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Kommentar: der letzte

Die Leute von Dan Tobacco beweisen mit diesem Torben Dansk Special Blending Tobacco Virginia Mysore 1.6 handwerkliches Können und ehrliches Bemühen um Qualität. Beim Öffnen des Aromabeutels empfängt mich ein dezentes Duftgemisch – wie feuchte Haine voll üppiger Bäume, an denen eine noch unbekannte Frucht reift. Ein wenig Feuchtigkeit ist vorhanden; das kurze Einreiben und Akklimatisieren fühlt sich nicht wie Buße an, sondern wie Vorbereitung. Ob er sich gut in einer Zigarette machen würde? Ich werde es nie erfahren – ich vape längst ausschließlich. Bei mittlerer Füllung und einer vierminütigen Aufheizphase bis 180 °C zeigt sich die Virginia wieder fröhlich im inneren Auge: fruchtig, ja – doch nicht kindlich, sondern gereift durch malzige Tiefe und leicht angeröstete Ränder. Sie tritt selbstbewusst auf, ohne zu protzen, und weiß um ihre Qualität. Fazit: In dieser Preisklasse wäre sie vielleicht sogar meine erste Wahl, wenn ich auf eine einzige Sorte beschränkt wäre. Keine erkennbaren Schwächen, kein 'blechmund' – auch beim wiederholten Verdampfen.

Vielleicht erkennt ein erfahrener Pfeifenraucher darin verborgene Qualitäten; vielleicht suchen andere Kunden unter dem Begriff „Zigarrentabak“ genau das, was hier geboten wird – ich jedenfalls nicht. Es folgt meine subjektive Einschätzung als Pfeifentabak-Vaper: Mittel- bis dunkelbraune, fein geschnittene Blätter, dicht verpackt in einem wiederverschließbaren Beutel. Beim Öffnen entweichen zarte Noten von Ammoniak und Urin – danach bleibt nur staubige Wüste. In meinem Standard-Vape-Verfahren lasse ich das Produkt steigenden Verdampfungstemperaturen (170 °C bis 220 °C) durchlaufen, um zu prüfen, in welchen Temperaturbereichen welche Aromen hervortreten. Bei diesem Tabak zeigt sich kein aromatischer „Sweet Spot“: keine malzige Brot-Note, keine Fruchtigkeit, keine Tiefe. Er bleibt flach und unentwickelt – erinnert eher an selbst getrocknete Blätter aus der Pappschachtel im Kleiderschrank als an eine ausgereifte Mischung. Trotz NICaragua als Herkunftsland ist hier nichts Ungewöhnliches am Nikotingehalt festzustellen. „Nixaroma“ trifft es eher, für mich. [Nachtrag] Aber schlecht schmecken tut's nicht!

Ein mittel-kräftiger Cavendish: dunkel, solide und unaufdringlich im ersten Eindruck. Beim Öffnen der Tüte zeigt er sich als grob geschnittene, leicht trockene Flake-Streifen – rustikal, aber vielversprechend. Der Kaltduft ist dezent, fast schlicht. Doch sobald der Tabak bei moderaten Temperaturen (200–210 °C) erhitzt wird, entfaltet er ein überraschend komplexes Aroma: dominierend sind würzige Noten getrockneter Pflaumen, umhüllt von einer samtigen Schokoladennote. Als Beimischung gut verwendbar: Er verleiht meine Süße Virignia Rundung, ohne andere Komponenten zu überdecken. Ein ehrlicher und unbefleckter Cavendish und für den Preis, gut.

Pure Kentucky ist ein Meisterwerk in Sachen Röstintensität und präsentiert sich als fein geschnittener Shag. Sein Geschmacksprofil ist eine Symphonie aus tiefen, gerösteten Noten, [Mein versuch sie näher zu beschreiben ist gescheitert]. Eine aufdringliche Süße ist jedenfalls nicht voranden.. Klarheit. Bestimmtheit. Einen Kontrapunkt zu zuckrigen Mischungen. Puristen werden seine Stärke zu schätzen wissen: robust und doch ausgewogen, besonders in Kombination mit Latakia oder Perique, wo er sich zu einer wahrhaft abenteuerlichen Tiefe entfaltet. Ein Tabak, der nicht darum bittet, gemocht zu werden – sondern Ehrfurcht verdient. Wird wieder bestellt.

Ein zutiefst asketisches Angebot, Dark Moon präsentiert sich als grobkörnige, schmucklose Streifen, völlig entblößt jeglicher Duftnuance – ja, sie zeigt eine nahezu vollständige Abwesenheit olfaktorischer Charakterzüge, ohne auch nur den Hauch von Latakias Raucharoma, Virginias Süße oder Burleys Erdtiefe zu entwickeln. Sein Geschmacksprofil ist nicht so sehr neutral als vielmehr null: eine Leere, wo Komplexität sein sollte. Das Raucherlebnis ist physiologisch unhaltbar – rau, beißend und mit echtem Unwohlsein verbunden. Man könnte es wohlwollend als sensorisch karg, organoleptisch inert oder aromatisch entwertet bezeichnen – eine Tabaksorte, die bloße Gleichgültigkeit hinter sich lässt und ins Reich des Anti-Hedonistischen vordringt. *Der erste von zwanzig bestellten Online-Pipetabaken, der – widerwillig – in den Mülleimer wandern muss, allein schon wegen des guten Geldes, das verpufft ist.