Logo der Marke Casa 1910

Casa 1910 Soldadera Edition

Die Zigarrenmarke Casa 1910 steht für eine spannende Verbindung von Tradition, Geschichte und Handwerkskunst. Die Zahl im Namen steht für den Beginn der mexikanischen Revolution, bei der Revolutionäre um Francisco Madero den Sturz des langjährigen Quasi-Diktators Porfirio Diaz herbeiführten. Die Zigarren von Casa 1910 möchten neben einer Zigarrenmarke auch als Teil des Lifestyles wahrgenommen werden und nehmen Bezug auf die Revolution, weil sie sich selbst als eine kleine Revolution sehen, da die mexikanische Zigarrenherstellung bisher eher „unter dem Radar“ lief und dies geändert werden soll. Der mexikanische Tabak wird bis heute in den meisten Fällen eher nur als Deckblatttabak verarbeitet. Die Zigarren von Casa Turrent sind hier eine große Ausnahme und verfolgen einen ähnlichen Weg, das Image der mexikanischen Zigarre aufzupolieren.

Casa 1910 Zigarren: revolutionäre Hommage an mexikanische Tradition

Ursprünglich im Jahr 2021 in den USA eingeführt, erreichten uns die ersten Zigarren der Linie Casa 1910 Revolutionary Edition im September 2022. Im Herbst 2024 kamen dann sowohl die hier vorgestellte Soldadera Edition (dies steht für weibliche Soldaten im Spanischen) als auch die Cavalry Edition (Kavallerie im Englischen). Im Spanischen hätte Caballería vielleicht etwas netter geklungen. Nun denn, wir haben insgesamt drei Linien, die allesamt recht martialisch daherkommen. Die einzelnen Vitolas der Casa 1910 Soldadera sind die folgenden:

  • La Coronela (5.5x58) ist eine Erinnerung an Amelia Robles, die als Mann verkleidet für Emiliano Zapata kämpfte. Die Einlagemischung wurde aus dominikanischen und mexikanischen Tabaken geblendet, das Umblatt ist ein Arapiraca aus Brasilien und das Deckblatt stammt aus Ecuador.
  • Sampetrina (5x50) wurde nach Petra Herrera benannt, die ebenfalls verkleidet für Pancho Villa kämpfte. Hier ist die Einlage identisch mit der oben genannten, jedoch ist das Umblatt ebenfalls dominikanisch und das Deckblatt ein Connecticut.
  • Teniente Angela (6x52) wurde nach einer Soldatin aus Oaxaca benannt, die sowohl für Pancho Villa als auch für Emiliano Zapata kämpfte. Hier werden nicaraguanische und mexikanische Einlagetabake verwendet, die mit zwei Umblättern (Mexiko und Dominikanische Republik) sowie einem Sun Grown Deckblatt umhüllt werden.

Die Personen hinter diesen Zigarren wollen sich nicht in den Vordergrund stellen und verzichten häufig bewusst darauf, sich namentlich vorzustellen. Lediglich der Master Blender, Juan Manuel Santiago Casillas (auch bekannt als „Manolo Santiago“) wird explizit genannt. Er kann auf eine berufliche Vergangenheit mit der kubanischen Vertriebsorganisation Habanos S.A. zurückblicken und ist einer der wenigen offiziellen „Master“. Dies ist die höchste Auszeichnung für Absolventen der Habanos Academy von Habanos S.A. Das Unternehmen wurde von Manolo Santiago, Jamie Baer und Serge Bolling gegründet, wobei die beiden Letztgenannten Schweizer sind, die lange in Mexiko gelebt haben.

Soldadera Edition: die starken Frauen der mexikanischen Revolution

Ich habe mich bei der Erstellung dieses Textes von der La Coronela begleiten und inspirieren lassen. Gleich zu Anfang war mir der Zug etwas zu leicht und die daraus resultierende Rauchentwicklung zu gering. Es sind anfangs eher holzige und erdige Noten schmeckbar, die im mittelkräftigen Bereich liegen. Mir fehlt etwas Süße und Cremigkeit dabei. Das große Ringmaß von 58 liegt mir nicht besonders, daher könnte meine Bewertung etwas nach unten abrutschen. Bei solchen dicken Zigarren fehlt mir die optische und haptische Eleganz etwas, was die Bewertung insgesamt beeinträchtigen kann. Der anfänglich etwas unsaubere Abbrand hat sich im zweiten Drittel normalisiert und stabilisiert, sodass dies keine Abwertung nach sich zieht. Insgesamt durchaus harmonisch geblendet, ist sie mir aber etwas zu linear. Auch wenn der Fokus dieser Marke genau darauf liegt, dies zu ändern, liegen mir Zigarren aus Mexiko nicht so richtig. Irgendetwas im Geschmacksprofil stört mich häufig, auch wenn es schwer beschreibbar ist – es ist eine gewisse belegende, metallisch anmutende Stumpfheit, die bei mir persönlich keinen wirklichen Genuss aufkommen lässt. Vielleicht habe ich mich auch zu sehr auf das Thema Mexiko fokussiert und quasi eine self fulfilling prophecy „geschmeckt“. Die Zigarren werden nämlich in der Dominikanischen Republik in der Tabacalera La Isla von Hostos Fernandez Quesada gefertigt!

Fertigungsarten

Logo Abkürzung Beschreibung
MM MM Machine Made (vollkommen von Maschinen hergestellte Zigarren, daher das Fabriksymbol)
HAM HAM Hecho a Mano, d.h. dies ist eine Mischform – die Einlage mit der Maschine, das Deckblatt von Hand überrollt
TAF TAF Totalmente a Mano, d.h. komplett von Hand hergestellt ABER mit gerissener Einlage (dies ist die offizielle Bezeichnung der Kubaner dafür)
TAM TAM Totalmente a Mano, komplett von Hand hergestellt mit ganzen Blättern
Trusted Shops Award Habanos Specialist Davidoff Ambassador