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Serienpfeifen finden Sie bei allen namhaften Anbietern, ob Vauen oder Savinelli, Stanwell oder Peterson, und auch Dunhill hat sie im Sortiment. Aber was genau macht eine Serienpfeife denn eigentlich aus? Während Freehands stets Einzelstücke sind, handelt es sich bei Serienpfeifen um genau das Gegenteil: Baugleiche Modelle, die dank Automatisierung in beliebiger Stückzahl hergestellt werden. Diese Definition stimmt grob, jedoch nicht zu 100 Prozent. Und in keinem Fall sollte man Serienpfeifen mit industrieller Billigware verwechseln, ganz im Gegenteil. Schließlich ist auch der 911er Porsche ein Serienprodukt, Qualität und Kultfaktor inbegriffen.
Anders als beim Autobau entstehen Pfeifen allerdings nicht am Fließband. Und auch die Rohmaterialien sind andere. Während die Rohstoffe in der Fahrzeugindustrie –Blech, Stahl, Glas, Kunststoffe – in baugleicher Form vorgefertigt werden, bestehen Pfeifen aus natürlichen Materialien, meist Bruyèreholz, manchmal auch Meerschaum oder Mais. Und diese natürlichen Materialien sind stets individuell, keine Holzkantel ist jemals identisch mit einer anderen. Allein deswegen kann es auch keine völlig baugleichen Pfeifen geben, sondern immer nur gleich gearbeitete Exemplare eines Modells.
Der größte Unterschied zu Freehands ist also die angesprochene Automatisierung. Maschinen kommen vor allem bei der Herstellung der Pfeifenköpfe zum Einsatz. Digital gesteuerte Kopierfräsen oder auch hochmoderne CNC-Fräsen können dasselbe Ergebnis so oft wie möglich wiederholen. Dabei arbeitet die Technik inzwischen mit einer Präzision, die menschlich kaum zu erreichen wäre. Bei hochwertigen Herstellern fallen Fertigungstoleranzen daher nicht mehr ins Gewicht. Sie sind, wenn überhaupt vorhanden, nicht mehr auf die Bearbeitung, sondern auf den Rohstoff Holz zurückzuführen.
Deshalb kommt eine Serienpfeife jedoch noch lange nicht ohne menschliches Zutun aus. Eine Apparatur, in die Sie oben eine Holzkantel hineinwerfen und unten eine fertige Pfeife entnehmen, ist noch nicht erfunden – Ideen nehmen wir aber gerne entgegen… Zunächst einmal müssen natürlich Menschen über das Design, etwa über Shape oder Farbe des jeweiligen Modells entscheiden. Haben sie dies einmal entworfen und den Pfeifenkopf mit maschineller Unterstützung ausgefräst, muss das Finish entsprechend bearbeitet werden. Hier sind viele Arbeitsschritte in Handarbeit vonnöten, ebenso wie beim Bohren und Anpassen des Holms.
Bei den Mundstücken kommen wieder Maschinen zum Einsatz, denn sie lassen sich maschinell vorfertigen. Manche Pfeifenfirmen haben diesen Teilbereich sogar ausgelagert und beziehen ihre Mundstücke von spezialisierten Zulieferern. Auch das ist kein Qualitätsmangel oder ähnliches. Um noch einmal den Vergleich zur Automobilbranche zu ziehen: Hier werden ebenfalls bestimmte Einzelkomponenten von anderen Firmen gebaut und erst im Werk des Herstellers endmontiert.
Es gibt sogar nicht nur Zulieferer für Mundstücke, sondern auch solche für die Verzierungen. Vielleicht haben Sie sich schon einmal die Frage gestellt, warum bei verschiedenen Herstellern ein ähnlicher Stil vorherrscht. In Italien gibt es ein Unternehmen, das Pfeifenringe und Dekorationen für andere Anbieter fertigt. Manche Manufakturen lassen es sich jedoch nicht nehmen, bei den Applikationen selbst Hand anzulegen. Und diesen Prozess, der filigrane Fingerfertigkeit und eine große Liebe zum Detail erfordert, können Maschinen gar nicht übernehmen.
Für Serienpfeifen greift man also auf automatische Arbeitsschritte, insbesondere bei der Holzbearbeitung, zurück. Das sollte aber keineswegs zur Annahme verleiten, dass es sich um eine rein maschinelle Fertigung handeln würde. Zwar gibt es mehrere Exemplare eines Modells – und doch ist jedes einzelne ein Stück weit individuell. Unterschiede in der Rohholzqualität und zahlreiche manuelle Fertigungsschritte sorgen dafür, dass jede Pfeife einmalig ist.