Wer seine Pfeife zündet, sucht mehr als Rauch. Er sucht Ruhe, Form, Gefühl. Genau hier setzt Antonio Lancellotti an, der in Süditalien aufwächst und mit künstlerischem Gespür Pfeifen erschafft, die Charakter zeigen und lange begleiten. Jede Arbeit entsteht in ruhiger Handarbeit, jede Linie folgt einer Idee, die aus Tradition und frischer Neugier entsteht. Das Ergebnis überzeugt Sammler ebenso wie Genießer, die eine hochwertige Freehand Pfeife aus Bruyère bevorzugen.
Herkunft und Geschichte
Antonio Lancellotti kommt 1992 in Oppido Lucano in der Region Basilikata zur Welt, wo er auch heute lebt und arbeitet. Seine erste Pfeife bekommt er mit achtzehn, und aus gelegentlichen Genussmomenten wird bald eine ernsthafte Leidenschaft, die ihn während der ruhigen Monate des Jahres 2020 in die Werkstatt führt. Dort beginnt er, aus Bruyère Formen zu schneiden, die sein Verständnis für Proportion und Fluss sichtbar machen. Schon früh entscheidet er sich, nur mit besten italienischen Hölzern und Ebonitmundstücken zu arbeiten, gelegentlich akzentuiert durch Ringe aus Horn oder Buchs, die den warmen Ton der Maserung unterstreichen.
Prägend für seinen Weg ist der Austausch mit namhaften Handwerkern. Besonders die Begegnung mit dem deutschen Pfeifenmacher Cornelius Mänz hinterlässt Spuren, denn dort lernt Lancellotti technische Präzision, klare Linienführung und kompromisslose Qualitätskontrolle. Diese Schule verbindet sich mit italienischem Formgefühl und führt zu einem Stil, der eigenständig wirkt und zugleich respektvoll an klassischen Pfeifenbau anknüpft. Zugleich pflegt Lancellotti den Kontakt zu italienischen Kollegen und zur Accademia della Pipa, einer Szene, in der Wissen geteilt und handwerkliche Exzellenz gefördert wird.
Neben der Werkbank bleibt Raum für Musik. Lancellotti spielt Bass, was man seinen Pfeifen ansieht, denn Rhythmus und Balance prägen ihre Silhouetten. Linien setzen ein, nehmen Fahrt auf und lösen sich in eleganten Übergängen, die den Blick führen und in der Hand sofort stimmig wirken.
Charakter und Geschmack
Wer eine Lancellotti-Pfeife raucht, erlebt eine fein austarierte Balance aus Zug, Kühlung und Aromenentfaltung. Die Bohrung sitzt genau, der Luftkanal verläuft sauber zur Kammer, und der Ebonitmundstück-Biss liegt weich auf den Zähnen. Lancellotti ist selbst Pfeifenraucher mit Vorliebe für Virginia Tabak, weshalb seine Formen oft breite Flake-Pfannen und mittlere Kammern zeigen, die süß-würzige Nuancen tragen und einen kühlen, gleichmäßigen Abbrand fördern. Der Zug bleibt offen, ohne unruhig zu werden, und das Mundstück führt den Rauch sanft an den Gaumen.
Seine Oberflächen reichen von seidigem Glattfinish mit leuchtender Maserung bis zu körniger Rustizierung, die Griffigkeit und optische Tiefe schafft. Messing- oder Naturmaterial-Ringe setzen Akzente und bringen eine dezente, handwerkliche Eleganz ins Spiel. So entsteht eine edle, aber nie aufdringliche Anmutung, die zum täglichen Begleiter taugt.
Produktvielfalt
Lancellotti fertigt bewusst in kleinen Stückzahlen. Rund sechzig bis siebzig Pfeifen pro Jahr verlassen seine Werkstatt, jede als Einzelstück mit eigener Nummer. Die Auswahl reicht von klassisch interpretierten Billiards und Bent-Formen bis zu ausdrucksstarken Freehand Designs wie Blowfish oder facettierten Sculptures, die das Spiel von Licht und Maserung betonen. Wer Formtreue schätzt, greift zu den sauber balancierten Half-Bents; wer das Einzigartige sucht, entdeckt expressive Freiformen mit dynamischem Holmverlauf.
Materialien: Bruyère aus italienischen Quellen, Ebonitmundstücke, Akzente in Horn oder Buchs, gelegentlich Army-Mount-Anmutungen mit Metallverstärkung für robuste Alltagstauglichkeit.
Finishes: Glatt mit kontrastreicher Flammung, tief rustiziert für taktile Präsenz, teils kombiniert als spannender Materialdialog.
Funktion: präzise Bohrung, sauberer Zug, angenehme Balance zwischen Kopfgewicht und Mundstück für entspanntes Rauchen über längere Zeiträume.
Für den deutschen Markt zeigt Cigarworld regelmäßig eine kuratierte Auswahl von Lancellotti Freehand Pfeifen. Dort finden sich charakterstarke Einzelstücke, die den Markenstil exemplarisch wiedergeben und in Preis und Form variieren. International führt Al Pascià in Mailand ausgewählte Modelle, häufig mit detaillierten Maßangaben und Fokus auf Unikate, die die Verbindung aus Tradition und zeitgenössischem Design eindrucksvoll demonstrieren. Beide Händler unterstreichen die Position des jungen Italieners im Premiumsegment.
Freehand Bent mit Army Mount
Besonders gefragt sind seine Freehand Bents mit Army Mount Detail, die Glattfinish und Kontrastkorn elegant ausspielen. Die verstärkte Steckverbindung sorgt für Alltagstauglichkeit, während die sanfte Krümmung den Zugfluss unterstützt. In der Hand wirkt diese Variante kompakt und griffig, am Mund ausgewogen und ruhig. Solche Modelle stehen exemplarisch für Lancellottis Anspruch, Formschönheit und Funktion ohne Kompromisse zusammenzuführen.
Fazit und Empfehlung
Antonio Lancellotti steht für moderne italienische Pfeifenkunst, die das Wesentliche respektiert und zugleich neue Wege sucht. Seine Pfeifen entstehen in sorgfältiger Handarbeit, sie verbinden klare Linien mit spürbarer Wärme, und sie bieten Rauchern von Virginia- und Flake-Tabaken die Bühne, die ihre Aromen verdienen. Die geringe Jahresmenge, die sichtbare Materialauswahl und die solide Verarbeitung machen jedes Stück zu einer lohnenden Investition für den Humidor und für den Alltag. Wer eine handgefertigte Freehand Pfeife kaufen möchte, die Authentizität, Präzision und Stil vereint, trifft mit Lancellotti eine hervorragende Wahl.