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Adventura Cigars The Conqueror Marinero - Robusto (52x5)

Länge: 12.70Durchmesser: 2.06 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Meinen ersten Kontakt mit der Marke hatte ich im vergangenen Jahr auf dem Big Smoke in Köln, wo ich auch die Möglichkeit hatte, die Markeninhaber in einem kurzen Gespräch kennen lernen zu dürfen. Dort habe ich die Marinero auch das erste Mal geraucht, wobei sie erstmal keinen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Aber zum Glück habe – hatte – ich noch ein weiteres Exemplar. Die ADVentura Cigars & McKay The Conqueror Marinero kommt in einem top ausgeführtem Robusto-Format mit einem wunderschönen Milchschokoladen-Colorado-farbenen Deckblatt daher, geziert durch einen im Vergleich zu vielen anderen Marken und Linien sehr minimalistisch designten Ring mit einem interessanten, Wappen-ähnlichen Logo auf einem klasse texturiertem Papier daher. Das einzige, woran ich mich jedes Mal stoße, wenn ich die Ringe der klassischen Linien von ADVentura Cigars & McKay (Collabos wie die La Bucanera mit Mombacho und die El Loco mit Alejandro Turrent mal außen vor) betrachte, ist, dass sich das Logo bei hiesiger Schreibrichtung „AVD“ liest. Die etwas dickere Robusto wirkt fast comichaft perfekt, sie ist gleichmäßig bombenfest mit fühlbaren Blattadern und fühlt sich glatt und geschmeidig an. Das H-2000-Deckblatt zeigt erst auf den zweiten Blick einen leicht matten Farbton und nur graduelle Unterschiede durch leicht dunklere Flecken. Es ist zwar sichtbar, aber sehr fein geädert und auf den Fingerspitzen trockener als erwartet. Kalt duftet sie recht kräftig nach süßem Leder mit etwas Holz und gesalzener crunchy Erdnussbutter, am Brandende kommen frische, würzige Assoziationen auf mit Pfeffer vor Obst und Schokolade. Problembefreit gecuttet setzt der Kaltzug dann das Hauptaugenmerk auf Noten von Schokolade und etwas Kaffee vor allerlei Obst und lange im Nachhall bleibendem Pfeffer mit frischer Würze. Es braucht seine Zeit, sie zu entfachen, doch dann startet die ADVentura Cigars & McKay The Conqueror Marinero mild holzig-würzig mit Erde, Leder und Milchschokolade. Die Noten werden zügig kräftiger, die Erde würziger, Erdnussbutter vermischt sich cremig mit den schokoladigen Noten. Hin und wieder kommen Noten von Beeren durch. Retronasal stehen Laub und Pfeffer vor erdigen und dezent nussigen Noten. An der Nase stehen dem Leder mit etwas Kokosmilch entgegen. Im Abgang bleibt lange kräftiger Pfeffer. Bei perfektem Zugwiderstand und ansehnlicher, heller und fester Asche brennt die Marinero mit einem Hang zum Schiefbrand ab, wobei sich der Abbrand glücklicherweise immer von selbst korrigiert. Der zu Beginn sehr dünne Rauch wird zunehmend voller und hat eine sehr cremige Textur. Bis hierher in allen Belangen höchstens mittelkräftig wird der Körper im zweiten Drittel zunehmend voller, dabei wirkt das Profil eingebundener und süßer. Schwelendes Holz und leichte Kaffee-Noten kommen auf, hinter Erdnussbutter mit Salzkaramell und Schokolade kommen Jalapenos durch. Retronasal kommen Noten von Leder auf, der Pfeffer wird kräftiger. Ab ungefähr der Mittelmarke kommen Fleischassoziationen auf. Nun mit mittelkräftigem+ Körper und üppigstem Rauch werden im letzten Drittel die röstigen Fleisch und Erd-Noten präsenter, hintergründig kommen frisch würzige Noten und saure Beeren auf. Die Schokoladen-Noten werden damit einhergehend dunkler und kräftiger. Retronasal kommen nun auch Noten von Schokolade durch. Nach im Schnitt knapp über zwei Stunden Rauchdauer kann ich mich meinem Vorredner nur anschließen: die ADVentura Cigars & McKay The Conqueror Marinero ist wirklich ein Must-Have im Humidor!



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Black Label Trading Company Salvation Robusto
verifizierter Kauf

Länge: 12.70Durchmesser: 2.14 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Wie alle Linien der Black Label Trading Co. und der BLK WKS kommt auch die Salvation mit Ringen daher, deren düstere Designs thematisch von den Horror/Tattoo/Rock’n’Roll/Gothic/Heavy Metal-Szenen inspiriert sind. Mir gefällt’s – auch wenn sie so brutal fest um die fette Robusto geprügelt wurde, dass diese von ihnen wie gequetscht wirkt. Das recht helle Milchschokoladen-Colorado des ölig glänzenden, etwas gröber geäderten und leider leicht brüchigen Deckblattes ist nur ganz knapp am Colorado Maduro vorbeigeschrappt. Die Salvation Robusto fühlt sich glatt und gleichzeitig ölig an, ein wenig pelzig und brutal fest, obwohl sie mir sehr luftig gerollt scheint. Kalt duftet sie nach ledrig-holzigen Kakao-Nibs mit süßem Popcorn und frischen, zwischen den Fingern zerriebenen Minzblättern. Am Brandende kommen eine gewisse Tabakwürze, trockene Beeren, trockene Nuss und einiges an Pfeffer hinzu. Problemfrei gecuttet bestätigt der Kaltzug den Kaltduft in Summe. Man muss ein wenig Geduld mitbringen, sie zu entfachen, doch wenn sie einmal brennt, legt sie los mit rauchigen, tannigen und erdigen Noten vor ankokelnder Herrenschokolade mit Erdnuss und etwas Chili. Chili bleibt mit röstigem Pfeffer und Salz im Abgang. Leicht moosige Noten bleiben am Gaumen. Retronasal wirkt alles etwas süßer und cremiger mit mehr Leder, Zimt und Mandeln, gefolgt von einem Chili-Kick. Dabei ist sie erstaunlich zurückhaltend, nicht einmal mittelkräftig in der Stärke mit so gerade mittelkräftigem Körper. Bei üppigem Rauch mit der Textur von Zuckerwatte und einem etwas zu offenen Zug, der sich aber als genau richtig für dieses Erlebnis entpuppt, brennt sie perfekt, aber auch sehr zügig ab. Im zweiten Drittel bei gleichbleibender Stärke mit langsam aber stetig zunehmendem Körper wird das Profil holziger, fleischiger, noch rauchiger und zugleich cremig-schokoladiger. Erdige Noten kommen dahinter auf, mit Leder, Graubrot, hellen Früchten und Heu. Dezente Noten von Popcorn finden sich im Hintergrund. Die Noten von Chili und röstiger Pfeffer sind gänzlich in den Retrohale abgewandert, an der Nase hingegen kommen Werkstatt-Assoziationen auf. Die BLTC Salvation Robusto ist wirklich sehr gut konstruiert, was man auch an der über zwei Drittel fest haltende Asche in ihrer Grau-Camouflage erkennen kann. Im letzten Drittel wird bei zunehmender Stärke (nun mittelkräftig) und vollem Körper irgendwie alles kräftiger und vordergründiger. Noten von Vanille und Zimt kommen auf. Der Pfeffer und die Chilis sind sehr plötzlich sehr röstig zurück im Mundraum, geben der anbrennenden Schokolade einen interessanten Twist. Retronasal finden sich nun cremige waldig-moosige Noten mit Erdnussbutter und etwas Kakaopulver und ohne jegliche Schärfe. Assoziationen von Kokosnuss und Holzkohle kommen an der Nase auf. Mit 80 Minuten Rauchdauer ist die Salvation Robusto ein erstaunlich kurzes Vergnügen der Sorte „easy smoking“, und das mit kräftigen Aromen – obwohl sie recht unausgewogen ist, macht genau das den Spaß an ihr aus, besonders, weil in den unterschiedlichen Dritteln die Süße entweder im Mundraum oder im Retrohale liegt und die schärferen Noten als Kontrast dann jeweils entgegengesetzt. Klasse Smoke, aber dennoch nicht mein Liebling aus dem Hause Oveja Negra.



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Nicarao La Preferida Robusto (5x52)

Länge: 12.70Durchmesser: 2.06 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die Optik der La Preferida an sich ist schon etwas Besonderes. Das fleckige und faltige, von ordentlich Zahn recht prominenten Blattadern durchzogene, stumpf und rau wirkende H-2000-Colorado-Maduro Deckblatt steht im starken Kontrast zu dem hellblau/türkisen Ring mit den weißen Pinstripe- und Tattoo-Ornamentierungen, in die ein gefühlt aus 1890 stammendes Damenportrait in wiederum zum Braun des Deckblattes passenden Sepia eingefasst ist… irgendwie wunderschön-schrecklich anzusehen, diese Mischung aus Moderne und Altertum. Das rustikal montierte Deckblatt verströmt einen angenehmen, würzig-süßen Kaltgeruch, der aber auch Stärke vermittelt. Am Brandende kommen kräftg stallige, ledrige und leicht blumige Noten hinzu und der Duft von reifem Tabak, leicht beißend. Der kleine, krumme, unebene Wickel ist bombenfest, gibt auf Druck nicht nach. Der Anschnitt ist klasse, die Kappe „platzt“ ab, ohne dass man die Fillertabake anschneidet. Der Kaltzug wirkt dann erstaunlich zurückhaltend mit Noten von Leder, Tabak und einer dunklen Süße. Die kleine Robusto nimmt die Flammen gierig an, dann startet die La Preferida Robusto knackig und in allen Belangen bereits mittelkräftig+ mit einem Pfeffer-Blast vor Erde, Stall und Leder. Der Pfeffer geht zurück und dahinter findet sich eine feine Süße. Allerlei Gewürze finden sich an der Nase und retronasal stehen florale Noten hinter einer ordentlichen Portion Pfeffer, der langsam in den Hintergrund tritt, ohne je ganz zu verschwinden. Hin und wieder kommen Noten von Mandelmus durch. Der zu Beginn sehr dünne Rauch gewinnt immer mehr an Volumen und hat eine seidige Textur, ohne cremig zu sein, hinterlässt ein trockenes Mundgefühl. Der Zugwiderstand ist etwas zu lose für meinen Geschmack, man muss sie sehr vorsichtig in sehr zurückhaltenden Zügen rauchen. Das ist jetzt zuerst mal nicht schlecht, jedoch braucht sie Aufmerksamkeit, sonst neigt sie zum Erlöschen. Dabei brennt sie etwas wellig ab. Nach dem ersten Zentimeter, in dem die sehr feste, jedoch fusselige Asche fast schwarz ist, bekommt sie eine ansehnliche hellgrau melierte Farbe, in der sich fast schwarz die Blattadern abzeichnen. Im 2. Drittel wird die La Preferida Robusto nicht kräftiger, ihr Körper aber voller. Eine florale Süße und würzige Noten stehen hinter Erde, Leder, ein bisschen Holz und einer ordentlichen Portion Pfeffer. Kaffee- und Kakao-Noten liegen dahinter. Die süßlich-florale Note an der Nase ist toll, davon hätte ich gerne mehr! Doch retronasal sind Erde, Leder und Pfeffer tonangebend. Nun möchte sie nicht mehr so zaghaft geraucht werden wie zu Beginn, was bei dem relativ losen Zugwiderstand etwas gewöhnungsbedürftig ist und schnell zu Überhitzung führt – die La Preferida ist eine kleine Zicke. Im letzten Drittel wird es cremiger, die Noten von Mandelmus sind zurück und stellen sich schnell in den Vordergrund. Auch die florale Süße hat es in den Vordergrund geschafft, wo sie mit den Mandel-, Kaffee-, Kakao-, Erd- und Leder-Noten eine sehr angenehme Melange bildet. Dahinter steht ungezügelt Pfeffer, gibt der La Preferida Robusto den Punch, der sie zu einem großartigen Begleiter zu einem starken Kaffee oder einem süßen Rum macht. Retronasal hat sie nun eine Melange aus Kaffee, nassem Leder, etwas Holz, eine Prise Zimt und Zuckerrohr. Im letzten Drittel produziert sie regelrechte Rauchschwaden, der Abbrand wird hingegen immer schwieriger, sie neigt zunehmend zu Schiefbrand und tunnelt leicht. Gegen Ende in Sachen Stärke noch immer mittelkräftig+, doch der Körper und die Aromen sind voll und auf die Fresse. Die La Preferida Robusto ist eine kräftige Flavor Bomb für anderthalb Stunden Vergnügen mit „perfekter Balance von Süße und Stärke“, die die Zeit nur wenig gezügelt hat. Klasse – den Preis allerdings empfinde ich als 2-3 € zu hoch angesetzt.



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Micallef Zigarren Experiencia La Crema

Länge: 17.78Durchmesser: 2.06 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die La Crema war ein Humidorfund, dabei kein Einzelstück und ich muss zugeben, dass mir beim besten Willen nicht mehr einfällt, woher ich die habe. Die Ringe wirken irgendwie komplett falsch, der Hochglanzdruck will nicht so recht zu dem Wappen-Motiv passen und die gewählte Schrift sticht sich auch mit dem gefühlt unbewusst mittelalterlich anmutenden Motiv. Doch davon abgesehen ist die Churchill eine imposante Erscheinung. Trotz der 52x7 liegt sie leicht in der Hand, scheint mir recht locker gedreht, doch gleichmäßig und ohne Soft Spots. Das schöne, raue, feinadrige und leicht stumpf-grau wirkende Colorado-Claro-Deckblatt wirkt an sich ebenmäßig, ist aber leider bei allen Exemplaren mit einigen Löchern und Kleberresten „verziert“., leicht ölig, hat im Sonnenlicht einen leicht grünlichen Schimmer. Die La Crema duftet verhalten und sanft süßlich-holzig Kaltduft, mein erster Gedanke war „nichts Besonderes“. Die wirklich gut ausgeführte Triple Cap gibt bei Anschnitt extrem nach, ich habe kurz befürchtet: „jetzt reißt das Deckblatt“. Aber das ölige, speckige Deckblatt kann das ab, scheint sehr elastisch. Der Kaltzug hat dann mehr zu bieten als der Kaltduft, süßlich-holzige und dezent grasige Aromen lassen sich erahnen, dazu dampfende, nasse Grünteeblätter, jedoch mit einer etwas artifiziellen Qualität. Da sie recht luftig gewickelt ist, muss man beim Entfachen etwas vorsichtig sein – die Experiencia will angezündet sein, will geraucht werden. Die ersten Züge haben dann einen richtigen Wow-Effekt. Dichter, cremiger, sanfter Rauch präsentiert an der Grenze zu mittelkräftig sanfte, „reife“ Aromen. Fruchtsüße mit Kakao und etwas Pfeffer liegt im Hintergrund. Es gesellt sich nach ein paar Zügen frisch gemahlener Kaffee hinzu, mit etwas Salz. Nichts davon ist aufdringlich, alles gezügelt, zurückgenommen, sanft. Retronasal wirkt das Aromenprofil artifizieller. Bei sehr losem Zug und dunkelgrauer, sehr flakiger aber im Kern stabiler Asche brennt die Experiencia brennt beispielhaft ab. Im 2. Drittel kommt die Fruchtsüße mit feinwürzigen Aromen und etwas Honig in den Vordergrund, dahinter baut sich langsam etwas mineralisch-erdiges auf, wie nasser Waldboden unter frischem Laub an einem sonnigen Herbstmorgen. Sie wird nicht kräftiger, der Körper etwas voller. Das letzte Drittel bleibt süß mit viel Honig, dahinter liegen allerlei Gewürze. Vielleicht könnte das letzte Drittel mehr, vielleicht wäre hier der Moment, in dem die Micallef Experiencia La Crema wirklich trumpfen könnte, doch der bisher beispielhafte Abbrand stellt sich dem jetzt in den Weg. In Stärke und Körper bleibt die Experiencia weiterhin höchstens mittelkräftig. Es ist eine solide Premium-Zigarre, deren namengebende Cremigkeit wirklich herrlich ist, der jedoch durchaus das gewisse Etwas, die Raffinesse, fehlt – andererseits ein total angenehmes Raucherlebnis mit tollen, jedoch sehr subtilen Aromen. Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich diese Zigarre gut finde oder nicht, nicht einmal, ob ich sie wieder rauchen würde.



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Tatuaje RC Series No. 2

Länge: 14.29Durchmesser: 2.14 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Ist man einmal über die Freude über die beiden Ringe – das altbekannte hässliche Brown Label wird von dem 2. Ring, der sehr treffsicher völlig daneben und viel zu bunt designt ist, in Sachen Unansehnlichkeit in düstersten Schlagschatten gestellt – hinweg, fällt sofort auf, was denn das RC („Retro Cuban“) an diesem Stick bzw. dieser Linie ist: Die sehr wertig und gut ausgeführt wirkende Tatuaje La Seleccion de Cazador RC Series Nr. 2 sieht mit dem kunstvollen Triple Cap und dem winzigem Pigtail nicht nur aus wie die Cohiba Behike 54, nein, Länge wie Ringmaß sind ebenfalls identisch. Die Nr. 2 wirkt leicht boxpressed, das scheint mir aber unbeabsichtigt, leben die doch auf engstem Raum in der kleinen Kiste. Die kürzere Toro wirkt perfekt konstruiert, weder unterfüllte Stellen noch zu feste Knubbel sind zu spüren und sie gibt auf Druck leicht nach. Das von winzigem Zahn gesprenkelten und sichtbar sehr stark von dünnen Blattadern durchzogene Deckblatt fühlt sich elastisch und ledrig an. Es ist etwas glatter und trockener als ich bei dem Anblick erwartet hätte, dennoch leicht ölig. Das etwas hellere Colorado hat nicht einen Farbfehler und schimmert leicht orange im Sonnenlicht. Kalt duftet sie zuerst einmal fast ausschließlich nach Leder, bei zweitem Beschnuppern finde ich dahinter süßlich erdige Noten mit Melasse und ein wenig Holz, am Brandende hingegen etwas würziger mit blumigen und fruchtigen Noten mit frischer Qualität. Nach problembefreitem Anschnitt unterstreicht der Kaltzug die ersten olfaktorischen Eindrücke – hinter Leder und Erde kommen leicht heuige Noten durch mit einer leichten Würze und etwas Kaffee. Die Aromen wirken dabei recht trocken. Man muss ein bisschen Geduld mitbringen, um sie zu entfachen, doch wenn sie einmal brennt, startet die Tatuaje La Seleccion de Cazador RC Series Nr. 2 erstmal recht trocken mit Noten von Leder, Graubrot, steinig-süßer Erde und etwas Heu vor einer ordentlichen Portion Pfeffer, der auch lange im Abgang bleibt. Retronasal ist’s noch trockener mit Erde und allerlei Pfeffer. Zu Beginn würde ich sie in allen Belangen mittelkräftig einstufen. Langsam übernehmen cremig-süße Noten von Graubrot und würzige Erde mit ein wenig trockener dunkler Schokolade, Kakao-Nips, Laub und Pfeffer das Profil, während retronasal der Pfeffer mehr Volumen und mit frischen Zitrus-Noten einen interessanten Konterpart bekommt. Bei perfektem Zugwiderstand und völlig außer Kontrolle geratenem Rauchvolumen mit zu Beginn trockener, doch zunehmend cremiger Textur – ein bisschen sticky-trocken-cremig wie die Cremigkeit von Erdnussbutter – brennt die Nr. 2 etwas wellig ab. Die einheitlich hellgraue Asche ärgert, so flakig ist sie. Auf der Hose, auf der Jacke, ne was ist das ne Kacke… aber das ist das einzige Manko in der Performance bisher. Im zweiten Drittel wirkt das Profil auf mich viel eingebundener. Noten von gerösteten Mandeln, vanilligem Holz, kräftigem Espresso und cremigem Nougat kommen auf, bilden die Basis hinter sehr präsenten süßlichen erdigen und ledrigen Noten. Im Verlauf des 2. Drittels bekommen die Aromen eine zunehmend röstige und würzige Qualität. Im Abgang und retronasal finden sich weiterhin vor allem holzige Pfeffer-Noten und Zitrus, an der Nase kommen Noten von Nuss und süß-würzigem Leder auf. Erstaunlicherweise scheint sie mir nicht kräftiger zu werden, aber der Körper (medium++) nimmt stetig zu. Sirupartig übernehmen schwere, zunehmend metallische Erde und schwelendes Holz im letzten Drittel das Profil. Dahinter bleibt eine Melange aus Leder, Kaffee, Kakao, Nougat und Nuss. Salzige Noten und die Zitrus-Noten aus dem Retrohale kommen nun im Hintergrund auf. Der Abgang wird holziger. Retronasal vermengen sich Erde, Heu, etwas Chili und frisch-minzige Noten mit Holz und Pfeffer. An der Nase steht dem Vanille entgegen. Noch immer mittelkräftig in der Stärke, kratzt der Körper jetzt sehr ambitioniert an der „Voll“-Marke. Irgendetwas in dem Profil erinnert mich an die Le Bijou, ist da Sancti Spiritus mit in der Einlage? Die Tatuaje La Seleccion de Cazador RC Series Nr. 2 raucht sich gut eine Stunde und 40 Minuten, wobei man wahrscheinlich ein paar Minuten für das von ihr im letzten Drittel doch hin und wieder verlangte Nachfeuern abziehen muss. Sie ist nicht über-komplex und nicht wirklich überraschend abwechslungsreich, aber das braucht es für mich auch einfach nicht bei diesem Profil. Es ist ein solider und etwas eigenwilliger Smoke, bei dem ich das "Retro Cuban" allerdings nicht finde. Eher „Retro Nicaraguan“. Die La Seleccion de Cazador RC Series gehört nicht zu den preisgünstigsten Linien der Marke Tatuaje, aber gemessen an dem Spaß, die sie gut anderthalb Stunden schenkt, empfinde ich den Preis als allemal angemessen. DRINGEND AUSPROBIEREN!



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Don Pepin My Father La Promesa Corona Gorda
verifizierter Kauf

Länge: 13.97Durchmesser: 1.91 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Nach dem vielversprechenden Erlebnis mit der Petite derselben Serie und dem großen Fragezeichen, dass die Robusto Grande bei mir hinterlassen hat, habe ich mich nun an die My Father La Promesa Corona Gorda gewagt. Die Petite hat schonmal mehr hergemacht und vielleicht, da ging ich zumindest von aus, funktioniert dieser Blend für mich ja in geringeren Ringmaßen besser. Wie immer bei My Father verpackt als Eye Candy mit quietschbunten Ringen ist die schmale Corona Gorda perfekt konstruiert, abgeschlossen wird das gut ausgeführte Format mit einer Bilderbuch-Triple-Cap. Sie ist recht fest, gibt auf Druck nur sehr gering nach und fühlt sich etwas glatter an als die anderen Formate, jedoch auch etwas öliger. Das Mandelbraun-Colorado des Deckblattes weißt ordentlich Zahn auf und ein feines Netz aus Blattadern. Kalt duftet sie dezent ledrig und holzig mit blumiger Süße sowie gesalzenen Nüssen. Am Brandende kommen würzigere und stalligere Noten durch mit ausgebranntem Fass und etwas Kakaopulver. Einmal wie durch Butter angeschnitten präsentiert der Kaltzug Noten von Leder mit würzigem Holz, reif wirkenden erdigen Noten und einer leicht karamellisierten Zuckersüße. Etwas schwarzer Pfeffer liegt im Abgang, ohne Schärfe. Es dauert doch erstaunlich lange, die Corona Gorda zu entfachen – doch wenn sie dann brennt, legt sie in allen Belängen mittelkräftig los mit einem irgendwie cremig-röstigen Pfeffer-Kick. Kräftige ledrige und erdige Noten mit starkem Kaffee, holziger Vanille und sirupartiger Süße von eingelegten schwarzen Nüsse kommen auf und stellen sich Zug um Zug langsam in den Vordergrund. Retronasal stehen dem Chili- und Paprika-Noten mit gepfefferten Nüssen und etwas Zimt entgegen. Kurz vor Ende des ersten Drittels zeigen sich im Hintergrund cremige Noten von Erdnussbutter und Marshmallows, im Abgang liegt süßes Heu und eine dezente Jalapenoschärfe. Bei einem ordentlichen festen Zugwiderstand, den ich bei dem Format als perfekt empfinde, und übermäßigem Rauchvolumen mit sahnig-kaubarer Konsistenz brennt die My Father La Promesa Corona Gorda perfekt ab – und das, obwohl das Deckblatt meines Exemplares sich als sehr brüchig erweist. Bei dem Muster, nach dem es zwischen der Kappe bis zu den Ringen und nach Entfernung dieser immer weiter aufbricht, glaube ich allerdings, dass das nicht an der Dicke des Deckers oder an der Hitze der Glut liegt, sondern irgendwo beim Transport oder mir selbst ein kleines Malheur passiert ist. Sie scheint hingefallen oder gequetscht worden zu sein. Shit happens. Im zweiten Drittel wird der Körper voller (medium++), das Aromenprofil dabei röstiger und pfeffriger mit anbrennendem Karamell. Die Noten vom Erde, Leder sowie Erdnussbutter werden präsenter. Hintergründig kommen Sherryfass-Noten auf und im Abgang bleibt etwas Cookie Dough. Auch retronasal geht es nun röstiger zur Sache, holzige Noten mit trockener Herrenschokolade und trockenem Kakaopulver kommen auf, kontrastiert durch den Duft von holziger Vanille an der Nase. Trotz des sich zunehmend verabschiedenden Deckblattes brennt die Corona Gorda weiterhin beispielhaft ab und die fast weiße Asche – gemustert durch den sich abzeichnenden Zahn – sitzt bombenfest. Im letzten Drittel nun mittelkräftig+ in Stärke mit vollem Körper stehen Noten von Erdnussbutter und eingelegten schwarzen Nüsse im Vordergrund. Dahinter erleben die Kaffee-Noten ein Revival. Dezente Assoziationen von Charred Steaks kommen auf, wie bei der Petite. Noten von Pfeffer und Chili lösen Vanille und Sherry ab. Retronasal geht die Schokolade zugunsten von holzigem Zimt und ein wenig Lakritz zurück, dahinter bleibt eine leichte Schärfe von angebratenen Jalapenos und etwas – für eine My Father sehr wenig – Pfeffer. An der Nase liegen Noten von Nuss und süßem Leder mit Assoziationen von Iberico-Fleisch. Anders als bei der Petite und der Robusto Grande haben die Aromen der Corona Gorda keine Erinnerungen von Kartoffelchips bei mir geweckt. Ich vermisse sie nicht. Diese knapp anderthalb Stunden Genuss haben mir gezeigt, dass dieser Blend in dem schmaleren Ringmaß tatsächlich in meinen Augen viel besser zur Geltung kommt, wenn nicht am besten. So geht auch der Preis so gerade mal in Ordnung – wer die La Promesa ausprobieren will, der sollte die Corona Gorda wählen!



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Camacho Brotherhood Series Hard Charger Toro Limited Edition

Länge: 15.24Durchmesser: 1.98 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Wie ich es zumindest von Camacho schon gar nicht mehr anders erwarte, kommt auch die Camacho Hard Charger Toro mit auf Coolness getrimmten Design daher, abgerundet durch ein imposantes Format und ein ordentlich dunkles Deckblatt. Einmal aus dem Cello befreit, ist das erste, was auffällt, wie rau und ölig das Connecticut Broadleaf ist. Als zweites fällt auf, wie weich sie ist, sie gibt auf Druck ordentlich nach. Aber sie ist gleichmäßig luftig gerollt und weiß auch genau, wo ihre ursprüngliche Form ist. Das Deckblatt ist ein dunkel marmoriertes Oscuro, das ein wenig an die Farbe gerösteter Kaffeebohnen erinnert. Der spürbare Zahn ist kaum sichtbar und nur ein paar wenige, dünne Blattadern sind zu entdecken. Die Hard Charger Toro duftet in erster Linie erdig und ledrig mit Noten von Bitterschokolade und einer leichten BBQ-Würze. Am Brandende ist diese Würze präsenter, mit Noten von Beeren, Tannenharz und Pfeffer. Auch im Kaltzug liegt diese Würze, mit erdigen und ledrigen Noten und einer Handvoll Kandiszucker. Salz bleibt im Abgang auf den Lippen zurück. Zügig entfacht beginnt die Camacho Hard Charger Toro cremig-süß mit erdigen Noten, dunkler, irgendwie malziger Schokolade, Leder, Erdnussbutter, Tanne, feuchtem Heu und Salz. Dahinter kommen eine dunkle Röstwürze mit Beeren und hin und wieder frische Noten von Kokosnuss auf. Retronasal stehen süßes Leder mit Erde und angeröstetem Pfeffer im Vordergrund. An der Nase liegt ein Geruch, der etwas Off aber dennoch angenehm Assoziationen von alten Benzinern weckt. Die Hard Charger überfordert nicht, die Stärke kratzt so gerade mal an der Medium-Marke, während der Körper mittelkräftig+ ist. Und sie ist wirklich sehr gut konstruiert, sie brennt beispielhaft ab mit perfektem Zug und ordentlichem Rauch mit sahniger Textur. Sogar die Asche ist perfekt, schneeweiß und bombenfest. Im zweiten Drittel bekommen die erdigen Noten eine zunehmend röstige Qualität, dahinter kommen ebenfalls röstige, fleischige Noten hinzu. Hin und wieder kommen Assoziationen von gesalzenen Kartoffelchips auf. Bei all den Deftigen Noten verliert die Camacho Hard Charger Toro jedoch nie diese süße Melange aus Schokolade, Tanne und Erdnussbutter; auch die salzigen Noten im Abgang bleiben. Die Noten von Tanne wandern in den Retrohale ab, wo sie eine angebrannte Qualität bekommen. Im letzten Drittel nun mittelkräftig mit einem Körper, den ich auf exakt halber Strecke zwischen mittelkräftig und voll einordnen würde, bleibt das Profil herrlich süß. Die röstig-fleischigen Noten und Assoziationen von frisch ausgebranntem Fass kommen mit in den Vordergrund. Die Schokoladen-Noten werden verdrängt von kräftigem Espresso. Brombeeren vermengen sich im Hintergrund mit cremiger Erdnussbutter. Retronasal werden die erdigen Noten langsam aber sicher metallisch und der Pfeffer wird kräftiger. Und die Benziner-Noten an der Nase? Die gehen nie ganz. Nach im Schnitt exakt zwei Stunden Rauchdauer stelle ich für mich immer wieder fest, dass die Camacho Hard Charger Toro aus der Brotherhood Series für mich ein schlichtweg großartiger Smoke ist! Right in the sweet spot, wie viele andere Zigarren mit Connecticut Broadleaf Maduro Deckblatt auch wie z.B. die Liga Privada Nr.9, RoMa Crafts CroMagnon oder die fast unerreichte Flores y Rodriguez Connecticut Valley Reserve. Da stört auch der aufgerufene Preis nicht mehr.



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AVO Limited Editions 2019 Toro

Länge: 15.24Durchmesser: 2.06 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die AVO Improvisations Series Limited Edition Toro 2019 ist geschmückt mit zwei edlen Ringen, die besonders durch den gewählten Kupferton auf Altweißem Grund sehr treffend auf das kupferrotstichige Deckblatt abgestimmt sind. Der zweite Ring, der die Jahreszahl der Erscheinung der Improvisations Series trägt, wurde bisher immer nach Themen aus der Musikwelt designt, wie zum Beispiel sehr treffend angelehnt an einen Gitarrenhals bei der „Classic Covers 2017“. In 2019 hat man sich im Design von den Pressmulden für das Verfahren für boxpressed Zigarren inspirieren lassen – da hätte man es ja beim Release auch international bei einer boxpressed Toro belassen können... hats aber nicht, warum auch immer. Mit den Ringen war es das dann aber auch schon mit edel, was das Erscheinungsbild der letztjährigen Improvisations Series Limited Edition Toro angeht. Denn abgesehen von dem wirklich wunderschönen, kupferrotstichigen Colorado-Maduro-Ton ist der Sungrown aus Ecuador stark geädert und übersäht mit vielen dunklen, fast schwarzen Flecken – und dieses sehr rustikale Erscheinungsbild wird noch unterstrichen von der krummen und schiefen Rollung. Die Toro ist voller Buckel und unterfüllten Stellen, zwischen denen sich die sich in sich kräuselnden und stark fühlbaren Blattadern hin und her schlängeln. Dazwischen ist das Deckblatt rau von etwas Mini-Zahn, dabei so ölig, dass die Berührung ein feucht kristallines Gefühl auf den Fingerspitzen hinterlässt. Sie wirkt wirklich wie das Schlusslicht aus dem „Volkshochschulkurs Kippe selber drehen“, aber man soll ein Buch ja nicht nach dem Cover beurteilen. Denn – Spolieralarm – abgesehen von dem leichten Manko, dass sie den kompletten Rauchverlauf an der Grenze zum Erlöschen mäandert, zeigt das fast kerzengerade Abbrandverhalten, dass sie trotz ihrem Erscheinungsbild gut konstruiert ist. Die Optik ist sowieso das größte Manko der Toro, denn der Kaltduft lässt mir sofort das Wasser im Munde zusammen laufen. Sie verströmt förmlich den Duft von feuchtem Waldboden mit Laub und Tau nach Sommerregen, zugleich frisch und reif. Am Brandende kommt mehr Laub durch, getragen von der Würze von Soja-Sauce mit etwas Limette. Der Anschnitt macht mir dann wieder etwas Sorgen, hinterlässt er doch ein extrem fusseliges Mundende und gibt den Blick auf eine Einlage frei, die sehr trocken wirkt. Die Achterbahnfahrt geht weiter, denn der Kaltzug ist wieder herrlich: etwas Soja-Sauce umspielt ein wenig sandige Erde, aufgepeppt mit einem Spritzer Limette. Dahinter liegt etwas Pfeffer, der leicht irritierend im Abgang liegen bleibt. Einmal und zügig entfacht, startet die AVO Improvisations Series Limited Edition Toro 2019 dann exakt mit diesen Noten irritierender Schärfe. Langsam geht diese zurück und ganz leichte, cremig-süße Waldassoziationen kommen durch. Es dauert seine Zeit, doch wenn die Irritation nach 1-2cm verflogen ist, stehen cremig-süße und wärmende Noten von Zedernholz und Tanne im Vordergrund, getragen von Soja-Sauce und Pfeffer sowie einer in meinen Augen Davidoff-typischen Muffigkeit. Dahinter ist richtig viel los, Espresso, Kakao-Nips, Laub, Leder und Limettenzeste geben einander die Klinke in die Hand, bleiben nie zu lange, um eintönig zu werden. Retronasal liegt der Schwerpunkt auf süßer Erde und nassem Laub mit Leder etwas schwarzem Pfeffer, das wird kontrastiert von süßer Sahne mit Vanille an der Nase. Man merkt, dass die verwendeten Tabake einige Jahre Reifezeit auf dem Buckel haben, denn die AVO Improvisations Series Limited Edition Toro 2019 ist gerade mal mild++ in der Stärke, doch aromatisch ist sie ein Schwergewicht mit mittelkräftigem Körper. Mit etwas losem Zug brennt sie zügiger ab als das Format vermuten lässt, bei durchschnittlichem Rauchvolumen mit milchiger Textur. Die Asche ist herrlich hässlich anzusehen, uniform dunkelgrau und locker flockig. Im 2. Drittel wird der Körper voller bei gleichbleibender Stärke. Aromatisch passiert im Vordergrund nicht allzu viel außer präsenter werdender Vanille. Dahinter aber werden die sich abwechselnden Aromen röstiger und dunkler, Gebäck-Assoziationen und frisch gebackenem Bauernbrot und mild floralen Anklängen kommen auf. Die Noten von Limette werden kräftiger, bleiben mit holzigen Noten und schwarzen Pfeffer lange im Abgang liegen. Der zu Beginn noch recht dünne Rauch wird immer voller und ist gegen Ende des 2. Drittels üppig mit einer Textur, die an die viel zu festen Milchshakes von McDonald’s erinnert. Im letzten Drittel stellen sich nun Noten von erdigem Röstkaffee, würziger Vanille, Leder und Rum-Assoziationen zusammen mit frisch fruchtigen Noten direkt hinter den vordergründigen, süßen und nun leicht röstigen Holznoten von Zeder und Tanne auf. Lakritz, Milchschokolade und Zuckerwatte geben alledem eine cremige Basis. An der Nase kommen kräftige nussige Noten auf, erinnern mich an Vanillemandeln. Retronasal komtm das Profil eine Spur floraler daher mit Noten von Laub, Moos und Baumrinde vor einer Basis aus Soja-Sauce und Pfeffer. Als ich die Toro nach etwas über anderthalb Stunden ablege, ist der Körper auf halber Strecke zwischen mittelkräftig und voll, ohne dass sie stärker geworden wäre. Trotz der Achterbahnfahrt vor dem Anzünden und während der ersten 1-2cm ist die AVO Improvisations Series Limited Edition Toro 2019 mit ihrem höchst komplexen, dabei ungeheuer abwechslungsreichen und sehr nuancierten Profil, in dem sämtliche Noten so angenehm eingebunden sind, ein herrlicher Smoke, der jedoch ungeteilte Aufmerksamkeit verlangt. Ein Manko hingegen ist ganz eindeutig der Preis.



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Rocky Patel Hamlet Liberation Toro (6,5x55)

Länge: 16.51Durchmesser: 2.18 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die Rocky Patel Hamlet Paredes Liberation Toro war ein Humidorfund. Woher ich die habe weiß ich nicht mehr, ich glaube, ich habe sie von der Hausmesse im vergangenen Jahr, aber sicher bin ich mir nicht. Es war das imposante „Toro“-Format, das mich zu ihr greifen ließ – es ist eine längere und fettere Toro mit einem sehr gut ausgeführtem, fast schon zu spitzen 109-style Kopf. Besonders ansprechend ist das Brandende, an dem gut 1,5cm der Einlage samt Umblatt hervorstehen. Die Ringe von Hamlet haben mir abgesehen von dem ziemlich selbstbeweihräuchernden Aufdruck "Master of Tobacco" immer sehr gut gefallen, jedoch hat man sich bei der Liberation in meinen Augen mit dem Kontrast zwischen Gold und Babyblau ordentlich vergriffen, die durch das strahlende Weiß erreichte „Grundhelligkeit“ macht es nicht besser. Sie liegt gut und echt leicht in der Hand und hat einen schwammigen, „cubanischen“ Give auf der kompletten Länge der vom Deckblatt abgedeckten Toro. Am Brandende kann man jedoch sehr gut sehen und erfühlen, dass das speckig und ledrig wirkende, raue Deckblatt doch recht stramm um den Wickel gelegt ist und so dem Stick seine Grundfestigkeit gibt. Nur wenige prominente aber feine Blattadern durchziehen das Deckblatt, das vor allem viel kleinsten Zahn aufweist. Es ist fleckig und leicht rötlich, irgendwo zwischen Colorado und Colorado Maduro einzuordnen. Sie wirkt gut und wertig konstruiert, aber da ist noch Platz nach oben. Kalt duftet sie maggi-würzig mit erdigen und ledrigen Noten vor floralen und beerigen Untertönen und leichter Zuckersüße. Am Brandende kommt eine kräftige Würze mit Erde, frischem Kaffee und einer Idee Lakritz durch. Zuerst habe ich nur auf ca. 3mm abgeschnitten, um den coolen 109-style Kopf beizubehalten, doch da war leider der Zugwiderstand viel zu hoch. Nochmal ungefähr dieselbe Menge nachgeschnitten und der Zugwiderstand ist perfekt. Auch der Kaltzug zeigt Noten von Maggi mit Erde, Leder und einer Idee Lakritz im Abgang. Süße: Fehlanzeige. Beim Entfachen ist Vorsicht geboten, denn der Tabak am Shaggy Foot ist gierig. Wenn sie dann brennt beginnt es kantig mit erdigen und holzigen Noten. Sehr präsent stehen Pfeffer-Noten vor Heu und Gras, ganz weit entfernt liegen eine artifizielle Süße und Holzkohleassoziationen. Es bleibt ein irritierender Nachgeschmack auf der Zunge und am Gaumen, beißend. Retronasal wird das unterstrichen von Gras, Pfeffer und ein wenig altem trockenem Kaffeepulver. Wenn die Brandlinie das Deckblatt erreicht, wird die Liberation Toro plötzlich herrlich cremig und leicht süßlich, verliert komplett die irritierenden Noten. Fermentierter schwarzer Pfeffer und etwas metallische Erde bestimmen jetzt das Profil, vor „Gras-Likör“ und Andeutungen von Nuss mit mehliger Qualität. Retronasal steht ledriger Kaffee vor schwelendem Holz und Pfeffer minus Schärfe. Der Pfeffer und der „Gras-Likör“ halten sich lange im Abgang. Bis hierhin mittelkräftig in Stärke und Körper brennt sie wellig, aber unauffällig ab, wobei sich der Zug zunehmend öffnet. An dem Shaggy Foot zeigt sich die herrlich weiße Asche brutal lose und flakig; das wird sich leider nicht ändern. Im 2. Drittel wird der Körper voller und die Aromen klarer. Die Noten von schwelendem Holz aus dem Retrohale gesellen sich zu den metallischen Erd-Noten und dem Pfeffer im Vordergrund des Profils. Dahinter kommen eine leichte Zuckersüße mit Lakritz auf, passen gut zu dem "Gras-Likör". Retronasal wird es irgendwie dünner mit dezenten Noten von Leder und Pfeffer, an der Nase steht dem Zuckersüße entgegen. Bei null Zugwiderstand bestimmen im letzten Drittel Noten von Leder, Erde, Heu mit einer stalligen Süße das Profil, getragen vom allgegenwärtigen fermentierten schwarzen Pfeffer. Der "Gras-Likör" ist in den Retrohale abgewandert, wo auch die Kaffee-Noten ein Revival erleben. Der übertrieben dichte Rauch hat eine etwas trockene Textur, was den Aromen gegen Ende nicht gerade zugutekommt, da es die Trockenheit der zunehmend steinigen Erde unterstreicht und nach einem Begleitgetränk verlangt. Nach weit über zwei Stunden habe ich sie abgelegt und muss zugeben, dass sie in meinen Augen nicht zwingend ein Meisterstück ist und um Längen hinter dem Blend der ursprünglichen Tabaquero mit den grün-roten Ringen zurück bleibt.



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Black Label Trading Company Royalty Robusto

Länge: 12.70Durchmesser: 2.14 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Wie alle Linien der Black Label Trading Company aus der Tabacaleria Oveja Negra ist die Royalty Robusto geschmückt mit herrlich düsteren Ringen – und das trotz der Grundfarbe Weiß. Das Robusto-Format ist gut ausgeführt, aber auch das muss man bei Oveja Negra eigentlich nicht mehr erwähnen. Sie ist bombenfest, fühlt sich leicht rau an und zuerst trockener als erwartet. Dann hinterlässt sie aber doch einen kristallin öligen Film auf den Fingerspitzen. Das orange-rötliche Colorado-Claro-Deckblatt wirkt etwas ledrig und weist winzigsten Zahn und nur wenige dünne Blattadern auf. Den Kaltduft dominiert eine irgendwie parfümiert grasige, artifizielle Süße. Am Brandende lässt sich ein wenig Leder, ein wenig Erde und etwas Würze erschnuppern. Der Kaltzug präsentiert dann eine Mischung dieser Noten. Etwas Salz bleibt auf den Lippen zurück. Einmal entzündet geht es dann in eine ganz andere Richtung. Mild+ in Stärke mit medium- Körper umschmeichelt sie mit cremigen Noten von süßen Pfefferaromen, Kandiszucker, leichter Vanille, etwas gebrannte Erdnüsse und Röstnoten von schwelendem Holz den Gaumen. Röstiger Pfeffer bleibt im Abgang lange auf der Zunge. Retronasal steht dem ein Pfeffer-Sting mit grasigen Noten, etwas Schokolade und Baumrinde entgegen. Mit hellgrauer und flakiger Asche, brutalem Rauchvolumen mit sehr cremiger, ja buttriger Textur und etwas zu offenem Zug brennt sie zwar etwas zügig, aber beispielhaft ab. Im zweiten Drittel kräftiger und voller (mild++ und medium-) wird das Profil holziger und irgendwie „fleischiger“ mit Röst- Noten von Kaffee- und Bitterschokolade, dazu hintergründig etwas Karamell. Die Vanille bekommt eine trockene Qualität. Retronasal bekommen die Aromen eine seifige Qualität. An der Nase findet sich süßes, holziges Karamell. Im letzten Drittel medium- in Stärke, schleichen sich hintergründig leicht bittere Erdnussbutter-Noten ein. Dazu kommen Assoziationen von Marshmallows. Die holzigen Noten werden kantiger, eine dunkle Würze von Zimt und Muskat kommt durch. Retronasal werden die grasigen Noten präsenter, dabei floraler und dann leider doch parfümiger. Der Abgang ist lang und wärmend. Gegen Ende kommen immer mehr die Noten Karamell, Erdnuss und Marshmallows durch. Nach anderthalb Stunden zufrieden abgelegt, ist die Royalty Robusto nicht meine liebste BLTC, dennoch macht sie Spaß. Sie ist smooth und sweet und easy, aber ihr fehlt das Sperrige, das mir an den anderen Blends von James Brown so gefällt.



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Mombacho Casa Favilli Toro

Länge: 15.24Durchmesser: 2.06 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die Mombacho Casa Favilli Toro zeichnet sich durch ein imposantes Format aus, das durch die sehr klar und simpel desingten Ringe und deren Farbgestaltung Gold auf Cremegelb sehr edel wirken. Grundlegend fühlen die Toros der Linie sich immer gleichmäßig fest an, bisher hatte eines von vier Exemplaren einen Soft Spot direkt unterhalb der Kappe, ansonsten. Das Deckblatt fühlt sich samtig weich und nur leicht ölig an, mit leichtem Schmirgel vom Zahn und fühlbare feste Blattadern. Anders als bei den Casa Favilli Torpedos schmückt die Toros ein schönes, hell Kakao-braunes und leicht stumpfes Maduro-Deckblatt. Ordentlich Zahn, einige wenige dunklere Stelleb und die vielen Adern zeichnen sich heller ab. Im Schnitt sind die Toros gut bis sehr gut konstruiert. Kalt duftet sie dezent nussig mit einer Melange aus süß-saurer Erde, Kaffee, Leder, Melasse und Kakaopulver. Am Brandende liegt das Augenmerk auf Noten von steiniger Erde, Nicaragua-typischer Worchestershire-Würze, Toffee und Frucht. Beim Anschnitt ist etwas Vorsicht geboten, bei einem Exemplar löste sich dabei die komplette Kappe ab. Der Kaltzug zeigt sich süßer als der Kaltduft mit viel steiniger Erde, Leder, Worchestershire-Würze und Kakaopulver. Witzigerweise gestaltet sich das Entfachen etwas schwierig, die Toro wirkt fast wie flammenabweisend. Hat man sie trotzdem dazu gezwungen, das zu tun, wofür sie gemacht wurde, beginnt die Mombacho Casa Favilli Toro sehr cremig und dezent säuerlich mit süßem Kakaopulver vor steiniger Erde, Toffee und leichter Würze. Den Abgang dominiert ein holzig-röstiger Pfefferkick mit leichten, süßlichen Paprika-Noten im Abgang. Die Säure verschwindet schnell und cremiger Kakao mit steiniger Erde übernehmen das Profil. Dahinter liegen BBQ-Assoziationen mit röstigen, fleischigen Noten, Worchestershire-Würze und ebenfalls röstigem Pfeffer. Retronasal zeigt sich mehr Erde mit schwelendem Holz, etwas würziger Kaffee und leicht grasigen Noten. Bis hierhin mit milder Stärke und mittelkräftigem Körper sind die Aromen in dem vollen Rauch sehr präsent, was die sahnige Textur des Rauches noch einmal unterstreicht. Bei einem Zugwiderstand, den ich am losen Ende von perfekt einstufen wurde, brennt die Mombacho Casa Favilli Toro gemütlich und leicht wellig ab; nur ein Exemplar neigte zum Ausgehen. Die Asche ist unfassbar dunkel und brüchig, ohne zu fallen. Dunklere Ringe in der Asche zeigen sehr genau, wann man abaschen muss. Bei leicht steigender Stärke und Körper (mild++ und medium+) wird das Profil im 2. Drittel süßer und cremiger, dabei röstiger. Noten von Kakao und Erde geben weiterhin den Ton an. Dahinter kommen zur Würze mit röstig fleischigen Noten nun frische und fruchtige Noten und Nuss auf, sirupartig süß. Retronasal wird es röstiger und würziger mit präsenterem Pfeffer und etwas Leder. An der Nase wirkt der Rauch ledrig-erdig-süß mit Kakao-Nibs. Im letzten Drittel werden die Aromen nochmal voller und präsenter mit würzige-röstigen Fleisch-Noten. Dennoch bleibt die Toro cremig und likör-süß mit Toffee und Kakao. Kaffee-Noten kommen und gehen, erinnern an Kaluha. Holz und steinige Erde zeigen sich dahinter, dazu Vanille, Zimt und etwas sehr Interessantes, das ich nicht greifen kann. Der Pfeffer-Kick und die Paprika-Noten sind zurück und trockenes Kakaopulver bestimmt den Abgang. Retronasal wird der Pfeffer intensiver, mit steiniger Erde, etwas Leder und Nuss. Zucker bleibt auf den Lippen. Wie ihre Schwestern bringt die Mombacho Casa Favilli Toro eine herrliche Mischung aus deftig und süß mit. Gut zwei Stunden raucht sich die Toro – und sie gehen schneller weg, als mir lieb ist. Mit dem nicaraguanischen Broadleaf-Deckblatt ist dieser Blend in allen Formaten aus dem Stand heraus einer meiner liebsten geworden. Kaufempfehlung! – oder ne, lasst es, dann bleiben mehr für mich!



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Brick House Robusto MADURO

Länge: 12.70Durchmesser: 2.14 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Wie auch die anderen Deckblatt-Variationen kommt auch die Maduro Robusto mit den typischen schlichten Ringen daher, die farblich wirklich gut auf das Deckblatt abgestimmt sind – wobei diese Farbwahl auch einfach jedem Deckblatt gut zu Gesicht steht. Das Manko dieser Ringe ist sicher, dass sie sich heute in jedem Humidor kaum noch gegen das moderne Design vieler anderer Marken durchsetzen können. Das imposante Fat Robusto Format fühlt sich gleichmäßig an und fest mit ordentlichem Druckwiderstand. Es zeigen sich keine unterfüllten Stellen, dafür wirkt sie auf den Fingerspitzen rau vom Zahn und irgendwie feucht, was ich aber dem speckig ledrigen und öligen Deckblatt zusprechen mag. Dieses zeichnet sich aus durch ein fleckiges und mit dunklen Punkten und Zahn gesprenkeltes Herrenschokolade-Oscuro, das leicht stumpf und ölig glänzend zugleich wirkt. Nicht wenige offensichtliche Blattadern, die zum Teil wie gebügelt wirken, geben der Robusto einen leicht rustikalen Look, dagegen steht die sehr gut ausgeführte Triple Cap. Die Brick House Maduro Robusto ist wie für J.C. Newman typisch sehr gut konstruiert. Kalt duftet sie nach kräftigem würzigem Kaffee mit süßem Kakao, metallischer Erde und etwas Leder. Am Brandende duftet sie dezent stalliger mit frischen Noten von Heu und ein wenig Anis im Nachklang. Einmal wie durch Butter geschnitten, offeriert der Kaltzug dann süße Noten von Kakao, Kaffee und Erde mit frischen blumig-fruchtigen Noten dahinter. Eine leichte Pfefferschärfe und etwas Salz bleiben im Abgang und auf den Lippen. Nachdem sie ob des Ringmaßes etwas langwieriger zu entfachen ist, startet die Robusto zurückhaltend mit cremig-süßen Noten von Holz, Erde und Nuss(-Schalen). Noten von Leder, dunklen Beeren und frisch gebackenem Brot schleichen sich hintergründig ein. Cremige Noten von angerösteten schwarzen Pfefferkörnern bleiben im Abgang auf der Zunge. Retronasal sind die Noten von Brot, metallische Erde, etwas Ahorn-Sirup und geröstetem Pfeffer präsenter. Bis hierhin mild++ in Stärke mit medium- Körper brennt sie bei perfektem Zug leicht wellig ab. Der Rauch ist überdurchschnittlich dicht mit fluffiger Konsistenz. Die Asche hält relativ fest, schwarze Linien in dem fiesen dusteren Grau lassen genau nachvollziehen, wann ich einen Zug genommen habe und wann es Zeit ist, abzuaschen. Im zweiten Drittel wird sie kräftiger (medium-) und voller (medium+), Noten von Erde, Holz und Leder werden vordergründiger. Dahinter bleiben Noten von fruchtigem Kaffee und cremige Milchschokolade mit angeröstetem Pfeffer. Retronasal steigern sich die erdigen Noten, eine leichte Würze mit fleischigen Noten kommt auf. Salzige Noten bleiben im Abgang lange auf der Zunge. Im letzten Drittel legt sich das Augenmerk auf Holzschokolade und würzig-erdigen Kaffee, die cremig-süß im Vordergrund stehen. Dahinter zeigen sich etwas Leder, eine Idee Beeren und eine grundlegende Würze. Retronasal wird das Profil holziger als zuvor mit leichten Chili-Noten im Hintergrund. Gegen Ende bekommen die Noten von Kaffee zunehmend Säure und Bitterstoffe. Die Brick House Maduro Robusto schenkt dem geneigten Genießer für eine Stunde und 40 Minuten zu einem unschlagbaren Preis ein Raucherlebnis, das ich als Blueprint klassischer Maduros empfinde und jedem, der sie noch nicht probiert hat, hier wärmstens ans Herz legen möchte.



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RoMa Craft Tobac Neanderthal JCF 5 1/4 x 50
verifizierter Kauf

Länge: 13.34Durchmesser: 1.98 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die JCF ist und bleibt für mich die Beste unter den heute hierzulande noch erhältlichen Neanderthals. Sie vereint die brachiale Wucht der HS mit den ultracremigen und süßen Noten, die bei der SPG, KGF und vor allem HN das Profil anführen. Und das bei dem besten PLV innerhalb dieser Serie. Eine meiner liebsten Zigarren.



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RoMa Craft Tobac Neanderthal KFG 4 3/4 x 56

Länge: 12.07Durchmesser: 2.22 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die Gordito kommt in einem brachialen Robusto-Format mit der Neanderthal-Signatur Flat Cap daher, die RoMa Craft typisch stylischen Ringe sind sowohl mit der Texturprägung als auch mit dem Orange perfekt auf das dunkle, rotstichige Maduro des San Andres Deckblattes abgestimmt. Starke dicke Blattadern, helle Punkte, eine ordentliche Maserung vom Zahn und einige dunkel Flecken runden das rustikale Erscheinungsbild ab. Die Gordito ist brutal fest, fühlt sich rau und trocken an und hinterlässt dennoch ein öliges Gefühl auf den Fingern. Abgesehen von den Buckeln durch die Blattadern ist die KFG gleichmäßig ausgeführt und perfekt konstruiert. Kalt duftet sie kräftig nach süßem Leder, Erde und Tanne. Am Brandende kommen noch kräftigere Noten von Tanne durch, gepaart mit einer süßen Würze. Fährt man am Mundende nur leicht mit der Klinge an der Kappe entlang, kriegt man diese gelöst, ohne mehr von der Gordito abschneiden zu müssen. Der Kaltzug präsentiert dann kräftig süßlich-waldig-holzige Noten mit Erde und Leder. Dabei ist sie brachial und zugleich sehr süß – und ja, da sind sie, die milchig-süßen Zimt-Noten, mit denen mich die leider nicht mehr erhältliche HN direkt gekriegt hat, die mich an meine Kindheits-Frühstücks-Droge Cini Minis erinnern. Nach langwierigem Entfachen startet die KFG cremig-süß mit tannigen Noten und einem würzig-pfeffrigem Kick. Noten von anbrennender Zuckerwatte, Tanne, trockenem Leder, noch mehr Tanne und milchigen Cini-Minis kommen durch. Retronasal stehen dem scharfe Chili-Noten und mineralische Erde entgegen, röstig mit leichten, cremigen Zitrus-Noten. Im langen Abgang liegt eine leichte, cremige Säure, die mich entfernt an Big Mac Soße erinnert. Die KFG scheint mir die „leichteste“ Neanderthal zu sein, startet sie doch in allen Belangen mittelkräftig. Nun, so bleibt es nicht. Bei perfektem Zug und brutalstem Rauchvolumen – der Rauch hinterlässt ein cremig-süßes Mundgefühl – brennt sie sehr langsam und, wenn auch unproblematisch, ordentlich ungleichmäßig mit Hang zum Schiefbrand ab. Die fast weiße und vom Zahn gesprenkelte Asche ist fest, allerdings leicht flakig. Im zweiten Drittel medium+ in Stärke mit einem Körper, der irgendwo auf halber Strecke zwischen medium und voll liegen geblieben ist, werden die jetzt vollen Aromen nun trockener. Tannig-erdige Noten stehen mit schwerer Würze im Vordergrund, dagegen steht eine sirupartige Röstsüße. Die Noten von Zimt und – mangels eines anderen Wortes – Cerealien bleiben als Basis, mittelgründig. Retronasal findet sich mineralische Erde hinter Chili und Wasabi Schärfe. Im letzten Drittel liegt das Hauptaugenmerk des Profils auf „röstig-holzigem Vanilleeis mit Zimt und candied Bacon“. Dahinter liegen fleischige Noten und etwas, das mich an karamellisierte Zwiebeln erinnert. Eine süße Würze mit Chilis, Leder und schweren erdigen Noten bleibt lange im Abgang. Retronasal bleibt es metallisch-steinig mit Wasabi. Das Profil wird bei steigender Stärke (medium++) und vollem Körper gegen Ende zunehmend trockener, erdiger und holziger. Die Neanderthal KGF bietet einem für eine Stunde und 50 Minuten einen deftig-süßen, abwechslungsreichen und ungewöhnlichen Smoke, ohne wie die HS zu kantig zu sein. Klasse und smooth – wird dennoch von der heute noch erhältlichen JCF meines Erachtens komplett in den Schatten gestellt. Dazu empfehle ich einen Single Barrel Bourbon oder einen jungen Islay Single Malt.



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Casdagli Cigars Daughters of the Wind Line Cremello
verifizierter Kauf

Länge: 19.05Durchmesser: 1.55 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Auf der Hausmesse 2019 wurde bei dem Tasting mit Jeremy Casdagli die „Sabino“ derselben Linie verköstigt. Von dieser ist mir nur die leicht sahnige Karamell-Note in Erinnerung geblieben – und der Duft von Karamell mit Leder von dem laut Jeremy für diese Noten verantwortlichen Tabaks, von dem er zum „Beschnuppern“ ein Blatt herumreichte. Er sagte damals, dass in der „Cremello“ diese Aromen weit deutlicher sein würden – das musste ich dann natürlich ausprobieren. Schon visuell macht die DOTW Cremello viel her, die wie die Liga Unico L40 aus dem Hause Drew Estate fetter und länger wirkt als eine typische Lancero. Das winzige Zöpfchen am Mundende und der sehr dünne und galant designte Ring runden das Erscheinungsbild ab. Das ledrig-lehmige Colorado Deckblatt ist stark mit sehr feinen Venen geädert. Man fühlt und sieht ein wenig Zahn, doch ansonsten fühlt sie sich „unauffällig“ glatt, trocken und dennoch etwas seifig an. Die Lancero ist wirklich sehr gut konstruiert, sehr gleichmäßig und mit ordentlich Give. Kalt duftet sie, wenn auch sehr dezent, schon nach stalligem Karamell, am Brandende kommen etwas mehr Erde, Leder und eine feine Brotwürze hinzu. Der Anschnitt gestaltet sich etwas knifflig, da die Lancero recht weich ist; der Kaltzug dann unterstreicht den Kaltduft: etwas kräftigere Noten von Karamell und Laub lassen sich erahnen, dahinter etwas Leder. Die Erwartungen werden sukzessive hochgeschraubt – und mit dem ersten Zug schon erfüllt. Noten von trocken röstig-holzigem Karamell bestimmen das Profil, retronasal ebenfalls cremiges Karamell, kontrastiert mit einer leicht grasigen Schärfe. Langsam kommen Noten von kräftigem Kakao, leichte Gewürze und süßer Soja-Sauce auf, transportiert von einer hintergründigen, an Kokosnuss erinnernden, frischen Nuss-Note. Retronasal wird es zunehmend röstiger, die grasige Schärfe weicht Noten von Pfeffer. Den Bewertungen der anderen Formate dieser Linie konnte ich entnehmen, dass diese im Bereich mittelkräftig bis voll eingestuft wurden – das habe ich bei der Cremello (und aus der Erinnerung heraus bei der „Sabino“ ebenfalls) ganz anders erfahren. Die Lancero kommt mild+ in Sachen Stärke daher, mit einem medium- Körper und einen Ticken kräftigeren, klaren Aromen. Der dichte Rauch hinterlässt ein cremig-buttriges Mundgefühl, während der komplette Raum um mich herum einen süßen Duft von holzigem Karamell angenommen hat. Mit fast weißer, gleichmäßig hellgrauer und sehr fester Asche und bei gutem Zugwiderstand brennt die DOTW Cremello perfekt, jedoch etwas zügig ab. Im 2. Drittel wird das Profil holziger, grasiger, röstiger und würziger. Noten von röstigem Kaffee löst den milchschokoladigen Kakao ab und die Noten von Soja-Sauce werden deftiger, ohne dass die cremigen Karamell-Noten verloren. Auch die frischen Nuss-Noten werden vordergründiger, Vanille kommt hinzu. Retronasal wirkt das Profil eingebundener mit Noten von Holz, Leder und röstender Chili. Im zweiten Drittel ist die Cremello etwas stärker (mild++), der Körper kratzt noch immer an der Medium-Marke, aber die Aromen sind voll. Im letzten Drittel setzt der Trend, der sich bis hierhin abzeichnete, fort, bei steigender Röst-Karamell-Süße und zunehmendem Körper (medium). Retronasal kommt Vanillepfeffer hinzu. Noten von Holz, Leder und – jetzt klare – Kokosnuss werden immer vordergründiger. Hintergründig kommen Assoziationen von Minze hinzu. Nach rund 100 Minuten habe ich den letzten Zentimeter so erstaunt wie zufrieden dem Aschenbecher geopfert. Die DOTW Cremello ist herrlich raffiniert und bietet ein zwar lineares, dabei abwechslungsreiches und komplexes Raucherlebnis – und der Preis ist mehr als gerechtfertigt. In meinen Augen sollte man diese Lancero unbedingt probiert haben!



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