Hoyo de Monterrey

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Ein junger Spanier

Es ist die ganz klassische Heldengeschichte, wie sie häufig geträumt – und in einigen wenigen Fällen auch wahr wird: Don José Gener y Batet macht sich mit gerade einmal 13 Jahren auf in die Neue Welt, um dort ein erfolgreicher Mann zu werden. Die Angaben über ihn variieren. Mal ist er der Spross einer katalanischen Adelsfamilie, mal heißt es, er habe nicht einmal lesen und schreiben gekonnt.

Wir werden es an dieser Stelle nicht klären können, und – ehrlich gesagt – haben wir auch besseres zu tun, denn spannend wird die Geschichte für uns erst, als Don José seinen Fuß auf kubanischen Boden setzt. Das ist 1831, damals lebt in Weimar noch der greise Goethe und Texas ist ein Teil von Mexiko. Beides sollte sich jedoch in näherer Zukunft ändern. Und Don José? Der findet sein erstes Auskommen auf der Tabakplantage seines Onkels.

Hoyo de Monterrey

Offenbar macht er sich gut, jedenfalls bekommt er vom Onkel Geld für eine eigene Tabakfabrik. Und diese Chance lässt sich José nicht entgehen: 1850 eröffnet er eine Manufaktur in Havanna, mit La Escepción präsentiert er eine eigene Marke. Das Projekt gelingt, und José, der in der Branche Fuß gefasst hat, kauft sich eine der Plantagen, auf denen der beste Tabak des Landes angebaut wird. Hier lässt sich noch heute Geschichte atmen, wenn man das mächtige Eisentor mit der Aufschrift „Hoyo de Monterrey – José Gener 1860“ passiert.

Die Nummer wird ein Welterfolg, dessen Name Aficionados rund um den Globus mit erstklassigen Zigarren verbinden. José ist ein gemachter Mann, über dreihundert Arbeiter schaffen für ihn, als er hochbetagt in die spanische Heimat zurückkehrt. Die Geschäfte übernimmt seine Tochter, das 20. Jahrhundert bricht an – und mit ihm eine unstete Zeit.

Bewegte Jahre

Auf den Rausch der Pionierjahre folgt spätestens in den 1920ern der Kater einer allgemeinen Wirtschaftskrise. Die Familie Gener versucht, sich neu zu orientieren, und macht vermehrt in Zuckerrohr. Neuer Eigentümer der Hoyo wird die Firma Fernández Palacio y Ca., zu der auch die Marken Punch und Belinda gehören.

Die Tradition des Hauses reißt auch nicht ab, als während der kubanischen Revolution das Land vor tiefgreifenden Umbrüchen steht. Im Gegenteil, nach wie vor ist die Hoyo einer der Exportschlager der Karibikinsel, ein Zwanzigstel der Zigarrenausfuhr entfällt auf sie.

Vollendete Harmonie

Was die Hoyos so unverwechselbar macht, ist ihre Milde. Was keineswegs heißen soll, dass sie ein belangloser Smoke wären, denn ihr Blend ist eben typisch Kuba: hochkomplex und von jener ungeheuren Tiefe, dem ihre Heimat den legendären Ruf als Mutterland aller Zigarren verdankt. Holzige Aromen lassen sich ebenso vernehmen wie eine cremige Süße. Beides in Verbindung ergibt einen unverwechselbaren Geschmack, den eine treue Anhängerschaft in aller Welt zu schätzen weiß.

Neben den regulären Formaten produziert die Hoyo wie alle kubanischen Premium-Marken immer wieder limitierte Zigarren, die heiß begehrt sind. Und wie bei den übrigen Kubanerinnen auch, sind die Tabake der Limitadas mindestens zwei Jahre gereift. Die Folge: ein noch feineres Aroma – Zigarren von vollendeter Harmonie.