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Ausgerechnet „Infiel“ – zu deutsch „untreu“ – nennt Silvio Loaisiga seine erste Zigarren-Linie. Doch dahinter verbirgt sich mehr als ein frecher Name: Loaisiga Cigars verbindet langjährige Erfahrung mit dem Wunsch, vom Saatbeet bis zur fertigen Zigarre selbst das Sagen zu haben.
Silvio Loaisiga: Über 20 Jahre Erfahrung mit Zigarren
Silvio Loaisiga wächst in Estelí auf und steigt schon mit 18 Jahren in die Tabakbranche ein. Neben seiner Arbeit studiert er zunächst Informatik und später Betriebswirtschaft. Mehr als zwei Jahrzehnte arbeitet er bei Perdomo Cigars, prüft Rohstoffe, organisiert Abläufe und beschäftigt sich intensiv mit Tabakanbau und Zigarrenproduktion. Er kennt also nicht nur die glänzende Bauchbinde, sondern auch die Arbeit davor.
José Antonio Ortega und die Gründungsidee
Sein späterer Geschäftspartner José Antonio Ortega ist Agraringenieur aus Managua, beschäftigt sich seit 2005 in Estelí mit Tabak und baut ein erfolgreiches Agrarchemieunternehmen auf. Die beiden kennen sich seit Jahren, und bei einem privaten Treffen sprechen sie über Silvios Wunsch nach einer eigenen Firma. Statt den Plan auf irgendwann zu vertagen, machen sie Nägel mit Köpfen: Ortega kümmert sich um das Geschäft, Loaisiga um Anbau und Produktion.
Loaisiga Zigarren: Eigene Zigarrenproduktion in Nicaragua
2021 nimmt Loaisiga Cigars die Arbeit auf. Zunächst stehen der Anbau und die Aufbereitung von Rohtabak im Mittelpunkt, ab 2023 entstehen eigene Premiumzigarren. Estelí, Condega und Jalapa liefern die Tabake. Loaisiga übernimmt die wichtigen Schritte selbst – von Anbau und Fermentation über die Reifung bis zum Rollen und Verpacken. Nach eigenen Angaben lässt sich sogar zurückverfolgen, aus welchem Feld und Fermentationsstapel die Blätter stammen. Das klingt nach Buchhaltung, ist bei Zigarren aber eine vernünftige Qualitätskontrolle.
Die erste eigene Zigarrenlinie heißt Infiel. Mit ehelicher Treue hat das ausdrücklich nichts zu tun. Der Name spielt auf den Abschied von vertrauten beruflichen Wegen und eingefahrenen Gewohnheiten an. Wer Neues schaffen will, muss dem Alten manchmal untreu werden. Anfang 2024 gelangen die ersten Kisten in die USA, seit Sommer 2025 sind Loaisiga Zigarren auch in Deutschland erhältlich.
Infiel Zigarren im Vergleich: Drei verschiedene Deckblätter
Bei der Infiel-Serie setzt Loaisiga auf einen Vergleich, der für Zigarrenraucher besonders aufschlussreich ist: Die regulären Varianten teilen sich die nicaraguanische Einlage und das Umblatt, während das Deckblatt wechselt. Drei unterschiedliche Hüllen, drei deutlich unterschiedliche Eindrücke. Wie stark das Deckblatt den Geschmack beeinflusst, lässt sich bei diesem Trio ist sein Einfluss wunderbar nachvollziehen.
Nicaraguanischer Tabak liefert das würzige Fundament, ohne dass jede Infiel gleich zum Kraftpaket wird. Je nach Deckblatt treten cremige, holzige oder erdige Eindrücke hervor, begleitet von Kaffee, Gewürzen oder dezenter Süße. Auch wer kräftige Nicaragua-Zigarren mag, muss schließlich nicht bei jedem Zug das Gefühl haben, eine Gewürzmühle verschluckt zu haben.
Infiel Connecticut: Milde Zigarren mit cremigem Rauch
Ein helles Connecticut-Deckblatt aus Ecuador gibt der Infiel Connecticut ihren vergleichsweise milden, zugänglichen Charakter. Feine Holznoten, florale und kräuterige Anklänge sowie cremiger Rauch bestimmen das Bild. Eine leicht herbe Nuance kann hinzukommen, besonders wenn die Zigarre zu heiß geraucht wird. Sie ist ein guter Einstieg in die Welt von Loaisiga.
Infiel Sun Grown: Mittelkräftige Zigarren mit würzigen Aromen
Das in der Sonne gewachsene Habano-Deckblatt aus Ecuador sorgt für eine andere Tonlage. Holz, Röstaromen und würzige Akzente treten deutlicher hervor; je nach Rauchverlauf zeigen sich auch Kaffee, Erde und etwas Süße. Die mittelkräftige Infiel Sun Grown passt zu Freunden ausdrucksstarker, aber nicht übermäßig schwerer Zigarren.
Infiel Maduro: Kräftige Aromen mit mexikanischem San-Andrés-Deckblatt
Das mexikanische San-Andrés-Deckblatt verleiht der Infiel Maduro ihre dunkle Erscheinung und einen intensiveren Geschmack. Erde, Kaffee, dunkle Schokolade und pfeffrige Würze sind die typischen Stichworte. Trotz ihrer Fülle bleibt sie auf Ausgewogenheit angelegt. Und natürlich bedeutet ein dunkles Deckblatt nicht automatisch maximale Nikotinstärke.
Infiel Toro Freshpack und weitere Loaisiga Zigarren
Wer die Deckblätter lieber direkt miteinander vergleicht, findet im Infiel Toro Freshpack eine praktische Zusammenstellung: zwei Sun Grown, zwei Maduro und eine Connecticut. Alle fünf sind Toros, was den Vergleich erleichtert. Das Angebot wächst ebenfalls: 2026 erscheinen international limitierte, boxgepresste Infiel-Toros mit länger gereiften Tabaken. Mit El Cadejo greift Loaisiga zudem eine nicaraguanische Legende vom weißen und schwarzen Geisterhund auf – Stoff für eine weitere Zigarrenfamilie, ohne dass Infiel dafür ihre Hauptrolle verliert.
Welche Loaisiga Infiel Zigarre passt zu welchem Geschmack?
Die Gründer von Loaisiga bringen eine Geschichte mit, die lange vor der ersten Infiel-Bauchbinde beginnt. Der Reiz des Sortiments: eine gemeinsame Tabakbasis, drei Deckblätter und genügend Spielraum für verschiedene Vorlieben. Connecticut für die ruhigeren Momente, Sun Grown für Freunde würziger Tabake und Maduro für Liebhaber dunkler Aromen – eine Einteilung, die Orientierung gibt, ohne dem persönlichen Geschmack Vorschriften zu machen.