Erstellen Sie einen Personal Humidor und behalten Sie die Übersicht über Ihre bereits gerauchten Zigarren und Tabake!

Neuen Personal Humidor anlegen

Humidor Alles Asche jetzt

177 Einträge

In Humidor suchen
Produkt Preis/Leistung Qualität Stärke Datum Meinung ein-/ausblenden

Don Pepin Jaime Garcia Reserva Especial Belicoso
verifizierter Kauf

Länge: 13.97Durchmesser: 2.06 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Lange habe ich sie nun schon nicht mehr genossen, die Reserva Especial – und jetzt, in Retrospektive, frage ich mich, warum. Das Format Belicoso steht dem sehr dunklen, an frisch aufgebrühten Kaffee erinnernden Oscuro-Deckblatt, von dem ich schwören könnte, dass es ein Connecticut Broadleaf (Maduro) ist. Ein stark ausgeprägtes Netz feiner Adern, ordentlicher Zahn, eine Maserung aus kleinen dunkeln Spots und ein öliger Schimmer zieren das Deckblatt. Es ist schön und rustikal – und der sehr zurückgenommene und auch farblich eher dezente Ring unterstreicht das nochmal durch den farblichen Kontrast. Das Belicoso-Format ist bei allen Exemplaren nahezu perfekt ausgeführt, sie gibt außer am „buckelig spitz“ zulaufen Mundende auf Druck leicht nach. Nach Soft Spots habe ich vergeblich gesucht. Kalt duftet sie nach einer interessanten Mischung aus leicht stalliger Erde, süßem Leder und Herrenschokolade, die langsam in kräftigem Espresso schmilzt – ich glaube noch immer, dass das ein Connecticut Broadleaf Decker ist. Am Brandende duftet sie würziger mit etwas Pfeffer und viel mehr Erde. Nach problembefreitem, leicht schrägen Anschnitt („Dickman Cut“) präsentiert die Belicoso einen nahezu perfekten Zug und würzigere Noten von Erde mit etwas Kaffee und Zimt. Einmal entfacht geht es dann gleich zur Sache mit schon recht kräftigen (medium++) Noten von Erde und cremiger Bitterschokolade, transportiert von nussigen Noten, etwas schwarzem Pfeffer und leicht fruchtigen Noten, bei denen es mich doch meine Zeit gebraucht hat, um sie als „Zitrus-Süße“ identifizieren zu können. Retronasal geht es würziger zur Sache mit mehr Pfeffer, etwas Zimt und einer ordentlichen Portion Erde. Bis hierher medium in Stärke mit einem Körper, der exakt auf der Mittelmarke zwischen medium und voll balanciert, macht die Don Pepin Jaime Garcia Reserva Especial Belicoso einfach richtig Spaß. Der Abbrand ist beispielhaft und gemütlich, das Rauchvolumen ordentlich aber nicht zu viel, dabei hat der Rauch eine sehr schön kaubare Konsistenz. Die Asche ist richtig schön, stabil und fast schneeweiß, ein toller Kontrast zum Deckblatt. Im zweiten Drittel wird sie nicht signifikant kräftiger, dafür würziger. Noten von cremigem Leder gesellen sich zu den erdigen Noten, die cremige Bitterschokolade bekommt Unterstützung von Ideen von Kakao-Pulver und retronasal wird als Konterpart der Pfeffer kräftiger und röstiger. Der Trend setzt sich im letzten Drittel fort. Die Zitrusnoten machen Platz für dunkle Beeren, die schokoladigen Noten werden zu bitterem Espresso und die nussigen Noten präsenter. Retronasal stellt sich eine interessante Zimt-Schärfe zum Pfeffer. Dabei wird die Don Pepin Jaime Garcia Reserva Especial Belicoso im letzten Drittel kräftiger (medium+) und der Körper bei klareren Aromen voller (voll). Nach zwischen anderthalb und knapp zwei Stunden brannten bei jedem der verköstigten Exemplare im Anschluss meine Fingerspitzen und es juckte mir unter den Nägeln, mir direkt die nächste davon anzustecken. Bei dem PLV ist die Reserva Especial Belicoso für mich gerade im Moment eine der drei Zigarren, die ich auf eine einsame Insel mitnehmen würde. Unbedingt probieren!



War dieser Beitrag für Sie hilfreich? Ja Nein
Eine Person fand diesen Beitrag hilfreich.

Caldwell Eastern Standard Magnum Sungrown

Länge: 15.24Durchmesser: 2.38 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Wie so gut wie alle Linien aus dem Hause Caldwell ist das Ring-Design der Eastern Standard besonders in seiner Eigenwilligkeit. Bei der Sungrown gefällt mir persönlich das grünliche Cremegelb der Ringe richtig gut, besser als bei der „normalen“ Linie. Es passt auch herrlich auf das an Karamell erinnernde Colorado Deckblatt – aber warum sie mit Tesafilm verklebt ist, erschließt sich mir nicht, sie ist doch lang genug, um um das 60er Ringmaß zu passen. Das Mini-Pigtail fällt kaum auf. Die Magnum liegt schwer in der Hand und ist richtig fest, wie zum Bersten gefüllt. Das stark geäderte Deckblatt wirkt speckig-ölig-ledrig mit fühlbarem Haar. Kalt duftet die Magnum ledrig-holzig mit dezenten, süßlichen Zitrus-Noten, am Brandende hingegen kommen würzige Noten von Nuss und Zitronen-Tarte (jap, inkl. Gebäck!) auf, mit nur ein wenig Pfefferschärfe. Problemlos gecuttet präsentiert sich der Kaltzug hingegen viel milder als erwartet. Leicht erdige Noten mit Zitronencreme und Heu lassen sich erahnen, mit frischer, kühler Qualität. Etwas Schärfe bleibt auf den Lippen zurück. Einmal und zügig entfacht beginnt die Eastern Standard Sungrown Magnum erstaunlich cremig und recht mild mit Erde, dezenten Holznoten und ein wenig gewürztem Leder. Zwei Zentimeter in die Magnum hineingeraucht, kommen dezente Gebäck-Noten auf. Die Zitruscreme-Noten ziehen langsam nach. Dann, plötzlich, kräftige Nussmuß-Noten. Alles davon wirkt klar definiert, doch wenig süß. Die Süße findet sich an der Nase. Retronasal hingegen kommt sie leicht holzig mit Zitronenpfeffer. Bei bis hierhin perfektem Zugwiderstand und Abbrand dampft die Magnum ordentlich, der Rauch hat die Textur von flüssiger Sahne. Die hellgrau marmorierte Asche ist ungeheuer flakig. Anders, als ich es nach der Robusto erwartet hätte, ist die Magnum bis hierher sehr mild (mild++) mit mittelkräftigem Körper. Im zweiten Drittel wird sie kräftiger (medium-) und voller (medium+), dabei würziger, röstiger und etwas holziger, ohne jedoch die cremigen Zitronencreme- und Nussmuß-Noten zu verlieren. Sie bekommt zunehmend eine interessante düster röstige, fast fleischige Qualität, die ich nicht so richtig zu deuten weiß, und die eine sehr willkommene, cremig-zuckrige Süße mitbringt. Leider neigt sie jetzt zu extremem Schiefbrand und muss doch einige Male korrigiert werden. Im letzten Drittel werden die Noten von röstigem Holz noch einen Ticken präsenter. Noten von gut gezuckertem schwarzen Kaffee kommen auf, dazu dunkle Früchte, beides sehr sirupartig. Zimt und Vanille-Noten spielen sich hintergründig ein. Die Gebäck-Noten bekommen etwas von Schwarzbrot. Der Zimt findet sich auch retronasal wieder, passt hervorragend zum Zitronenpfeffer. Alles bindet sich bei noch voller (medium++) werdendem Körper gut in das Profil ein. Nach nicht ganz zweieinhalb Stunden war das für mich abgesehen von den Abbrandproblemen ein sehr angenehmes Raucherlebnis, ganz anders als die Robusto. Nicht schlechter, anders. Ich würde dennoch sofort wieder zur Robusto greifen, da mir diese verspielter ist.



War dieser Beitrag für Sie hilfreich? Ja Nein
3 Personen fanden diesen Beitrag hilfreich.

L´Atelier El Suelo Prado
verifizierter Kauf

Länge: 14.61Durchmesser: 2.30 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Der Ring der El Suelo ist herrlich hässlich, wirklich zum Weggucken. Das ledrig elastisch wirkende Deckblatt schimmert im Licht, so ölig ist es. Es gibt der El Suelo Prado etwas sehr rustikales, denn die dicken, wie gebügelt wirkenden Blattadern geben dem sonst gut ausgeführten Wickel viele Dellen und Unebenheiten. Dazu hat das dunkle Colorado Maduro, das irgendwo zwischen Espresso-Bohnen und Zartbitterschokolade liegt, extrem viele dunkle Spots, kaum Zahn und eine lederähnliche Textur. Die El Suelo Prado liegt viel leichter in der Hand, als das brutale Format erwarten lässt, das Deckblatt fühlt sich trockener an, als man erwartet. Sie gibt auf Druck ordentlich nach, wirkt schwammig- weich, aber gleichmäßig. Kurz: sie wirkt wie mit wenig Füllmaterial gut konstruiert. Kalt duftet sie süßlich-ledrig-holzig, ich erahne frische Noten von erkalteten nassen Teeblättern, mehr Leder, lehmiger Erde und morsches Holz am Brandende. Obwohl die Prado sehr weich ist, lässt sie sich problemlos anschneiden. Im Kaltzug erschmecke ich wie zu erwarten mehr morsches Holz mit sandiger Erde, Leder und einer deftigen Würze. Die Würze bleibt im Abgang, Pfefferschärfe auf der Zunge und den Lippen. Bei einem Exemplar waren leichte Noten von Kaffee zu finden. Sehr zügig entfacht sind die ersten Eindrücke steinige Erde mit deftig röstsüßer Würze. Die "dunkle" Süße kommt in ihrer Kraft unerwartet, ist aber sehr willkommen. Pfefferschärfe und eine leichte Irritation im hinteren Mundraum bleiben im Abgang. Ist diese Irritation nach ungefähr der Hälfte des ersten Drittels einmal weg, zeigen hinter der dunkel-röstigen Süße mit steiniger Erde leichte Noten von morschem, trockenen Holz, Heu, etwas Kaffee und etwas mir (noch) undefinierbarem Salzigen. Retronasal sind metallische Erde und mehr morsches Holz tonangebend, dahinter süße Nüsse und etwas Pfeffer mit leicht verwirrender, seifiger Qualität im Abgang. Ein Exemplar lässt das Salzige vermissen, dafür ist die zu Beginn seifige Qualität retronasal auch viel gemuteter. Der Zugwiderstand ist wie zu erwarten sehr lose, der Abbrand hingegen ist bei durchschnittlicher Rauchentwicklung erstaunlich gut, kaum wellig und viel gemütlicher, als ich bei dem weichen Wickel gewettet hätte. Die Asche ist gleichmäßig hellgrau und alles andere als fest, aber zum Glück nicht flakig. Bis hierhin vielleicht mild++ mit nicht wirklich mittelkräftigem Körper, wird sie im 2. Drittel cremiger und zugleich würziger mit salzigen Noten. Die steinige Erde bleibt zentral, Kaffeesäure kommt in den Vordergrund. Unbehandelte Nüsse kommen auf. Retronasal ist es nun etwas floraler und holziger, jedoch jetzt mehr wie der Geruch von frisch gespitztem Bleistift und weniger das morsche Holz von zuvor; die seifige Qualität ist zum Glück weg. Sie wird nicht kräftiger, aber der Körper etwas voller (mittelkräftig). Im letzten Drittel übernimmt die röstige Süße wieder das Ruder und steht gut gegen Erde und Kaffeesäure. Ideen von Paprika kommen auf und eine leichte, MF-typische Bitterkeit schleicht sich langsam ein. Retronasal kommen fruchtig-ledrige Noten auf. Der Abgang bleibt lange, steinig, dezent nussig und leicht säuerlich. Das zweite Exemplar hat eine viel betontere Paprika-Note mit angebrannter Qualität – was ich persönlich spannender fand. Nach im Schnitt anderthalb Stunden empfinde ich die L'Atelier El Suelo Prado als einen soliden Stick, den man bedenkenlos rauchen kann, besonders bei dem Preis. Es ist keine Offenbarung und einige der Aromen sind wirklich seltsam, ohne wirklich unangenehm zu sein und sie weiß zu unterhalten. Trotzdem gebe man mir eine Tatuaje aus der braunen Serie jeden Tag.



War dieser Beitrag für Sie hilfreich? Ja Nein
2 Personen fanden diesen Beitrag hilfreich.

Don Pepin My Father La Promesa Robusto Grande
verifizierter Kauf

Länge: 13.97Durchmesser: 2.14 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die My Father Cigars La Promesa Robusto Grande hat mit ihren 54x5,5 ein sehr imposantes "Robusto"-Format und ist nicht mit einem Ring verziert, sondern in solche schön verpackt. My Father Cigars macht wirklich allen was vor, wenn es um viel zu viele, viel zu große, viel zu bunte, viel zu überbordende Ringe geht. Da ist richtig was los für's Auge – und es macht Spaß. Auch auf dem Deckblatt ist viel los für's Auge. Es ist feinst gemasert von ordentlichem, recht großen Zahn und wenige klare, nicht zu prominente, mehr nobel wirkende Blattadern geben dem ansonsten gleichmäßigem Colorado-Mandelbraun ein schönes Muster. Ein klein wenig Haar rundet den Augenschmaus ab. Die Robusto Grande scheint mur extrem gut konstruiert, fühlt sich gleichmäßig rund und knochenhart an. Das Deckblatt ist rau auf den Fingerspitzen und zwar leicht ölig, doch trockener als erwartet. Kalt duftet sie nach gesalzenen Nüssen mit frisch florale Noten vor Leder und etwas Würze. Am Brandende sind die Aromen etwas kräftiger und stalliger mit mehr Würze, dahinter kommen Kaffee-/Kakaopulver und leicht blumig-heuige Noten durch. Nach etwas pfriemeligem Anschnitt kommen im Kaltzug hingegen würzig-pfeffrig-ledrig-erdige Noten durch, dahinter florale Noten und schwelendes Holz. Eine leichte Schärfe bleibt auf der Zungenspitze und den Seiten spürbar zurück, Salz und Pfeffer auf den Lippen. Man muss ein bisschen Geduld mitbringen, um sie anzuzünden, doch brennt sie einmal, dann ist sie direkt voll da. Jedoch ist wenig los: schwelendes Holz, röstige schwarze Pfefferkörner inkl. Schärfe und etwas cremiges Leder finden sich im Profil, sozusagen ein Standard-Start für eine MF. Nur langsam schleicht sich eine nussige Süße ein, die die Qualität von einem Likörchen hat, mit leicht floralen Noten und Heu. Retronasal sind kräftige Noten von Holz, Erde und röstigem Pfeffer, jedoch ohne Schärfe, zu finden. Die Schärfe liegt lange im Abgang im Mundraum, frisch, fast wie nach etwas eingelegter Jalapeno. An der Nase süßes Leder. Die nussige Süße setzt sich zunehmend durch, ohne Holz und Pfeffer zu verdrängen. Die My Father Cigars La Promesa Robusto Grande ist ab dem ersten Zug mittelkräftig mit einem Körper, den ich genau zwischen mittelkräftig und voll einstufen würde – und so bleibt sie. Zugwiderstand und Abbrand sind einfach perfekt. Der Rauch ist dicht und hat eine interessante, sahnig-flockiger Textur. Einziges Manko ist die in ihrem gleichmäßigen, fast weißen Hellgrau zwar schöne und an sich sehr feste Asche, denn sie ist extrem flakig. Im zweiten Drittel wird das Profil etwas trockener, die floralen Noten werden leicht deutlicher, die vordergründige Nuss-Likör-Süße geht zugunsten kräftig röstigem Holzkaramells zurück, das nun mit Pfeffer spielt. Retronasal wird der Pfeffer flacher, erinnert mich jetzt mehr an fermentierten Pfeffer als an gerösteten. Im letzten Drittel kommen hintergründig leicht pulverige Kakao-Noten wie von altem Kakaopulver und Kaffeesäure auf. Dazu wird es erdiger, vor allem retronasal. Noten von dezent gewürzten Kartoffelchips kommen auf, dazu hintergründig hin und wieder leichte Käse-Assoziationen. Retronasal wird es langsam floraler, die heuigen Noten werden betonter. Im letzten Drittel neigt die Robusto Grande leider zum Tunneln und damit einhergehend wird sie zunehmend bitterer und säuerlicher. Die variierte zwischen anderthalb und zwei Stunden – und die Exemplare, die länger brannten, waren auch die, die am meisten Spaß gemacht haben. Aber so richtig vom Hocker gehauen hat mich die zugegebenermaßen heiß erwartete La Promesa jetzt nicht. Ich werde ihr dennoch noch einige Chancen geben, vielleicht besser in anderen Formaten als Robusto Grande, denn so fand ich sie zwar gut, andererseits aber ist die La Promesa nach diesem Eindruck für mich weder Fisch noch Fleisch…



War dieser Beitrag für Sie hilfreich? Ja Nein
2 Personen fanden diesen Beitrag hilfreich.

Tatuaje La Seleccion de Cazador 10th Belle Encre (Perfecto)
verifizierter Kauf

Länge: 13.65Durchmesser: 1.91 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Der Jubiläums-Ring zum 10. Jubiläum der Marke ist nicht schön, aber selten. Im Vergleich zum "normalen" Ring der braunen Serie jedoch ist er eine glatte 10. Das Braun des Ringes ist nur ein kleines bisschen heller als das des schönen, doch rustikalen und stark von dunkleren Punkten marmorierte Colorado-Deckblattes. Der ähnlich dem Mundende zulaufende Fuß "rundet" das generell gut ausgeführte, ansehnliche Format schön ab. Die kleine Perfecto wirkt gleichmäßig sehr fest und gibt auf Druck so gut wie gar nicht nach. Ein Exemplar hatte eine unterfüllte Stelle unter dem herrlich unansehnlichen Ring – doch das hatte keinerlei Auswirkung auf den Abbrand. Das klebrig-ölige, leicht raue Deckblatt scheint mir dunkler zu sein als das „herkömmliche“ der braunen Serie, sichtbares Haar, ordentlich Zahn und fühlbar feste Blattadern runden das von mir bei Tatuaje erwartete rustikale Erscheinungsbild ab. Hingucker: die Blattsäume des Deckblattes sind auf den ersten sowie den zweiten Blick nahezu unsichtbar. Kalt duftet die Tatuaje 10th Anniversary Belle Encre herrlich ledrig-erdig mit etwas, das mich an Anis-Likör erinnert. Am Brandende finden sich mehr Erde, dazu Heu, Laub und eine ordentliche Portion weißen Pfeffers. Der Kaltzug hält keine Überraschungen parat, es zeigen sich vordergründig Noten von Erde und mehr weißer Pfeffer, dahinter liegen dezente, verwässerte Anis-Noten. Der Pfeffer bleibt eine gefühlte Ewigkeit scharf auf Lippen und Zungenspitze zurück. Zügig entfacht, startet die Belle Encre mittelkräftig mit ab dem ersten Zug an leicht überwiegendem Körper und klaren, tannigen und erdigen Worchestershire-Würz-Noten und Waldassoziationen. Noch mehr Würze und Pfefferschärfe liegen im Abgang, mundfüllend. Retronasal steht sirupartige dunkle Schokolade mit Jalapenos im Vordergrund, getragen von Erde und mehr Pfeffer. An der Nase ist eine leicht holzige Popcorn-Süße zu erahnen. Sobald der Abbrand das volle Ringmaß erreicht hat, wirkt das Profil viel eingebundener und ein kleines bisschen reifer, die erdigen Noten kriegen eine dunkel sirupartig süßliche Qualität. Bei ab dem Moment, in dem das volle Ringmaß erreicht wurde, perfektem Zug und überdurchschnittlichem Rauchvolumen – der Rauch hat eine vollmundige, aber leicht trockene Textur – brennt die Belle Encre sehr gleichmäßig und gemütlich ab. Die Konstruktion ist einfach top. Im 2. Drittel holt die Stärke der Perfecto den Körper ein (mittelkräftig+), dabei wird es cremiger und röstig-süßer mit ledrig-nussigen Noten und Assoziationen von Grillfleisch. Hin und wieder kommen süße Gebäck-Noten wie von Brioche auf. An der Nase kommt mehr Erde auf. Retronasal hingegen wird es weicher; die Schärfe des Pfeffers zieht sich zurück, dafür werden die Schokoladen-Noten trockener, was erstaunlich gut zu den Noten von Erde und Jalapenos passt. Bis über die Mitte der Perfecto hat die weiße, ganz leicht flakige Asche gehalten, wo sie jetzt ist: keine Ahnung?! Nach zwei Dritteln nahezu perfektem Abbrand neigt die Belle Encre im letzten Drittel leider zum Schießbrand und muss ein- bis zweimal korrigiert werden. Bei wieder kräftiger werdendem Körper (mittelkräftig++) wird das Profil der Perfecto nochmal dunkler und röstiger, die Schokoladen-Noten werden zu kräftigem Espresso, die holzigen Noten zu schwelender Holzkohle und die erdigen Noten zunehmend vordergründiger. Süßer Anis-Likör bindet alles angenehm ein. Nach nur knapp anderthalb Stunden ist diesen Vergnügen vorbei – und meinetwegen könnte das echt länger sein. Aus der Erinnerung heraus würde ich sie als Milder als die Bon Chasseur einstufen und gehaltvoller als die Belicoso, die es zum 10. Markenjubiläum von Tatuaje einst gab. Ein guter, solider Smoke – Lobeshymnen wie auf die Cojonú 2009 bleiben für mich hier jedoch aus, dafür fehlt mir ein bisschen das Alleinstellungsmerkmal, das Besondere.



War dieser Beitrag für Sie hilfreich? Ja Nein
2 Personen fanden diesen Beitrag hilfreich.

Rocky Patel Number 6 Toro
verifizierter Kauf

Länge: 16.51Durchmesser: 2.06 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die Rocky Patel Number 6 Toro ist zu 50% versteckt unter einem sehr großen, aber angenehm zurückhaltend gestalteten Ring, der besonders durch die Pinstripe-Verzierungen schwarz in schwarz ins Auge sticht. Dieser Ring sitzt etwas hoch auf der Toro. Der zweite Ring am Fuß ist völlig überflüssig, hat aber auch einen großartigen Desing-Aspekt: das RP Logo schwarz auf schwarz. Die Ringe gefallen mir, sind farblich auch gut auf den fein, aber offensichtlich und stark geäderten Decker abgestimmt. Dieser hat einen im Licht schimmernden Colorado-Ton mit auffällig wenigen Verfärbungen, kaum sichtbarem Zahn und ist durchzogen von Blattadern, von denen ein Netz immer dünner werdender Blattadern abgehen, von denen wiederum ein Netz noch feinerer Blattadern abgeht. Ich erwarte fast, dass dies unter dem Mikroskop ewig so weiter geht mit immer feineren Äderchen, von denen das nächste Netz abgeht... Die Number 6 Toro fühlt sich fest und gleichmäßig an, gibt auf Druck etwas nach. Das Deckblatt wirkt glatt, samtig und geschmeidig mit dezentem Öl. Kalt duftet sie unauffällig süßlich-ledrig-holzig, am Brandende kommen eine leichte Würze und Assoziationen von Kandiszucker durch. Diese leichte Würze und Kandiszucker geben auch im milden Kaltzug den Ton an, dahinter kommen Noten von dunklem Rum und etwas Erde durch. Das Entfachen gestaltet sich etwas langwierig, die Toro wirkt fast schon flammenabweisend. Einmal entfacht startet sie sehr zurückhaltend mit holzigen und erdigen Noten. Dahinter und retronasal steht erstmal nur bunter Pfeffer. Langsam aber sicher mischt sich eine sirupähnliche Zucker-/Rumsüße ein. Die holzigen Noten werden zügig präsenter, kriegen eine interessante, nur leicht röstige Süße. Nussige Noten, etwas süßer Kakao und Assoziationen von Zuckerwatte kommen auf, wie der Duft neben einem Zuckerwattestand auf dem Rummel. Retronasal kommt eine fruchtige Süße auf und verdrängt den Pfeffer, der im Hintergrund als schöner Kontrast stehenbleibt. Die Rocky Patel Number 6 Toro wird immer cremiger. In Sachen Stärke und Körper pendelt sie sich schnell bei medium- ein – und da bleibt’s. Bei optimalem Zugwiderstand brennt sie wellig, doch nicht besorgniserregend und selbstkorrigierend ab. Dennoch ist Vorsicht gefragt, sie eine kleine Diva und möchte das Zentrum der Aufmerksamkeit sein. Der Rauch ist dicht und klebt mit (kondens-)milchiger Textur fett am Gaumen. Alles in allem ist sie sehr gut konstruiert, einzig die dreckig hellgraue Asche macht Ärger, denn die ist brüchig und locker, fällt ohne Vorwarnung. Die Asche wird im Rauchverlauf auch zunehmend dunkler. Im 2. Drittel wird es noch cremiger. Zucker, Zucker, Zucker, etwas Holz, süßer Milchkaffee mit Kakao, Zuckerwatte, Nuss und ein wenig Erde sind wahrzunehmen, retronasal tragen leichte Erd-Noten und deftiger Pfeffer vor fruchtiger Süße zur Komplexität bei. Im letzten Drittel wird das Profil der Rocky Patel Number 6 Toro würziger und röstiger mit viel mehr Nuss und aufkommender Vanille, was eine sehr willkommene und heiß ersehnte Abwechslung ist. Die holzigen Noten bekommen die Qualität von frisch ausgebranntem Fass; Kaffee bleibt präsent, jedoch mehr der Duft von frisch gerösteten Bohnen. Irgendwo brennt Zuckerwatte an. Es bleibt jedoch cremig. Retronasal schleicht sich eine ganz leicht grasige Note ein, eher anbrennendes Karamell. Langsam wird sie bitter mit Noten von Marzipan – und Marzipan ist und bleibt einfach nicht mein Ding. Aber nach bald zweieinhalb Stunden sehr gefälligem Schmauchens kann man sie ja auch getrost weg legen. Der Preis ist mehr als angebracht.



War dieser Beitrag für Sie hilfreich? Ja Nein
5 Personen fanden diesen Beitrag hilfreich.

Tatuaje Nuevitas Jibaro No. 1
verifizierter Kauf

Länge: 12.70Durchmesser: 2.14 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die Tatuaje Nuevitas Jibaro Nr. 1 kommt mit ihrem 54er Ringmaß in einem herrlich fetten Robusto-Format daher, das nicht nur des "shaggy" Fußes wegen rustikal und bäuerlich aussieht. Der im Vergleich zum heutigen Trend wirklich winzig kleine Ring ist wirklich zum Weggucken, irgendwann wird Pete Johnson wahrscheinlich einen Lifetime-Achievement-Award für die konstant bewusst unansehnlichst designten Zigarren-Ringe verliehen bekommen. Aber die Jibaro Nr. 1 ist ja zum Rauchen gedacht und nicht zum Anstarren. Jaja, das Auge ist mit – und dafür braucht’s den Ring auch nicht, das Deckblatt alleine macht schon Lust auf mehr in seinem interessanten Haselnuss-Colorado-Ton mit einigen leichten, etwas dunkleren Verfärbungen, die wie Patina wirken und den dicken, sich leicht heller abzeichnenden Blattadern. Die Jibaro Nr. 1 liegt schwer in der Hand und wirkt fest, gibt dennoch auf Druck leicht nach. Dabei ist sie sehr gleichmäßig gerollt, die einzigen Unebenheiten kommen von den sehr deutlich spürbaren, festen Blattadern und dem enormen Zahn. An den Fingern wirkt das Deckblatt ledrig-fett und ölig. Kalt duftet sie dezent süßlich-ledrig-holzig, am Brandende kommt etwas mehr Erde durch und dahinter eine leichte Säure sowie feine Anklänge von Kakaopulver und Schokolade, die ich hier so nicht erwartet hätte. Der Anschnitt ist easy, man merkt aber die brutale, ledrige Elastizität des Deckers. Im Kaltzug kommen dann zuerst salzige Assoziationen durch, gefolgt von holzig-würzigem Leder und einem würzig-pfeffrigen Abgang. Pfeffer ist auch das, was auf der Zungenspitze spürbar zurück bleibt. Der Tabak der überstehenden Einlage am Brandende nimmt die Flammen gerne an und der erste Eindruck der Tatuaje Nuevitas Jibaro Nr. 1 ist deftig würzig-erdig mit etwas Holz, etwas Leder, etwas Nuss und einer sirupartigen Süße, die alles beisammen hält. Der zweite, recht auffällige Eindruck: bei den meisten Exemplaren scheint der "shaggy" Fuß ausschließlich kosmetische Gründe zu haben, bei bisher einem Exemplar nur war dieser doch „lang“ genug, dass ich einen Unterschied feststellen konnte, als dann das Deckblatt mit zu glimmen begann. An der Nase ist die Süße präsenter mit leichten Noten von Nuss, retronasal sind die Aromen sperriger mit viel Pfeffer und Tabakwürze. Die Süße setzt sich langsam durch, mit holzigen und Nussmuß-Noten (gebrannte Mandeln?) und etwas frischen, aber undefinierbaren fruchtigen Noten. Retronasal wird es mit röstigen Noten (Pimientos??) langsam gezügelter, doch wie die Sekundärnoten bleibt’s rustikal. Ein zuckrig, ja, sandiges Mundgefühl bleibt im Abgang, Salz auf den Lippen. Bei für mich perfektem Zugwiderstand, üppigem, aber nicht Liga-Privada-geistesgestörtem Rauchvolumen und bisher ganz leicht welligem, sehr gemütlichem und vergebenden Abbrand stufe ich die Jibaro Nr. 1 bis hierhin als tip top konstruiert ein. Möchte man meckern, dann wäre der Aufhänger die gleichmäßig hellgraue, fast weiße Asche, die zwar recht fest, jedoch brutalst flakig ist. Bis hierhin medium und medium+, entwickelt sich die Robusto im 2. Drittel zu einem medium+ Smoke mit einem Körper, der auf halber Strecke zwischen medium und voll liegt. Noten von geröstetem Pfeffer und Erde drängen in den Vordergrund, die Süße wird ebenfalls röstig. Die im Mittelgrund bleibenden Fruchtnoten erinnern nun an süßen Apfel. Leder und etwas "Espresso-Kakao" stehen cremig sozusagen als Fundament dahinter. Retronasal stehen sehr cremige Noten von angebranntem Pfeffer im Vordergrund; die Pimientos haben Platz für fruchtige Noten gemacht. Hinter allem steht eine metallisch-saure und doch irgendwie süße Erd-Note sowie lakritzähnliches Leder. Leichte Assoziationen von Schwarzbrot kommen hin und wieder auf. Im zweiten Drittel kommt an unterschiedlichen Stellen bei jedem Exemplar Schiefbrand auf, nachfeuern ist gefragt. Nach dem Nachfeuern ist der Abbrand wieder wie zuvor und bleibt so, ist allerdings nicht mehr so vergebend und möchte nicht zu lange vergessen werden. Im letzten Drittel in allen Belangen medium übernehmen die sauer-metallische Erde und röstige, an Holzkohle erinnernde Noten das Profil, wirken leicht off, aber nicht unangenehm. Trockene Nuss und Kaffeesäure dahinter. Dennoch bleibt es cremig und süß. Retronasal wird es heuig-pfeffrig-fruchtig; die Pimientos erleben ein kurzes und willkommenes Revival. Pfefferschärfe und schwelende Holz-Noten liegen im Abgang. Gegen Ende kommt eine verwirrende Note auf, die mich an die Sauce auf einem Big King erinnert. Nach im Schnitt einer Stunde und 45 Minuten sehr abwechslungsreichem Rauchvergnügens kann ich die Jibaro Nr. 1 nur jedem empfehlen, wenigstens einen Versuch. Diese seltsame, doch großartige Kombination an ungewöhnlichen und teils ungewohnten Aromen, die so komplex wie eingebunden kommt, finde ich persönlich großartig.



War dieser Beitrag für Sie hilfreich? Ja Nein
4 Personen fanden diesen Beitrag hilfreich.

Crowned Heads Court Reserve XVIII Sublime

Die Crowned Heads Court Reserve XVIII Sublimes ist verkleidet in schreiend auffällige, überzogene und trotzdem dezent gehaltene Ringe mit guter Farbgestaltung und abseits der Farbe sehr klar und sauber designt. Das Hochglanz der Ringe steht im harten Kontrast zu dem (grauschimmernd) stumpfen Deckblatt. Da fällt schon sehr auf, dass keines meiner Exemplare gerade ist. So fühlt sie sich auch an: durchgehend bretthart, krumm und schief und unterschiedlich dick, jedoch ohne soft Spots, dafür hatte jedes Exemplar mindestens einen Buckel. Das Deckblatt fühlt sich sehr rau und knochentrocken an, etwas bleibt auf den Fingern zurück, wie als wäre das Öl kristallin. Feinstes Haar, viel Zahn, sich stark abzeichnende Blattadern zeichnen das Deckblatt. Die Blattadern haben etwas hellere Outlines und sind selber dann etwas dunkler als das stumpfe Oscuro, das wirkt, als hätte es einen Grauschleier. Viele kleine fast schwarze Flecken und mindestens ein Loch im Decker pro Exemplar unterstreichen den rustikalen Look. Kalt duftet die Court Reserve nach „frischem“ Waldboden mit taunassem Laub, dahinter stehen Noten von frisch und zu lange getoastetem Weißbrot und ein wenig süßes Leder. Am Brandende geht es mehr in die holzig-erdig-würzige Richtung mit etwas Kakaopulver. Nach problemlosem, leicht fusseligem Anschnitt ist der Kaltzug im Vergleich zum Duft erstaunlich unauffällig. Ich kann frisch waldige Noten mit etwas Erde, ein bisschen Leder und leichten Lakritz-Assoziationen erahnen. Einmal und zügig entfacht sind die ersten Züge direkt sehr interessant. Es zeigt sich eine recht milde Melange aus steiniger Erde, süßen Holzspänen und cremigen Noten von angeröstetem schwarzen Pfeffer. Retronasal kommt sie cremig-röstig-holzig daher, Pfeffer fehlt hier. Fein süßlich-holzig wirkt sie an der Nase. Langsam kommen weit entfernt sanfte Noten von Milchschokolade und etwas leichtes, doch dunkel fruchtiges wie von Brombeermarmelade auf, leider ziemlich heruntergedimmt. Retronasal wird es zeitgleich würziger. Der Zugwiderstand wirkte zu Beginn fast schon zu fest, öffnet sich im ersten Drittel auf "perfekt". Bei üppigem Rauch mit sahniger Textur und uniform weißer Asche, die zwar flakig ist, jedoch bis zur Hälfte fest hält, brennt die Crowned Heads Court Reserve XVIII Sublimes nur ganz leicht wellig und etwas zügig ab. So hastig gewickelt und rustikal wie die Sublimes daherkommt, so sensationell gut ist sie konstruiert. Bis hierhin in Sachen Stärke vielleicht mild++ mit medium- Körper, wird es im 2. Drittel wie mit einem Schlag voller, präsenter und betonter (medium- & medium+). Steinige, doch cremige Erde führt nun das Profil an, dahinter verbinden sich schwelendes Holz, Kakaopulver, frisch geröstete Kaffeebohnen und cremig röstiger Pfeffer angenehm miteinander. Retronasal bleibt es cremig holzig mit leicht steiniger Erde, die röstigen Noten machen Platz für dezent süßlichen Vanillepfeffer – dies ist letzte Bastion der süßen Aromen in diesem Profil. Im letzten Drittel medium+ & medium++ mit spürbar Nikotin, führt weiterin steinig-cremige Erde das Profil an, das langsam trockener wird. Dahinter wird es viel röstiger mit anbrennendem schwarzen Pfeffer; dieser bleibt auch lange im Abgang. Die restlichen Aromen sind dahinter noch zu erahnen, mittelkräftig, aber überlagert. Retronasal liegen nun trockene Holznoten und etwas säuerlich-metallische Erde vor Pfeffer. Die Vanillenoten und die Süße sind weg, nur noch an der Nase zu erahnen – und dennoch bleibt es hochgradig unterhaltsam, bis nach über zwei Stunden die Finger brennen. Sie möchte aufmerksam und geduldig geraucht werden, sonst geht alles unter. Hat man die Zeit und Muße, wird man mit cremigen Noten von steiniger Erde und röstigem Pfeffer, die man so eher als trocken erwartet hätte, belohnt. Spannend finde ich den Umstand, dass die nur geringe Süße nicht wirklich ein Verlangen nach mehr von ihr hinterlässt. Das für mich einzige Manko der Crowned Heads Court Reserve XVIII Sublimes ist der extrem sportliche Preis.



War dieser Beitrag für Sie hilfreich? Ja Nein
2 Personen fanden diesen Beitrag hilfreich.

Mombacho Casa Favilli Torpedo

Länge: 13.97Durchmesser: 2.06 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Wie alle Linien aus dem Hause Mombacho kommt auch die Casa Favili mit herrlich einfach, dezent und dennoch edel gestalteten Ringen daher, die exakt zwischen „altbacken“ und „modern“ liegen. Mir persönlich gefällt das Logo, das den Vulkan Mombacho darstellen soll – doch noch mehr als bei den anderen Linien ist bei der Casa Favilli die Farbwahl der Ringe das absolute Alleinstellungsmerkmal. So wie die Ringe trägt auch das sehr spitz zulaufende, toll ausgeführte Belicoso-Format (eine war krumm und wirkte hastig gepackt) zu der recht edlen Erscheinung bei. Und dann kommt der Stilbruch, den ich echt klasse finde. Denn das Deckblatt ist matt, stumpf und fleckig, mit einem graustichigen und doch schimmernden, (steinigen) Maduro-Graubraun, das wirkt, als würde ein hellerer Tischvlies drüber liegen. Viel sichtbarer Zahn, helle Punkte, dunkle, fast schwarze Flecken und ein sehr offensichtlich wahrnehmbares, fast schwarzes Netz prominenter und unterschiedlich dicker Blattadern – die wie eine Sepia-Luftaufnahme von einem Straßennetz zwischen Feldern wirken – verwirren das Auge, besonders in Kombination mit den sehr zurückhaltend gestalteten Ringen. Verglichen zu der Robusto und Toro sowie den viel uniformeren Deckblättern der anderen Linien aus der Hand von Claudio Scroi – und auch so – hat die Casa Favilli Torpedo ein schier hässliches Deckblatt. But never judge a book by it's cover. Die Torpedo fühlt sich sehr fest an, gibt auf Druck kaum nach – und an dem spitz zulaufenden Mundende gar nicht. Obwohl das Deckblatt sehr stumpf aussieht, fühlt es sich doch ölig an, der Zahn ist als feiner Schmirgel und die Blattadern sind beachtlich stark spürbar. Trotz des wie zum Weggucken gemachte Deckblattes wirkt sie meisterhaft konstruiert, wie für eine Mombacho zu erwarten. Nur ein Exemplar von vieren, witzigerweise das mit der krummen Spitze, hatte ein paar Soft Spots. Kalt duftet die Casa Favilli Torpedo mild süßlich-nussig-erdig mit kräftigeren Leder-Noten, ein bisschen Melasse und etwas Würze. Am Brandende kommt steinige Erde mit leicht rauchiger Würze (Worchestershire-Würze), dunkleren Toffee/Schokoladennoten und leichter Frucht durch. Nach wie durch Butter geschnittenem Dickman Cut ist der Zugwiderstand schon kalt perfekt, ein Exemplar musste nachgeschnitten werden. Das krumme, natürlich. Der Kaltzug ist dann süßer als der Kaltduft, ähnelt doch mit viel Erde und ledriger Würze im Abgang mehr dem Duft vom Brandende. Zügig entfacht läuft einem ab dem ersten Zug im wahrsten Sinne des Wortes das Wasser im Munde zusammen. Geschmacklich/aromatisch geht es los mit einer milden, undefinierbaren Süße (mit puderig-pulvriger Qualität), mineralisch-steinigem "Erd-Sirup" und cremigen Toffee-Noten, eingebunden und einlullend. Retronasal stehen Noten von steiniger Erde mit leichter Würze vor etwas Pfeffer und leichten Röstnoten. Die Röstnoten kommen süßlich auch langsam am Gaumen an, ein bisschen wie karamellisierte Steakkruste. Noten von Kaffee und Kakaopulver finden sich an der Nase. Bis hierher steigern sich die Stärke (mild++) sowie der Körper der Aromen (so gerade medium) gemächlich und ohne zu überfordern. Die zu Beginn fast weiße, ebenmäßig hellgraue Asche, in der sich etwas dunkler sehr klar die Blattadern und in der Textur der Zahn abzeichnen, wird im Rauchverlauf zunehmend dunkler, dreckiger. Sie hält zwar recht fest, ist aber dennoch „fluffig“. Der eher durchschnittlich dichte Rauch hat eine angenehm sahnige Textur. Der Abbrand ist ganz leicht wellig und gemächlich, braucht wenig Aufmerksamkeit. Allerdings ist bei dem Format sehr vorsichtiges Paffen gefragt, sonst wird es aromatisch sehr schnell bitter. Ein Exemplar (von 4) hat Unachtsamkeit sehr schnell mit Erlöschen bestraft und verlangte einen sehr genauen Rhythmus. Im zweiten Drittel wird sie keinesfalls stärker, doch die Aromen treten kräftiger an. Der nun vollere Körper (medium+) zeigt sich dabei jedoch noch süffiger als zuvor. Süßlich-erdige Noten führen das Feld, dahinter stellen sich die Toffee-Noten und Kakaopulver auf. Die röstig-fleischigen Noten bekommen nussige Züge. Ideen von Salz und Lakritz in weiter Ferne dahinter. An der Nase liegt Schokoladenleder. Retronasal hingegen wird es würziger mit viel mehr röstigem Pfeffer und leichten, süßen Gras-Noten. Im letzten Drittel übernehmen schokoladige Noten, Toffee und Kakaopulver cremig das Ruder, ohne dass die steinigen Noten sich verdrängen lassen, für die Komplexität. Noten von Holz, kräftigem Espresso und mehr Leder kommen auf. Der Abgang wird länger mit pfeffrig-würzigen Noten und einer leicht sandigen Textur. Hin und wieder kommen Assoziationen von Kartoffelstärke auf. Retronasal sind die Aromen trocken pfeffrig-holzig-erdig mit null Süße – ein toller Konterpart zu dem Geschmack am Gaumen. Alles in allem bringt die Mombacho Casa Favilli Torpedo eine tolle Mischung aus deftig und süß. Gegen Ende kommt eine feine mineralische Säure auf. Alles in allem kann ich nach im Schnitt über zwei Stunden Rauchvergnügens nur sagen: Mombacho an sich war für mich meine Lieblings-Neuentdeckung des vergangenen Jahres und die Casa Favilli legt da nochmal einen oben drauf, ganz gleich, in welchem Format. Die steinig-kantige Süße des nicaraguanischen Broadleaf Maduro Deckblattes hat ein starkes Alleinstellungsmerkmal. Also: keine Zeit für Aging verschwenden und einfach rauchen – die haben schon ein paar Jahre auf dem Buckel, laut Box von 2018, liest sich der Stempel auf der Innenseite des Ringes „Aug 2017“. Innerhalb des bisherigen Line-Ups von Mombacho wird die Casa Favilli aus der gleichnamigen Tabacaleria für mich nur noch durch die Cosecha'14 getoppt.



War dieser Beitrag für Sie hilfreich? Ja Nein
3 Personen fanden diesen Beitrag hilfreich.

Joya de Nicaragua Antaño CT Robusto
verifizierter Kauf

Länge: 12.70Durchmesser: 2.06 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die rot-goldenen Ringe haben einen interessanten Twist. Sie stehen im Design irgendwo zwischen den originalen, weihnachtlich anmutenden Antano-Ringen und den moderneren, neueren wie denen der Joya Black. Die Farbwahl der Ringe steht dem kaum sichtbar geäderten Deckblatt, dessen helles Claro irgendwo zwischen Erdnuss- und Karamell-Braun liegt und mich schon fast verstörend an Werther's Echte erinnert. Es hat nur wenige und erst auf den 2. Blick erkennbare leichte Verfärbungen sowie etwas Haar – eher Flaum – und fühlt sich sandig mit kaum vorhandenem Schmirgel, trocken, doch elastisch und glatt an. Alles in allem wirkt die Joya de Nicaragua Antano CT Robusto fast schon comichaft perfekt, das Gewicht, mit dem sie in der Hand liegt und die gleichmäßige und sehr feste Ausführung unterstreichen dieses Gefühl noch. An der Konstruktion ist nichts, aber auch wirklich gar nichts zu beanstanden – Spoiler: so geht es weiter. Kalt duftet sie recht kräftig grasig-pfeffrig-blumig. Erst beim zweiten Beschnuppern finde ich eine ganz leichte Note ledriger Süße dahinter, am Brandende ist ein leichter Shift in die floral-blumig-erdige Richtung mit nur einer Idee der JdN-typischen Worchestershire-Würze zu verzeichnen. Nach einem ebenfalls comichaft beispielhaften Anschnitt präsentiert der Kaltzug Noten von mildem grasig-würzigen Karamell. Eine Idee von Worchestershire-Würze kommt im Abgang auf und etwas Tabakschärfe bleibt auf den Lippen zurück. Einmal entfacht startet die Joya de Nicaragua Antano CT Robusto verwirrend grasig scharf. Doch die grasige Bissigkeit verschwindet schnell und macht Platz für eine angenehm cremig-karamellige Nussigkeit vor einer leichten JdN-Signatur-Würze, Holz und etwas weißer Schokolade. An der Nase finden sich leicht grasig-florale Kaffee-Noten mit Nuss, retronasal kommt alles erstaunlich cremig mit ledrig-nussiger Karamellsüße und etwas Erde. Der Abgang ist floral erdig – und erstaunlicherweise sehr kurz. Die technischen Werte sind fast eine Karikatur einer Zigarre: bei perfektem Zugwiderstand und zu Beginn recht dünnem Rauchvolumen – mit dennoch einer an Zuckerwatte erinnernden Textur – welches im Rauchverlauf immer üppiger wird sowie einer hellgrau marmorierten Asche, die sehr fest ist – jedoch sehr genau durch klare "Sollbruchstellen" zeigt, wann man abaschen sollte (exakt zwei Mal im Rauchverlauf) – brennt sie mit gestochen scharfer Linie und weder besonders schnell noch besonders gemütlich ab. War die Antano CT zu Beginn noch mild++ mit einem medium+ Körper, steigt sie medium mit medium++ Körper ins 2. Drittel ein. Hier wird sie aromatisch ein wenig würziger mit dezenten Röstnoten und mehr Leder. Cremige Noten von süßem Milchkaffee kommen auf, ein bisschen wie diese Starbucks-Kalorienbomben-Nachtischkreationen mit dickflüssigem Karamellsirup. Hin und wieder blitzen Assoziationen von Marshmallows auf, hin und wieder etwas, das mich an Butterkekse mit Zitronencreme erinnert. Die nussigen Noten bekommen eine leicht trockenere Qualität, Iberico-Fleischassoziationen kommen auf. Retronasal wird es erdiger, süße Holznoten kommen hinzu, dahinter liegt Zitrone. Der Abgang transportiert viel Zitronenzeste und etwas Salz. Im letzten Drittel geht es medium+ mit vollem Körper und kräftigen Aromen weiter. Dabei tritt die Süße in den Hintergrund, röstig-trockene Noten von Holz, Leder und Erde bestimmen jetzt das Profil. Dahinter kommen und gehen Noten von würzigem Fleisch, Nüssen und Zitronenzeste. Retronasal wird es fleischiger, ohne dass die Zitrusnoten und das Salz verdrängt werden. Nach anderthalb Stunden sagt sie einem sehr genau, dass der Flirt vorbei ist. Die Joya de Nicaragua Antano CT Robusto ist ganz klar keine herkömmliche Connecticut und das macht sie richtig gut. Sie ist trotz ihrer Wucht herrlich cremig angenehm, zwar nicht wirklich komplex, aber brutal gefällig mit klaren Aromen – und erst jetzt, wo ich sie abgelegt habe, fällt mir auf, dass pfeffrige Noten hier durch Abwesenheit glänzen. Die Joya de Nicaragua Antano CT Robusto muss man in meinen Augen einfach wenigstens probiert haben – doch man sollte sich nicht vom hellen Deckblatt täuschen lassen! Connie on steroids!



War dieser Beitrag für Sie hilfreich? Ja Nein
2 Personen fanden diesen Beitrag hilfreich.

A.J. Fernandez Dias de Gloria Toro
verifizierter Kauf

Länge: 15.24Durchmesser: 2.22 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die Dias de Gloria Toro hat ein wirklich imposantes Format mit anschaulichem ovalen boxpress. Die Ringe stehen ihr gut zu Gesicht und das Design kommt überbordend und sakral und barock daher, wie als gehörten sie in die sixtinische Kapelle. Erstaunlicherweise sind im Falle der Dias de Gloria – zumindest unter all den Linien von AJ Fernandez, die ich bisher in der Hand hatte – Papierqualität, Druck, Fonts und Farben auf den beiden Ringen identisch und beißen einander nicht! Farblich sind diese auch herrlich auf das Kastanien-braun des Deckblattes abgestimmt. Dieses an sich kann man so gut wie gar nicht sehen, da die Toro bis unter die Ringe in Zedernholz und mit einem roten Fußbändchen eingepackt ist. Viel Show, aber dank Zedernholz sicher auch viel Effekt. Die Toro liegt schwer in der Hand, sie ist fest und gibt dennoch auf Druck leicht nach. Das boxpress ist veredelt mit schön abgerundeten Kanten, wie man es z.B. von der San Lotano Oval kennt. Wenn man es einmal vom Zedernholz befreit hat, zeigt sich das Deckblatt in seiner vollen Pracht. Es wirkt seidig, dennoch spürbar kristallin ölig (extrem sogar, das bleibt richtig auf den Fingerspitzen liegen!); die sehr feinen und dennoch markanten Äderchen und eine starke Maserung winzigsten Zahnes und kurze Härchen stören das uniforme Kastanien-Milchschokoladen-Braun nicht. Das Deckblatt hat keine Flecken, keine fehlerhaften Stellen, keine Verfärbungen, es ist einfach unfassbar attraktiv. Nur nach der Optik und Haptik bewertet liegt die Konstruktion in meinen Augen in der Kategorie Kunstwerk. Der Kaltduft verrät Noten von süßlich-feuchtem Heu, Leder, Stall, dazu buttriges Popcorn (wie der Duft an der Kinokasse) und ein bisschen dunkle Schokolade. Etwas saure Erde und Noten von Beeren finden sich am Brandende, gezügelt. Der Anschnitt gestaltet sich etwas fusselig. Erdiger und ledriger als der Kaltduft kommt der Kaltzug mit dezent stallig-würziger Schokolade und Kakaobohnen daher, dazu ein klein wenig Pfeffer sowie die beerigen Noten vom Brandende. Eine leichte Würze bleibt auf der Zunge und den Lippen zurück. Wie bei dem Ringmaß zu erwarten gestaltet sich das Entfachen etwas langwierig, doch wenn die Dias de Gloria Toro einmal glimmt, startet sie ölig und fett mit leicht salzigen Noten von Nuss und Leder. Nach wenigen Zügen kommen Noten von frisch gemahlenem Kaffee, Zitronen(zeste) und eine feine Zimtschärfe auf, sind da, um zu bleiben. Alles steht irgendwie nebeneinander im Vordergrund, dahinter liegt eine leichte süßliche Vanillenote. Retronasal wird es waldiger mit nassem Laub, Erde und etwas Heu vor Leder. Im Abgang bleibt eine Schärfe auf der Zunge, die mich an geräuchertes Jalapeno-Pulver erinnert. An der Nase finden sich röstige Holz und Nuss-Noten. Die Performance kommt nicht ganz an den ersten Eindruck zur Konstruktion heran, denn der Abbrand ist wellig, der Zug typisch boxpressed etwas loser als perfekt und die gleichmäßig recht helle, fast weiße Asche sehr brüchig und flakig. Der Rauch ist brutal dicht und üppig mit an Zuckerwatte erinnernder Konsistenz; bleibt fett am Gaumen. Bis hierher mild mit mittelkräftigem Körper, wird sie im 2. Drittel doch spürbar stärker (mild++) und voller (medium+). Die Vanillesüße wandert komplett an die Nase, wo sie sehr präsent steht. Die Leder- und Nuss-Noten werden fetter, Erde wird präsent, leicht mineralisch. Die Würze tritt mit den Kaffee-Noten cremig zurück in den Hintergrund. Mal kommen Brot-Assoziationen auf, wechseln sich ab mit der Zimtschärfe. Hin und wieder blitzen Assoziationen von Milchschokolade auf. Langsam kommen die Noten von geräuchertem Jalapeno-Pulver mit öligen Erdnüssen auch retronasal auf. Im letzten Drittel jetzt mittelkräftig übernimmt saure Erde das Profil, dahinter kommt ankokelndes Holz auf, zu Ungunsten der Komplexität. Die hintergründige Zimtschärfe bleibt, mischt sich mit trockener Vanille minus Süße. Die Noten von würzigem Kaffee und Milchschokolade verpuffen langsam im Hintergrund. Retronasal gibt’s nun eine interessante Mischung aus Zimt und geräuchertem Jalapeno-Pulver mit etwas Erdnussöl. Obwohl die Aromen eine trockenere Qualität bekommen, bleibt das Profil der Dias de Gloria Toro bis zum letzten Zug nach zwei Stunden und 15 Minuten cremig-ölig. Für mich liegt der X-Faktor der Dias de Gloria Toro ganz klar in den ersten beiden Dritteln, danach endet dieser großartige Smoke leider mit dem letzten Drittel auf einer säuerlichen Note. Ob Aging das zu smoothen wissen wird? Ich hoffe es.



War dieser Beitrag für Sie hilfreich? Ja Nein
2 Personen fanden diesen Beitrag hilfreich.

Balmoral Dueto Gran Toro
verifizierter Kauf

Länge: 15.24Durchmesser: 2.06 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Anders als bisher von der Marke Balmoral bekannt, ist die Dueto gekleidet in herrlich überladen facettenreiche, überbordende Ringe mit dennoch klarem Desing und auffällig gut gewählten Farben – der Ring am Fuß, der sie als Gran Toro auszeichnet, zeigt, dass das einzige, was bei dem Hauptring fehl am Platze wirkt, das weiße Wappen mit dem goldenen "B" der Marke ist. Die Gran Toro darunter wirkt relativ fest, dennoch uneben mit einigen unterfüllten Stellen und einer seltsam und viel zu groß wirkenden Kappe, die gut doppelt so viel Platz am Mundende einnimmt wie man das von anderen Zigarren gewöhnt ist. Das Deckblatt hat ein gräulich stumpfes, leicht rötliches Colorado/Milchschokoladen-Braun, ähnlich dunklem Holz oder vielmehr Baumrinde. Es ist durchsetzt von sichtbaren, dicke Adern, vielen dunklen Stellen und fast schwarzen Flecken sowie ein paar hellen Punkten. Es ist keine Schönheit, aber das Deckblatt sieht nicht nur unkaputtbar aus, es fühlt sich mit seiner irgendwie trockenen, ledrig-glatt-speckigen Textur auch so an. So „bäuerlich“ sie konstruiert wirkt – die Balmoral Dueto Gran Toro wird sich im Rauchverlauf als sehr gut konstruiert zeigen. Kalt duftet sie fruchtig-ledrig mit leichten Noten von Holz, dunkler Schokolade und Hoisin-Soße, am Fuß gut gewürzt mit etwas frisch gemahlenen Kaffee, Brombeeren und frischen Bananen. Nach einem Anschnitt wie durch Butter kann man dann im Kaltzug eine moderatere Kopie dieses Duftes erahnen: sehr sehr leichtes Schokoladenleder mit fruchtigem Holz und etwas Pfeffer und feiner Würze im Abgang. Einmal und zügig entfacht startet die Balmoral Dueto Gran Toro kantig mit herbem Holz, würzig-dunkler Schokolade und weißem Pfeffer. An der Nase zeigen sich Noten von nussig-ledriger Banane und retronasal kommt anbrennender schwarzer Pfeffer durch. Holz, weißer Pfeffer und verwirrenderweise leichten Hafer-Noten bleiben im langen Abgang. Das Profil wird langsam smoother und eingebundener, ohne den vollen Körper und die Kraft der Aromen zu verlieren. Dabei bleibt Holz die treibende Kraft, etwas süßer. Reife Banane schleicht sich hintergründig ein. Die Pfefferschärfe bleibt dominant im langen, trockenen Abgang. Retronasal tauchen langsam entfernte Assoziationen von Bananenschale und etwas Leder auf. Mit üppigem Rauch mit samtig-sahniger Textur und optimalem Zugwiderstand brennt die Gran Toro zwar wellig ab und die Einlage ist sichtlich schneller als das Deckblatt, dennoch zickt sie nicht rum. Die Asche ist hell- & dunkelgrau gestreift, recht fest, hält und hält und hält. In Sachen Stärke gerade mal medium und mit einem ab Start auf halber Strecke zwischen medium und voll einzustufenden Körper wird sie im zweiten Drittel nicht stärker, aber der Körper ist voll und die Aromen feuern aus allen Rohren. Dabei wirkt das Profil eingebundener, vor allem, weil die würzigen, dunklen Schokoladennoten vordergründiger und cremiger werden. An Zucker erinnernde Noten kommen auf (in einem Fall Röstsüße). Retronasal kommen röstige und ein wenig florale Noten auf. An der Nase wird schokoladige Nuss treibende Kraft. Der Pfeffer bleibt. Die Asche hält noch immer. Bis zur Hälfte. Ich brauche einen neuen Teppich. Im letzten Drittel übernehmen cremige dunkle Schokolade und Bananenschale das Profil, retronasal und im Abgang scheint der anbrennende schwarze Pfeffer. Langsam nimmt der Körper ab und leider verschwinden die Bananen-Noten. Nach im Schnitt knapp über zwei Stunden Rauchdauer kann ich nur jedem empfehlen, diesen Stick mal auszuprobieren. Dieser klare Kontrast von Süße und Schärfe macht richtig viel Spaß. Leider war die Dueto – in meinem Falle – inkonsistent zwischen den unterschiedlichen Exemplaren. Das eine Exemplar war klar dunkler und röstig-süßer, wohingegen das andere klarer definierte herb-trockene Holznoten hatte. Dennoch waren beide Erlebnisse hochgradig unterhaltsam.



War dieser Beitrag für Sie hilfreich? Ja Nein
3 Personen fanden diesen Beitrag hilfreich.

Kafie 1901 Sumatra Robusto (5x50)
verifizierter Kauf

Länge: 12.70Durchmesser: 1.98 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Der Ring der Kafie 1901 Sumatra Robusto muss wie die Ringe der Marke an sich nicht sein. Das Stoffbändchen am Fuß macht viel mehr her und würde mir persönlich reichen. Das Deckblatt wirkt sandig, leicht trocken, fast unsichtbar geädert und hat ein gleichmäßiges, leicht gräulich-stumpfes Colorado Claro. Die Robusto wirkt weich und eben, liegt leicht in der Hand, eben. Die Konstruktion wirkt gut. Kalt duftet sie unauffällig grasig-süßlich, am Fuß hingegen kommt eine leichte Schärfe durch. Nach unproblematischem Anschnitt präsentiert sich der Kaltzug sehr leicht grasig-süßlich mit leichten Holz-Assoziationen und Lehm. Einmal entfacht beginnt die Kafie 1901 Sumatra Robusto mit einer cremigen und interessanten Mischung aus irgendwie holzig-nussiger Süße und erdiger Säure. Langsam kommen hintergründig leichte Kakao-Noten mit Pfeffer auf. Der Abgang ist trocken und holzig. Retronasal kommen süßlich grasige Noten durch. Bei etwas überdurchschnittlich dichtem Rauch mit einer Textur wie verwässerte Milch und einem zu losen Zug brennt die Robusto wellig, aber gut und erstaunlich vergebend ab. Die wolkig-lockere Asche ist hellgrau, fast weiß, dazwischen dunkelgrauer Flecktarn. Vom ersten Zug an mild+ mit mild++ Körper ändert sich da nichts. Aromatisch wird es im 2. Drittel etwas spannender, denn eine leicht parfümige Zuckersirup-Süße spielt sich in den Vordergrund. Gezuckerte Mandeln finden an der Nase. Der Kern des Aromenprofils, auch retronasal, wird eine mineralisch-saure Erd-Note. Retronasal kommen Röstnoten wie von Grillgemüse auf, kein typisches Aroma aus einer Zigarre, aber auch nicht unangenehm. Allerdings kämpfen diese Noten ein wenig mit der Süße am Gaumen. Im letzten Drittel verschiebt sich alles in eine holzigere, saurere, trockenere Richtung, die Süße wandert in den Hintergrund. Dennoch raucht sie sich noch immer angenehm mit leichter Cremigkeit - bis leider viel zu früh eine sperrige holzige Bitterkeit aufkommt. Nach einer Stunde und 10 Minuten war es das und das einzige, zugegebenermaßen etwas emotionslose Fazit, das ich ziehen kann, ist, dass die Sumatra Robusto den für mich bisher interessantesten Blend aus dem Hause Kafie 1901 hat.



War dieser Beitrag für Sie hilfreich? Ja Nein
2 Personen fanden diesen Beitrag hilfreich.

La Aurora 1962 Corojo Toro

Länge: 14.61Durchmesser: 2.14 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die old-school designten Ringe der La Aurora 1962 Corojo Toro sind ganz nett, ihre dezente Farbgestaltung helfen, sie zu ignorieren. Die Toro an sich sieht klasse konstruiert aus. Die genauere Betrachtung demontiert dann das erste Bild. Sie ist alles andere als gleichmäßig, in der Mitte ist sie brutal fest ohne aus Druck nachzugeben, am Mund- und Brandende gibt sie ordentlich nach. Dennoch will ich nicht zu feste zudrücken, das leicht raue und geschmeidig wirkende Milchkaffee-Colorado-Deckblatt ist sehr trocken. Dabei sieht es doch gut aus mit dem offensichtlichen Haar, der ordentlichen Maserung mit „Mikro-Zahn“, der mehr zu sehen als zu fühlen ist, und dem klar erkennbaren Netz vieler feiner Venen. Der Anschnitt ist leider wie zu erwarten schwierig, denn der Kopf ist doch grob unterfüllt und die sehr dilletantisch montiert wirkende Kappe hält's nur so gerade zusammen. Tabakfussel überall. Kurz: die Konstruktion wirkt befriedigend, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Kalt kann man so gerade süßlich-ledrig-holzige und dezent nussige Noten erahnen, etwas Pfeffer sticht in der Nase. Am Brandende kommen mehr Holz und lehmige Erde durch, weniger süß. Der Kaltzug ist ebenfalls sehr dezent, doch weit interessanter. Süßlich-nussige Noen von Mandelmus mit Gras kommen auf, dahinter in weiter Ferne zeigt sich eine leicht pfeffrige Würze. Das Deckblatt hinterlässt ein seifiges Gefühl auf Lippen (und Zungenspitze) zurück, was mir zwar ein Fragezeichen über den Kopf zaubert, aber alles andere als unangenehm ist. Gierig nimmt das unterfütterte Brandende der La Aurora 1962 Corojo Toro das Feuer an, sie schlägt beim Entfachen ein paar Mal hohe Flammen wie beim Degasieren. Das erste Drittel startet dezent pfeffrig und leicht würzig mit einer noch undefinierbaren Süße. Laubige Noten liegen dahinter, die der Toro etwas Eingebundenes und Reifes geben. Nach wenigen Zentimetern kommen Honignoten auf, leicht trocken, wie von kristallisiertem Honig, dazu etwas herb sirupartiges, erinnert mich an Grafschafter Goldsaft. Dahinter, an der Nase und im Abgang kommen holzige Noten auf, wie wenn man Bleistifte spitzt. Retronasal kommt die La Aurora 1962 Corojo Toro würziger daher mit mehr schwelendem Holz, ein wenig sandiger Erde und dezenten Noten von fermentiertem schwarzen Pfeffer. Da ist doch Nicaragua-Tabak mit drin, oder irre ich mich? Das Sumatra Umblatt zeigt sich auch mit leicht metallischer Säure. Das Profil ist nicht unbedingt abgestimmt, aber doch interessant und einlullend. Die Toro ist bisher in allen Belangen mild++. Der Abbrand begann ziemlich wellig, doch spätestens als ich das Feuerzeug zur Hand nahm, um zu korrigieren, tat sie dies von selbst – hier: keine weiteren Vorkommnisse. Sie produziert doch ordentlich viel Rauch, der jedoch keine auffällige Textur aufweist. Einzig der Zug ist mir viel zu offen, Widerstand: kaum vorhanden. Die Asche ziert ein schönes, schlankes hellgrau-schwarzes Zebramuster, doch leider ist sie brutal flakig. Im zweiten Drittel schlägt die Stärke (medium-) den Körper (mild++) und die Aromen flachen nach und nach ab. Die holzigen Noten stehen sperrig im Vordergrund, dahinter liegt vor allem die metallische Säure. Die für sich interessante Süße kommt kaum noch durch, bleibt in erster Linie im kurzen Abgang. Retronasal sind die sandigen Erd-Noten mit pfeffrigem Holz zu finden. Im letzten Drittel setzt sich der Abwärtstrend fort, bis die leicht würzige Grafschafter Goldsaft Süße sehr flach ein kleines Revival erlebt. Doch dann bekommen alle Noten eine hohle Qualität, sie sind zwar noch da, aber wie Geister ihrer selbst. Einzig die sandige Erde bleibt, säuerlich, auch retronasal. Nach einer Stunde und 45 Minuten ist die Corojo 1962 trotz eines erstaunlichen Starts ein weiterer Beweis für mich, dass La Aurora (mit wenigen regelbestätigenden Ausnahmen) einfach nicht meins ist.



War dieser Beitrag für Sie hilfreich? Ja Nein
2 Personen fanden diesen Beitrag hilfreich.

Buena Vista Dark Fired Kentucky Short Robusto

Länge: 10.16Durchmesser: 2.14 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die schwere Short Robusto hat ein schönes kleines, etwas fetter wirkendes Format (54er Ringmaß). Der Ring ist verwirrend mit den winzigen auf Vintage getrimmten Mustersäumen in Rot und dem Blurr-Effekt in dem Buena Vista Schriftzug, ist dabei aber nicht unansehnlich. Das helle, stumpfe und fleckige Deckblatt ist makellos, fein geädert und zeigt etwas Haar und winzigsten Zahn, wirkt allerdings wie mit Gewalt um den Wickel gezogen. Es wirkt trocken, aber dennoch elastisch und hat ein sehr schönes, Hellbraun irgendwo zwischen Colorado und Colorado Claro. Die Schort Robusto ist gleichmäßig und brutal fest, da muss man schon ordentlich zudrücken, dass sie nachgibt. Auch die Kappe ist wirklich klasse konstruiert und so dick, dass man beim Anschneiden den Wickel nicht erwischt – kurz: sie ist wirklich gut konstruiert. Der kräftige Kaltgeruch ist wirklich interessant, das ist der Punkt, wo der Kentucky Fire Cured Tabak und somit der USP der Buena Vista Dark Fired Kentucky Short Robusto wirklich glänzt. Der Duft erinnert mich an die Räucherkammer bei einem Schwarzwälder Bauern, in der ich mal stand, mit deftigem Rauch und Schinken, eben wie ein junger Ardbeg. Am Fuß sind die Aromen von geräuchertem Schinken/Bauchspeck noch krasser, der Fire Cured Tabak befindet sich also definitiv in der Einlage. Am Brandende liegt auch eine ordentliche Portion schwarzer Pfeffer dahinter. Gegen den Duft, den die Short Robusto förmlich verströmt, ist der Kaltzug echt dünn. Noten von wenig schwelende Holzkohle und der Geruch aus den Klamotten am nächsten Morgen nach einem Abend am Lagerfeuer kommen zwar noch durch, werden aber vor allem von grasigen Noten überlagert. Eine leichte Säure liegt im Abgang und etwas grasig-pfeffrige Schärfe bleibt vom Deckblatt auf den Lippen. Nach dem bei dem Ringmaß verständlicherweise etwas langwierigem entfachen startet die Buena Vista Dark Fired Kentucky Short Robusto grasig pfeffrig mit etwas metallischem, das total off wirkt. Dahinter erahne ich dezente Noten von schwelender Holzkohle. Eine leichte Pfefferschärfe bleibt auf den Lippen. An der Nase liegen Noten von ankokelndem nassen Gras, retronasal sind hinter grasiger Schärfe ganz leichte Schinkennoten zu erahnen. Schärfe und Gras bleibt lange im Abgang. Langsam verschwindet die grasige Schärfe (nicht die grasigen Noten!) und macht Platz für feine Noten frischer Holzspäne und Nuss (mehr Erdnuss-Schale). Gegen Ende des ersten Drittels ist sie viel ausbalancierter als zu Beginn. Doch die rauchige Fire-Cured-Note ist ganz weit hinten versteckt und nur sehr leicht im Abgang wahrzunehmen, wie als hätte jemand den Mute-Knopf gedrückt. Noch ist mir nicht klar, warum dieser Tabak hier überhaupt genutzt wurde, wenn er doch als Unique Selling Point genutzt wird. Nach einem knackig mittelkräftigen Antritt, verliert die Short Robusto schnell an Körper und pendelt sich in allen Belangen bei medium- ein, was ihr gut steht. Sie zieht etwas lose, aber brennt langsam und nur leicht schief ab, bei hellgrauer und vom Mini-Zahn gesprenkelter, sehr fester Asche – daraus lässt sich die hochwertige Konstruktion schlussfolgern. Das zweite Drittel bleibt eingebunden und ausbalanciert, das nun etwas cremigere Profil setzt seinen Schwerpunkt auf die nussigen Noten (gesalzene Pistazien kommen hinzu). Doch die rauchigen Noten kommen noch immer nicht so richtig durch, selbst der Raumduft ist unauffällig, nur ganz dezent merkt man die geräucherte Noten, wenn man darauf achtet, oder, böse gesprochen, danach sucht. Ein ganz klein wenig erlöschendes Lagerfeuer finde ich durch die Nase und retronasal finde ich weiterhin ein wenig Schwarzwälder Schinken hinter Gras und Pfefferschärfe. Eine feine, nussig-würzige Süße bleibt im Abgang. Das Rauchvolumen ist off the Charts, dabei hat der Rauch eine etwas trockene, fast austrocknende Textur. Im letzten Drittel gerät der Abbrand aus den Fugen und muss mehrmals korrigiert werden. Dafür entlohnen jedoch aufkommende senfige Noten, auch retronasal. Die passen richtig gut zu den nussigen und süßen Noten. Hin und wieder blitzen dezente Noten von Schokolade und Kaffee auf und die rauchigen Noten werden einen Ticken klarer. Gegen Ende kommt langsam aber sicher die metallische Off-Note zurück und die nussigen Noten bekommen immer mehr die Qualität von anbrennenden Nussschalen. Nach für das Format erstaunlich langen 80 Minuten bleibt zu sagen, dass die Buena Vista Dark Fired Kentucky Short Robusto ein interessantes Raucherlebnis ist, eigenwillig, aber komplex, sind die grasigen Noten vom Start einmal nicht mehr so tonangebend. Der USP ist klasse und auch der Kaltduft lässt Großes erhoffen – doch einmal entfacht ist sie nicht das, was der Pitch verspricht. Man kann sie bedenkenlos mal probieren, aber wenn man wirklich mal Fire Cured Tabak erleben will, sollte man doch eher zur MUWAT KFCC greifen, da ist dieser klarer und definierter und bestimmt eher das Profil als hier, wo er sehr zögerlich und wenig mutig eingesetzt scheint.



War dieser Beitrag für Sie hilfreich? Ja Nein
3 Personen fanden diesen Beitrag hilfreich.


Zufällige Zigarre
×