Nording Pfeifen

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Seine Wurzeln

Erik Nørding kommt zum Pfeifenbauen wie die sprichwörtliche Jungfrau zum Kind. Denn eigentlich ist er gelernter Schlosser und Metallbauingenieur. Seine Eltern betreiben eine Fabrik, die Klingen herstellt. Und wenn das Leben immer planbar wäre, würde er vielleicht heute noch eine Klingenfabrik leiten. Aber die Wege des Lebens verlaufen nicht gerade, und erst recht nicht bei Erik Nørding.
 
Denn auf ein Mal muss er ein gehöriges Maß an Verantwortung übernehmen: Als Erik 16 Jahre alt ist, stirbt sein Vater. Seine Mutter überzeugt ihn davon, dass es wichtig ist, ein Ingenieursstudium zu beginnen, um im Betrieb Führungsaufgaben zu übernehmen. Für Erik ist der Verlust seines Vater ein einschneidendes Ereignis. Von ihm hat er das Pfeiferauchen gelernt. Sein Vater hat ihm vermittelt, dass die Pfeife viel mehr als ein auf den Konsum ausgerichtetes Instrument ist. Vielmehr ein "Entspannungswerkzeug".
 
Als er das Studium beendet, verliert Erik das Interesse am elterlichen Betrieb. Und Schuld hat das Pfeifenbauen.
 

Die Kooperation 

Während seines Studium sammelt Erik Erfahrung mit dem Pfeifenrauchen und er besucht häufig einen der zahlreichen Pfeifenläden in Kopenhagen. Hier arbeitet Soren Skovbo als Pfeifenreparateur und er hat den festen Vorsatz, sich mit einer eigenen Pfeifenbau-Werkstatt selbständig zu machen. Soren weiß, dass Erik Schlosser und Ingenieur ist, und schlägt ihm vor, er solle für ihn eine Maschine bauen, auf der man Pfeifen produzieren könne. Erik sagt ihm, er könne alles Mögliche für ihn bauen, nur verfüge er über kein Geld dafür.
 
Also leiht sich Erik eine kleine Summe und baut aus alten Maschinenteilen und kaputten Baugruppen eine Poliermaschine, einen Schleifer und eine Drehmaschine. Nachdem die Arbeit erledigt ist, kommt Soren vorbei und ist von der Funktionstüchtigkeit der Maschine begeistert. Es gibt nur einen Haken: Soren Skovbo hat kein Geld, um ihn zu bezahlen. Erik ist einigermaßen verblüfft über so viel Dreistigkeit, aber die beiden einigen sich darauf, zukünftig zusammenzuarbeiten und Pfeifen mit dieser Maschine herzustellen.
 
Er ist nun also - ohne es zu wollen - in das Pfeifenbusiness eingestiegen. Pfeifen dieser Kooperation tragen den Markennamen "SON", und anfangs spielen klassische Shapes mit englischer Anlehnung die Hauptrolle. Das Geld für das Holz müssen sich die beiden noch leihen, aber nach und nach finden sie mehr Abnehmer für Ihre Pfeifen.
 

Anfänge im Geschäft 

Leider kommt kurz danach der Bruch zwischen den beiden ungleichen Geschäftspartnern. Soren Skovbo ist nicht der Meinung, dass Erik Nørding genug Talent für den Pfeifenbau hat, und verlässt die Kooperation. Fortan fertigt Erik allein Pfeifen unter dem Markennamen "SON". Aber so richtig will sein Geschäft nicht aufblühen, deshalb fragt er in den Pfeifengeschäften in Kopenhagen nach Aufträgen. In einem Geschäft wurde er "fündig". Allerdings hat sein Kunde besondere Vorstellungen: Die Pfeifen sollen ungewöhnlich groß sein - so groß, wie sie sonst kein anderer Pfeifenbauer macht. Erik kann das und hat fortan einen treuen Abnehmer für seine ungewöhnlich großen Pfeifen.
 

Nørding Pfeifen 

Mitte der 60er Jahre ändert er sein Label von "SON" zu "Nørding" - und typische dänische Freehands erlangen immer mehr Popularität. Ihm kommt das sehr entgegen, denn diese „Freeforms“ sind deutlich schneller herzustellen als klassische Shapes. Aber das Holz darf nur bestes Plateau sein. Diese Pfeifen sind ein unglaublicher Verkaufsschlager. Er und seine mittlerweile sechs Mitarbeiter fertigten Tausende dieser Pfeifen.
 

Gegenwart 

Heutzutage sind die Freehands der Hauptteil des Sortiments von Erik Nørding. Und auch heute noch ist seine Werkstätte eher eine Kooperation verschiedener Pfeifenmacher als der einsame Rückzugsort eines allein schaffenden Künstlers. Sein Sohn Knud und sein Enkel Victor sind ebenfalls ins Unternehmen eingetreten und helfen an allen "Fronten" mit.
 
Was Nørding vor allem von anderen Pfeifenmachern unterscheidet, ist sein Verkaufs- und Marketingtalent. Es wird kaum einen Pfeifenraucher geben, der bisher nicht von Nørding gehört hat. Vor allem in den USA haben seine Pfeifen eine große Anhängerschaft, aber auch zusehends mehr in Deutschland. Dank einer eigenen Vertriebsorganisation sind seine Pfeifen wieder regelmäßig im deutschen Fachhandel anzutreffen.