Tabak aus Afrika? Da fallen uns natürlich zuerst die begehrten Kamerun-Deckblätter als eine ganz besondere Spezialität ein. Doch sie sind nicht die einzigen. Auch in Mosambik wird angebaut, wenn auch in einem wesentlich kleineren Stil. Die einheimische Zigarrenindustrie ist in dem Land an der Ostküste Afrikas noch sehr klein, doch spannend. Werfen wir einen Blick auf das Braune Gold vom Schwarzen Kontinent.
Sie sind das Aushängeschild für afrikanische Tabake: die legendären Kamerun-Deckblätter. Der Tabakanbau in Kamerun und der Zentralafrikanischen Republik geht auf Sumatra-Saatgut zurück, das Anfang des 20. Jahrhunderts hierher gelangte. Untrennbar verknüpft sind Kamerun-Deckblätter mit dem Namen Meerapfel. Die große belgische Tabakdynastie übernimmt eine Schlüsselrolle im Handel mit diesem Blattgut.
Auch die Marke Bongani aus Maputo greift auf diese Deckblätter zurück. Kombiniert mit einheimischen Tabaken aus Mosambik und der Dominikanischen Republik ergibt sich so eine kulturelle Fusion zwischen der Neuen Welt und dem östlichen Afrika, wo die Menschheit ihre Wurzeln hat. Etwa ein Dutzend Mitarbeiter rollen in dieser nach eigenen Angaben ersten Premium-Manufaktur des Landes und sichern Mosambik so einen festen Eintrag in die Liste der Zigarrenländer. Auch wenn der Anbau an Zigarrentabak noch ein sehr kleines Geschäft ist, zeigt sich das Potential des Landes.
Was aber macht eigentlich die Kamerun-Deckblätter so begehrt? Sie gelten als dünn, empfindlich und in der Verarbeitung recht anspruchsvoll. Typisch ist ihre leicht raue, fein gekörnte Oberfläche, das sogenannte „Tooth“, das mit den eingelagerten Ölen des Blattes zusammenhängt. Geschmacklich stehen Kamerun-Deckblätter meist für eine feine Süße, würzige Noten, Zedernholz, Nuss, Kakao und gelegentlich auch florale Anklänge. Sie bringen in der Regel weniger Wucht als manche dunkleren Deckblätter, dafür aber viel Duft, Würze und eine oft sehr elegante Aromatik.
Für Zigarren aus Mosambik sind sie der ideale Partner. Sie bringen den typisch afrikanischen Geschmack mit in die Zigarre, so dass Bongani den Charakter des Heimatkontinents, ergänzt um die cremigen Noten der DomRep, zu einem ganz eigenen Smoke verbindet.