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Balmoral Anejo XO Connecticut Rothschild Masivo

Länge: 12.70Durchmesser: 2.18 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Mittlerweile mehrfach auf Tastings verköstigt, fand dank der diesjährigen Hausmesse eine weitere Balmoral Anejo XO Connecticut Rotschild Masivo den Weg zu mir. Sie ist schön, die kleine fette Robusto, mit ihrem fein geädertem, leicht gezahntem Deckblatt mit dem interessant ausgeblichenen, einst senfgelben Claro-Farbton. Auch die Ringe der Anejo XO Serie sind gelungen – im Falle der Anejo XO Connecticut hat man sich in meinen Augen jedoch gehörig in der Farbe vergriffen, ein bisschen, wie als wäre die geistige Verknüpfung: Senfgelb = Weißwurst = Bayern = Blauweiß! gewesen. Die Rotschild Masivo weiß haptisch schon zu überzeugen. Leicht liegt sie in der Hand, auf Druck gibt sie dezent nach. Das Deckblatt macht den Drucktest mit, es wirkt zwar trocken bei kompletter Abwesenheit von Öl, ist aber elastisch. Kalt duftet sie – extrem zurückgenommen, bei meinem ersten Exemplar dachte ich: nicht vorhanden. Doch „nicht vorhanden“ ist nicht korrekt, der Kaltduft weckt Assoziationen von Kandis/Karamell vor nassem Laub. Am Brandende ist der Duft präsenter und blumiger, mit süßem Kakaopulver und Bananenschale. Nach völlig problemlosen Anschnitt präsentiert sich der Kaltzug einerseits als etwas lose und andererseits unauffällig mit sehr zurückgenommenen Noten von nassem Laub, Leder, dünnem Kaffee, Bananenchips und ein wenig Kandis. Dazu kommen kühle, frische Qualitäten. Salz bleibt auf den Lippen. Kühle, frische Assoziationen. Nach dem Entfachen – hier ist Vorsicht geboten, denn der Decker verzeiht keiner Flamme – legt die Anejo XO Connecticut sehr mild mit einem kräftigeren Körper (mild++) und laubig-grasig-reifen Aromen mit etwas Holz und Pfeffer los. Retronasal kommen Noten von cremig-röstigem Karamell, naturbelassenen Nüssen und etwas Pfeffer auf. Der Pfeffer wirkt etwas off, verschwindet jedoch bereits nach wenigen Zügen. Nach wenigen Zügen kommen sehr cremige, holzig-röstige Kakaopulver-Noten auf und stellen sich in den Vordergrund. Dahinter liegt eine nussig-karamellige Röstsüße und, ja, tatsächlich, Assoziationen von Banane, die ich dem Mata Norte Tabak zuschreiben mag. Im Verlauf des ersten Drittels hat sich der Zugwiderstand „geschlossen“, so dass ich ihn jetzt als (für mich) perfekt bezeichnen würde. Dennoch brennt die Rotschild Masivo bei durchschnittlichem Rauchvolumen erstaunlich zügig, aber dafür gestochen scharf ab. Im zweiten Drittel wird sie etwas kräftiger (mild+) bei vollerem Körper, der jedoch haarscharf an der „Medium-Marke“ vorbeischrammt. Dabei wird das Aromenprofil etwas herber, ohne die cremige, fast sahnige Textur zu verlieren. Die vordergründigen Noten von Kakaopulver weichen Röstkaffee-Noten, Holz und Laub-Noten werden präsenter. Die recht dunkel graumelierte Asche ist richtig fest, bei zwei von drei Exemplaren hielt sie exakt bis zur Mitte der Rotschild Masivo. Im letzten Drittel baut sich eine dunkle, kakaoige Röstsüße auf, ohne die einzigartigen, herben Bananen-Noten zu verdrängen (beim letzten Exemplar waren diese präsenter als bei denen davor). Eine dezente Würze kommt hinzu. Retronasal kommt der Pfeffer zurück. Nach für das Format erstaunlich kurzen 50 Minuten wird die Balmoral Anejo XO Connecticut Rotschild Masivo gegen Ende Connecticut-typisch bitter-grasig. Das jedoch kann das Rauchvergnügen nicht schmälern, es ist eine angenehme Zigarre, die sich easy rauchen lässt, Spaß macht und sehr wenig Aufmerksamkeit verlangt. Der für mich absolute Höhepunkt hier sind ganz klar diese Bananen(schale)-Noten vom Mata Norte Tabak...



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Black Label Trading Company Lawless Robusto

Länge: 12.70Durchmesser: 2.14 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Probieren wollte ich die unterschiedlichen Linien aus dem Hause Oveja Negra schon lange – und jetzt sind sie endlich auch hier erhältlich, die BLTC und BLK WKS. Die Lawless Robusto kommt mit einem großartig designten Ring und einem meines Erachtens überflüssigen zweiten Ring am Fuß auf einem makellosen und schön Kaffeebohnen-braunen Habano Rosado Deckblatt daher. Das sehr fein geäderte, aber feste Deckblatt fühlt sich ölig an und trotz sicht- und fühlbarem Zahn samten, die 54er Ringmaß Robusto ist sehr fest und schwer. Kalt duftet sie bereits recht pfeffrig, mit Kakaopulver-, Kaffee- und, ja, Vollkorn-Butterkeks-Noten. Am Brandende duftet sie viel süßer, mit erdigen Noten und Rum-Assoziationen mit etwas Holz (Fass). Der Kaltzug zeigt sowohl ein perfektes Zugverhalten als auch Noten von süßem Tabak mit viel Kakaopulver und erdigen Noten, etwas Heu und Pfefferschärfe auf der Zunge und den Lippen. Das macht Lust auf mehr! Einmal entfacht, legt sie direkt mittelkräftig+ in allen Belangen und ordentlicher Rauchentwicklung los. Die ersten Züge zeigen besonders diese Kakaopulver-Noten, dahinter erdige Noten mit Karamell und Trockenfrüchten. Der Abgang ist lang, süßlich-salzig, an der Nase liegen holzige Aromen und retronasal hat die Lawless erstmal nur weißen Pfeffer, aber davon viel. Das Abbrandverhalten ist und bleibt sehr gemütlich und dabei perfekt, was mich bei dem speckigen Decker sehr überrascht. Im zweiten Drittel baut sich salziges Karamell mit Röstnoten auf, dahinter bleiben vor allem die erdigen Noten und die Kakaopulver-Assoziationen präsent. Irgendwer hat Cashews in den dunklen Trockenfrucht-Mix geworfen. An der Nase werden die Aromen „fleischiger“, während retronasal der weiße Pfeffer mehr Schärfe bekommt. Im letzten Drittel sind Körper und Aromen locker auf der Marke „voll“, während sie in Sachen Stärke kontinuierlich mittelkräftig+ bleibt. Die Kakaopulver- und Erd-Noten kommen wieder in den Vordergrund, dunkler und röstiger als zuvor. Dahinter bleibt Karamell mit Cashews, Trockenfrüchten und kräftigem Espresso, retronasal Pfeffer, Pfeffer, Pfeffer. Nun, das Warten hat sich für mich ganz offensichtlich gelohnt: Nach nur zwei Proben mit im Schnitt einer Stunde und 45 Minuten Rauchvergnügen hat die Lawless mein Geniesser-Herz (und somit einen Stammplatz in meinem Humidor) im Sturm erobert. Unbedingt probieren!



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Akra Angel 1899 Coronita

Länge: 10.16Durchmesser: 1.59 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die Akra Angel 1899 Coronita kommt krumm und schief daher, geziert von einem Ring, der entweder zu breit ist für das Artwork oder anders herum, wodurch das Artwork umso mehr wie ein vom Lehrling in den späten 90ern gestochenes Arschgeweih wirkt – sehr einfach, dezent unsymmetrisch und für die vorhandene Fläche zu klein. Die Coronita wirkt hastig gewickelt, ist sehr weich und liegt sehr leicht in der Hand. Das papierene Deckblatt hat ein wirklich sehr schönes natürliches Maduro mit einem leicht rötlichen Schimmer, fühlbaren, festen Blattadern und ist marmoriert mit vielen dunkleren, fast schwarzen Flecken. Sie duftet kräftig stallig-tabakig-ledrig, am Fuß kommen Noten von süßem Kaffee mit Erde und frischen Noten von morgentaunassem Laub auf. Abgesehen von dem Ring, den man nicht mitraucht und den man einfach entfernen kann, machen die äußeren Werte des kleinen Engelchens Lust auf mehr. Der Anschnitt jedoch ist mit Vorsicht auszuführen, denn der Decker erweist sich als brüchig und die lose Einlage kann dem geringen Druck des Doppelklingen-Cutters kaum etwas entgegensetzen. Kalt zeigen sich starke pfeffrig-ledrig-erdige Noten und wie zu erwarten einen brutal losen Zug. Pfefferschärfe bleibt lange auf den Lippen und der Zungenspitze. Die Coronita verspricht, kurz und knackig zu sein und bis hierhin verstehe ich den Pairing-Vorschlag, dazu einen Espresso oder eine süße Spirituose zu genießen. Zügig entfacht, beginnt die Akra Angel 1899 Coronita erdig-steinig mit viel Pfeffer und etwas Würze. Retronasal findet sich angenehm viel Pfeffer, dahinter ein wenig mehlig-trockene Erdnuss. Soweit ist sie gut, einzig der von Heu-Noten dominierte, bittere Nachgeschmack stört. Ab dem ersten Zug ist sie in Sachen Stärke auf halber Strecke zwischen mittelkräftig und voll einzustufen, die Aromen sind voll, der Körper jedoch sehr flach. Die Asche der Coronita ist wie zu erwarten sehr lose und hat ein unansehnliches, gelblich-dreckiges Grau. Das Rauchvolumen ist brutal und verströmt einen angenehmen süßlich-nussigen Raumduft – und dieser ist und bleibt das Beste an diesem Mini Stick. Denn im 2. Drittel wird das Aromenprofil kräuterig-grasig mit einer leichten Süße und etwas süßem Nussmus an der Nase. Retronasal kommen Hallenbadassoziationen auf, dafür entschädigt die Coronita einen, indem sie wenigstens auch noch zum Ausgehen neigt. Das letzte Drittel präsentiert sich dann unangenehm, kratzig und bitter und nach nicht einmal 25 Minuten kann ich nur sagen, dass ich nun zum Besänftigen meines Geruchs- und Geschmackssinnes die vorgeschlagene süße Spirituose auf jeden Fall brauche.



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Drew Estate Acid Mega

Länge: 12.70Durchmesser: 2.14 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Riecht nach Patchouli, schmeckt nach Gras und auf den Lippen bleibt ein Kilo Raffinadezucker... so bleibt's. Wer es mag... sollte darüber nachdenken, zu vapen. Jaja, ich weiß, über Geschmack kann man streiten, dafür braucht's aber dann auch Geschmack.



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Vegas Santiago Heritage La Familia Brotherhood Robusto White Edition

Länge: 12.70Durchmesser: 2.14 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die La Familie Edicion II kommt mit einem sehr uninspiriert designten Ring daher - aber die Fat Robusto ist schon ein geiles Format, vor allem, wenn sie so ausgeführt ist wie dieses Exemplar. Sie ist wirklich schön gleichmäßig und dabei so fest, dass sie auf Druck kaum nachgibt. Dabei ist sie doch erstaunlich leicht für ihr Format. Das Deckblatt ist fest und fett, wirkt dabei sowohl etwas trocken als auch von der Textur her fast so glatt wie das Papier des Rings. Es ist nur fein geädert mit einem gleichmäßigen hellen Claro, das im Sonnenlicht leicht schimmert und duftet sehr kräftig mit Noten von Gras, Karamellsüße, etwas Salz und Maggi-Würze. Am Brandende kommt eine dunkle Röstsüße mit Graubrot durch und etwas Trockenes, das mich an Backpulver erinnert. Die äußeren Werte stimmen hier, sie wirkt gut konstruiert und duftet appetitanregend. Der Anschnitt hält dann allerdings den ersten Dämpfer bereit: es ist die reinste Fusselparty. Im Kaltzug präsentiert sich die La Familia Edicion II erstaunlich mild und nichtssagend nach dem doch sehr präsenten Kaltduft. Grasige, eher trocken heuige Noten lassen sich erahnen, eine leicht karamellige Süße und Maggi-Würze liegen im Abgang, ein Hauch, der denjenigen. Der sucht, belohnt. Das Deckblatt hinterlässt eine Idee Salz auf den Lippen. Nach dank widerspenstiger Flammannahme langwierigem Entfachen beginnt die La Familia Edicion II dezent grasig-salzig. An der Nase findet sich kräftiger, ungesüßter Mandelmus und retronasal holzig-süßliche Noten mit Zitrus und – ganz verhalten und hintergründig – etwas frisch gemahlenem weißen Pfeffer. Langsam aber sicher setzt sich eine nussige Röstsüße durch. Dabei ist sie vielleicht mild++ mit flachem Körper und milden Aromen. Die auf den ersten Blick beispielhafte Konstruktion löst sich langsam aber sicher auf, die Vegas de Santiago Heritage La Familia Brotherhood White Edition wird brutal weich beim Rauchen. Dagegen ist die hellgraue und schön marmorierte Asche recht fest, hält bis zur Hälfte – und hält sozusagen die Fassung der Robusto. Umso weicher die Zigarre wird, umso loser der zu Beginn perfekte Zugwiderstand. Im zweiten Drittel nimm sie etwas an Fahrt auf, jetzt würde ich sie als mittelkräftig bezeichnen, Aromen und Körper bleiben jedoch dahinter zurück (mild++). Trocken holzige und grasige Noten stellen sich in den Vordergrund, an der Nase liegen Mandeln mit Maggi-Würze, retronasal Holz und Zitrusnoten. Der Abgang ist trocken, fast etwas kreidig. Die Süße ist leider weg, so ist das Raucherlebnis nun etwas verwirrend, da diese die anderen Aromen zuvor schön rund eingebunden hat. Bei weiterhin durchschnittlichem Rauchvolumen wird der bisher wellige, aber unproblematische Abbrand langsam schwierig und fordernd, das Feuerzeug sollte bereitgehalten werden. Auch fallen im letzten Drittel die Aromen und der Körper immer weiter hinter die mittelkräftige Stärke der La Familia Edicion II. Säuerlich grasige und bittere Noten übernehmen das Profil. Etwas Salz findet sich im Abgang, der von Gras und Marzipan-Noten dominiert wird. Nach knapp anderthalb Stunden fällt mir zu der Vegas de Santiago Heritage La Familia Brotherhood White Edition kein besseres Fazit ein als eines, welches ich vor einiger Zeit bereits zu der Skull 77 Unicos zog (ich zitiere mich hier selbst, ich selbstverliebter Snob!): „Zugegebenermaßen werde ich aus dieser Zigarre nicht so richtig schlau; das geht mir bei Vegas de Santiago Zigarren irgendwie durch die Bank weg so […] sie rauchen sich sehr angenehm, aber irgendwie stechen sie für mich aus der Masse überhaupt nicht raus“.



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CAO Nicaragua Tipitapa

Länge: 12.38Durchmesser: 1.98 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die CAO Nicaragua Tipitapa kommt mit einem herrlich hässlichen Ring dher. Die Farben sind hell und auf die Fresse, die Gestaltung markentypisch ein bisschen daneben, wahrscheinlich nicht umsonst haben die in meinen Augen ansehnlichsten CAO gar keinen Ring, zumindest keinen herkömmlichen. Das von sehr prominenten Blattadern durchzogene, leicht raue und etwas ölige Colorado-Rosado-Deckblatt hat einige Fehlfarben und dunkle Sprenkler (Zahn). Sie liegt schwer in der Hand, ist fest wie Stein, uneben gerollt und die Kappe wirkt wie im Vorbeigehen aufgeworfen. Wirkt hastig gewickelt, aber der Schein trügt: diese herkömmliche Robusto ist richtig gut konstruiert. Kalt duftet sie mittelkräftig nach Stall, nassem Leder und etwas sandiger Erde, dahinter findet sich eine leichte Würze und etwas Pfeffer. Nach völlig problemlosen Anschnitt legt der Kaltzug mit Noten von Leder, Erde, etwas Nuss, Worchestershire-Würze und eine Idee süßer Rosinen noch einen oben drauf. Einmal und zügig entfacht startet die Tipitapa in allen Belangen mittelkräftig+ mit viel Erde und dunklen, getrockneten Früchten vor Pfefferschärfe und Worchestershire-Würze. Pfeffer und sandige Erde im Abgang. Holz und nussige Süße an der Nase. Retronasal Erde, Zitrusnoten, Brombeere und mehr Erde hinter einem ordentlichen „ZING!“ aus viel Pfeffer und Senf. Röstsüße und nussige Noten stellen sich schnell zu der Erde in den Vordergrund. Aromatisch ist die Tipitapa sehr rund, dabei interessant sperrig. Bei durch die Bank weg welligem, aber unproblematischem Abbrand, ordentlicher Rauchentwicklung und optimalem Zugwiderstand wird das 2. Drittel eingebundener, ohne den sperrigen Mix aus Erde mit mineralischer Säure und süßen, gerösteten Nüssen zu verlieren. Dahinter zeigen sich Noten dunkler Früchte und etwas Würze. Der Retrohale wird dominiert von viel Pfeffer, dahinter kommen hin und wieder Brombeere, eine Idee Pflaume und etwas Leder auf. Sie wird nicht wirklich stärker, aber der Körper nimmt zu und die Aromen sind voll. Im letzten Drittel wird es nochmal süßer ohne dass die erdigen Noten verdrängt werden. Die Ledernoten werden präsenter, der Abgang wird herbaler mit etwas Gras und feiner Würze, retronasal gibt’s weiterhin viel Pfeffer. Nach einer Stunde und 18 Minuten purem Rauchvergnügens bleibt mein einziger Kritikpunkt die fast schneeweiße Asche – denn diese ist brutal lose und flakig. Die Tipitapa ist eine absolute Spice Bomb! – die ich jedem Fan pfeffriger Aromen hiermit ans Herz legen möchte. Wem Pfeffer nicht so liegt: dennoch probieren, ohne retrohale. Man gucke sich auf jeden Fall die Innenseite des Ringes an!



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Mombacho Liga Maestro Novillo

Länge: 15.24Durchmesser: 2.06 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die Liga Maestro Novillo kommt zwar etwas zurückgenommener als die Double Robusto in Sachen Stärke daher, aber aromatisch geht es hier voller und vor allem süßer zur Sache. Sie raucht sich angenehm mit wundervoll eingebundenen Aromen. Sie ist klassisch und dennoch besonders, abwechslungsreich und eigen wie die gesamte Linie. Höchste Alarmstufe in Sachen Wiederholungsgefahr! Meine Empfehlung: in den Kanon der go-to-sticks aufnehmen!



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Flor Real Scarlett Blue Toro

Länge: 15.24Durchmesser: 2.06 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die Flor Real Scarlett Blue Toro kommt schön, aber unauffällig daher, mit einem Ring wie man ihn schon tausendfach gesehen hat und auch abgesehen von einem gleichmäßigen, leicht orangenen Schimmer des Deckblattes gibt es hier absolut nichts besonderes zu berichten. Sie liegt gut in der Hand und gibt auf Druck ordentlich nach, was das ölige und geschmeidige Deckblatt mit seinen wenigen prominenten Venen und dem kaum fühlbaren Flaum problemlos mitmacht. Kalt duftet sie angenehm grasig-zitronig mit etwas Holz und Pfeffer. Am Brandende kommen Leder, Holz und würzige Noten durch. Der Kaltzug präsentiert sich – nachdem man die Kappe verarztet hat, die bei jedem der drei verköstigten Exemplare, egal, ob gecuttet oder gebohrt, aufplatzte – unauffällig und mit sehr dezenten Noten von Holz, Zitrus, etwas Würze, einer Idee Nuss und Salz auf den Lippen. Wenn man sie dann nach einem recht langwierigen Prozess entfacht hat, beginnt die Toro sehr holzig mit dezenten Nuss-Noten. Retronasal kommen grasige Noten und etwas Karamell auf. Nach nur wenigen Zügen kommen süße Noten röstiger Vanille mit etwas Zimt durch. Und der Abgang: glänzt durch Abwesenheit. Der Zugwiderstand ist etwas lose, der Rauch dünn, hat aber eine herrlich cremige Textur und die Asche ist fest und herrlich hell mit leichtem Blaustich. War die Scarlett Blue Toro bis hierher in allen Belangen vielleicht mild+, wird der Körper jetzt voller und kratzt an der Medium-Marke. Dabei gibt aromatisch Holz weiterhin den Ton an. Dahinter liegen würzige Vanille-Noten mit mehr Zimt, im aufkommenden, kurzen Abgang noch mehr Holz und dezente Kakao-Noten. Retronasal bleibt es grasig-würzig, jedoch mit weniger Süße. Die Toro brennt recht zügig ab, etwas wellig, aber weit weg von problematisch. Im letzten Drittel wird der cremige Rauch süßer mit noch immer sehr präsenten Noten von Holz und Vanille. Dahinter wie im Abgang finden sich dezente Noten von Kakao. Retronasal verschwinden die grasigen Noten, sie wird angenehm würzig-süß mit leichten Pfeffernoten. Mit kurzen 80 Minuten ist die Flor Real Scarlett Blue Toro ein angenehmer Vormittags-Smoke, der jedoch bereits während des Genusses nicht so richtig in Erinnerung bleiben will – das einzige, was mir wirklich in Erinnerung geblieben ist, das sind die Zitrusnoten aus dem Kaltduft, die ich im Aromenprofil schmerzlich vermisst habe.



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Davidoff 702 Series Special R
verifizierter Kauf

Länge: 12.38Durchmesser: 1.98 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Zugegeben: irgendwie finde ich die weißen Davidoff-Ringe mit ihrem Gold immer etwas abschreckend, ich gehöre glaube ich einfach nicht zur Zielgruppe. Doch die sehr zurückgenommene Gestaltung ist erfrischend im Kontrast zu dem aktuellen Trend der immer üppiger und bunter gestalteten Ringen. Die „Special R“ ist dann auch für Davidoff ungewöhnlich rustikal mit ihrem sehr dunklen, interessant marmorierten Maduro-Decker. Die kleine Robusto liegt gut in der Hand, gibt auf Druck leicht nach und fühlt sich speckig-ledrig an. Einzig verwirrend finde ich, dass das Deckblatt an vielen Stellen wie gegen seinen Willen aufgeprügelt wirkt. Kalt verströmt sie einen erstaunlich kräftigen Duft von Schokolade, Leder, Lakritz, etwas brauner Zucker und Worchestershire-Würze – ein bisschen wie ein junger, Sherry-Fass-gelagerter Whisky. Am Fuß kommt mehr Würze durch mit etwas Kaffee, etwas Leder und Assoziationen von Schwarzbrot. Nach etwas schwergängigem Anschnitt und der Entfernung einiger Tabakfussel zeigt der Kaltzug vor allem Noten von Leder und Worchestershire-Sauce, Pfefferschärfe auf den Lippen und der Zungenspitze. Nach etwas langwierigem Entfachen startet die Special R dann auch wie erwartet eingebunden und süßlich-holzig mit Kaffee, laubigen Noten, Sherry-lastigen Fass-Noten, ein wenig Lakritz und salzigem Abgang. An der Nase erahnt man Leder und Mandelsüße; retronasal ebenfalls Mandeln, etwas Leder, süß-saure helle Früchte, Salz und ein kleines bisschen weißen Pfeffers. Der Zugwiderstand ist etwas lose, aber noch okay, das Rauchvolumen ordentlich mit einer etwas trocken anmutenden Textur. Die Asche, die zu Beginn fast schwarz war, ist nach wenigen Zentimetern gleichmäßig hellgrau, jedoch flakig und lose. Dazu kommt ein für Davidoff erstaunlich zickiges Abbrandverhalten, häufiges Nachfeuern gefragt, so stark entwickelt sich der Schiefbrand. In Sachen Stärke kratzt sie so gerade mal an der Medium-Marke, ohne sie je zu erreichen und der Körper, der vom ersten Zug an mittelkräftig war, nimmt kaum merklich zu. Das 2. Drittel zeigt sich würziger mit mehr Nuss, herrlich eingebunden mit holziger Schokolade, herbstlich laubigen Noten und nur wenig Lakritz. An der Nase liegen vor allem reife Laubnoten, retronasal weniger Frucht und mehr Leder mit Assoziationen von Graubrot. Im letzten Drittel wir deinerseits der Rauch trockener, andererseits werden die Noten von süß-sauren hellen Früchte präsenter, während sich dahinter ein schönes Wechselspiel von reifen Laubnoten und Sherry-lastigen Fass-Noten ereignet. Retronasal werden die Noten von Graubrot und Pfeffer präsenter. Leider wird die Special R erstaunlich früh bitter, aber das mag ich mal dem schlechten Abbrand zuordnen. Nach einer Stunde und zwanzig Minuten habe ich sie abgelegt und kann für mich nur feststellen, dass ich die Special R nochmal probieren muss. Die Linie 702 ist eine moderne Davidoff – die Corona wie die Gran Cru Robusto wissen mich jedes Mal zu begeistern – und auch dieses Exemplar war interessant, aber das Abbrandverhalten hat es irgendwie kaputt gemacht.



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Plasencia Alma del Fuego Flama Panatela
verifizierter Kauf

Länge: 16.51Durchmesser: 1.51 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die Flama, das schlankste Format in der Serie Alma del Fuego, ist mit dem trotz des geringen Ringmaßes nicht gleichseitigen, abgerundeten boxpress, dem makellosen und wundervoll dunklen Maduro-Deckblatt und dem geschlossenen Fuß herrlich anzusehen. Sie liegt gut in der Hand und wirkt sehr stabil, obwohl sie auf Druck gehörig nachgibt – ob die nicht vielleicht einen viel zu losen Zug haben wird? Das Deckblatt ist, dem Format „geschuldet“, das schönste innerhalb der Formate der Serie, das es kaum Blattadern und extrem viel Zahn aufweist. Der Kaltduft der Flama, die ich, trotz der Listung als Panetel, andauernd als Lancero bezeichnen möchte, hebt sich von dem der Rest der Reihe deutlich ab. Süß-holziger Waldhonig bestimmt das Profil, doch dahinter finden sich erdig-laubig-süße Noten mit etwas Fruchtsäure und ein bisschen Schokolade, am geschlossenen Fuß mehr Erde, Holz und Gewürze, die Minznote fehlt gänzlich. Obwohl sie sehr weich ist, lässt sie sich ohne Überraschungen cutten. Der Kaltzug war bei meinem Exemplar erstmal sehr off und seltsam mit Assoziationen von frischen Champignons, die aber verschwinden, wenn man sie ein paar Minuten angeschnitten liegen lässt. Dann zeigt der Kaltzug sich herrlich kräftig tannig-erdig mit Schokolade und einer ordentlichen Portion Pfeffer. Einmal entfacht – was in Anbetracht des geringen Ringmaßes erstaunlich viel Zeit in Anspruch nimmt – fällt zuallererst der erstaunlich feste (also in meinen Augen perfekte) Zugwiderstand auf. Alles in allem kann man hier also getrost vorwegnehmen: diese boxpressed Lancero ist perfekt konstruiert! Aromatisch legt sie den Schwestern ähnlich los, aber voller und meiner Ansicht nach weit komplexer. Der volle Rauch transportiert bei vom ersten Zug an sehr kräftig und mit vollem Körper Noten von süßer, mineralischer Erde mit Fruchtsäure und Chili, an der Nase finden sich sehr präsente Noten von Leder und retronasal kommen eingebunden trockene, erdig-holzig-pfeffrige Noten auf, gefolgt von einer leichten Heu-Note, die schnell verfliegt zugunsten cremiger Karamellsüße. Langsam kommt im Abgang im Mundraum eine kräftige Kaffeesüße mit fruchtigen Noten auf, ein bisschen wie Cold Brew mit Tonic. Die Flama brennt gestochen scharf ab, allerdings muss man dafür einen Vertrag mit ihr eingehen: sie möchte sehr bedacht und gemächlich genossen werden, dafür belohnt sie einen besonders im zweiten Drittel herrlich eingebunden mit den linientypischen Aromen, die von einem Wechselspiel aus Pfeffer-/Chili-Assoziationen und einer im positivsten Sinne erschlagenden Fruchtsüße mit Vanille überlagert werden. Retronasal stehen Erde und Chili im Vordergrund, der Abgang ist lang mit erdig-würzig-ledrigen Noten. Ab der Mittelmarke kommen wärmende, dezent stallige Untertöne auf. Im letzten Drittel wird es sehr wechselhaft, Pfeffer- und Chilinoten, eine kräftig holzige Vanillesüße und mineralische Erde kämpfen um die Oberhand im Profil, dahinter bauen sich Noten von zunehmend kräftigem Espresso auf. Retronasal werden die stalligen Noten präsenter, dazu kommt eine gewisse Kandissüße. Langes erdiges Finish. Die Flama ist wirklich sehr sättigend, sehr kräftig und dunkel für das unschuldig wirkende, schlanke Format. Das einzige Manko neben dem doch recht hoch angesetzten Preises – wer suchet, der findet – ist die Asche, die wirklich sehr lose ist. Nach einer Stunde und zwanzig Minuten Rauch-SPASS steht für mich fest, dass die Flama definitiv und mit weitem Abstand das beste Format aus dieser Linie und die einzige, die mit einem angehmen und erstaunlichen Wechselspiel aus Kraft und Süße ein unverkennbares Alleinstellungsmerkmal hat. Wer die Alma del Fuerte bisher nicht ausprobiert hat, der sollte aus der exakt diese probieren, sie raucht sich fast so lange wie die anderen beiden Formate und macht wesentlich mehr Spaß. Ich für meinen Teil brauche die Robusto oder Toro nach diesem Erlebnis nicht mehr.



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Plasencia Alma del Fuego Concepcion Toro
verifizierter Kauf

Länge: 15.24Durchmesser: 2.14 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Wie schon die Candente kommt die Concepcion visuell wertig und appetitanregend daher. Die Ringe passen dadurch, dass sie sich so heftig absetzen, herrlich auf das dunkel gesprenkelte, speckige, feste, stark zahnig raue (Rosado?-) Maduro-Deckblatt, das jedoch mit seinen prominenten Venen rustikaler wirkt als bei den anderen Formaten – und auch trockener und etwas überstrapaziert, was sich bei meinem Exemplar vor allem durch drei offensichtlich durch die leichte Öffnung erkennbaren beim Anbringen des Deckblattes entstandenen Risse am geschlossenen Brandende, zwischen den beiden oberen Ringen sowie unterhalb der Kappe erkennen lässt. Spoiler: es wird keine negativen Auswirkungen auf den Rauchverlauf haben, also kann ich hier vorwegnehmen, dass die Concepcion sehr gut konstruiert ist mit einem wirklich fabelhaft ausgeführtem, gleichmäßig abgerundetem boxpressed. Sie ist auf jeden Fall weit fester als die Robusto, mit weniger Spielraum, wenn man sie leicht drückt. Wenn auch zurückhaltender, duftet sie kalt ähnlich der Candente nach süß-würzigem Waldhonig, Sand und ein bisschen Leder, wohingegen am geschlossenen Fuß neben der bereits bekannten und erhoffen frischen, fast minzigen Note, die hier gedeckter ist, viel Erde mit Laub und Leder durchkommen. Nach völlig problembefreitem Anschnitt präsentiert die Concepcion sich im Kaltzug wie zu erwarten mit brutal hohem Zugwiderstand viel zurückhaltender als die Robusto mit Noten von nassem Laub und Pfeffer vor Erde und mit einem tannig-harzigen Abgang. Von den Minznoten keine Spur. Nach erstaunlich langwierigem Entfachen startet die Concepcion in allen Belangen direkt irgendwo zwischen mittelkräftig und voll mit vollem Rauch, der ein erstaunlich eiscremeähnliches Mundgefühl hinterlässt. Aromatisch legt sie hingegen los mit trockenen Noten frisch geschnittenen Tannenholzes. Doch schon nach wenigen Zügen setzt sich eine mineralisch-erdige Würze durch, unterlegt von einer seltsam leichten Süße. Retronasal weiß sie dem eingebundene laubig-reife Noten mit ein wenig Chili entgegenzusetzen. Die Concepcion ist ganz klar cremiger als die Robusto bei etwas losem, aber noch immer perfektem Zug und welligem, aber unproblematischem Abbrand und fester Asche mit besagtem Zebra-Muster. Das zweite Drittel zeigt sich recht linear mit mineralisch-erdigen Würznoten und röstigen Noten von schwelendem Tannenholz vor süßen hellen Früchten/etwas Säure. Dahinter sowie retronasal liegen etwas Salz und Pfeffer mit ein wenig Nuss. Der Abgang ist lang mit Holz, Früchten und Vanille. Langsam aber sicher überholt der Körper die Stärke, doch die zieht im letzten Drittel nach, sodass ich sie hier in allen Belangen knapp unter voll einstufen würde. Im letzten Drittel stellt sich dann eine ungeheure Röstsüße von braunem Zucker in den Vordergrund. Erdnuss-Butter, viel Leder und Erde kommen retronasal und an der Nase auf, mit dezenten Schwarzbrot-Assoziationen. Alles wirkt laubig-reif eingebunden. Die Concepcion macht Spaß, doch kommt sie mit weit weniger Komplexität als ihre kleine Schwester, die sich fast (10 Minuten weniger) genauso lange raucht.



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Plasencia Alma del Fuego Candente Robusto
verifizierter Kauf

Länge: 12.70Durchmesser: 1.98 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Nachdem mich besonders die Alma Fuerte – und aus dieser Linie besonders die Robustus I – aus dem Hause Plasencia mehr als nur begeistert hat, musste ich die Alma del Fuego natürlich direkt probieren. Da spielt natürlich auch die Aufmachung eine große Rolle, denn einerseits bin ich ein großer Fan von Maduros, dann kriegt man mich mit boxpressed so gut wie immer – besonders, wenn es so ein wundervoll und gleichmäßig ausgeführtes ovales boxpressed ist wie bei der Candente – und andererseits ist die orange-rot/silberglänzend-weiße Farbgestaltung der Ringe im Kontrast zu dem (Rosado?-) Maduro des Deckblattes die in meinen Augen bisher treffsicherste aus dem Hause Plasencia. Die Robusto liegt gut in der Hand, wirkt wertig und gleichmäßig. Sie gibt auf Druck ordentlich nach, doch das macht der etwas raue und zahnige, dunkel gesprenkelte, speckige Decker locker mit. Kalt duftet sie unauffällig mit Waldhonig, Sand und ein bisschen Leder, am Brandende kommen trotz des geschlossenen Fußes frische, fast minzige Noten durch. Der ob des geschlossenen Fußes feste Kaltzug bestätigt dies, mit Noten von nassem Laub und Assoziationen von After Eight und tannigem Abgang. Zügig entfacht startet die Candente sehr zurückgenommen und eingebunden mit allem und nichts, das hervorsticht, obwohl sie von Beginn an in allen Belangen bei mittelkräftig++ einzustufen ist. Schnell setzt sich eine mineralisch-erdige Würze durch mit einer seltsamen Süße wie der, die sich im Abgang nach einem Schluck sehr torfigen Whiskys entwickelt. Retronasal kommen stark fruchtige Aromen auf mit etwas (mineralischer?) Säure. Der Zugwiderstand zeigt sich nun, nachdem er im Kaltzug noch viel zu heftig wirkte, am loseren Ende von perfekt, typisch boxpressed. Der Abbrand ist erstklassig, bei dichtem, festen Rauch und fester Asche mit einem interessanten Zebra-Muster. Im 2. Drittel wird das Profil der Candente bei nun vollem Körper holzig-röstig mit besagter Süße. Dahinter und retronasal liegen erdige Würze mit Nuss. Sie hat schon starke Ähnlichkeiten zu der Alma Fuerte, jedoch ist sie weniger sperrig und smoother/cremiger; mehr Caol Ila als Ardbeg, um den Vergleich zu Islay Whiskys zu ziehen. Noten von trockenem Schwarzbrot mit Butter und Schwarzkirschmarmelade kommen hin und wieder auf. Der Abgang ist lang mit Noten von Erde, Vanille und etwas Zimt. Im letzten Drittel zeigt sie sich dann definierter und definierbarer als zuvor. Karamellisiertes Fleisch auf Holzkohle und Erdnuss-Butter mit kräftiger Ahornsirup-Süße. Viel Leder und Erde finden sich retronasal und an der Nase, mit besagten Schwarzbrot-Assoziationen, laubig-reif eingebunden. Nach anderthalb Stunden Rauchvergnügens und gut 3cm Rest wird die Candente jedoch wie aus heiterem Himmel bei brutal bitter und endet so unnötig auf einer sehr unangenehmen Note. Alles in allem fand ich diese Robusto sehr interessant und knackig, aber irgendwie fehlt bei dem aufgerufenen Preis doch das gewisse Etwas, der USP. Ich bin mal auf die anderen beiden Formate gespannt, um zu sehen, wie viel der Decker ausmacht.



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A.J. Fernandez New World Puro Especial Short Churchill
verifizierter Kauf

Länge: 15.24Durchmesser: 1.91 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Bei manchen Zigarren frage ich mich doch, wie ich sie aus den Augen verlieren konnte, obwohl ich sie so gerne geraucht habe. Die New World Puro Especial ist eine davon. Allein optisch gefällt sie mir, die beiden Ringe sind schön Old School und klasse, auch wenn sie farblich sowie in den gewählten Schriftarten doch einige Unstimmigkeiten haben. Dennoch heben sie sich schön von dem dunklen, grob geäderten Decker ab, dessen Säume offensichtlicher als die Blattadern sind. Das Deckblatt an sich ist auch eine kleine Augenweide, es zeigt viel Zahn, der sich tlw. auch nochmal dunkler als das Ebenholz-Maduro von diesem absetzt. Dazu ist es gesprenkelt, ja, wie marmoriert mit dunkleren Punkten und Flecken. Sie fühlt sich fest, gleichmäßig, rau (viel Zahn), etwas ölig und herrlich konstruiert an und das schlanke Format wirkt weit eleganter als die Robusto. Kalt duftet sie wie ein stark gezuckerter Kaffee, dahinter kommen kräftige Noten von Leder und Erde durch, am Fuß zeigt sie sich würzig-ledrig-erdig mit frischen, minzigen Noten und Pfeffer. Nach bis auf ein paar wenige Tabakfussel unauffälligem Anschnitt ist der Kaltzug etwas verwirrend, weil die starke Zuckersüße erstmal komplett ausbleibt und in erster Linie mineralische Erde mit Pfeffer und ein paar Kaffeebohnen zu erschmecken sind. Eine ordentliche Portion Pfefferschärfe bleibt auf den Lippen. Zügig entfacht legt sie wie ihre dicke Schwester mit einem Pepper Blast, der mir jedoch weniger heftig als bei der Robusto erscheint, und süßen Röstaromen los. Die mineralisch-erdigen Noten stellen sich recht zeitig mit der – da ist sie endlich wieder – Süße stark gezuckerten Kaffees (fast wie der kernig-zuckrige Bodensatz) in den Vordergrund, vor einer tollen Melange der Noten des Kaltduftes. Spätestens jetzt ist klar: die Short Churchill ist viel süßer als die Robusto der Linie, wie diese mittelkräftig in Sachen Stärke, jedoch mit einem Körper und Aromen, die viel präsenter, ja bereits zu Beginn auf halber Strecke zwischen mittelkräftig und voll liegen. Retronasal zeigt sie vor allem Noten von Leder und Kaffeebohnen mit viel Pfeffer und Chili, dahinter eine Idee Nuss. Anfangs etwas wellig, reguliert sich der Abbrand aber sehr schnell und bleibt dann gestochen scharf und herrlich gemütlich bei schneeweißer und recht fester Asche, an der man anhand klarer Linien sehr genau sehen kann, wann man abaschen sollte. Die buttrige Textur des recht dichten Rauches entschädigt auch für den einen Ticken zu losen Zugwiderstand. Das 2. Drittel präsentiert sich cremiger und eingebundener, bei jetzt vollen Aromen und vollem Körper. Die Süße wird sirupartig, erinnert mich jetzt mehr an Kaluha. Dazu werden die erdigen Noten salziger und auch der Abgang wird salziger mit präsenten Holz-/Fass-Noten. Retronasal kommt die New World Puro Especial Short Churchill hier weniger scharf daher, aber dennoch würzig genug mit Noten von Chili, um dem Profil ordentlich Komplexität zu geben. Im letzten Drittel legt die Short Churchill nochmal eine Schippe Erde drauf; schwelendes Holz kommt in den Vordergrund. Sie wird trockener, verliert etwas von ihrer Cremigkeit, ohne jedoch die Süße zu verlieren, und im gleichen Atemzug – hahaha, Wortwitz – zeigt sie sich auch in Sachen Stärke voller als zuvor. Retronasal kommen hinter den Chilli-Noten Ideen von Schwarzbrot auf. Nach weit über anderthalb Stunden puren Genusses kann ich nur sagen, dass die New World Puro Especial Short Churchill für mich definitiv die beste „New World“ von AJF ist – vor allem in diesem Format!



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Principle Cigars Limited Edition Frothy Monkey Corona
verifizierter Kauf

Länge: 12.07Durchmesser: 1.59 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Der simpel gestaltete und ein bisschen albern daherkommende Ring der Principle Cigars Frothy Monkey Corona ist voll mein Ding und einsame Spitze! Auch passt er farblich in meinen Augen sehr gut zu dem Milchschokoladen-Colorado-Braunton des Deckblattes, das von sichtbaren, aber feine Venen durchzogen ist und von ein paar wenigen Verfärbungen, vielen winzigen dunkleren Sprenklern und feinem Haar verziert wird. Dazu soll ein auf den ersten Blick schnell übersehbares, dünnes Pigtail an der Kappe wohl den nützlichen Schweif des Affen darstellen. Ich finds witzig, aber in Sachen Albernheit bin ich auch schuldig im Sinne der Anklage. Die kleine Corona wirkt recht fest, sie gibt auf Druck kaum merklich nach. Auf den Fingerspitzen fühlt sie sich etwas trocken, seidig und leicht rau an, es ist eher das Haar, das man fühlt. Kalt duftet sie dezent erdig-ledrig-holzig-süß, am Brandende kommen floral-würzige Noten mit Milchkaffee und dezenter Vanille hinzu. Im Kaltzug bestätigen sich dann auch die erdig-ledrig-holzigen Noten und würzige Vanille. Der Zugwiderstand stellt sich bereits mit der nur sehr kleinen Öffnung, die entsteht, wenn man einfach das winzige Pigtail abdreht, als relativ lose heraus. Erstaunlich zügig entfacht legt das schaumige Äffchen los mit süßlichen Tabaknoten, die schnell verfliegen und süßen Noten von Mandeln, Holz und Zimt Platz machen, retronasal stehen florale Noten von Vanille im Vordergrund. Alles unterlegt mit einer leichten Prise Pfeffer und etwas Erde. Die Corona ist allerhöchstens als mild+ einzustufen mit mittelkräftigen Aromen und Körper. Sie ist wirklich meisterhaft konstruiert; ich bin mir nicht mehr sicher, ob das Event mit Darren Cioffi im vergangenen Jahr oder das Jahr davor stattfand, aber schon damals fiel mir auf, wie gemächlich und dabei gestochen scharf die Frothy Monkey abbrennt, mit durchschnittlichem Rauchvolumen und hellgrauer, fester Asche. Im 2. Drittel wird der cremige Rauch süßer mit aufkommenden Noten von Leder und Milchkaffee, auch die Noten von Vanille und Zimt werden präsenter. Retronasal hingegen kommen würzigere Aromen auf, für die allgemeine Komplexität. Im letzten Drittel setzt dieser Trend sich fort. Mehr Leder, mehr Kaffee, mehr Süße; sie wird auch etwas würziger mit Zimt-Assoziationen und Rauchmandeln. Angenehm und komplex, ohne zu überfordern. Retronasal wird sie wieder floraler mit trocken-würziger Vanille und langsam flacher werdenden Noten von Zimt und Pfeffer. Ein Äffchen zum Käffchen, mit dem man gerne eine Stunde bis eine Stunde und 20 Minuten verweilt, besonders bei dem zu dem Preis gebotenen.



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Crowned Heads Las Calaveras Edición Limitada 2019 LC54

Länge: 13.97Durchmesser: 2.14 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die Las Calaveras gehören für mich zu den ongoing limited productions, auf die ich jedes Jahr seit Start der Serie in 2014 doch immer sehr gespannt bin. Dieses Jahr soll sie dem ehemaligen Chef der gekrönten Häupter huldigen, Cano Ozgener, der vergangenes Jahr verstorben ist, huldigen – und der Blend liest sich wie der ursprüngliche aus dem Jahr 2014. In Kombination damit, dass die LC aus dem vergangenen Jahr zu meinen persönlichen top ten of all time zählt, waren meine Erwartungen exorbitant hoch. Vielleicht zu hoch – vielleicht habe ich mir dadurch das eigentliche Erlebnis aber auch selbst von vorneherein zerschossen. Das erste Exemplar hat mich maßlos enttäuscht, das zweite dann wieder mit der Las Calaveras LC54 Edicion Limitada 2019 versöhnt. Sie kommt, lässt man das fiese goldene Fußbändchen außen vor, in einem sehr schönen Gewand daher. Das Rot als Grundfarbe des altbekannten Ringes gefällt und steht dem rotstichigen ecuadorianischen Habano Oscuro Deckblatt gut zu Gesicht – für mich ist sie dank der Farbwahl zumindest schonmal die schönste Las Calaveras bisher. Das wird unter anderem auch dadurch unterstützt, dass das recht fette und elastische, ölig schimmernde Deckblatt abgesehen von ein paar Verfärbungen vor allem einen leichten, interessanten Farbverlauf von Kopf (heller) bis Fuß (dunkler) aufweist. Und umso dunkler das Blatt, umso mehr Zahn hat es. Sie sieht toll aus und wirkt auch sehr wertig konstruiert, wenn auch sie etwas leichter als erwartet in der Hand liegt. Kalt verströmt sie einen würzig-ledrigen Duft mit etwas Süße und viel Zedernholz, wobei ich letzteres jetzt erstmal der Kiste zuschreiben mag. Am Fuß kommen pfeffrig-ledrige Noten mit Graubrot, Herrenschokolade und getrockneten dunklen Früchten auf. Der Kaltzug bestätigt die Noten von Zeder und Leder und eine dunkle, wie angeröstete Süße, dahinter erahne ich sehr zurückhaltend etwas Zimt und Teig- oder Brot-Noten. Einmal – und das sehr zügig – entfacht startet die 2019er Las Calaveras mit buttrigem Rauch auf dunkler Röstsüße, etwas Zimt und ein paar Körnern schwarzen Pfeffers. Schnell kommen Noten von durchgetrocknetem Holz und nasser Erde auf, dahinter ein paar unbehandelte, geschälte Mandeln. Retronasal hat die LC mehr schwarzen Pfeffer mit ein bisschen Leder. Getrocknete dunkle Früchte, viel Holz und eine sirupartige Süße legen sich im langen Abgang in den Mundraum. Bis hierhin zeigt sich die LC angenehm mittelkräftig mit leicht überwiegendem Körper. Bei perfektem Zugwiderstand mit ordentlicher bis extremer Rauchentwicklung und fast schneeweißer Asche brennt sie gemächlich und wenn mal wellig, dann selbstkorrigierend ab. Im 2. Drittel werden bei weiterhin zunehmendem Körper die Röstnoten präsenter mit kernigen Rindfleisch-Assoziationen, etwas, was mich u.a. durch die Süße an „nimm2“ erinnert und mehr Nuss. Ab der Hälfte der LC54 kommen Assoziationen von Pumpernickel auf, hin und wieder blitzen heftige Noten von Kokosnuss auf. retronasal wird der Pfeffer präsenter mit heftigen Röstnoten. Bei jetzt vollem Körper dominieren diese Röstnoten von Rindfleisch mit Noten von Holz und süßem Leder im letzten Drittel das Profil, dahinter eine schöne Melange der anderen Noten. Hin und wieder kommen erfrischende Zitrusnoten auf. Retronasal tut sich nicht viel. Gegen Ende der fast zweieinhalb Stunden Rauchvergnügen kommt die für MF typische, mineralisch-erdige Bitterkeit auf und zeigt, dass der Flirt vorbei ist. Nach zwei Versuchen bleibt mir zu sagen: Eine interessante Zigarre und eine unverkennbare MF, die mich einerseits doch stark an die Flor de las Antillas Maduro erinnert und bei der mir ein wenig das Alleinstellungsmerkmal, das zumindest die letzten beiden, eigentlich sogar die letzten drei Editionen der Las Calaveras für mich hatten, fehlt. Doch wer weiß, vielleicht wird die Zeit das ja zu ändern wissen.



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