Zigarren aus Nicaragua

Nicaragua hat sich trotz lokaler Herausforderungen fest in der Welt der Zigarren etabliert. Aus den fruchtbaren Tälern Jalapa und Estelí stammt erstklassiger Tabak, der Grundlage für Marken wie Oliva, Padron, Joya de Nicaragua, Alec Bradley und Casa de Torres ist. Mit ihrem charakteristisch vollen, aromatisch-würzigen Körper erfreuen sich nicaraguanische Zigarren zunehmend auch unter Kennern kubanischer Zigarren großer Beliebtheit. Weiterlesen

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Zigarren aus Nicaragua

Lange war Nicaragua der Shootingstar unter den Zigarrennnationen. Inzwischen hat das Land in Mittelamerika längst seinen festen Platz im Olymp. Kein Wunder, sind die Voraussetzungen doch ideal: Tiefe, vulkanische Böden bieten einen optimalen Nährstoff, dazu kommt ein Klima mit klar voneinander abgegrenzten Feucht- und Trockenphasen. Nicaragua scheint wie gemacht, die Heimat kräftiger, gehaltvoller Tabake zu werden.
 
Die Liste der Premium-Marken ist lang: Joya de Nicaragua, die älteste Premium-Zigarre des Landes, Oliva, Plasencia oder Perdomo. Padrón, A.J. Fernandez und Drew Estate lassen ihre Zigarren in Nicaragua rollen, My Father Cigars und Rocky Patel ebenfalls. Das Land, knapp doppelt so groß wie Bayern, ist Sitz unzähliger Tabacaleras mit enormen Produktionskapazitäten. Rund zwei Drittel der Premium-Zigarren auf dem US-Markt stammt aus Nicaragua. Das setzt ein sattes Ausrufezeichen und lässt die Konkurrenz aus der Dominikanischen Republik und von anderswo weit hinter sich.
 
Dabei sind Zigarren hier noch gar nicht so lang beheimatet. Eigentlich sprang Nicaragua erst mit dem Nachfrage-Boom in den Neunzigern auf den Zug auf. Zigarren waren wieder stärker en vogue, und so kamen Investoren auf der Suche nach Anbauflächen nach Nicaragua. Sie fanden hervorragende Bedingungen und eine sehr vielfältige Landschaft. Die Regionen Estelí, Jalapa und Condega liefern Tabake, deren Geschmacksprofil sich deutlich voneinander unterscheidet.
 
Und doch lässt sich Nicaragua auf gemeinsame Nenner bringen: Die Zigarren des Landes zeichnen sich aus durch Kraft, Würze und Tiefe. Sie besitzen ein gehaltvolles Profil, Noten von Erde, Holz und Kaffee sowie eine natürliche Süße. Die Nuancen variieren jedoch: Während Estelí zu etwas mehr Stärke tendiert, zeichnet sich Jalapa durch süßere, mitunter elegantere Tabake aus. Condega ist ein zuverlässiger Lieferant für erdige Aromen.
 
Eine gute nicaraguanische Zigarre entsteht aus dem vielfältigen Zusammenspiel dieser Anteile. Es handelt sich bei den Vitolas also nicht um Kraftprotze, die Stärke um der Stärke willen zelebrieren, sondern um intensive und zugleich sehr vielschichtige Zigarren.
 
Das kommt bei den Aficionados mehr als gut an. Innerhalb weniger Jahre stieg die Anzahl der Tabacaleras in Estelí, dem Zentrum der Zigarrenfertigung, von 40 auf 80 an. Doch wer befürchtet, dass nun Masse Klasse schlagen könnte, irrt. Die Vielzahl der Akteure im Premium-Segment zeigt, dass hier zwar jede Menge Zigarren entstehen, aber eben nicht einfach Standard-Ware am Fließband produziert wird. Ganz im Gegenteil: Zahlreiche internationale Auszeichnungen sind ein eindeutiger Beleg für unbestrittene Qualität; es vergeht kein Jahr, in dem nicht mehrere Serien des Landes mit namhaften Preisen bedacht werden.
 
Es ist keineswegs übertrieben zu sagen, dass sich Nicaragua innerhalb der letzten 30 Jahre vom Außenseiter zum einem der Top-Fabrikanten entwickelte. Das kräftige, ausgeprägte Geschmacksprofil, das in seiner Komplexität dennoch ungeheuer vielschichtig erscheint, sorgt immer wieder für einen einmaligen Smoke. Sogar eingefleischte Fans kubanischer Zigarren sind davon angetan und lassen sich durchaus gern mal auf eine nicaraguanische Zigarre zwischendurch ein.

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