Quesada Zigarren

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Quesada Zigarren: Meisterwerke von Masterblender Manolo

altDie Dominikanische Republik ist nicht nur der weltgrößte Produzent von Premium-Zigarren und bietet auf einer Fläche etwas größer als Niedersachsen eine Vielfalt von Zigarrenmanufakturen und -marken wie keine andere Region weltweit. Der kleine karibische Inselstaat ist auch die Heimat vieler bedeutender Familiendynastien, welche die Welt des Tabaks mit ihrem handwerklichen Können bereichern.

Die Quesadas zum Beispiel, nach der kubanischen Revolution um ihren Broterwerb gebracht und deshalb geflohen, ließen sich in der Dominikanischen Republik nieder und stiegen ins Zigarrengeschäft ein, mit dem sie seit nunmehr über 40 Jahren Geschichte schreiben. MATASA (Manufactura de Tabacos S.A.) war die erste fábrica in der neu eingerichteten Freihandelszone in Santiago Stadt, mit der Manuel "Manolo" Quesada, der heutige Inhaber, den Markt eroberte. Aus ihr gingen so berühmte Marken wie Fonseca, Casa Magna oder Heisenberg hervor – und nicht zuletzt die Quesada Zigarren.

Ein Stuhl, ein Telefon und 100 Dollar

Eigentlich beginnt die Geschichte der Familie Quesada viel früher. Im 19. Jahrhundert wanderten die Vorfahren dieser einstigen Bäckerfamilie aus Spanien nach Kuba aus. Zum Tabak kamen sie erst einige Zeit später und wurden schließlich fleißige Tabakbauern, die von den Plantagen und dem Verkauf lebten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts besaßen die Vorfahren von Manuel Quesada bereits zwei Firmen, die sich auf den Export kubanischer Tabake spezialisiert hatten.

Die kubanische Revolution und die nachfolgenden Verstaatlichungen vormals privater Betriebe vertrieb auch seine Familie aus dem Land. Manuel Quesada war dreizehn Jahre, als die Familie 1960 quasi wieder bei Null anfangen musste – allerdings mit einigem Vermögen ausgestattet. Sie erwarben Grundbesitz und Gebäude, begannen erneut mit dem Tabakgeschäft und stiegen auch erstmals in die Manufaktur von Zigarren ein. Ihren Sohn Manolo schickten sie in die USA, wo er Business Administration und Marketing studierte. 1974 gründete er schließlich MATASA – zusammen mit seinem Vater und seinem Bruder – und besaß nach eigener Aussage am Anfang nicht mehr als einen Stuhl, ein Telefon und 100 Dollar Bargeld.

Die Dominikanische Republik war zu diesem Zeitpunkt weitestgehend unbekannt als Zigarrenproduzent und erarbeitete sich diesen Ruf erst im Verlaufe der nachfolgenden Jahrzehnte. Es verwundert darum nicht, dass MATASA anfänglich mit einigen Zehntausend Zigarren startete und nun mehrere Millionen im Jahr davon produziert – nicht zuletzt dank des in den 1990er Jahren beginnenden Zigarrenbooms.

Von MATASA zu Quesada

2014 feiern die Quesadas das 40jährige Jubiläum ihrer dominikanischen Niederlassung, wo sie mit rund 300 Angestellten im Jahr mehr als 15 Millionen Zigarren produzieren. Zum Familienbesitz gehören heute die MATASA Fabrik in Santiago Stadt, eine weitere Fabrik unweit der Davidoff-Fabrik in Villa Gonzales und rund 2000 Hektar an Tabakplantagen. Dass es auch in Zukunft Firmenjubiläen zu feiern gibt, dafür sorgt die fünfte Generation in der Familie in Person seiner beiden Töchter Patricia und Raquel, der Nichte Esther und seiner beiden Neffen Hostos und Terence.

Unter dem Dach der ebenfalls im Rahmen des Jubiläums umfirmierten Firma von MATASA in Quesada Zigarren sind die drei großen Marken Fonseca, für die das Unternehmen die Namensrechte in den USA besitzt, Casa Magna, die in Nicaragua produziert werden, und schließlich jene aus der Dominikanischen Republik.

Um im Markt der Premium-Zigarren, in dem sich Quesada Zigarren bewegen, dauerhaft bestehen zu können, legt Manuel Quesada größten Wert darauf, die Qualität seiner Produkte hochzuhalten. Drei Haupteigenschaften sind seiner Meinung nach ausschlaggebend: Geschmack und Aroma des Blends, Zusammensetzung der Tabake und die handwerkliche Güte. Bei Quesada Zigarren kommt all dies zusammen, zudem genießt Manuel Quesada auch einen ausgezeichneten Ruf als Masterblender, der seinen Zigarren ein unverwechselbares Aroma gibt. In der MATASA Fabrik werden sogar die benötigten Zigarrenkisten selbst hergestellt. Die Qualität dieser Kistchen scheint ausgesprochen gut zu sein, denn viele renommierte Zigarrengeschäfte weltweit lassen ihre Kisten für die hauseigene Marken hier fertigen.

Das Bier zum Oktoberfest

Was uns hierzulande am ehesten auffällt, ist natürlich die Oktoberfestzigarre. Raquel und Patricia haben sich, so will es zumindest die Geschichte, bei einem Besuch in München dazu inspirieren lassen. Und in der Tat, die Zigarre hat die Qualitäten, die es braucht auf der Theresienwiese: Ihr angenehmer Smoke passt hervorragenden zu einem süffigen Bier. Aber die Vorlieben sind selbstverständlich individuell, auch im Pairing mit anderen Drinks weiß die Oktoberfestzigarre mitzuhalten. Für eine gesellige Runde haben wir auch noch zwei Fakten aus der Kategorie unnützes Wissen parat: Wenn Sie sich wundern, warum die Fahnen der deutschen Flagge falsch angeordnet sind - das ist Absicht. Bei Quesada wollte man in jedem Fall Streitigkeiten mit dem Urheberrecht vermeiden. Die Namen des einzelnen Formate sind - sagen wir mal - amüsant. Sie sollen, so die Hersteller, deutsch klingen. Offenbar kennt man den Film "Das Boot" überall, und was es mit "The Über" auf sich hat, über diesen Namen müssen wir bei einem Smoke noch einmal nachdenken.

Neben den gleichnamigen Produkten produziert die Familie auch die sehr beliebten Casa Magna in den Ausführungen Colorado und Oscuro. In Deutschland verrieben werden diese Longfiller vom Importhaus Wolfertz aus Solingen, welches unter anderem auch die Marken Nicarao, NUB, Oliva Cigar und Alec Bradley vertreibt.