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Hiram & Solomon Cigars Master Mason Maduro Toro 6x52
verifizierter Kauf

Länge: 15.24Durchmesser: 2.06 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die Hiram & Solomon Master Mason Toro ist schon ein ordentlicher Eyecatcher mit dem fast tiefschwarzen Oscuro-Deckblatt und dem farblich in Blau, Schwarz und Silber gut auf diesen abgestimmten, fetten, simpel gestalteten Zigarrenring. Der dustere, glatt, speckig und geschmeidig wirkende Decker ist mit seinen fetten und prominenten Blattadern ganz schön rustikal und auf eine Art und Weise fleckig, dass sich mir die Frage stellt, ob hier in irgend einer Art und Weise vielleicht nachgeholfen und das Deckblatt eingefärbt wurde. Die im Zickzack krumm wirkende Toro wirkt sehr weich, gibt auf Druck ordentlich nach und liegt sehr leicht in der Hand, dennoch wirkt sie gut ausgeführt, einzig die Kappe wirkt eher wie im Vorbeigehen drauf geworfen und zeigt einerseits Falten und einen tiefen Riss, andererseits auch, dass das Deckblatt sehr elastisch und recht dick ist. Kalt duftet die Hiram & Solomon Master Mason Toro mit Noten von würziger, dunkler Schokolade, dreckigem Leder und etwas Pfeffer sehr appetitanregend; am Brandende kommen Assoziationen von Brownies mit Sirup (Ahorn?) auf. Spannend. Das cutten gestaltet sich sehr schwierig, da die Toro sehr weich ist, weicher sogar, als ich erwartet habe, wäre das speckige Deckblatt nicht so wahnsinnig elastisch, wäre dieses Erlebnis wahrscheinlich hier schon zu Ende gewesen. Der Kaltzug untermauert den Kaltduft, sirupartig süße Noten mit Espresso, Schokolade und Teig/Gebäck lassen sich erahnen. Mir gefällt’s, so darf es bleiben. Schnell entfacht beginnt die Hiram & Solomon Master Mason Toro dann wider Erwarten erstaunlich trocken mit erdig-ledrigen Noten und viel Holz. Das Holz dominiert dann auch den Abgang, in dem sich aber dann auch wenigstens die ersten herben Schokoladen-Noten zeigen. Ein erster zaghafter Versuch zeigt retronasal zu Beginn sirupartige süße Röstnoten und Holzkohle-Noten. Nach der ersten Verwunderung über diesen unerwarteten Kick-Off wird die Toro aber schnell cremiger; Noten von dunklen Beeren (mit leichter Fruchtsäure) kommen auf und runden das Erlebnis ab. Retronasal kommen dezent würzige Noten von ausgebranntem Weißeiche-Fass auf. Dazu kommen - auch an der Nase - Noten gerösteter und gesalzener Erdnüsse. Das Rauchvolumen der Master Mason Toro ist brutal – auf Liga Privada Level – und die Asche sehr duster, fast schwarz. Der Zugwiderstand ist sehr lose, praktisch nicht vorhanden, was bei der losen Rollung und der zunehmend lascher werdenden Toro einerseits nicht anders zu erwarten war, andererseits aber erstaunlicherweise in diesem Falle auf den Punkt und genau richtig so ist. Alles andere als auf den Punkt ist der Abbrand der Hiram & Solomon Master Mason Toro. Denn der Decker will nicht so richtig mithalten, behindert den Abbrand. Vielleicht hätte eine festere Rollung hier Abhilfe geschafft – denn sobald der Wickel das Deckblatt überholt hat, kämpft die Toro mit allen Mitteln dagegen an, zu tunneln; die Glut wird erst steinhart und erlischt dann an Ort und Stelle. Auch wird das schwere Deckblatt durch die darunter liegende Hitze gleichmäßig dunkelbraun (und viel ansehnlicher!) und ich werde das Gefühl nicht los, dass der Decker wirklich eingefärbt wurde. Dass er, wie mir das Mundende verrät, komplett wasserabweisend ist, verhärtet meinen Verdacht. Schon sehr früh ist das Feuerzeug und degasieren gefragt. Die Toro zeigt sich in allen Belangen mittelkräftig mit vollerem Körper und präsenten, klaren Aromen – letzteres immer besonders nach degasieren, was noch einige Male passieren wird. Im zweiten Drittel treten besonders Noten von Holz, Fruchtsäure und Kaffeekirschen hervor, manchmal zeigt sich eine sehr deutliche Karamellsüße. Retronasal sind die Aromen nun würziger, sonst wie zuvor, hin und wieder kommt etwas weißer Pfeffer durch, für die allg. Komplexität. Das eine oder andere Mal kommen Assoziationen von Brownies auf. Die Master Mason Toro erlischt immer wieder und will ständig degasiert werden, mit brutalen Stichflammen. Dennoch ist sie, für die paar Züge, die zwischen den Zickereien stattfinden, für mich interessant genug, um sie nicht dem Aschenbecher zu opfern. Noch. Das letzte Drittel hält jedoch keine großen Veränderungen für mich parat, einzig leicht kreidige Noten und Erinnerungen an Brisket kommen auf. Uninspirierte Eindimensionalität kommt auf – und der Abbrand wird immer nerviger. Als ich sie dann doch meines Erachtens frühzeitig mit freundlichen Grüßen dem Ascher übergebe, erstaunt mich der Blick auf die Uhr: ich habe trotz – oder vielleicht gerade wegen – des wirklich brutal schlechten Abbrandverhalten eine ganze Stunde und fünfundvierzig Minuten mit ihr ausgehalten. Dafür weiß ich immer noch nicht, was ich aus diesem Erlebnis für ein Fazit ziehen soll. Waren mir die Aromen für einen weiteren Versuch besonders genug? Ich glaube nicht. Da greife ich lieber zur Debonaire Maduro oder zur Le Careme, die sind raffinierter und brennen nicht so ab, wie als würde man unter Wasser zu rauchen versuchen.



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Hemmys Abas

Länge: 16.51Durchmesser: 2.22 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die Hemmy’s Aba 56 kommt imposant daher mit einem einfachen und farblich zurückhaltenden Ring, der gut auf den Decker passt. Optisch wurde hier soweit alles richtig gemacht. Allerdings scheint hier jemand sehr von seinem eigenen Namen angetan zu sein, so oft, wie dieser auf dem Ring pragt. Gezählt hab ich sie nicht, aber ein wenig erinnert's mich doch an Kubrick’s grandiosen Shining - "all work and no play makes Jack a dull boy". Für das brutale Format liegt sie erstaunlich leicht in der Hand; sie ist sehr weich und schwammig, hinterlässt ein speckiges Gefühl auf den Fingerspitzen, ein bisschen wie Handcreme. Das Deckblatt ist sehr schön anzusehen mit seinen sehr offensichtlichen, aber feinen Blattadern und seinem marmorierten und von dunkleren Stellen übersäten, hellen, fast erdigen Colorado Claro. Es schimmert leicht im Sonnenlicht – und bei genauer Betrachtung finden sich viele Klebstoff-Reste, ein paar Löcher und Risse auf dem sonst schönen Decker, die größten davon gekonnt unter dem Ring versteckt. Die Aba 56 – zumindest mein Exemplar – ist sehr ungleichmäßig gerollt mit vielen unterfüllten Spots, das Deckblatt ist jedoch meisterhaft angebracht. Die Kappe hingegen nicht, sie scheint den Wickel ordentlich zu quetschen. Kalt duftet sie interessant nach Leder, Nuss und Maggi-Würze, am Fuß kräftiger nach Maggi. Ja, diese Würzsoße. Der Kaltzug präsentiert ebenfalls in erster Linie Maggi mit etwas Holz, Laub und Melasse; dahinter finden sich erdige Noten. Interessant soweit, macht Lust auf mehr. Doch die Aba 56 hat nicht so viel Lust, denn Flammen will sie nicht so richtig annehmen. Hat man sie dann doch zum Glimmen zwingen können, startet sie unauffällig, doch sehr cremig mit Noten von Nuss (ja, Mandelpaste scheint es zu sein), Melasse, Holz, etwas der besagten Maggi und laubigen Noten. Auffällig und angenehm ist der lange erdig-süße Abgang. Retronasal kommen Noten von Laub, Erde, Leder und etwas Tabakschärfe auf. Letztere verschwindet langsam. Der Zugwiderstand stellt sich wider Erwarten (und entgegen des losen Zuges im Kaltzug) als perfekt heraus, die Asche mit ihrem hellen Grau als wahnsinnig flakig. Dabei ist das Rauchvolumen der Aba 56 verwirrend, denn wenn man nicht gerade einen Zug genommen hat, wirkt sie, als wäre sie erloschen. Was wiederum sehr gut zum Abbrandverhalten passt, denn Schiefbrand, tunneln und häufiges Nachfeuern begleiten den Rauchverlauf. Im 2. Drittel zeigt das Profil eine angenehme Melange aus Holz, Nuss, Erde, dezente Kaffeenoten und Assoziationen von Kellogg's Frosties. An der Nase kommen Leder, Erde und etwas nasses Laub hinzu, retronasal vorwiegend Nuss und Melasse vor Maggi. Nach einem mittelkräftigen Start mit sehr milden Aromen und flachem Körper überholt der Körper im Rauchverlauf langsam und gemächlich die Kraft, bis er im letzten Drittel knapp über mittelkräftig einzustufen ist. Im letzten Drittel kommen erdige und ledrige Aromen so gerade noch durch, hin und wieder umspielt von Anklängen von Kaffee; retronasal ein bisschen Nuss und viel Gras. Sie wird aromatisch zunehmend stallig und „duftet“ nach Dung. Die Creme weicht zunehmend einem seifigen Mundgefühl. Für die knapp drei Stunden, die Hemmy’s Aba 56 einem abverlangt, ist das alles ein bisschen wenig und dünn. Ich würde wirklich gerne eine Empfehlung aussprechen – is aba nich.



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EPC Ernesto Perez-Carrillo Oscuro Small Churchill
verifizierter Kauf

Länge: 13.97Durchmesser: 1.98 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die Carillo Oscuro Small Churchill kommt in einem schönen, ja, eleganten und toll ausgeführten Format daher, wirkt sehr gleichmäßig und fest. Sie gibt auf Druck so gut wie gar nicht nach, das herrliche, leicht stumpf wirkende, ebenholzfarbene Oscuro-Deckblatt kommt leicht ölig mit dezentem Schmirgel, ein wenig Öl und sichtbarem Haar daher. Kalt duftet sie stallig mit leicht blumigen Noten und dem Duft frisch gerösteter Kaffeebohnen daher. Am Fuß duftet sie nochmal stalliger mit leichter Würze; im Kaltzug kommen Noten von Leder, Schokolade und etwas Erde hinzu. Nach etwas zögerlicher Flammannahme startet die Carillo Oscuro Small Churchill erdig-würzig mit süßlichen Anklängen und ein wenig Holz. Nussige und ledrige Assoziationen finden sich an der Nase. Retronasal eine Melange aus herrlich viel Pfeffer, Gewürzen und Kaffee. Die Kaffee-Noten finden sich zusammen mit Herrenschokolade auch im Abgang wieder. Für mich bis hierher eine großartig eingebundene, mittelkräftige und komplexe Zigarre mit vollen Aromen. Langsam kommen schwelendes Holz/Fassnoten und Assoziationen von Brombeermarmelade kommen auf. Der perfekte Zug und der gestochen scharfe Abbrand weisen auf eine sensationelle Konstruktion hin. Bei fast weißer Asche mit klaren, dunklen Ringen nach jedem Zug hat die Carillo Oscuro Small Churchill einen herrlich cremigen und vollen Rauch, dessen Profil im 2. Drittel die Fassnoten zusammen mit erdigen Aromen übernehmen. Dahinter kommen kräftiger Espresso, mehr Würze und etwas Herrenschokolade auf. An der Nase liegen Brombeeren und Erde mit etwas Leder, retronasal nun mehr Kaffee und (hin und wieder) etwas Nuss vor Pfeffer im Finish. Süße Röstnoten und Erde liegen im langen Abgang. Die Small Churchill wird etwas kräftiger, übersteigt die Medium-Marke aber nur leicht. So bleibt sie, wobei sie aromatisch im letzten Drittel dunkler, holziger und süßer mit Herrenschokolade und Frucht daher kommt. An der Nase zeigen sich Noten von Kaffee, Leder und Nuss, alles sehr süß. Retronasal noch mehr Kaffee, viel Fass und Pfeffer. Herrlich süße Röstnoten und Beeren werden zunehmend präsenter, bis dass ich nach zwei Stunden erstklassigen Genusses am liebsten direkt die nächste davon entfachen würde. Die Carillo Oscuro ist für mich bisher eine der Besten aus dem Hause Carillo unter eigenem Namen und auf jeden Fall um einiges interessanter als die angebliche COTY’18 laut Cigar Aficionado. Kann man bedenkenlos weiterempfehlen, besonders bei dem PLV!



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Quesada Seleccion Espana Short Robusto
verifizierter Kauf

Länge: 10.16Durchmesser: 1.98 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die Quesada Seleccion Espana Short Robusto hat ein niedliches Format mit rustikalem Decker und simplem, doch auffällig gestalteten Ring. Es wundert mich fast, dass es nur einer ist, wenn man bedenkt, dass der Trend mittlerweile zum Dritt- und Viertband geht. Die Short Robusto ist anders als die boxpressed Robusto derselben Linie erstaunlich weich bei loser, irgendwie hastig ausgeführt wirkender Rollung. Das lehmfarbene, recht dunkle Colorado-Deckblatt wirkt sehr glatt und trocken auf den Fingerspitzen. Kann es sein, dass es nicht geschnitten ist, sondern die Kanten tatsächlich Blattsaum sind? Kalt duftet sie sehr zurückhaltend nach süßlichem Leder und Holz, mit leicht käsigen Assoziationen. Am Fuß hingegen duftet sie interessanter mit blumigen Noten und nassem Laub. Auch der Kaltzug ist etwas nichtssagend mit Holz, ein bisschen Leder und dezenter Würze, ein Zuckerkörnchen liegt im Abgang und macht es interessanter. Einmal und mit etwas Aufwand verbunden entfacht startet sie medium- mit süßlich-salzigen Assoziationen auf den Lippen; im Mundraum umspielt Holz nussige Aromen. Retronasal kommen Noten von Heu, Popcorn und Bauernbrot auf, dabei liegen viel Süße und Kaffee an der Nase. Bei Quesada-typisch losem Zug, sehr dunkler, dafür fester Asche und leider dauerhaftem Tunnelbrand, der jedoch keinerlei Korrektur braucht, trumpft die Seleccion Espana Short Robusto mit zwar recht dünnem, dafür extrem cremigem Rauch auf. Im 2. Drittel kommen Schokoladennoten, etwas Karamell und BBQ-Assoziationen auf. Salz bleibt angenehm auf den Lippen. Retronasal findet sich eine Melange aus Leder, Schokolade und Heu, dahinter süßes Popcorn. Im letzten Drittel überholt die Stärke den zurückfallenden Körper, bittere Grasnoten übernehmen das Profil. Retronasal kommt Tabakschärfe hinzu. Nach einer Stunde habe ich sie weggelegt und frage mich, ob ich sie einfach zu langsam geraucht habe und sie, zügiger geraucht, einfach als kleiner, knackiger short smoke von 30min mehr Spaß gemacht hätte.



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Warped Cigars Flor del Valle Cristal
verifizierter Kauf

Länge: 15.24Durchmesser: 1.67 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Nachdem mich die Gran Valle schon vor Begeisterung von den Socken gehauen hat, war es mir ein inneres Blümchenknicken, die herrlich ausgeführte, schlanke Cristales probieren zu dürfen. Schön die La Relatos Habano hat mir gezeigt, dass Warped Cigars in geringen Ringmaßen glänzen – und auch bei der Cristales war ich erstaunt über die beispielhaften äußeren Werte. Sie ist gleichmäßig und fest mit nur wenig Give, das feste, fette Deckblatt wirkt gebügelt und glatt mit nur wenig Öl. Der Colorado-Ton ist leicht gesprenkelt mit nur dezent dunkleren Flecken und von einem feinen Netz feinster Venen durchzogen. Kalt duftet sie zurückgenommen holzig mit Leder und leichtem (salzigem) Karamell, am Fuß kommen Noten von Weißbrot, Nuss, eine dezente Würze und florale Noten hinzu. Im Kaltzug präsentiert sie sich hingegen zurückgenommen holzig-fassig mit angenehm wärmend scharfer Würze und Lakritz auf den Lippen. Des geringen Ringmaßes wegen ist sie schnell entfacht und startet sofort knapp unter mittelkräftig und süßholzig-erdig mit Karamell und fein eingebundener Würze und dezent grasig/fruchtigen Noten. Etwas altes nasses Leder und Honig-/Karamellsüße lassen sich an der Nase erahnen, retronasal schön kontrastiert von Noten von Erde, Laub und Nuss (mehr Erdnuss-Schale als die aktuelle Nuss) mit leichter Pfefferschärfe im Finish. Die helle Asche wirkt zwar lose, ist aber sehr fest. Die Flor del Valle Cristales wirkt sehr eingebunden und reif, mit einem süßlich erdig-herbalen Abgang. Bei perfektem Abbrand und Zugwiderstand wird der zuerst dezente Rauch im Rauchverlauf zunehmend voller und vollmundiger. Im zweiten Drittel wird auch der Körper voller und noch eingebundener mit cremiger Würze, Nuss, Erde und Leder, etwas weißer Schokolade (Milcheis?) mit Honig und Steakpfeffer im Abgang. An der Nase kommen vor allem eine karamellisierte Süße und Leder auf, retronasal Erde, Zucker und Laub. Bei weiterhin zunehmendem Körper bleibt die Cristales im letzten Drittel schön zurückgenommen mittelkräftig und cremig mit süßer Erde, würzigen Leder und holzigem Honig. Röstsüße und Laub kommen retronasal auf, hin und wieder mit Erdnuss-Butter. Aufgrund der Rauchdauer von für das Format erstaunlichen 2 Stunden sind diese Veränderungen im Profil schleichend und wirken logisch, als wäre es eine "Konzept-Zigarre". Herrlich eingebunden, reif und interessant – aber auch fordernd, die Cristales möchte langsam und aufmerksam geraucht werden, sonst verpasst man sie. Sie möchte ungeteilte Aufmerksamkeit, doch wenn man sich darauf einlässt, belohnt sie einen mit komplexen und subtilen Aromen. Exclusively different. Unbedingt probieren!



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Padilla Finest Hour CONNECTICUT Double Toro
verifizierter Kauf

Länge: 15.24Durchmesser: 2.38 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die Padilla Finest Hour Connecticut Double Toro hat mit ihren 6 by 60 schon ein brutales Format. Die simplen, neuen Ringe lassen etwas den ehemaligen Look von Padilla vermissen und erinnern entfernt an die von Davidoff, was vor allem dadurch unterstützt wird, dass der Schrifttyp, mit dem „Finest Hour“ auf dem zweiten Ring steht, derselbe ist wie der der „Late Hour“. Für die Größe liegt die Doule Toro erstaunlich leicht in der Hand und sie gibt auf Druck stark nach, wirkt schwammig. Das senfgelbe Connecticut Shade Claro Deckblatt mit seinen weingen Blattadern wirkt glatt und papierern auf den Fingerspitzen und weist weder Öl, noch Zahn auf, hat nur ein wenig Haar. Dennoch wirkt sie sehr wertig konstruiert. Der Kaltduft ist wie erwartet heuig-holzig-süß mit mildem Honig und blumig-floralen Noten am Fuß. Nach dem Anschnitt muss man erstmal einiges an Tabakfusseln entfernen, bevor der Kaltzug einem nur ein bisschen Pfeffer und etwas Holz bietet. Zügig entfacht beginnt die Finest Hour Connecticut Double Toro mit leichter Tabakschärfe im Mundraum und auf den Lippen. Sehr gemächlich kommen karamellig-röstige Noten von Gras und Nuss vor Holz auf, dahinter liegt eine dezente Zitrusnote. Assoziationen von Weißbrot und etwas Kaffee kommen und gehen, alles in allem ist das Profil noch recht trocken, dafür retronasal wenigstens unentschlossen, mal erahnt man nur Gras, mal nur ein bisschen weißen Pfeffer. Sie ist sehr mild, dennoch überwiegt die Stärke bisher den Körper. Das zuerst sehr dünne Rauchvolumen ist glücklicherweise nun üppiger, die Asche hellgrau und wie der Zugwiderstand sehr lose. Das zweite Drittel überwiegen dezent cremig-holzig-karamellig-grasige Noten; die Zitrusnoten sind leider verschwunden und eine dezente Schärfe liegt im Abgang. Retronasal wird es etwas salziger und an der Nase kommen Noten von Leder auf. Im letzten Drittel, in dem der sonst recht unauffällige Abbrand zur Tunnelparty mutiert, hat der Körper die Stärke noch immer nicht überholt und aromatisch kommen nur noch Holz und Gras durch. Zwar leicht süß, jedoch etwas irritierend zeigen sich hin und wieder strenge Marzipan-Noten. Dafür liegen retronasal in dem sehr cremigen Rauch wieder dezente Zitrusnoten mit weißem Pfeffer. Nach knapp zwei Stunden endet die Padilla Finest Hour Connecticut Double Toro auf einer bitteren Note. Auch wenn dieses Exemplar etwas zu eintönig für mich war, werde ich wohl die Sungrown- und die Maduro-Variante noch ausprobieren, die einstigen Padillas haben mir eigentlich durch die Bank weg zugesagt.



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A.J. Fernandez Pinolero Toro
verifizierter Kauf

Länge: 15.24Durchmesser: 2.06 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die Pinolero Toro kommt gut ausgeführt mit niedlichem Pig Tail und herrlich buntem Ring mit vielen kleinen Gimmicks daher, der mich an die alten Hergé-Comics erinnert. Sie ist etwas spongy, aber gleichmäßig, der laubfarbene Colorado-Decker hat nicht eine einzige Verfärbung, ganz leichtes Haar und fühlt sich an wie meine alte Lederjacke. Die Toro wirkt glatt und kaum ölig - das ist wohl alles in dem über die Jahre der Lagerung tiefbraun gewordenem Cellophan gelandet. Kalt duftet sie erstaunlich unauffällig mit süßem Leder und etwas Holz. Am Fuß hingegen ist sie kräftig stallig-tabakig mit Würze und Laub und viel Pfefferschärfe, fast senf-ähnlich. Das findet sich auch so im Kaltzug wieder, jedoch süßer mit Noten von Nuss. Einmal und zügig entfacht startet die Pinolero Toro süßlich-erdig-ledrig mit Nuss-Assoziationen und zurückhaltendem Pepper Blast. Schnell wird sie süßer und sehr cremig. Retronasal zeigt sich süßes Karamell mit, sehr dezent, Gras, jedoch ohne Pfeffer. Salzig-bittere Röstnoten liegen im Abgang. Langsam kommen erfrischende Zitrusnoten auf, besonders retronasal. Die Asche präsentiert sich fest und fast weiß, hält zumindest das erste Drittel. Im 2. Drittel bleibt die Toro angenehm cremig mit holzig-ledrig-erdigen Noten, einer tollen Karamellsüße und etwas Popcorn. Retronasal stehen Noten von geröstetem Karamell und Nuss vor leichten Zitrusnoten und etwas Pfeffer im Finish. Der Abgang ist recht kurz und süßlich-holzig. Bei ordentlicher Rauchentwicklung, perfektem Zugwiderstand und leicht welligem, aber unauffälligem Abbrand ist die Pinolero Toro in allen belangen ab dem ersten Zug mittelkräftig und geht von dort aus nirgends hin. Im letzten Drittel übernehmen Holz, Karamell und grasige Noten das eingebunden cremige Profil. Retronasal stehen jetzt Gras mit Karamellsüße und Pfeffer im Vordergrund. Popcorn und Leder finden sich an der Nase, die Zitrusnoten liegen im nun längeren Abgang. Die Pinolero ist erfrischend und komplex, dabei - in diesem Fall zum Glück – über den über anderthalbstündigen Rauchverlauf recht eindimensional. Zu dem reduzierten Preis von 7,40 unbedingt empfehlenswert.



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Cornelius & Anthony Meridian Toro (6x50)
verifizierter Kauf

Länge: 15.24Durchmesser: 1.98 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die Cornelius and Anthony Meridian Toro kommt nebst dem Format ganz anders daher wie die Corona Gorda derselben Linie. Das Deckblatt wirkt speckiger und weit rustikaler mit prominenten Blattadern und fühlt sich fast glatt an mit nur dezentem Schmirgel. Sie ist gleichmäßig und zum Bersten fest, nur am Fuß gibt sie auf Druck etwas nach. Der Decker hinterlässt ein leicht öliges Gefühl auf den Fingerspitzen und sie wirkt sehr gut konstruiert. Kalt duftet sie süß mit gegerbtem Leder, etwas Holz, etwas Nesquik, ein wenig Stall, mit dezent frischen Assoziationen. Am Fuß kommen die Nesquik-Assoziationen und die Worchestershire-Würze stärker durch. Der Kaltzug lässt sehr zurückhaltend dezent würzige Noten erahnen, mit Anklängen von mit Heu, besagten frischen Assoziationen wie Sommerregen in der Luft und leichter Lakritze im Abgang. Die Toro hinterlässt Salz und ein dezent seifiges Gefühl auf den Lippen. Einmal entfacht – die Toro ist etwas zurückhaltend an der Flamme – startet sie grasig-würzig-tabakig mit der leichten Sommerregen-Note, etwas kratzig. Retronasal ist der cremige Rauch der Cornelius and Anthony Meridian Toro herrlich angenehm mit Nüssen, etwas Vanille und weißem Pfeffer. Nach wenigen Zügen verschwinden das kratzige Mundgefühl und die Tabaknoten und der Rauch wird auch am Gaumen herrlich cremig, hinterlässt ein buttriges Mundgefühl. Sie wird zunehmend gefällig und cremig mit Noten von würzigen Nüssen, Gras und Heu mit salzigen Vanille-Noten im Abgang. Süßes Leder, etwas Nussmus und dezentes Holz finden sich an der Nase. Die Asche hat ein schönes, gleichmäßig helles Grau, ist aber leider sehr lose. Bei etwas offenem Zug und ordentlicher Rauchentwicklung brennt sie bisher gestochen scharf und gemütlich ab. Kratzte die Cornelius and Anthony Meridian Toro bisher in Sachen Stärke und Körper so gerade mal an der Medium-Marke, liegt sie nun in allen Belangen exakt auf dieser, mit Noten von cremiger Vanille(milch) mit etwas Salz, etwas Nuss und plötzlich aufkommenden Noten von Gras und Süßholz (die auch den kurzen Abgang dominieren). Süßes Leder mit leicht metallischen Erd-Noten liegt an der Nase. Retronasal kommen Assoziationen von karamellisiertem Steak auf, dezent; dazu leichte Würze und viel Gras. Hin und wieder streuen Assoziationen von Leder ein, manchmal überwiegen die erdigen Noten alles, Mal blitzt Lakritz auf. Die Toro ist etwas verwirrend, etwas off, aber herrlich cremig bei mittlerweile sehr welligem, jedoch noch selbstkorrigierendem Abbrand. Im letzten Drittel bleibt der Rauch herrlich cremig, jedoch wird es aromatisch trockener mit Holz, etwas Leder, würzig-dunkler Vanille und dezenten Röstaromen. Hin und wieder kommen metallische Erde und Noten von frischer Paprika auf. Auch an der Nase ist sie nun würziger mit Holz und Leder, retronasal etwas eindimensionaler als zuvor mit Holz und Vanille mit dezenter Erde, dabei überwiegt der Körper die Stärke der Zigarre nun etwas. Den Abgang dominieren grasige und laubige Noten. Es bleibt dezent verwirrend, was vielleicht auch dem Umstand geschuldet ist, dass sie zunehmend tunnelt und den marken-typischen (?) Hang zum Erlöschen zeigt, dafür bleibt sie brutalst cremig. Gegen Ende trumpft sie noch einmal mit vanilliger Süße auf. Nach zwei Stunden habe ich die Toro dem Aschenbecher geopfert und weiß noch immer nicht, was ich von Cornelius and Anthony halten soll. Es ist alles da, was ein angenehmes Raucherlebnis ausmacht, aber es ist all over the place. Mir fehlt die Balance, teilweise verwirren mich die Aromen. Für mich war der Höhepunkt unangefochten der Kaltduft dieser Toro.



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Cornelius & Anthony Venganza Silencer (5.5x46)
verifizierter Kauf

Länge: 13.97Durchmesser: 1.83 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die Cornelius and Anthony Venganza Corona Gorda kommt wie ihre Schwesterserien mit zwei tollen Ringen daher, der zweite mit seinem gedeckten Rot ist der Knaller und wirklich herrlich auf den schönen Colorado Rosado Ton des Deckblattes abgestimmt. Das glatte Deckblatt der Venganza ist im Vergleich zu denen der Schwesterserien sowieso ein kleines Highlight, denn es kann richtig was ab und kommt ohne Makel, dafür schön ledrig-speckig daher. Ein paar wenige, dafür sehr prominente Blattadern und ein mehr sicht- als fühlbarer Zahn zieren es; im Sonnenlicht schimmert es dezent orange. Auch die Konstruktion weiß zu überzeugen, die Corona Gorda liegt gut in der Hand. Sie ist wirklich gleichmäßig, fest und ohne unterfüllte Stellen gerollt und gibt auf Druck kaum nach. Kalt duftet sie angenehm und vielversprechend mit ledrigen, holzigen, laubigen und süßlichen Noten; am Brandende kommen Assoziationen von süßem Kakaopulver und würzigem Leder auf. Der Anschnitt bietet keine bösen Überraschungen und der Kaltzug unterstreicht, was der Kaltduft erahnen lässt: würzige Noten liegen vor Kakaopulver und Leder, Salzige Noten bleiben auf den Lippen zurück. Soweit ein angenehmes und hervorragendes Raucherlebnis. Wird mich wohl die Venganza Corona Gorda mit der Marke Cornelius and Anthony versöhnen? Das gilt herauszufinden! Sie ist etwas scheu an der Flamme, aber das muss ja jetzt erstmal kein Minuspunkt sein. Einmal entfacht beginnt die Venganza Corona Gorda dezent würzig mit einer mir undefinierbaren, leicht süßlichen Note. Das Undefinierbare liegt lange im Abgang und an der Nase, kriegt schnell einen interessant würzig-pfeffrigen Konterpart, interessant und alles andere als unangenehm. Retronasal kommen salzige und laubige Noten mit frischen Tannen-Assoziationen hinzu. Hin und wieder kommen Brot-Noten und Ideen von Tannennadeln auf, manchmal etwas Kakaopulver oder leicht artifizielle, parfümige Schokolade. Soweit, so gut, ein kleiner, in allen Belangen mittelkräftiger Gewinner mit ordentlichem Rauchvolumen und einem gerade so nicht mehr zu losem Zugwiderstand. Die Asche ist, Wunder, oh Wunder, sehr fest und von einem schönen, gleichmäßigen Hellgrau. Doch kaum neigt sich das erste Drittel zur Neige, geht das Desaster los. Der Zug öffnet sich dramatisch, die Corona Gorda wird zunehmend weich und der bis jetzt unauffällig wellige Abbrand wird anstrengend. Die Venganza will nicht brennen, neigt zum Erlöschen. Dabei wird sie eindimensionaler mit Primärnoten von Tanne und Leder auf Graubrot. Dahinter kommen mal Coca-Cola-Assoziationen, mal eine Prise Kakao- und Vanille-Milch-Pulver auf, aber bleiben nie lange genug, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Retronasal kommt eine parfümige Würze und viel Pfeffer auf, zuerst noch eingebunden in Holz und Laub. Aromen und Körper flachen zunehmend ab, wirken auch zu trocken, zu wenig cremig. Der mittlerweile – wenn zum Glück auch kurze – Abgang ist grasig und bitter. Im letzten Drittel ist dann leider gar nichts mehr von der interessanten Komplexität des ersten Drittels der Cornelius and Anthony Venganza Corona Gorda übrig. Schwelendes Tannenholz mit etwas künstlicher Vanille und Kakaopulver lassen sich erahnen, hin und wieder gibt es nochmal die Coca-Cola-Assoziationen, aber roher, rauer, kratziger Tabak übernimmt zunehmend das Profil. Wenigstens ist der grasig-bittere Abgang mittlerweile weg. Bei einem Exemplar kamen jedoch hin und wieder retronasal ähnlich meinem Erlebnis mit der Daddy Mac pilzige Noten auf. Nach einem fulminanten Start und zwischen 75 (2. Exemplar) und knapp 100 Minuten (1. Exemplar) kann ich nur das Fazit ziehen, dass ich kein Freund von Cornelius and Anthony werde. Im Falle der Venganza sind 75% der Aromen an sich sehr angenehm, aber im Feintuning stinkt sie einfach ab wodurch ich sie als ein sehr verwirrendes Raucherlebnis empfinde. Wenigstens ist es sehr schwierig, diese Zigarre am Brennen zu halten…



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Cornelius & Anthony Daddy Mac Corona Gorda (5.5x46)
verifizierter Kauf

Länge: 13.97Durchmesser: 1.83 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die Cornelius and Anthony Daddy Mac Corona Gorda kommt mit einem im Sonnenlicht dezent gelbstichigen Decker irgendwo zwischen Colorado und Colorado Maduro daher, auf dem die 2. Banderole mit ihrem Schwarz sehr hervor sticht, weil sie nicht so ganz dazu passen will. Die Konstruktion wirkt wie die Blaupause der Schwesterserie Meridian, fest in der Mitte, am Mundende leicht unterfüllt, gibt auf Druck ein bisschen nach. Das Deckblatt ist ähnlich glatt mit leichtem Schmirgel, wenigen dünnen Venen, wenig Öl und ebenfalls anfällig, dünn und brüchig mit einigen kleinen Rissen und Löchern. Kalt duftet sie unauffällig mit etwas Leder, etwas Holz und einer unterschwelligen Süße. Nach fusseligem Anschnitt mit sich lösender Blattsäume an der Kappe präsentiert sich auch der Kaltzug unauffällig mit Tabak und würzigen Noten. Schnell entfacht beginnt die Daddy Mac Corona Gorda mit viel Pfeffer, der nur langsam Aromen von scharfem Tabak weicht. Vom Retrohale ist abzuraten, da kann man auch wie Steve O einfach Wasabi schnupfen. Der Zugwiderstand ist so lose wie die flakige, hellgraue Asche, aber noch im Rahmen, das Rauchvolumen ordentlich und der Abbrand eine kleine Katastrophe, mit Tunneln, Canooing und einem ordentlichen Hang zum Erlöschen. Sie hat wenige, dafür leider sehr präsente Aromen bei flachem Körper (medium-, wenn überhaupt) der jedoch von ihrer Stärke (medium++) übertroffen wird. Im zweiten Drittel kommt langsam eine leichte, karamellige Süße auf, die der Cornelius and Anthony Daddy Mac Corona Gorda eine gewisse Komplexität verschafft, die ab der Mittelmarke aber leider dadurch zunichte gemacht wird, dass retronasal außer Pfeffer und einem tiefen Zug aus einer Handvoll brauner Champignons nix zu finden ist. Das letzte Drittel bringt dann Holz, Tabak und etwas Schärfe hinzu und nach einer guten Stunde, die die Corona Gorda es verfehlt, zu überzeugen, reicht es. Ich hoffe wirklich, dass die beiden Exemplare, die ein guter Freund und ich am vergangenen Samstag verköstigt haben, Montagsmodelle waren, aber das war, zu dem Preis, ein No Go par excellence.



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Cornelius & Anthony Meridian Corona Gorda
verifizierter Kauf

Länge: 13.97Durchmesser: 1.83 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die Cornelius and Anthony Meridian Corona Gorda kommt auf den ersten Blick in einem tollen und meisterhaft ausgeführten Format daher, mit schönem Decker und gut abgestimmten, dezenten Banderolen. Die Farbwahl gefällt, die Gestaltung ist etwas verwirrend und zu kleinteilig, die "flatternden Bänder" auf denen, wie man es von unambitionierten Tattoos kennt, der Markenname steht, und das Datum unter dem toll designten CA wirken eher wie verschmierte Flecken; auch verlangt das "high noon western style design" irgendwie eher nach Banderolen wie Büttenpapier, nicht diesen glatten Hochglanz. Nichtsdestotrotz: farblich wurde hier bei allen Linien drauf geachtet, dass die Banderolen dem Decker komplimentieren, „old school hip“ und nicht zu überladen. Das Deckblatt ist appetitanregend mit seinem karamellbraunen Colorado-Ton und schön gemasert mit einem feinen Netz allerkleinster Venen. Auf den Fingerspitzen fühlt es sich glatt und geschmeidig an, mit nur wenig Öl, wenn überhaupt, fast papierern, hätte ich gesagt. Dementsprechend ist das Deckblatt der Meridian leider auch sehr anfällig, beide Exemplare kamen übersäht mit kleinen Löchern und Rissen daher; eine Corona Gorda sogar mit einem doch sehr auffälligen Loch auf der Unterseite zwischen den Banderolen. Dabei waren beide Exemplare fest und gleichmäßig gerollt, gaben zumindest in der Mitte auf Druck nur dezent nach, das Mundende jedoch war bei beiden Exemplaren unterfüllt (ebenso wie bei den Exemplaren der anderen Linien aus dem Hause) wodurch man die Konstruktion mit einigen Abstrichen als „gerade so noch ok“ einstufen muss. Kalt duftet die Cornelius and Anthony Meridian Corona Gorda dezent würzig-ledrig mit Noten von leicht karamellisiertem Zucker und etwas frisch Blumigen. Dank der unterfüllten Kappe gestaltet sich der Anschnitt als Fusselparty, dazu lösten sich jedes Mal unterhalb der Schnittkante die Blattsäume der Kappe ab. Man wird im Rauchverlauf immer wieder Tabakschnitt auf den Lippen finden. Kalt lassen sich Noten von etwas Leder, dezenter Worchestershire-Würze erahnen, Salz bleibt auf den Lippen, im Abgang entwickelt sich etwas Schärfe auf der Zunge. Die Noten sind interessant und dezent, der Kaltzug macht Lust auf mehr, auch wenn der Zug für meinen Geschmack etwas zu offen ist. Zügig entfacht beginnt die Cornelius and Anthony Meridian Corona Gorda mit blumigen, würzigen Tabaknoten, dezent und cremig, mit ein paar Zuckerkörnchen und Mandelmus-Assoziationen im Abgang. Holz, etwas Leder und mehr Mandelmus finden sich an der Nase, retronasal rundet eine angenehme Mischung aus Leder, dezenter Würze und vanilliger Schlagsahne alles ab. Klingt in Kombination erstmal nach Nase rümpfen, ist aber geil. Holz und etwas Tabakschärfe liegen im erstaunlich langen Abgang. Die Tabakschärfe verschwindet, wenn man ca. 2cm in die Corona hinein geraucht hat, sie wird somit cremiger und eingebundener. Leider hat man bei dieser Corona Gorda mit extrem welligem Abbrand zu kämpfen, ein Exemplar neigte sogar sehr stark zum Tunneln und Erlöschen, das andere brannte hingegen zügiger ab, aber auch hier musste ich, wenn auch erst im letzten Drittel, das Feuerzeug in ständige Alarmbereitschaft versetzen. Dafür ist wenigstens die dunkelgrau zebragestreifte Asche extrem flakig und überall. Im 2. Drittel stellen sich Noten von Zucker, Vanille, cremiger Schlagsahne und Mandelmehl in den Vordergrund. Darunter liegen Noten von Holz und etwas Leder, beides sehr dezent. Dezente, cremig, ja fast buttrig salzige Noten finden sich im Abgang, retronasal spielt weiterhin Mandelmus die erste Geige, gepaart mit trockenen Vanille-Noten und etwas Salz. Die Meridian erinnert mich stark an die LSP Meso Plex Weight Gainer Shakes mit Vanille-Geschmack. Dabei ist und bleibt sie mild mit medium- Körper und knackigen, medium+ Aromen – und das durch den kompletten Rauchverlauf, bei ordentlichem und kaubar cremigem Rauch. Das scheint mir eines von Eddies Markenzeichen zu sein, sowohl Protocol K9 und Nightstick – die beide jedoch durchaus interessanter, aromatischer und besser konstruiert sind/waren – dampften auch sehr stark. Im letzten Drittel wird es trockener, Holz, Leder und Salz drängen sich in den Vordergrund, dahinter bleibt würzige Vanille. Retronasal liegen jetzt mehr Holz und Würze, dazu dezent floral-fruchtige Anklänge. Leder übernimmt zunehmend das Profil. Es gab das Dessert also vor dem Hauptgang. Auf die letzten Züge kommen die Tabaknoten wieder durch und teilen einem mit, dass nach im Durchschnitt anderthalb Stunden jetzt auch mal gut ist. Rein aromatisch weiß die Cornelius and Anthony Meridian Corona Gorda zu überzeugen. Allerdings erntet sie zu viele Abzüge in der B-Note wegen technischer Mängel. Gegebenenfalls werde ich sie in einem anderen Format probieren. Gegebenenfalls. Denn bei der Performance ist das PLV mehr als fragwürdig.



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L´Atelier La Mission 2009
verifizierter Kauf

Länge: 16.51Durchmesser: 2.22 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Nachdem mir die letzten Exemplare der 1989 sehr zugesagt haben, war ich sehr froh, noch eine letzte La Mission de L’Atelier in meinem Humidor zu finden – eine 2009. Sie wirkt mit ihren 6.5x56 brutal, aber das Format sollte einen nicht abschrecken. Eines vorweg: sie ist doch um einiges milder als ihre kleine Schwester, ich würde sie zu Beginn als mittelkräftig mit präsenten Aromen und einem Körper, der etwas voller als mittelkräftig ist, einstufen. Ab der Mittelmarke der 2009 wird es etwas kräftiger, aber nicht signifikant. Das ist auch gut so, bei einem im Durchschnitt zweieinhalb Stunden Rauchvergnügen. Optisch und haptisch ist die 2009 nicht so konsistent wie die kleine Schwester; alle drei Exemplare, die ich von dieser hatte, waren komplett unterschiedlich. Eine war extrem fest mit null give, eine wirkte wie ein Happy Hippo mi ihren ganzen Beulen und Dellen und einem eher 58/60er Ringmaß und die letzte kam perfekt daher. Allen gemein war jedoch, dass sie in Sachen Abbrand und Zugverhalten gar nichts zu beanstanden hatten und auch aromatisch sehr konstant waren – bei völlig irrwitzigem Rauchausstoß. Kaltduft und -Zug deuten auf keine großen Unterschiede hin und auch aromatisch ist die La Mission de L’Atelier 2009 dem Rest der Serie sehr ähnlich; der meines Erachtens auffälligste Unterschied ist, dass sie so gut wie gar keinen Pfeffer, keine Gewürz-Noten aufweist. Die 2009 beginnt sehr smooth mit Noten von Leder, schwelendem Tannenholz und steiniger Erde, schnell kommen süße Noten von Milchschokolade und Vanillezucker hinzu. Die Schokoladennoten stehen retronasal besonders im Vordergrund, gepaart mit Anis-Noten. Im zweiten Drittel wirkt sie nochmal cremiger und smoother mit dezenten Noten von Kaffee, Sahne-Karamell-Bonbons und langsam aufkommenden und sich zunehmend steigernden würzigen Noten. Im Abgang liegen tannige Noten und Früchte, besonders Kirsche sticht heraus. Im letzten Drittel wird die steinige, nun fast metallische Erde präsenter und verbindet sich erstaunlich angenehm mit der Milchschokolade und den Anis-Noten im Retrohale. Ich finde die La Mission de L’Atelier 2009 alltagstauglicher als ihre kleinen Schwester, mit ihren spannenden und eigenwilligen Aromen ist sie ein toller Begleiter zu einem Sherry-Fass-lastigen Single Malt in Ruhe und ohne große Ablenkung. Die La Mission de L’Atelier ist wieder mal eine Linie, bei der ich mich einfach nicht entscheiden kann, welche Vitola mir am besten gefällt. Muss man unbedingt probieren!



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L´Atelier La Mission 1989
verifizierter Kauf

Länge: 14.29Durchmesser: 2.14 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Vorweg möchte ich mich der Beschreibung dieses wundervollen Rauchvergnügens durch das Team von Cigarworld anschließen und die Warnung aussprechen: das hier ist keine Einsteigerzigarre! Die La Mission de L’Atelier 1989 ist kräftig, sehr kräftig. Aber das zeigt sie ja bereits, durch das recht fette Format. Die 5,625x54 in dem eher ovalen als eckigen boxpressed finde ich sehr ansprechend, das kleine Pigtail und die zwar fette, jedoch zurückgenommen designte Anilla runden das Erscheinungsbild toll ab. Sie wirkt rustikal, dennoch fein und wirkt dadurch ein bisschen wie die Padron des kleinen Mannes – und das macht, zumindest mir, direkt umso mehr Lust, sie zu entfachen. Das mit vielen dunklen, ja, fast schwarzen Flecken marmorierte, etwas stumpfe und leicht grau wirkende Maduro-Deckblatt ist durchzogen von vielen prominenten, aber feinen Blattadern und fühlt sich rau, haarig und erstaunlich trocken an. Sie wirkt sehr gut konstruiert, auf Druck „von oben“ gibt die 1989 gar nicht nach, „von den Seiten“ nur leicht. Kalt duftet sie tannig-süß mit Noten von trockenem Holz, Leder, dazu etwas Karamell, leicht blumige Noten und eine minzige Frische. Am Fuß erinnert das Aroma wie an einen frisch eingelassenen Dram Bunnahabhain, dazu kommt mehr von der minzigen Frische, Fazit: da ist doch Sancti Spiritus mit verdreht worden! Das kleine Pigtail erweist sich schnell als kosmetisches Gadget, einfaches Abknapsen tut es nicht, nachschneiden ist gefragt, um Zug zu kriegen – und der dann am loseren Ende von perfekt. Im Kaltzug kann man trocken tannige, ledrige und minzige Noten erahnen, dahinter etwas geröstetes Karamell – ganz klar San Andrés und Sancti Spiritus. Dezente Pfeffernoten bleiben auf Zunge und Lippen zurück. Einmal – und wirklich easy – entfacht, ist der erste Zug an der 1989 ist ein kleiner Schlag auf die Fresse. Mocca, Leder, steinige Erde, schwelendes Tannenholz, diese Sancti-Spiritus-Frische und viel Pfeffer haut die La Mission 1989 einem präsent und kantig um die Ohren, dahinter erahnbar ist eine dezente, karamellige Süße. Alles wirkt trocken, alles full bodied. Nach wenigen Zügen wirkt sie eingebundener, entweder hat sie sich aromatisch adjustiert oder man hat sich dran gewöhnt. Der Rauch wird cremiger, die karamellige Süße und die Sancti-Spiritus-Frische werden etwas präsenter und das Aromenprofil somit viel komplexer. An der Nase liegt viel Leder mit Tanne und Mocca, retronasal sind vor allem Pfeffer und Minz-Noten präsent. Bei fast fast schneeweißer und extrem loser Asche brennt die La Mission de L’Atelier 1989 gemächlich und perfekt ab. Der Rauch ist wie dichter, kaubarer Nebel – ich habe fast das Gefühl, meine eigene Hand am ausgestreckten Arm nicht mehr zu sehen – und hinterlässt einen bemerkenswert trockenen, pfeffrigen Raumduft. Im 2. Drittel wird der Rauch zunehmend cremiger, es fühlt sich fast ein bisschen so an, als würde er einen buttrigen Film im Mundraum hinterlassen; sehr angenehm. Die Noten von steiniger Erde und Tanne drängen sich in den Vordergrund, werden aber sehr gut getragen von Mocca-Noten, Leder und dieser karamelligen Süße. Retronasal geht es nun auch etwas mehr in die süßliche Richtung mit etwas Karamell; die Minz-Noten bekommen hin und wieder die Qualität von Anis. Der Abgang ist lang und zeigt vor allem Pfeffer und Gewürz-Noten. Die 1989 ist in allen Belangen voll, sozusagen ganz knapp unter Anschlag, und das vom ersten bis zum letzten Zug. Im 2. Drittel fühlt sie sich weicher an, weil alles eingebundener und süßer ist, aber das täuscht. Denn im letzten Drittel zeigt die Toro dann nochmal ihre volle Power. Erdige Noten und allerlei Pfeffer mit Chili übernehmen zunehmend das Profil, ohne wirklich überfordernd zu werden. Nach zwei Stunden ist man dann auch richtig gesättigt. Ich finde die La Mission de L’Atelier 1989 großartig, aber für mich ist sie definitiv keine Alltagszigarre. Sie ist ein Erlebnis, das ich immer wieder gerne wiederhole, am besten auf überfüllten Magen nach ordentlichem Grillgut mit einem süßen, fassstarken Single Malt.



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Davidoff Signature No. 2

Länge: 15.24Durchmesser: 1.51 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die Davidoff Signature Nr. 2 kommt, wie man das so von Davidoff erwartet, elegant und fein daher, in dem Falle mit der sehr edlen und finde ich, raffiniert gestalteten Anilla zum 50. Jubiläum der Marke. Das Format gefällt, sie liegt sehr leicht in der Hand und wirkt abgesehen davon, dass sie brutalst weich ist, makellos. Das senfgelbe Deckblatt wirkt komplett Blattader-los und samten, man kann dezent die Blatthärchen sehen und fühlen. Kalt duftet sie nach Heu, Gras, etwas Zucker, am Fuß deuten sich Assoziationen von Regen an und ein bisschen was von dem „muffigen“, das ich irgendwie mit Davidoff verbinde. Das winzige Pigtail am Köpfchen ist leider auch bei dieser kleinen Zigarre nur ein Gimmick, einfach abdrehen ist nicht, dafür ist zu viel Umblatt im Kopf. Einmal nachgeschnitten ist im Kaltzug nur ganz hintergründig etwas Gras, etwas Karamell, sowie synthetisch wirkende, metallische Erde zu erahnen, alles wirkt viel flacher als im Kaltduft. Schnell entfacht beginnt die Signature Nr. 2 angenehm und sehr cremig mit dezent süßlich-nussig-holzigen und ganz leichten Karamell-Noten, wird dann aber leider schnell zunehmend grasig. An der Nase kommt etwas süßes Leder hinter viel Gras auf, retronasal stehen grasige und heuige Noten im Vordergrund. Bis hierhin ist alles mild, gefühlt sogar eher mild-. Bei perfektem Abbrand ist das Rauchvolumen etwas dünner als durchschnittlich, die Asche ist gleichmäßig hellgrau und so lose wie der Zugwiderstand. Im zweiten Drittel wird es ein bisschen kräftiger, jedoch allerhöchstens mild+, dabei übernehmen grasig-bittere Röstnoten das Profil. Dahinter lassen sich ein bisschen Kaffee und etwas Holz erahnen. Retronasal würde sie mit ihren cremigen Nuss-Aromen trumpfen, besonders ab der Mittelmarke, wo die bitteren Noten glücklicherweise Platz machen für Noten von Café Crema und Nussmus. Würde, denn der Körper ist einfach zu flach und die Aromen zu weit weg, gefühlt eher ein Nachhall. Im letzten Drittel sind dann leider die grasig-bitteren Noten schnell zurück, metallische Erde gesellt sich hinzu. Retronasal vollzieht die Signature Nr. 2 einen brutalen Shift zu Noten von Heu und weißem Toastbrot. Im kurzen Abgang bleiben Gras- und Mandelnoten auf der Zunge, doch auch das alles immer sehr verhalten, die Signature Nr. 2 ist so mild, dass andere Pairings als stilles Wasser einfach nicht drin sind. Ich habe ihr fünf Chancen (die Pappschuber finde ich übrigens sehr schön und edel und um Längen nützlicher als diese sogenannten Fresh Packs) gegeben – aber warm werde ich mit diesem sogenannten Klassiker aus dem Hause Davidoff nicht. Die Signature Nr. 2 wirkt mir zu Off, zu unausgewogen. Nun, einem geschenkten Gaul und so... dennoch: verstehe ich hier die Preisgestaltung auch gar nicht.



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Crowned Heads Las Calaveras Edición Limitada 2018 LC 54

Länge: 13.97Durchmesser: 2.14 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die seit 2014 jährlich wiederkehrende „ongoing limited edition“ Las Calaveras aus den Häusern My Father und Crowned Heads ist für mich immer eine kleine Sensation. Und, eines vorweg: in meinen Augen ist die Edición Limitada von 2018 die mit Abstand beste Las Calaveras bisher, was vielleicht daran liegen mag, dass ich ein großer Freund der Aromen von San Andrés Tabaken bin, andererseits aber auch dem geschuldet sein kann, dass sie sowohl weit milder als auch viel komplexer und raffinierter daherkommt als ihre Vorgängerinnen. Die LC 54 kommt in einem sehr ansehnlichen Super Toro Format daher, schwer und gleichmäßig, gibt auf Druck ordentlich nach. Das Deckblatt ist rau, speckig und elastisch, nur wenige graue Flecken und kaum eine sichtbare Ader „stören“ das sonst sehr gleichmäßige und rötliche Colorado (Rosado?) Maduro des San Andrés Deckblattes – Randnotiz: es ist die bisher erste und einzige LC, die trotz des Namens überhaupt mexikanischen Tabak enthält. Die Banderolen der Las Calaveras finde ich grundlegend auch sehr gut gestaltet, das üble Neon-Grün der 2018er Edición Limitada jedoch ist hochgradig gewöhnungsbedürftig. Nicht schön, aber selten. Kalt duftet die meisterhaft konstruierte Super Toro stark nach würziger Schokolade, Tannenholz und nassem Laub, dahinter kommt eine Melasse-Süße durch, am Fuß kommen Tabakwürze und Frucht hinzu. Im Kaltzug hingegen liegt der Fokus auf Worchestershire-Sauce, dahinter dezent frische Assoziationen, wie Waldluft nach einem Sommerregenschauer. Im Abgang liegt viel Tannenholz, frisch geschnitten sozusagen. Einmal entfacht, was sich etwas langwierig gestaltet, legt die LC 54 sehr eingebunden los, umspielt den Gaumen süßlich-tannig-würzig mit Worchestershire-Sauce und Assoziationen von Wald nach Sommerregen. Hin und wieder tauchen Noten exotischer Früchte, Kokosnuss und zum Teil fast lakritzige Kaffeenoten auf. Süßes Leder und röstige Holznoten liegen an der Nase, retronasal nasses Laub, Holz, etwas Pfeffer und immer mehr nussig-süße Noten; das ganze bei ab dem ersten Zug an mittelkräftigem Körper, ohne dass die Super Toro jedoch mit Stärke überfordert, da kratzt sie vielleicht gerade mal an der Mittelmarke. Die LC 54 entwickelt ordentlich viel Rauch, bei optimalem Zugwiderstand und gestochen scharfem Abbrand. Die Asche präsentiert sich in einer interessanten Graustufen-Camouflage, ist jedoch etwas lose, hier braucht man jemanden, der einem mit einem Aschenbecher in der Hand folgt. Im 2. Drittel wird die LC 54 nicht viel kräftiger, der Körper jedoch voller, hier würde ich ihn bei mittelkräftig+ einstufen. Schwere, cremige Schokolade übernimmt das Aromenprofil, dahinter stehen vor allem Noten von würzigem Holz, Nussmus und weiterhin besagten Assoziationen von Waldboden nach Sommerregen. An der Nase wird der Rauch sehr süßlich-nussig mit Leder, retronasal kommen hingegen tannig-nussige, leicht lakritzige Aromen mit Würze und etwas Pfeffer durch. Erdig-süß verweilt der Abgang lange am Gaumen. Im letzten Drittel kommt die LC 54 schon fast mild daher, ohne dass der Körper jedoch abnimmt. Aromatisch gibt es hier keine starken Veränderungen, eher subtile. Alles wirkt viel eingebundener, eine einlullende Melange. Die lakritzigen Noten werden vordergründiger und alles erscheint süßlicher, mit hin und wieder aufkommenden Assoziationen von Kokosmilch. Sehr rund, dennoch herrlich eigenwillig. Gegen Ende wird Leder präsenter, fleischige Assoziationen kommen auf. Nach über anderthalb Stunden im Durchschnitt fällt mir immer wieder auf, dass die Las Calaveras Edición Limitada LC 54 2018 eine sensationelle und einzigartige Zigarre und für mich die beste Las Calaveras bisher ist und bleibt – mit einer kleinen Ausnahme: die LC 46, die leider nur in einem Sampler und nicht als reguläres Format in Deutschland erhältlich war, hat mir persönlich noch einen Ticken besser gefallen, weil sie knackiger war und vor allem full bodied.



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CIGSOR HYGROMETER MIT APP
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