Dictador Zigarren

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Am Anfang war der Rum

Eigentlich ist Dictador ein Rum aus Kolumbien. Er blickt auf eine lange Tradition zurück, die schon im Jahr 1913 begann. Doch die passenden Zigarren dazu gibt es erst seit 2015. Damals wurden sie auf der IPCPR in New Orleans von keinem Geringeren als Abe Flores vorgestellt. Dass er sein Handwerk ausgezeichnet versteht, hat er bereits mit seinem eigenen Label, PDR Cigars unter Beweis gestellt. Seine Tabacalera im dominikanischen Tamboril, der „Welthauptstadt der Zigarren“, rollt aber auch für andere, alles andere als unbekannte Marken wie GurkhaFlores y RodriguezKristoff und La Palina.

Warum Dictador?

Der Name Dictador mag für deutsche Ohren ein wenig martialisch klingen, zumal nicht wenige Länder in Lateinamerika Erfahrung mit einem Gewaltherrscher haben. Aber natürlich ist der Markenname keine politische Aussage. Dictador bezieht sich auf einen prominenten Vorfahren des Markengründers: Im 18. Jahrhundert wurde der Spanier Severo Arango y Ferro von der Krone in Madrid nach Kolumbien geschickt, um die Steuererhebung in der spanischen Provinz zu verbessern. Das hieß in diesem Fall wohl soviel wie: mehr Geld für den König.

Finanzbeamter und Rumliebhaber

Man sagt Severo nach, dass er seinem Job mit großem Eifer nachging. In Spanien wird man sich gefreut haben, in Kolumbien machte er sich nicht so viele Freunde, erhielt dafür jedoch den schönen Beinamen „El Dictador“. Der Finanzbeamte hatte allerdings neben der Steuer noch eine zweite Leidenschaft, und das war der Rum. Ob er nach dem ein oder anderen Glas vielleicht ein wenig nachgiebiger in Sachen Formulare und Anlagen zum Nachreichen war, ist nicht überliefert. Fest steht jedoch, dass Severo irgendwann einen regen Handel mit Spirituosen betrieb.

Knapp zwei Jahrhunderte nach Severos Wirken in Kolumbien gründete einer seiner Nachfahren in der Hafenstadt Cartagena die Destilería Columbiana. Die Liebe zum Rum liegt offenbar in den Genen. Als er einen Namen für sein Produkt suchte, besann er sich auf seinen berühmten Vorfahren – geboren war Dictador.

J. Nelson 1974

Die Serie J. Nelson 1974 entlehnt ihren Namen nicht bei irgendwelche Vorfahren, sondern bei einem Zeitgenossen, nämlich dem International Sales Manager der Marke, Jason Nelson, Jahrgang 74. Wie er zu der Ehre kam, dass man ihm eine eigene Linie widmete, wissen wir nicht, wohl aber, dass die Zigarre speziell als Begleiterin für einen Rum geblendet wurde. Ihr Wickel besteht aus kolumbianischen und dominikanischen Tabaken, ummantelt von einem San Andrés Deckblatt aus Mexiko.

Rum

Abschließend müssen wir natürlich noch ein Wort über den vorzüglichen Rum verlieren. Kolumbien ist wahrscheinlich nicht das allererste Land, das uns einfällt, wenn wir an Rum denken. Doch das völlig zu Unrecht! Der Dictador-Rum, weich aber durchaus voller Kraft, bietet sich hervorragend an als Einstieg in die Welt der kolumbianischen Destillate. Dabei erfreut uns Aficionados nicht nur, dass die Brenner von vornherein an ein Pairing gedacht haben, sondern auch, dass der Rum im aufwendigen Solera-Verfahren hergestellt wurde. Es trägt zur ganz besonderen Milde und Tiefe des Getränks bei.