechslung. Beim Raumduft nehme ich eine leicht süßliche Vanillenote wahr. Am Gaumen liefern sich dezente Trockenfrüchte mit der tief dunklen Schokolade einen prägnanten Machtkampf. Der Abbrand wird leicht wellig. Jedoch in so einem Ausmaß, dass ich nicht einschreiten muss. Retronasal, sowie im Mundraum nehme ich Walnuss wahr. Der Aschekegel fällt ein weiteres mal, kurz vor dem letzten Drittel. Das dunkle Bier harmoniert auch hierzu sehr gut. Der Stärkegrad liegt leicht über der mittleren Skala. Könnte diese Lolita warscheinlich auch ohne Probleme am Vormittag verköstigen, ohne, dass sie mir auf den Magen schlägt. Langsam aber sicher löst die Haselnuss die Walnuss in der Dominanz ab und rückt in den Vordergrund. Dazu bekomme ich immer mehr von der ersehnten Creme zu spüren, die wie immer für einen perfekten Ausgleich sorgt. Ab hier darf ich mich nur noch gediegen an der Lolita bedienen, da sie ansonsten schnell heiß oder zickig wird. Weiß man mit ihr umzugehen, kann man ihr auch hier noch traumhafte Aromen entlocken. Zum Schluss schalten die beiden Nusssorten noch einmal einen Gang herunter und geben mir ihre ganze Bandbreite zu spüren. Gepaart mit einer ausgeglichenen Creme, jedoch mit einem starken Nikotinkuss leitet sie das Finale ein. Ich nehme nochmal einen großen Schluck vom dunklen Bier und bin begeistert von der Harmonie. Nun lasse ich die Gute mehr als weniger verharren und abkühlen, damit sie mich nicht mit Säure und Schärfe bestraft. Ich hatte das Baby bestimmt gute 2 Jahre im Humidor, was ich an der sanften Herangehensweise der Aromen mit Sicherheit als positiv beurteilen kann. Dies ist keine "everyday" Zigarre, sondern eine solide gerollte Zigarre, die ich nur zu besonderen Anlässen rauchen werde. Das ist die zweite ihrer Marke und ich bin in Zukunft gespannt, was aus dem Hause noch so leckeres auf dem Markt ist. Dies war mit Sicherheit nicht meine letzte Perdomo!

Ich bin nun seit einem gutem Jahr am Rum probieren und habe diverse Destillate durchprobiert. Kleiner Preis und wirklich teure Anschaffungen(>100€) und muss sagen, ich bin hier hängengeblieben. Das hier war mein erster Rum, empfohlen durch ein fachkundiges Magazin und will nichts anderes mehr trinken. Dieser Rum erinnert mich an Karibik, an Urlaub. An so, wie das Leben sein sollte. Ich habe schon ein Vermögen für exquisite Rumtastings ausgegeben, muss aber sagen, ich bleibe bei diesem! Ein exquisiter Geschmack und eine makellose Qualität, sowie ein fairer Preis lassen mich bei dieser Destille verharren. Wer etwas besseres probiert hat, soll mir bitte Kund geben. Ich bin definitiv überzeugt, dass dies der beste Rum ist, den ich bis jetzt in meinem Leben probiert habe. Bitte überzeugen Sie sich selbst!