Wer bei Zigarillos zuerst an Kuba, die Dominikanische Republik oder Spanien denkt, hat Indonesien oft nicht auf dem Zettel. Dabei ist das Land alles andere als eine Randnotiz: Mit 261.000 Tonnen Tabakblattproduktion im Jahr 2020 zählt der Inselstaat zu den Großerzeugern. Gleichzeitig ist Indonesien der weltweit größte Nelkenproduzent, und nach Angaben der Weltbank gehen rund 90 Prozent der jährlichen Nelkenernte an die heimische Tabakindustrie. Genau deshalb lohnt sich der Blick auf indonesische Zigarillos. Sie kommen nicht nur aus einem wichtigen Tabakland, sondern aus einer Tradition, in der Würze, Duft und Format oft anders gedacht werden als in klassischen Zigarrenländern.
Der Reiz liegt vor allem in der Bandbreite. Indonesische Zigarillos sind nicht automatisch Nelkenprodukte, aber die Nähe zu dieser Rauchkultur ist unverkennbar. Im Handel findet man sowohl reine 100%-Tabak-Formate als auch Linien, die bewusst mit Gewürznelken arbeiten. Dazu kommt die regionale Handschrift der verwendeten Blätter: Sumatra geht eher in Richtung natürlicher Süße und feiner Würze, Java gilt als mild-würzig und ausgewogen, Besuki wiederum als etwas erdiger und körperreicher.
Zigarillos aus Indonesien zeigen oft schneller Profil zeigen als viele glattere Alltagsformate. Je nach Mischung geht es in Richtung Holz, Toast, Röstaromen und trockene Würze oder eben in Richtung süßlich-würziger Nelkennote mit pfeffriger Kante. Gerade in kleineren Formaten funktioniert das gut, weil man nicht erst lange rauchen muss, bis etwas passiert.
La Capitana spielt eher die zigarillotypische Karte: eher trocken, toastig und klassisch. Surya Kretek hingegen ist deutlich näher am indonesischen Ursprung: Prägend ist der Nelkengeschmack, wie er in der einheimischen Rauchkultur verbreitet ist, würzig und duftig.