Windspiel ist eine dieser Marken, bei denen schon die Herkunft verrät, dass gewöhnliche Lösungen eher nicht auf dem Programm stehen. Die Manufaktur wurde 2014 von Sandra Wimmeler und Denis Lönnendonker in der Vulkaneifel gegründet. Am Anfang stand die alles andere als gewöhnliche Idee, Spirits erstklassiger Qualität auf Basis von Kartoffeln zu destillieren.
Inzwischen hat die Destillerie aus Rheinland-Pfalz ein nettes Sortiment mit entsprechenden Getränken zusammengestellt. Windspiel verweist auf Friedrich den Großen, der eng mit der Verbreitung der Kartoffel in Preußen verbunden wird und zugleich eine Vorliebe für Windhunde hatte. Das hätte sich der Alte Fritz wahrscheinlich nicht träumen lassen, dass sein Kartoffelbefehl 250 Jahre später mal Anlass für Spirituosen ist.
Zum Sortiment gehört auch ein Rum. Der Windspiel PX Cask stammt nicht aus Kartoffeln, sondern aus Panama. Im tropischen Klima reift er durchschnittlich sieben Jahre in ehemaligen Bourbon-Eichenfässern. Anschließend erhält die Spirituose in der Vulkaneifel ein mehrmonatiges Finish in frisch entleerten Fässern, die zuvor Pedro-Ximénez-Sherry enthielten. Reifung ergänzt die Frucht- und Holznoten des Bourbonfasses um Trockenfrüchte, weiche Süße und den üppigen Charakter des PX Sherrys. Rosinen, Datteln, Kakao, Vanille und dunkle Schokolade gehören zu den naheliegenden Eindrücken. Trotz dieser dessertnahen Aromatik wird kein Zucker zugesetzt, auch auf Farbstoff verzichtet Windspiel. Wer kräftige, trockene Rums bevorzugt, sollte sich auf eine deutlich fruchtigere und weichere Stilistik einstellen. Freunde von Sherryfass-Reifungen und samtigen Texturen finden dagegen einen spannenden Brückenschlag zwischen Panama und der Eifel. Windspiel ist damit eine Marke für Menschen, die saubere Handwerksarbeit schätzen, aber keinen musealen Ernst im Glas benötigen.
Zudem unterstützt Windspiel die Initiative „1% for the Ocean“. Drinks for Ocean spendet ein Prozent seines Umsatzes an Pro Ocean. Die Organisation setzt sich gegen die Verschmutzung von Meeren und Küsten ein und verbindet Aufklärung und Prävention mit konkreten Maßnahmen. Jeder Auftrag trägt damit zur Finanzierung des Ozeanschutzes bei. Das rettet mit einem Glas noch nicht den Atlantik, macht aus Genuss aber einen kleinen Beitrag mit nachvollziehbarer Richtung.