×
Seit dem 01.07.2020 haben wir die Mehrwertsteuer für alle Produkte, die keiner Preisbindung unterliegen (z.B. Humidor, Pfeifen, Feuerzeuge, usw.), gesenkt

Erstellen Sie einen Personal Humidor und behalten Sie die Übersicht über Ihre bereits gerauchten Zigarren und Tabake!

Neuen Personal Humidor anlegen

Humidor Senoritas Kistchen

316 Einträge
Kommentar: Kleines feines Rauchvergnügen

In Humidor suchen
Produkt Preis/Leistung Qualität Stärke Datum Meinung ein-/ausblenden

Padron 1964 Anniversario Principe Maduro

Länge: 11.43Durchmesser: 1.83 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Eine der stärksten Zigarren, die ich je geraucht habe. Hervorragend verarbeitet, makelloses Maduro-Deckblatt mit eher herber Süße in der Nase, sehr gut gerollt und gefüllt. Mit V-Cut geöffnet und angefeuert, startet die 1964er Padron sofort mit einem heftigen Pfeffer- und Leder-Boost, starker Auftakt, der einen mit jedem Zug vorsichtiger ziehen lässt. Eine kräftige Zigarre. Ein gutes Essen vorher ist empfehlenswert, denn die Stärke bleibt im Verlauf erhalten, wenn auch der Pfeffer mal von Beerenobst, Süße und etwas Gras gemildert wird. Mit ihrer enormen Rauchentwicklung ist die Padron kein Leisetreter, und auch im Raumduft eher herausfordernd. Am besten fand ich den Mittelteil, der mit herber Schokolade, Kakaonoten und schwarzem Kaffee sozusagen die Herrentorte an den Gaumen bringt. Schöne, feststehende Asche, die weich pulverig fällt und einen sauberen Glutkegel freilegt. Hervorragende Zigarre, too much for me in der Stärke.



War dieser Beitrag für Sie hilfreich? Ja Nein
2 Personen fanden diesen Beitrag hilfreich.

HU Tobacco Pipe Enthusiasts Germany Night Owl 50g
verifizierter Kauf

Als bekennende Nachteule unter Tabakliebhabern musste ich diese Dose einfach kaufen, mit der Idee: einen schönen, runden, komplexen Tabak für die letzte Pfeife des Tages zu rauchen. Das Dosenmotiv gefällt mir, dann ging es ans Öffnen, und meine Nase schrak zurück: der Duft, der zuerst rauskam, hatte vor allem mit vergammeltem alten Käse zu tun, leicht säuerlich-ranzig. Und das soll ich rauchen? Ich habe die Dose eine Stunde offen stehen lassen, dann hatte sich der erste Eindruck in Aerosole aufgelöst, und einem breiten, tabakwürzigen Wohlgeruch mit viel Malz und etwas Süße wie Waldhonig Platz gemacht. Der Schnitt ist grob, wie broken flake, lässt sich mit den Fingern auflockern, und gut in die Pfeife einbringen. Trotz der Stunde an der frischen Luft dauerte das Entzünden der Glut etwas länger, dann brannte der Night Owl gutmütig und satt ab. Schöne, dichte Rauchentwicklung, und der würzige Eindruck kommt mehr auf der Zunge als in der Nase zur Geltung. Die verwendeten Tabake haben sich ziemlich dicht vermählt, so dass was Neues entstanden ist, das mal ein bisschen Periquesäure zeigt, mal Burleynussiges, mal Kentucky-röstiges, immer in einem sehr malzigen Rahmen . Für eine zweite Pfeife mit der/dem Night Owl habe ich eine Reverse Calabash gewählt. Der Effekt beim Öffnen der Dose war wiederum der käsige Flash, also habe sie erneut eine Stunde lüften lassen, ehe es an den Smoke ging. Diesmal mit einem Weißburgunder als Begleitung, der geschmacklich ziemlich einknickte vor der vollen, kräftigen, komplexen Aromatik der Night Owl. Ein torfiger Malt könnte es besser machen. Ich bin gespannt um die Entwicklung, werde die Dose erstmal lagern und ab und zu wieder lüften. Kein Tabak für jede Nase, schon sehr speziell, aber hochinteressant.



War dieser Beitrag für Sie hilfreich? Ja Nein
3 Personen fanden diesen Beitrag hilfreich.

Vauen Pfeifentabak Hawaii No. 10 50g Dose
verifizierter Kauf

Als Probe geraucht und für lecker befunden! Die Reise im Tütchen könnte Aromaeinbußen mit sich gebracht haben, und natürlich kam er darin rauchfertig an. In einen großen Pfeifenkopf locker gestopft, nimmt die ready-rubbed-Mischung schnell Glut an, und setzt vor allem ein sehr angenehmes Orangenaroma in cremigem Rauch frei. Die Schokolade gibt die würzige Basis für die Kopfnote. Gerne mehr davon! Eine Dose davon tröstet möglicherweise über trübe Lockdowntage.



War dieser Beitrag für Sie hilfreich? Ja Nein
4 Personen fanden diesen Beitrag hilfreich.

Rocky Patel Vintage 1992 Perfecto
verifizierter Kauf

Länge: 10.16Durchmesser: 1.91 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die Vintage-Serien von Rocky Patel schätze ich sehr, und habe mich vor allem an den Juniors erfreut, weil sie in der praktischen Blechschachtel immer verfügbar sind. Diesen schönen Perfecto habe ich blind im Kistchen gekauft, weil auf die Qualität bei Rocky Patel Verlass ist, und ein schön gerollter Perfecto für diesen reduzierten Preis sich immer gut im Humidor macht. Diese 20 Vitolas werden nicht lange liegen bleiben, dafür schmecken sie einfach zu gut, komplex und aromatisch. Der Perfecto ist tadellos gerollt, und lässt am runden Mundstück mit Bohren oder V-Cut öffnen. Cave: der V-Schnitt bringt vom Anfeuern weg noch weitaus mehr Aromatik und Stärke in den Smoke. Wer es milder liebt, bohrt an. Die Spitze ist sehr schmal und kurz, deshalb ist das Anflämmen keine große Sache, und die Vintage kann kräftig mit frischem Leder, schwarzem Kaffee und Pfeffer durchstarten, durch etwas Süße gerundet. Das Rauchvolumen ist zufrieden stellend, der Zug könnte etwas leichter sein, und wird es auch m Verlauf auch. Wie ich es von der Junior kenne, offeriert der Mittelteil viel sirupartige Süße, Karamell, gerösteten Toast und derbe Holznoten, kräftiger werdend, zum Schluss nussig mit herber Schokolade. Feiner Smoke über 50 Minuten, den ich nur empfehlen kann. Ein großer Pott Kaffee passt wunderbar dazu.



War dieser Beitrag für Sie hilfreich? Ja Nein
5 Personen fanden diesen Beitrag hilfreich.
Kinix CABAN
02.11.2020

Kinix KINIX CABAN 2
verifizierter Kauf

Länge: 13.02Durchmesser: 2.14 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Im Kalender der Maya die Eins, in meiner Testserie der Kinix-Linie die dritte Vitola mit einem herausragenden Smoke. Ich habe noch keine Honduras-Puro genossen, die so sehr nach einer sehr guten Maduro schmeckte wie diese. Beginnen wir mit dem Deckblatt: tiefdunkel fermentiert, fast schwarz glänzend kommt das Deckblatt aus dem Cellophan, hat den passenden schwarzen Ring und birgt Tabake aus dem legendären Jamastran-Tal. Das heißt, Zigarren mit diesem Tabak schmecken vollwürzig, komplex nach Pfeffer, Schokolade und Toast. Böden und Klima im Jamastran-Tal haben ähnliche Bedingungen wie die kubanische Anbauregion Vuelta Abajo. Der Gaumen freut sich schon, die Nase bekommt Kakaoaromen und Toast zur Vorspeise. Die Caban hat ein ordentliches Ringmaß und verträgt das Öffnen mit V-Cut sehr gut, dann gibts im Kaltzug etwas Stallgeruch und Schokolade auf die Zunge. Alles bestens. Die pralle Füllung lässt auf gute Verarbeitung schließen, die Blattadern sind fein gezeichnet, das Gewicht schon schwer in der Hand. Feuer frei! Hier braucht es Aufmerksamkeit zum steten Toasten, weil sich das Brandende nicht sofort gleichmäßig entzünden will, dann steht die Glut und entlässt mächtige Rauchwolken in den Abendhimmel. Aaah. Was zuerst kommt, ist eine deutliche Note nach geröstetem Kaffee, mit einer schönen Chilischärfe unterlegt, sehr bald folgen Gewürze wie Zimt, etwas Muskat, Nelke, ehe die Kakaoaromen wieder auftauchen und sich im Verlauf deutlich zu Zartbitterschokolade und Macciato entwickeln. Ein Dram Famous Grouse ist hier ein guter Begleiter, und selbst ein Oktoberfestbier rundet das Geschmackserlebnis malzig, würzig ab. Die Caban ist im Nikotinlevel kein Leichtfuß und mit Bedacht zu genießen , aber sie kommt extrem gut in diesen Wechseln von süßkaramelligen Popcornnoten, mit Schoko, Espresso rüber. Der Madurotouch ist allgegenwärtig , und das Deckblatt sehr gut verarbeitet, so dass der Abbrand messerscharf läuft und die fast weiße Asche ewig steht. Für mich ist die Caban bislang die Nummer eins unter den Kinix-Vitolas, im Preisverhältnis angemessen und etwas für besondere schöne Momente. Wer es billiger haben will, greift zur Camacho. Bei der ist nur die Gewürzaromatik weitaus weniger ausgeprägt. Die Kinix Caban kaufe ich auf jeden Fall! Meine Empfehlung.



War dieser Beitrag für Sie hilfreich? Ja Nein
3 Personen fanden diesen Beitrag hilfreich.

Laura Chavin Classic No. 88 (Perfecto)
verifizierter Kauf

Länge: 10.16Durchmesser: 2.02 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Wer diese wunderschöne Perfecto genießen will, muss nicht automatisch ein Frauenversteher sein. Die Namensgebung durch Tochter Laura hat Helmut Bührle womöglich Glück gebracht, die Marke groß aufzubauen und uns hervorragende Zigarren zu bescheren, aber nun ist er raus aus dem Geschäft. Willy Knopf, seines Zeichens Marketer, hat die Marke seit 2019 übernommen und bringt sie weiter erfolgreich unter die Zigarrenliebhaber. Soweit zur wechselhaften Vorgeschichte. Was bleibt, ist die außergewöhnliche Qualität und der Preis im oberen Segment. Die klassische No 88 ist ein hervorragend gerollter Perfecto (oder sagt man hier: die Perfecto?), die an beiden Ende eine Capa trägt und behutsam geöffnet werden will. Ich liebe dieses Format, weil es die hohe Handwerkskunst zeigt, die diese anspruchsvolle Rollung hinkriegt und nicht nur schön ist, sondern den perfekten Zugwiderstand bietet. Die Chavin erfüllt diesen Anspruch. Vorsichtig angeschnitten, zeigt sie für die Nase eine schmackhafte Süße an. Die fünf verwendeten dominikanischen Tabake für die Einlage sind 4-5 Jahre gereift. Am Feuer spielen sie ihre komplexen Qualitäten aus: Start mit schmelzendem Karamell und einer leichten Lage Pfeffer drunter, Übergang in was sehr Erdiges, mit einer schweren Sirupsüße. Leichtes Salz legt auf die Lippen, und am meisten gefällt mir die sahnige Cremigkeit, die ab dem zweiten Drittel den Gaumen in Samt legt. Ausgesprochen lecker. Dann spielt die 88 mit den Aromen, wenn man langsam nippt und nicht heiß raucht, da kommen florale Töne (Rosen, Jasmin) auf die Zunge, aber auch frisch geschlagenes Holz, feine Zeder, etwas Worcesterwürze, die als leichter Säurefilm zeigt, dass wir hier nicht in der Konditorei oder im Wald sind. Etwas Umami, wieder Erde. Mildwürzig bis zum Ende. Die Asche steht fest, will gar nicht abfallen, und ich will nicht, dass diese Zigarre jemals satt zu dampfen aufhört. Nach gut 60 Minuten halte ich sie an der Capa, und lasse den kleinen Rest sehr zufrieden gehen. Für den Preis ist das eine sehr ordentliche Performance! Will man nicht immer rauchen, aber manchmal wird so ein Abend mit einem leichten Weißburgunder und der Chavin Classic 88 zur Prime Time. Sehr empfehlenswert! Volle Punktzahl.



War dieser Beitrag für Sie hilfreich? Ja Nein
4 Personen fanden diesen Beitrag hilfreich.

Factory Overrun Dominikanische Republik Princesse Colorado VC-COL (30x4.5)
verifizierter Kauf

Länge: 11.43Durchmesser: 1.19 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Der Kraftbolzen im Prinzessinnenkleid! Oder auch: Starke Frauen! Natürlich bezieht sich die Bezeichnung dieser dominikanischen Schönheit auf das Format und nicht auf den Smoke. Wer sich für kalte Winterabende eine kräftige Kurze gönnen möchte, ist mit dieser Vitola aus dem renommierten Haus Charles Fairmorn bestens bedient. Mit schlankem 38er Ringmaß bringt die Princesse im schicken, makellosen H2000-Deckblatt aus Ecuador schon kalt kräftige Düfte von Erde und Leder an die Nase. Das Colorado-Deckblatt ist sehr dunkel, fest gerollt und prall gefüllt, da gibts nichts zu meckern. Bei 38 Durchmesser hilft nur ein präziser Cut auf volle Breite, dann hat man dichte Süße von Waldhonig und Sirup auf der Zunge. Am Feuer: die Glut ist schnell entfacht und steht sauber bis zum Schluss. Geschmacklich geht es los mit Pfeffer und Leder, der Dichte Rauch bringt retronasal dann auch zartere Aromen von Marshmallows, Gras und florale Akzente an den Gaumen. Das Schöne ist eine feine Säure, die den Geschmack gut ausbalanciert , so dass man nicht nur pure Kraft auf der Zunge hat. Später wird sie röstig, dicht nach Toast und Walnuss schmeckend, übergehend in Espresso und Erde. Die Princesse ist so dicht gefüllt, dass man sie nicht mal eben weg raucht, sondern 30 Minuten Freude am Smoke genießen kann. Kräftig, kräftig, das Nikotin ist gut sättigend - und das PLV prima. Habe mir zwei Bundles gekauft. Zum Glück hat Cigarworld noch reichlich davon.



War dieser Beitrag für Sie hilfreich? Ja Nein
6 Personen fanden diesen Beitrag hilfreich.

Peterson Pfeifentabak University Flake 50g Dose
verifizierter Kauf

Satte dunkelbraune dicke Flakescheiben erwarten mich beim Öffnen, schwerer brotig-süßlicher Duft mit reifen Trockenfrüchten erfreut die Nase. Die Scheiben sind dick geschnitten, sauber getrennt und noch sehr feucht, so dass ich etwas Luften empfehle. In einer mittelgroßen Pfeife kommt der Tabak mit der Knick-und Falt-Methode prima unter. Beim Zünden bäumt er sich auf, dann nimmt er die Glut prima an und brennt ab da durch. Mmmh. Ein echter Genuß, in kräftigen Wolken an den Gaumen kommend, mit ordentlich Süße nach Trockenfrüchten, etwas Vanilla, aber auch kräftig würzig-fleischig. l Der Tabak brennt langsam ab, und will kühl geraucht werden, damit ich die feinen Nuancen nach Nugat und Gewürzen mit rüber kommen. Sehr lecker im Pairing mit einem Schluck Famous Grouse. Absolut empfehlenswert .



War dieser Beitrag für Sie hilfreich? Ja Nein
Eine Person fand diesen Beitrag hilfreich.
Kinix EB
20.10.2020

Kinix KINIX EB 2
verifizierter Kauf

Länge: 12.00Durchmesser: 2.14 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Nun also die Kinix EB im Test, die äußerlich nicht zu beanstanden ist (das Thema mit dem sehr schlichten Zigarrenring hatten wir ja schon... schreibt doch wenigstens drauf, welche Vitola drin ist!). Im Gegensatz zur Manik ist die EB schwer in der Hand, sehr gut gefüllt und einen ganzen Tacken breiter im Ringmaß. Das verheißt mir ein Mehr an Aromen, die ich mittels V-Cut einfangen möchte. Im Kaltduft bleibt die EB eher im aromatischen Nebel, ein bisschen Süße, etwas Minze, der Kaltzug offeriert eine leichte Nussigkeit. Das Anfeuern braucht viel Aufmerksamkeit, bis die Glut steht, danach brennt die EB mustergültig ab. Und ich versinke für gut 70 Minuten im dichten, cremigen, weichen Rauch der mildesten Zigarre ever. Zedernholz und feine Süße, gut mit etwas leichter Säure unterlegt; mehr attack auf die Zunge erlaubt sich die EB nicht. Damit es für Gaumen und Nase nicht wie Rosamunde Pilcher zugeht, sorgt die Entwicklung der Zigarre mit wechselnden Aromaentwicklungen, in dem sie mal Milchkaffee, mal Marzipan, mal Walnuss und Toffee anbietet. Aber immer alles Piano, mild und noch mal mild, so dass man aufmerksam in diesen Rauch reinschmecken muss, um alles zu erfassen. Die Asche steht fest und lange, der Rauch ist sehr dicht, cremig und kleidet den Mund mit buttrigen, toffeeartigen Tönen aus. Schöner langer Nachgeschmack, auch nach Ablage der Zigarre. Als mein Begleiter passt ein Old Duff als weicher Genever mit viel Malz sehr gut dazu. Die EB ist was für sanfte Momente, nichts für Aficionados, die auf Aromabombe stehen. Würde ich wieder rauchen.



War dieser Beitrag für Sie hilfreich? Ja Nein
3 Personen fanden diesen Beitrag hilfreich.
Kinix MANIK
19.10.2020

Kinix KINIX MANIK 2
verifizierter Kauf

Länge: 12.70Durchmesser: 1.98 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Seit den honduranischen Puros von La Galana in Köln mag ich honduranische Zigarren gern, weil sie komplexe Aromatik bieten und dabei mildwürzig bleiben können, also eher was für das stille Genießen als die Herausforderung am Gaumen. Die Kinix Manik ist mir auf diesem Hintergrund auf Zunge und Nase willkommen. Die schlichte Anilla macht auf royales Understatement, und, dann ehrlich: wenn die Blender so einen Hype um die Namen ihrer vier Vitolas machen, könnten sie sie wenigstens mit aufdrucken. Insbesondere wenn drei der honduranischen Schönheiten sich so ähnlich sehen. Schauen wir lieber auf die inneren Werte: Die Manik hat einen weichen Give, ist nicht prall, aber gut gefüllt, und duftet am Brandende sowie am Körper würzig nach Kakao und Zimt. Das Deckblatt fühlt sich mit geschlossenen Augen seidig an, ohne Zähnchen und Blattadern. Ein schönes Exemplar, das ich mit V-Cut geöffnet habe, um möglichst viel an Aromen zu erleben. Der Kaltzug offeriert vergleichsweise wenig, aber am Feuer zeigt die Manik, was sie drauf hat: Wenn die Glut steht - und das geht schnell - kommen kräftige Zedernholztöne auf die Zunge, unterlegt mit schwerer honigartiger Süße. Auf den Lippen macht sich eine zart bittere Note von der Capa breit, spannender Kontrast, der im Verlauf des Smoke immer mal wieder kommt. Es gibt im ersten Drittel pfeffrig-chiliartige Sequenzen, dann wieder Zimt und Süße, diesmal Marshmallows, und wieder Holz, das stark nach Tanne schmeckt (schon mal einen brennenden Christbaum in der Nase gehabt?). Durchaus nicht unangenehm , dabei alles auf einer mildwürzig Ebene, die die Manik zu einem guten Frühstücksbegleiter macht. Ein Schiefbrand lässt sich schnell korrigieren, danach brennt sie tadellos ab. Die Asche steht lange, hat komplett schwarze und hellgraue Abschnitte, und fiel am Stück leicht ab. Mit etwas mehr Luft geht die Manik nun ins Spektrum von Kakao und Zartbitterschokolade, ein bisschen erdig, zimtig. Im letzten Drittel fährt sie Umami auf, plötzlich wird es ganz herzhaft und fleischig an den Geschmacksknospen, während sich retronasal immer noch Gewürze tummeln. Für ihre Länge hält die Kinix Manik eine Menge an Aromen bereit, und macht zufrieden, sättigt auf ihre milde Art. Würde ich wieder rauchen, kann ich für Liebhaber milder Zigarren empfehlen. Jetzt bin ich gespannt auf die anderen drei Vitolas.



War dieser Beitrag für Sie hilfreich? Ja Nein
7 Personen fanden diesen Beitrag hilfreich.

Dan Tobacco Jolly Joker 100g Dose (1976-64)

Einmal geöffnet, duftet es aus der Büchse der Pandora so extrem nach Marzipan, dass es kaum auszuhalten ist. Wenn dann noch die Mitbewohner anmerken, ob ich irgendwo einen nassen Lappen versteckt habe, wo es sonst so gut nach Tabaken duftet, muss zur Selbsthilfe gegriffen werden, ehe es ans Genießen geht: Die Dose geöffnet einen Tag lang draußen auf der Terrasse stehen lassen, bändigt die überwältigende Duftwolke deutlich. Selbst dann muss der einmal geöffnete Beutel erneut in einer Tüte in Aroma-Quarantäne. Soweit die Vorbereitungen, ehe es an die erste Pfeife geht. Bei diesem Schritt ist alles völlig unproblematisch, die Mischung ist bestens geschnitten, optimal konditioniert und lässt sich gut in den Kopf einbringen. Dann zündet es, einmal, mehrfach, und ab da kann man sich zurücklehnen, der Genuss beginnt. Marzipan ist nur eine Duftkomponente der Mischung aus süßen, sehr milden Virginatabaken, reichlich Black Cavendish und Burley, zuerst kommt Vanille breit auf die Zunge, ehe sich deutliche Nussaromen ausbreiten, Marzipan spielt eine leckere Rolle, ehe Vollmilchschokolade die Führung übernimmt. Der Jolly Joker ist zuverlässig im Abbrand und setzt unter Feuer eine sehr angenehme Raumnote, die so gar nichts mehr mit dem ersten Kaltduft zu tun haben. Im Verlauf kleiden buttrige und sahnige Aromen den Mund aus, so dass ich den Jolly getrost als die Trüffelpraline für die Pfeife charakterisieren würde. Das muss man mögen. Der bekannte Cowboy, der auf Jolly Joker in den Sonnenuntergang reitet, würde was Kräftigeres rauchen. Kein allday-Tabak, eher was für besondere Abende mit Kaffee und einem Glenlivet.



War dieser Beitrag für Sie hilfreich? Ja Nein
3 Personen fanden diesen Beitrag hilfreich.

Robert McConnell Pfeifentabak Old London Pebble Cut 100g Dose

Den alten Londoner habe ich mir zwei Mal in die Pfeife gepackt. Einmal geknickt und gefaltet in einem kleinen Mooreichen-Kopf, einmal gerubbelt und in Cubes geschnitten im etwas größeren Format. Dermaßen vorab bearbeitet, zündet der Tabak wesentlich besser als nur gefaltet, weil die Flakescheiben sehr stark gepresst sind. Die zweite Folge, wenn die Flakes nur geknickt angebrannt werden, liegt in der Natur der Raucherin: starkes Ziehen, um den Tabak in Brand zu kriegen, löst Schärfe am Gaumen und viel Feuchtigkeit in der Pfeife aus. Wer mag das schon! Also widme man dem Old London Pebble Cut schon vorab Aufmerksamkeit mit Aufrubbeln, gebe ihm Platz in einem schönen großen Pfeifenkopf, und dann startet die Genießerphase: was weich, samtig und brotig im dichten Rauch auf die Zunge geht, erweckt am Gaumen und in der Nase Aromen von beerigen Trockenobstnoten, Wein, etwas Vanille und Zimt. Manchmal leicht parfümiert, dann wieder tief erdig. Ein schöner Begleiter am Abend, nicht nur am Trafalgar Square!



War dieser Beitrag für Sie hilfreich? Ja Nein
6 Personen fanden diesen Beitrag hilfreich.

Arturo Fuente Hemingway Maduro Best Seller (Perfecto)
verifizierter Kauf

Länge: 11.43Durchmesser: 2.10 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Ich mag dieses Perfecto-Format sehr gern, das der Genießerin Kürze im Smoke signalisiert, aber im Abbrand schön langsam Aroma um Aroma an Nase, Zunge und Gaumen schickt. Arturo Fuentes Vitolas sind immer gut gekleidet mit einer klassisch südamerikanischen Anilla, und bei dieser Maduro ist das Deckblatt schon die Wucht an sich: gleichmäßig tiefdunkel, makellos, kräftige Süße verströmend. Vielleicht hat mich das zögern lassen, dem Mundstück der Schönheit mit dem Cutter an den Hals zu gehen, also nur gebohrt. Weiche, nussig-süße Noten im Kaltzug. Die hält, was sie verspricht: nach problemlosem Anfeuern gibt die frisch geschlagenes Holz, Leder und eine ordentliche Spur Chili frei, bis sich die Süße wieder durchsetzt. Schöner, sauberer Abbrand, der feste weißgraue Asche erzeugt, die partout nicht fallen will. Jetzt geht sie ins Fruchtige hinein, legt Honig und Zimt drunter, kleine Einsprengsel von Zitrusfrüchten. Der Zugwiderstand war erst gut, dann stockte er und ließ mir nur ein mühsames Nuckeln. Kurzentschlossen habe ich doch auf vollen Durchmesser gecuttet, und siehe da: Frieden und Ruhe kehrt in den Abbrand ein, Gewürz- und Kräuternoten kommen im ölig-satten Rauch, bis herbsahnige Schokolade dem Ganzen die Krone aufsetzt. Nach 55 Minuten kommt die Glut an die Anilla, die sich leicht abziehen lässt, weil sie - wie bei vielen Fuentes - ziemlich locker sitzt. Weiter genossen bis zum NUB. Kann ich mit diesem Preis durchaus empfehlen!



War dieser Beitrag für Sie hilfreich? Ja Nein
3 Personen fanden diesen Beitrag hilfreich.

Macanudo Limited Editions Master Series Majestuoso

Länge: 15.24Durchmesser: 1.91 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Für die Würdigung des letzten Urlaubstages ist eine Zigarre fällig, die fast zwei Jahre im Humidor dämmern durfte: Während der Road Tour von AB in der CW Longe gekauft und über all die Monate immer wieder nach hinten geschoben für DEN Moment. Das ist jetzt, und mir gefällt die mächtige Corona schon äußerlich sehr gut. Wie nicht anders von Macanudo gewohnt, ist auch diese perfekt gearbeitet mit samtigem, makellosen Decker und perfekter Capa, die ich zart anbohre. Diese limitierte Vitola reicht sich vom Kaltduft her gut in die würzige Reihe der Inspirados ein, sehr schokoladig und süß-würzig im Duft. Schmecke ich da eine leichte Stalligkeit raus, nach so langer Lagerung. Egal. Jetzt heißt es: ans Feuer, und da ist die Majestät etwas heikel, unrund in der Huldigung der Flamme, braucht Zeit und mehr Aufmerksamkeit. Die ersten Züge unter Feuer offerieren viel Aroma: von geröstetem Popcorn, Karamell, viel herbe Schokolade, dann frisches Heu über eine längere Spanne, schön grasig, die später von einem knackigen Säuregerüst gestützt wird, und erneut eine süße Runde. Sehr abwechslungsreich, sehr cremig und mundfüllend im Rauch, der selbst den kritischen Nachbarn nicht stinkt. Die Majestät raucht sich langsam, die Asche wird fest, fällt alle zwei cm ab und entblößt einen flachen, aber sauberen Aschekegel. Was will man mehr für den Preis. Die Füllung bleibt schon fest, sie liegt schwer in der Hand. Hätte ich mal nicht die Katze zwischendurch gefüttert - könnte ich an dieser Stelle über das letzte Drittel berichten. Aber nein, die abgelegte Majestuoso ließ sich beleidigt beim besten Willen nicht mehr entzünden. Da war Schluss mit dem royalen Vergnügen. Aber so ist es: Sondereditionen sind etwas für den Moment, begleiten nicht durch den Genießeralltag und werden auch nur Asche.



War dieser Beitrag für Sie hilfreich? Ja Nein
4 Personen fanden diesen Beitrag hilfreich.

Hemmys Abas

Länge: 16.51Durchmesser: 2.22 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Mächtiges Format, das schwer und prall gefüllt in der Hand liegt, und distinguiert mit einer blassen Anilla geschmückt ist. Lag ein Jahr im Humidor; ich erwarte einen abgerundeten Smoke. Weit gefehlt. Im Kaltduft kommt eine trockene Moosigkeit rüber (so wie Jahre altes Moos von der Weihnachtskrippe), der Kaltzug bringt etwas leichte Süße. Da bin ich mal gespannt! Anfeuern dauert ein wenig, bis der Zug gut durch geht, dann kommt eine heftige Pfefferattacke, bissig bis in den Rachen, metallisch am Gaumen, eher abschreckend. Ich habe überlegt, den ersten Teil zu cutten, aber doch bis 2cm zum sauberen Aschefall durchgehalten. Pfeffer geht, starker schwarzer Kaffee kommt, ergänzt mit Zedernholz und leichter zuckriger Süße... Kaffee wird schwächer, der Rest bleibt - linear - und bleibt. Als Anfängerin hätte ich früher gedacht: ach, was für eine schöne mildwürzige Zigarre, und guck mal, ich erkenne Pfeffer, Holz und Kaffee. Für die Sorte Zigarre bin ich leider schon verdorben; ich suche Abwechslung, Komplexität und etwas mehr Unterhaltung beim Smoke, als die Hemmy mir bieten kann. Gute Zigarre, aber nicht mein Fall. Habe mich anschließend mit einer Kubanerin getröstet.



War dieser Beitrag für Sie hilfreich? Ja Nein
2 Personen fanden diesen Beitrag hilfreich.