Wer Pyrat einschenkt, holt sich einen Rum ins Glas, der wie ein warmes Karibiklicht schimmert und dabei bewusst mit der Erwartung spielt, dass Rum immer wild und kantig sein muss. Genau diese elegante Eigenwilligkeit macht den Reiz aus.
Herkunft und Geschichte
Pyrat verortet seine Identität auf Anguilla, einer kleinen Insel, die in der Rumwelt oft leise klingt und gerade deshalb neugierig macht. In den 1990er Jahren entsteht aus dem Umfeld der Planters Tradition und der Idee, ausgewählte karibische Destillate als Blend neu zu denken, ein Premium-Projekt, das zunächst unter dem Namen Planters Gold bekannt ist und 1997 als Pyrat in die Welt geht. Hinter der Marke steht Patrón Spirits International. Die Firma ist eine Tochter von Bacardi und führt Pyrat in einem Portfolio, das konsequent auf hochwertige Spirituosen setzt.
Charakter und Geschmack
Pyrat XO Reserve zeigt sich als bernsteinfarbener Rum Blend, der auf geschmeidige Fülle setzt und dennoch klar strukturiert bleibt. In der Nase treten getrocknete Aprikose, Vanille und Karamell nach vorn, dazu kommen Honig, ein Hauch Zimt und vor allem eine markante Orangenschalen-Note, die das Profil unverwechselbar macht. Am Gaumen wirkt er sanft, fast süß und angenehm rund, wodurch er sich sowohl als Digestif als auch als Rum für ruhige Abende mit Zigarre anbietet.
Die Reife ist ein zentrales Thema, denn Pyrat XO Reserve vereint karibische Rums, die bis zu 16 Jahre in Eichenfässern lagern, bevor sie in Balance gebracht werden. Dadurch entsteht Tiefe, ohne dass Holz alles überdeckt.
Fazit und Empfehlung
Pyrat ist die richtige Wahl, wenn du einen charakterstarken, aber bewusst zugänglichen XO Rum bevorzugst, der nicht über Schärfe definiert ist, sondern über Duft, Rundheit und einen langen, aromatischen Nachhall. Unser Tipp: pur in Ruhe genießen, gern mit einem kleinen Glas Wasser daneben, damit die Aprikose, die Gewürze und die Orangenschale Schritt für Schritt aufgehen.