Eine Cohiba zum Jahr des Hasen, eine Montecristo für den Drachen und eine Partagás für die Schlange: Bei den Años Chinos trifft der Habano auf den chinesischen Mondkalender – und das Ergebnis gehört zu den ungewöhnlicheren Sonderveröffentlichungen aus Kuba.
Años Chinos: Sondereditionen kubanischer Zigarrenmarken
Die Años Chinos ist keine eigene Zigarrenmarke und auch keine Serie mit einer durchgehend identischen Tabakmischung. Vielmehr greift Habanos S.A. für das chinesische Neujahr immer wieder auf bekannte kubanische Marken zurück und entwickelt dafür besondere Vitolas. Den Anfang machte die Romeo y Julieta Maravillas 8, die dem Jahr der Ratte 2020 gewidmet war. Es folgten unter anderem Hoyo de Monterrey für das Jahr des Ochsen, H. Upmann für den Tiger, Cohiba für den Hasen, Montecristo für den Drachen und Partagás für die Schlange. 2026 kam mit der Trinidad Corcel zum Jahr des Pferdes erstmals Trinidad zum Zug.
Chinesisches Neujahr trifft kubanische Zigarrentradition
In China erfreuen sich kubanische Premiumzigarren schon seit Jahren größter Beliebtheit. Eine eigene Sonderproduktion zum Neujahr im Reich der Mitte ist da weniger exotisch, als es auf den ersten Blick wirkt. Doch hier geht es nicht nur um wirtschaftliches Kalkül, die Sachen hat durch und durch Charme. Schließlich begegnen sich hier zwei Traditionswelten, die beide nicht gerade für hektische Fünf-Minuten-Rituale bekannt sind. Auf der einen Seite das chinesische Neujahr mit Tierkreiszeichen, Symbolik und jahrhundertealten Bräuchen, auf der anderen Seite kubanischer Tabak, Handarbeit und die durchaus angenehme Erkenntnis, dass manche Dinge eben ihre Zeit brauchen.
Eigene Vitolas, 18er-Kisten und NFC-Chips
Und Habanos belässt es nicht bei einer zusätzlichen Bauchbinde mit Tiermotiv. Für die Veröffentlichungen werden eigene Formate und aufwendig gestaltete Verpackungen entwickelt. Die Cohiba Siglo de Oro zum Jahr des Hasen kam beispielsweise in einer 18er-Kiste und führte als erste Habano-Vitola einen NFC-Chip in der Verpackung ein. Auch die Montecristo Brillantes, Partagás Cedros und Trinidad Corcel wurden in besonderen 18er-Präsentationen aufgelegt; bei der Trinidad dient NFC ebenfalls der Produktinformation und Echtheitsprüfung.
Wie schmecken Años Chinos Zigarren?
Wer wissen möchte, „wie Años Chinos schmecken“, stellt ungefähr dieselbe Frage wie jemand, der wissen will, wie kubanische Zigarren schmecken. Die kurze Antwort lautet: sehr unterschiedlich. Denn bei jeder Veröffentlichung bleibt der Charakter der jeweiligen Marke entscheidend. Eine H. Upmann Magnum 52 wurde nicht plötzlich zur Partagás, nur weil ein Tiger auf der Kiste auftauchte. Habanos beschrieb sie als mild bis mittelkräftig und ausgewogen. Die Partagás Cedros steht dagegen in der Tradition einer Marke, die grundsätzlich für deutlich intensivere und kräftigere Mischungen bekannt ist. Trinidads Corcel wiederum wird offiziell mit mittlerer Stärke beschrieben.
Ungewöhnliche Vitolas abseits regulärer Habanos
Hinzu kommen die unterschiedlichen Formate. Gerade die Años Chinos bieten Vitolas, die vom normalen Sortiment der jeweiligen Marken abweichen können. Dadurch wird die Reihe auch für erfahrene Kuba-Raucher interessant: Man bekommt nicht einfach die bekannte Standardzigarre in einer hübscheren Schachtel, sondern kann vertraute Marken in teilweise ungewöhnlichen Dimensionen kennenlernen.
Limitierte Años Chinos für Sammler
Durch ihre begrenzte Produktion, die eigenständigen Formate und die auffälligen Präsentationen besitzen die Años Chinos einen ausgeprägten Sammlercharakter. Besonders reizvoll ist die Idee, über die Jahre verschiedene Tierkreiszeichen und Marken zusammenzutragen. Wer irgendwann Ratte, Ochse, Tiger, Hase, Drache, Schlange und Pferd nebeneinander im Humidor liegen hat, besitzt schließlich fast schon einen kleinen kubanisch-chinesischen Tierpark.
Kubanische Marken im direkten Vergleich verkosten
Allerdings sollte man dabei nicht vergessen, dass unter den Bauchbinden keine Museumsstücke stecken, sondern Zigarren. Gerade wer mehrere Ausgaben besitzt, kann wunderbar vergleichen, wie unterschiedlich Habanos S.A. das Thema chinesisches Neujahr interpretiert. Romeo y Julieta gegen H. Upmann, Cohiba gegen Montecristo oder Partagás gegen Trinidad – interessanter kann eine kleine private Verkostungsreihe kaum werden.
Für wen eignen sich Años Chinos Zigaren?
Vor allem für Aficionados, die Kuba bereits ein wenig kennen und Lust auf etwas abseits des Standardsortiments haben. Man muss dafür keineswegs chinesische Astrologie studiert haben oder auswendig wissen, welches Tier mit welchem Element kombiniert wird. Neugier auf besondere Habanos reicht vollkommen.
Sonderedition oder klassische Serienzigarre?
Auch als Einstieg in verschiedene kubanische Marken kann die Reihe spannend sein – allerdings mit einer Einschränkung: Wegen der limitierten Produktion und der besonderen Präsentationen sind diese Zigarren meist deutlich weniger alltäglich als reguläre Formate. Wer zunächst einfach herausfinden möchte, ob ihm beispielsweise H. Upmann, Partagás oder Montecristo grundsätzlich liegt, ist mit einer klassischen Serienzigarre oft unkomplizierter unterwegs. Wer dagegen gerade das Besondere sucht, bekommt bei den Años Chinos eine ziemlich reizvolle Mischung aus kubanischer Zigarrentradition, verschiedenen Marken und eigenständigen Formaten. Dass dabei ein chinesisches Tierkreiszeichen über die Auswahl wacht, schadet ebenfalls nicht.