Nostrano del Brenta – Zigarren

Nostrano del Brenta steht für handgerollte Zigarren aus Italien, die mit eigenständigem Charakter überraschen. Anders als klassische Toscano-Zigarren bestehen sie aus luftgetrocknetem Tabak aus Venetien statt aus feuergetrocknetem Kentucky. Entdecken Sie die traditionsreiche Zigarrenmarke, ihre ungewöhnliche Geschichte und die aromatische Vielfalt ihrer Formate. Weiterlesen

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Nostrano del Brenta – Zigarren

Eine italienische Zigarre, die aussieht wie eine Toscano, aber in Sachen Geschmack eigene Wege geht? Willkommen bei Nostrano del Brenta! Hinter der Marke aus Venetien steckt eine Geschichte voller entschlossener Tabakbauern, gängelnden Behörden und einer ziemlich hartnäckigen Schmuggeltradition. Und das alles lange bevor jemand auf die Idee kommt, eine Zigarre aus Italien könne nur nach Kentucky-Tabak schmecken. Die Antico Sigaro Nostrano del Brenta 1763 steht für handgerollte Zigarren aus einem Tabak, den es in dieser Form nur hier gibt.

Nostrano del Brenta Zigarren aus dem Brentatal

Die Geschichte beginnt im Brentatal bei Bassano del Grappa. Der Legende nach bringt ein Benediktinermönch im 16. Jahrhundert Tabaksamen aus Amerika mit, gut versteckt in seinem Wanderstab. Was an dieser Geschichte wahr ist, lassen wir offen. Belegt ist hingegen der frühe Tabakanbau rund um das Kloster Campese.

Tabakanbau in Venetien seit dem Jahr 1763

Aus amerikanischem Saatgut entwickelt sich über Jahrhunderte eine an Böden und Klima Venetiens angepasste Sorte: Nostrano del Brenta. Für viele Familien ist Tabak die Lebensgrundlage. Venedig sieht darin allerdings auch eine Steuerquelle. Anfang des 18. Jahrhunderts untersagt die Republik den freien Anbau; 1763 erhalten die Gemeinden entlang der Brenta endlich offizielle Anbaurechte. Daher die Jahreszahl im vollständigen Markennamen. Auch von Einschränkungen aus späteren Zeiten lassen sich die Bauern nicht abschrecken: Wo Verbote gelten, finden die Zigarren eben auf inoffiziellen Wegen ihre Abnehmer. Bis heute bewahrt Nostrano del Brenta die regionale Tradition und produziert seit den 2010er Jahren wieder eigene Zigarren in Campese.

Nostrano del Brenta und Toscano im Vergleich

Der offensichtlichste Vergleich ist Toscano: Beide besitzen häufig die typische, zur Mitte hin breitere Form. Doch unter dem Deckblatt trennen sich ihre Wege. Während Toscano traditionell auf Kentucky-Tabak setzt, der über Holzfeuer getrocknet wird, verwendet Nostrano del Brenta eine Sorte mit historischen Wurzeln im karibischen Tabak. Ihre Blätter trocknen schonend an der Luft.

Handgerollte Zigarren und ihre aufwendige Herstellung

Die Arbeit beginnt auf den Feldern Venetiens, wo die Blätter einzeln geerntet und in Trockenschuppen aufgehängt werden. Es folgen Sortierung, mehrere Fermentationsschritte und oft jahrelange Reifung. In Campese formen erfahrene Zigarrenrollerinnen aus Einlage und Umblatt zunächst die sogenannte Pupa. Erst nach einer Ruhephase erhält sie ihr Deckblatt. Ohne Pressformen behalten die Zigarren ihren rustikalen Charakter. Handgerollt bedeutet hier nicht automatisch Longfiller. Viele klassische Nostrano-Formate entstehen mit zerkleinerten Einlagetabaken, aber mit von Hand verarbeitetem Um- und Deckblatt.

Nostrano del Brenta Zigarren: Aromen und Stärke

Geschmacklich zeigt sich die Marke vielschichtiger, als ihre rustikale Erscheinung vermuten lässt. Je nach Mischung stehen Mandeln und Haselnüsse, getrocknetes Gras, Holz oder Leder im Vordergrund. Hinzu kommen bisweilen florale, balsamische und leicht würzige Töne. Manche Formate bleiben ausgesprochen zugänglich, andere entwickeln eine stattliche Intensität. Die mittelkräftige Il Ducale zeigt beispielsweise eine ausgeprägte Haselnussnote, während die kräftigere Benedettino Special Selection getrocknete Früchte mit Kaffee- und balsamischen Noten verbindet. Wer bloß nach dem äußeren Erscheinungsbild urteilt, verpasst also die eigentliche Überraschung.

Italienische Zigarren mit eigenständigem Tabakcharakter

Nostrano del Brenta ist weder eine Toscano-Kopie noch eine karibische Zigarre mit italienischem Pass. Die Marke verbindet einen eigenständigen Tabak, viel Handarbeit und eine Geschichte, in der landwirtschaftlicher Eigensinn beinahe zur Familientradition gehört.

Zigarren halbieren und richtig im Humidor lagern

Übrigens: Die langen, beidseitig verjüngten Formate lassen sich nach italienischer Art in der Mitte teilen und als zwei kürzere Zigarren rauchen. Die kleinen Varianten wie die Casanova brauchen diesen Schnitt nicht. Zur Aufbewahrung empfiehlt sich ein Humidor mit etwa 65 bis 70 Prozent relativer Luftfeuchte. Denn selbst eine Zigarre mit mehreren Jahrhunderten Geschichte nimmt es übel, wenn sie auf dem Schreibtisch austrocknet.

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