Semois – schon mal gehört? Semois ist eine Tabaksorte, so wie beispielsweise Perique oder Kentucky, aber auch ein Fluss, der in die Maas mündet. Dieser Fluss gibt außerdem einem Tal in den Ardennen seinen Namen. Dies alles hängt auch miteinander zusammen, dazu aber später mehr.
Semois Tabak: typischer Geschmack
Semois Tabak wird seit den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts in den nebligen Tälern im Ardennengebiet angebaut. Ursprünglich war er eine Burley Saat, die aus der „neuen Welt“ nach Belgien kam. Mittlerweile ist der Tabak natürlich so sehr an seine neue Heimat angepasst, dass er kaum noch etwas mit seinen amerikanischen Urvätern gemeinsam hat.
Anfang der 1900er Jahre erfuhr dieser überaus würzige, kräftige und in der Regel pur gerauchte Tabak eine ungeahnte Popularität in den französischsprachigen Gebieten. Man importierte ihn sogar in die französischen Kolonien. Der Semois war es, der den französischen Tabakgeschmack nachhaltig prägte.
Manil: Bewahrer einer Tabakkultur
Leider fügten der Zigarettenboom und importierte Tabake dieser Tabakkultur nachhaltigen Schaden zu, sodass fast alle Semois-Tabakbauern wieder auf andere Gewächse auswichen und in der Lebensmittelproduktion ihr Glück suchten. Nur eine Handvoll überlebte. Doch 1989 machten sich Vincent Manil und seine Frau Gaetane daran, diese Tradition zu bewahren und das Bewusstsein für diese Kulturpflanze in ihrer Region wachzurufen. Dabei waren beide Autodidakten, die alles neu erlernen mussten.
Die Tabake wurden ihnen von den verbliebenen Tabakbauern geliefert und dann im „Atelier-Musée du Tabac“ auf antiken Maschinen geschnitten, getrocknet und weiterverarbeitet. Die Mischungen bestehen immer und ausschließlich aus reinem Semois-Tabak, der sich nur in den unterschiedlichen Schnittarten voneinander unterscheidet. Er wird verpackt in traditionellen „Tabakziegeln“, die in goldfarbene Folie gehüllt sind, immer zu je 90 Gramm – so, wie es schon immer üblich war. Moderne Pfeifenraucher finden dies sicher ungewöhnlich, denn eigentlich haben sich international 50- oder 100-Gramm-Einheiten in Dosen oder Pouches durchgesetzt.
Von New York in die Welt
Deutsche Pfeifenraucher wurden auf diese Tabake eigentlich erst aufmerksam, weil dieser bei großen amerikanischen Fachhändlern angeboten wurde. Einige bestellten ihn auch dort. So manches Päckchen Tabak machte also eine echte Weltreise. Semois ist in den USA deutlich bekannter, da ein bekannter Journalist vor einigen Jahren einen großen Artikel über Semois und Vincent Manil in der „New York Times“ veröffentlichte. Das Echo war riesig, und „Tabak-Päpste“ wie Gregory Pease von G.L.Pease überschlugen sich mit Lobeshymnen. Resultat war ein regelrechter „Tabak-Tourismus“ aus aller Welt in den kleinen Ort Corbion, dort, wo der Semois hergestellt wird.
Manil Semois Tabak Endlich in Deutschland
Wir von Tabac Benden fanden den Umstand etwas merkwürdig, dass deutsche Tabakgenießer Semois in den USA bestellen müssen, um in den Genuss von etwas zu kommen, was fast vor der eigenen Haustüre angebaut wird.
So traten wir in Kontakt mit Vincent Manil, und nach zahllosen bürokratischen Hürden können wir Ihnen diese feinen Spezialitäten nun als Alleinimporteur in Deutschland anbieten. Wir freuen uns, dass wir so ein Stück europäische Tabaktradition fördern und das Pfeifentabak-Angebot um diese überaus erdig-kräftigen Sorten ergänzen können. Viel Spaß beim Probieren!