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ADV Cigars & McKay The Royal Return Queen's Pearls Corona (44x6)

Länge: 15.24Durchmesser: 1.75 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die Queens Pearls Corona kommt in einem sehr schönen, schlanken Gran Corona Format daher. Der Ring in Alu gefällt mir bei jedem betrachten besser, vor allem, weil der für das Logo und die Kontrastlinien gewählte Goldton dem goldgelb/senfgelben Deckblatt hervorragend zu Gesicht steht. Die Corona fühlt sich weich an und gibt auf Druck ordentlich nach. Dabei ist sie uneben mit einigen unterfüllten Stellen. Das sehr feine, leicht geäderte Deckblatt mit feinem Haar in seinem makellosen Claro fühlt sich samtig glatt und irgendwie nicht ganz so trocken an wie bei der Petit Robusto. Sie ist gut konstruiert. Kalt duftet sie extrem mild nach gerösteten Nüssen und etwas Leder. Leicht grasige Noten, etwas Kaffee, Milchkakaopulver und Zucker sind dahinter zu erahnen; am Brandende wirkt sie würziger mit mehr Milchschokolade, etwas Erde und Karamell. Alles in allem macht sie auf mich einen kräftigeren Eindruck als die Petit Robusto, allerdings nur marginal. Der Kaltzug zeigt sich ebenfalls sehr mild, dabei süßlich-cremig mit Nuss, Sahne, Karamell, Heu, etwas Milchschokolade, etwas Erde, leicht würzigen und dezent minzigen Noten im Abgang. Einmal entfacht kommt sie im Prinzip wie die Petit Robusto, nur voller, konzentrierter, etwas kräftiger und definierter. Der Pfeffer ist mittelgründiger, wodurch der Blend etwas an Cremigkeit verliert, dafür aber auch komplexer kommt. Retronasal steht Pfeffer vor erdig-lehmigen und holzigen Noten. Im 2. Drittel geht es mild mit einem die Medium-Marke so gerade verfehlenden Körper weiter, dabei wie zuvor und erwartet. Sie ist bei kraftvolleren Aromen voller als die Petit Robusto, dabei klarer und definierter. Die pfeffrigen Noten nehmen mehr Platz ein und stehen den Sahnekaramell-Noten entgegen, was ihr Komplexität gibt. Retronasal stehen grasige Noten und Pfefferschärfe vor schwelendem Holz. Die recht helle Asche der Corona ist extrem lose, das ist aber das einzige technische Minus. Bei ordentlichem Rauchvolumen mit sahniger Textur und extrem gutem Zugwiderstand brennt die Queens Pearls Corona perfekt ab. Auch im letzten Drittel entspricht das Profil der Corona ohne kräftiger oder voller zu werden dem der Petit Robusto, nur voller mit mehr Pfeffer. Die Queens Pearls Corona ist ganz klar meine erste Wahl aus dieser Linie – dem häufigeren Genuss stehen allerdings persönliche Präferenzen sowie der aufgerufene Preis entgegen.



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ADV Cigars & McKay The Royal Return King's Gold Toro (54x6)

Länge: 15.24Durchmesser: 2.14 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die Toro ist mit ihrem 54er Ring eine imposante Erscheinung; der Broadleaf-Decker kommt mir noch speckiger vor als ich ihn von der Robusto in Erinnerung habe. Sie ist sehr fest gewickelt, das Deckblatt fühlt sich erstaunlich trocken an für den öligen Schein. Es wirkt mir etwas rauer als das der Robusto, dabei mit einem gleichmäßigeren Schokoladenleder-Maduro. Die Verarbeitung liegt irgendwo zwischen gut und sehr gut. Kalt duftet sie zuerst schwer erdig mit präsenten, ledrigen Noten, erst dahinter kommen die der Robusto wegen schon erwarteten Noten von Toffee, Schokoladensirup auf Brownies, süße Kirschen und Sahnecreme durch. Am Brandende duftet sie ähnlich, jedoch mit mehr Worchestershire-Würze und Sherry. Der Kaltzug zeigt sich ähnlich, Worchestershire-Würze und Schokoladensirup auf Brownies geben hier den Ton an, sandige Erde, etwas Salz und Pfeffer bleiben im Abgang und auf den Lippen. Einmal entfacht startet sie langsamer und milder als ihre kleine Schwester und vor allem ohne Pfefferblast. Nicht, dass Noten von Pfeffer nicht vorhanden seien, sie sind einfach nicht so stark wie bei der Robusto. Der üppige Rauch transportiert cremig-samten Noten von steiniger Erde, Leder und Tanne, alles getragen von schokoladig-nussigen und dunkel fruchtigen Noten sowie Pfeffer. Retronasal ist Holz präsenter, mit Leder und allerlei Pfeffer. Im zweiten Drittel wird es etwas kräftiger (medium-) mit leicht überwiegendem Körper, das Profil wird dabei süßer, Noten von Kuchenteig kommen auf, zusammen mit kraftvollen Espresso-Noten. Die Worchestershire-Würze aus dem Kaltzug ist zurück, sehr mittelgründig, vor Erde, Holz, Leder und Pfeffer. Retronasal wird es süßer. Bei perfektem Zugwiderstand brennt die King’s Gold Toro sehr wellig ab; der Decker kommt nicht hinterher, braucht schon früh Hilfe und tendiert zu dauerhaftem, aber zum Glück nur leichtem Schiefbrand; das ist ein großer Schritt im Vergleich zur Robusto. Im letzten Drittel dann medium mit einem auf allen Zylindern feuernden Körper übernimmt der Pfeffer verbunden mit den schokoladig-nussigen und dunkel fruchtigen Noten das Profil. Dahinter findet sich alles und nichts, sämtliche bisher erfahrene Aromen sind da, jedoch sehr eingebunden und harmonisch. Gegen Ende fällt alles wieder auseinander, jedoch kann man die King’s Gold Toro nach über zweieinhalb Stunden Rauchvergnügen auch zufrieden dem Ascher überlassen. Die Toro kommt weniger ungestüm als die Robusto daher, kraftvoll mit süßen Aromen und herrlich komplex. Ja, auch dieses Exemplar kam mit Abbrand-Problemen, aber sie haben das Profil kaum beeinflusst. Für mich die Schönere der beiden Schwestern!



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De Olifant Classic Zigarren Valentino (Robusto)
verifizierter Kauf

Länge: 12.70Durchmesser: 1.98 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Auf den ersten Blick kommt die De Olifant Classic Valentino Robusto unspektakulär daher im klassischen Robusto-Format und mit einem Ring ohne WOW-Effekt. Den Ring in seiner dezent-edlen Optik in Creme mit goldenem Rand und Elefanten kennt man von den anderen Produkten von De Olifant, in der auf das Format angepassten Größe wirkt er irgendwie fehlskaliert. Dennoch muss ich zugeben: Mir gefällt er, besonders durch den gewählten Goldton steht er dem leicht ockergelben Milchkaffee-Colorado des Deckblattes gut zu Gesicht. Die Valentino Robusto liegt leicht in der Hand und gibt auf Druck ordentlich nach, dennoch wirkt sie zugleich fest und elastisch. Auf den Fingerspitzen fühlt sich das Deckblatt sehr glatt und sehr ölig an. Visuell sticht neben der leicht ockergelben Färbung ein feines Netz aus dünnen Blattadern, kaum fühlbarer Zahn und der simple Fakt dass das Deckblatt wirklich keinen einzigen Farbfehler hat, hervor. Die Valentino Robusto wirkt schlichtweg makellos konstruiert. Kalt duftet sie erstaunlich zurückgenommen und dabei honigsüß mit Noten von Holz, Nuss, Erde und Leder. Am Brandende finden sich feine Noten von Holz, Erde, Worchestershire-Sauce und Kakopulver (ja, genau, Nesquik). Der Kaltzug hingegen offeriert eine etwas präsentere Melange von noch immer honigsüßen Noten von Holz, Erde, Leder; dahinter stehen Kandiszucker und Worchestershire-Sauce vor feinen Noten weißen Pfeffers, die die Zunge kitzeln. Einmal entfacht beginnt die Robusto relativ zurückhaltend, dafür unerwartet kantig. Cremige Noten von Erde, Leder und eine Prise Holz liegen röstsüß im Vordergrund, dahinter findet sich allerlei Pfeffer. Retronasal finden sich Assoziationen von Senf. Die Cremigkeit mit den schon früh eingebunden wirkenden Noten lassen erahnen, dass diese Robustos aus dem Hause KBF kommen, die leicht kantigen und senf-/pfefferlastigen Noten lassen auf den Pennsylvania Tabak zurück schließen. Nach ca. 2cm treten die Pfeffernoten gänzlich in den Hintergrund, wo sie bleiben, um der röst-honig-süßen Melange aus Holz, Erde und Leder die nötige Komplexität zu geben. Mittelgründig scheinen klare Noten von allerlei unbehandelten Nüssen, nassem Heu und leicht milchigen Assoziationen. Retronasal finden sich Noten von Honig-Senf und etwas Leder vor - leider - leichten Hallenbad-Assoziationen. Ab dem ersten Zug präsentiert sich die De Olifant Classic Valentino Robusto mild++ mit einem knapp unter der Medium-Marke liegenden Körper. Unter üppigem Rauch mit cremig-voller, etwas an Zuckerwatte erinnernder Textur und bei perfektem Zugwiderstand brennt sie zu Beginn sehr schief ab, das reguliert sich allerdings im Verlauf des ersten Drittels von selbst. Im weiteren Rauchverlauf bleibt der Abbrand unauffällig und unproblematisch. Die gleichmäßig hellgraue Asche ist sehr lose, flakt aber nicht. Im 2. Drittel weiterhin mild++ in Stärke und medium- in Körper wartet das Profil nicht mit dramatischen Wendungen auf. De Robusto wird cremiger und süßer mit mittelgründig aufkommenden, fast sirupartigen Noten von Kandis und Karamell; vordergründig sticht nun Erde etwas aus der Melange heraus. Erde und leichte Pfeffernoten liegen im Abgang. Retronasal gewinnt der Senf an Volumen, die Hallenbad-Assoziationen schwinden zugunsten von Heu und Gras. Interessant ist, das einen die Süße trifft, sobald der Rauch im Mund ist, und sie sofort zugunsten trocken erdiger Noten verfliegt, hat der Rauch den Mund verlassen. Im letzten Drittel bleibt es cremig, die Süße jedoch schwindet. Nun bekommen die erdige Noten eine zunehmend steinige Qualität, dahinter warme, karamellisierte Holznoten, grasige Würze und etwas Kakao. Alles andere verliert sich, eine dezente Bitternote keimt auf. Retronasal tut sich nicht viel. Die De Olifant Classic Valentino Robusto ist ein kantiger und doch gefälliger Smoke für eine Stunde und 20 Minuten, der nach durchschnittlichen Start im ersten Drittel ein fulminantes Profil aufbaut, aus dessen Schatten sie selbst im weiteren Rauchverlauf nicht mehr heraustreten kann. Die Performance ist KBF typisch richtig gut, die Süße der ersten beiden Dritteln und die herrliche Cremigkeit wissen zu überzeugen – doch am Ende lässt die Robusto einen mit trockenem Mund zurück. So geht sie in meinen Augen in dieser Preiskategorie schon unter, obwohl die Rahmendaten stimmen.



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Laura Chavin Classic No. 1 Virginy (Toro)
verifizierter Kauf

Länge: 13.97Durchmesser: 2.14 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Wie auch bei den anderen Linien der Marke Laura Chavin kommt die „Virginy No.1 Toro Edition 2019“ mit Ringen geziert daher, die zurückgenommen und mit klaren Linien edel desingt sind und mich sofort an das Set-Design der Filme aus den 1920er Jahren wie z.B. „Metropolis“ erinnern – wobei ich das Art-Deco-Style Logo auf dem Hauptring noch immer nicht verstanden habe… Die Ringe sind farblich besonders durch den Bronze-Ton sehr gut auf das gelbstichige und (leicht bleich) stumpf wirkende Claro-Deckblatt abgestimmt. Das Deckblatt fühlt sich etwas trocken und dennoch sehr elastisch an, dabei abgesehen von den sehr dünnen und dennoch festen Blattadern sehr glatt. Obwohl es sich trocken anfühlt, bleibt etwas auf den Fingerspitzen zurück, wie als hätte man über eine leicht staubige Oberfläche gestrichen. Die kurze Toro gibt auf Druck ordentlich, ja, „schwammig“ nach, ist dabei ungleichmäßig gerollt mit einigen fühlbar unterfüllten Stellen. Dadurch wirkt sie alles andere als so wertig, wie man es bei dem Preis und im Vergleich zu anderen Zigarren aus diesem Preissegment erwartet – und erwarten kann. Spoiler: mein Exemplar der Laura Chavin Virginy No.1 Toro Edition 2019 wird im Rauchverlauf diesen Eindruck leider bestätigen, besonders dadurch, dass der Zylinder ab dem 2. Drittel sehr weich wird. Kalt duftet sie dezent süßlich-holzig mit Noten von Morgentau-feuchtem Laub, Vanille, Sahne und Kaffee, die gut miteinander verbunden wirken. Am Brandende hingegen duftet sie fruchtig sauer mit etwas Milchschokolade. Wie durch Butter geht der Doppelklingen-Cutter durch die Kappe; der anschließende Kaltzug offeriert dann sehr dezente und edle Noten von süßer, fester Sahne, Milchkaffee, Vanille, Erde, Laub; leicht fruchtigen Noten und reifer ehrlicher Tabak bleiben im Abgang. Einmal und sehr zügig entfacht beginnt die Laura Chavin Virginy No.1 Toro Edition 2019 mild und erstaunlich süß mit dezenten Noten von Salzkaramell und Vanille mit sandiger, feiner Erde. Langsam kommen laubig-holzig-waldige Noten und helle, leicht saure Früchte (Äpfel, Birnen?) sowie Milchschokolade und eine dezente Brotsüße hinzu. Salzige Noten bleiben auf den Lippen. Im Abgang liegt eine Melange aus laubig-holzig-erdigen Noten mit Zitronengras. Retronasal ist das Profil grasig-laubig mit feiner Würze (Nelke, Zitronengras) und Zitronenzeste vor einem Hauch Pfeffer. Bei ordentlich dichtem Rauch mit zu Beginn fast staubiger, doch zunehmend buttriger Textur brennt die Toro zwar makellos, aber sehr zügig ab. Dabei muss man dennoch sehr vorsichtig ziehen, um sie nicht sofort zu überhitzen und somit das komplette Profil zu killen, da sie so gut wie gar keinen Zugwiderstand hat. Die uniform hellgraue Asche ist sehr fest, fällt per Drittel. Im zweiten Drittel wird die Virginy No.1 nun mild+ in Sachen Stärke, bei weit vollerem Körper (medium-). Im Profil spielen dabei nun sehr prägnante Noten von Cappuccino und Kakaonibs die erste Geige. Dahinter werden die Gewürz-Noten voller (Nelke, Zitronengras). Noten von Laub, Vanille und Erde stehen im Mittelgrund, dahinter Assoziationen an geröstete Mandeln, Milchschokolade, Salzkaramell und Brotsüße. Retronasal bekommt das Profil durch die präsenter werdenden Noten von Zitronenzeste und Zitronengras langsam eine parfümige, seifige Qualität. Im letzten Drittel wird der Körper flacher, während die Virginy No.1 Probleme damit hat, zu glimmen. Das Profil ist nun weniger spektakulär und komplex, Noten von Erde, Holz kommen mit Zitrusnoten in den Vordergrund, dahinter steht nun trockene Vanille mit Zimt und besagten Gewürzen, sämtliche süße Noten treten in den Hintergrund. Retronasal wird es zunehmend seifig. Der Abgang ist lang und bitter mit grasigen Noten und frischem Laub. Was sehr vielversprechend begann, entgleist im 2. Drittel langsam und das völlig im letzten Drittel. Mich hat sie nach exakt anderthalb Stunden verwirrt und etwas enttäuscht zurückgelassen. Der Preis scheint mir persönlich hier vollkommen ungerechtfertigt – wenn wenn man unbedingt eine Zigarre in diesem Preissegment genießen möchte, greife man doch zu einer Padron, Cohiba, Davidoff oder Patoro.



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Romeo y Julieta Romeo No. 2 AT
verifizierter Kauf

Länge: 13.02Durchmesser: 1.67 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Sobald man es geschafft hat, die No. 2 aus dem Tubo zu befreien, in dem sie sehr spack drin sitzt – es erinnerte mich ein bisschen an den Klassiker mit der Ketchup-Flasche – hat man eine elegante, schlanke Petit Corona in der Hand. Sie wird geziert von einem typ. Cuba herrlich hässlichen old school Ring und einem makellosen, orange-rötlichen, gleichermaßen an Milchkaffee, Leder und Lehm erinnerndes Colorado-Deckblatt. Die gleichmäßig erscheinende Petit Corona liegt leicht in der Hand, gibt auf Druck leicht nach. Das Deckblatt ist dezent ölig und fühlbar feinhaarig sowie von einer – wenn auch dünnen – sehr prominenten Blattader durchzogen, die als einziges das sonst gleichmäßig glatte Fingergefühl "stört". Sie wirkt wertig und makellos konstruiert – und das ist sie auch. Kalt duftet sie, wenn auch sehr dezent, typ. cubanisch. Errdig-ledriger Honig mit Zeder (was ich jetzt eher dem Inlay des Tubos zuordnen möchte, da dieser Duft sich schnell verflüchtigt) liegt vor leicht floralen Noten. Ich kenne das Boxing Date dieses Exemplares noch nicht, aber sie wirkt mir noch etwas jung, da die Aromen nicht wirklich verbunden wirken. Am Brandende stehen erdige mit sehr präsenten Honig-Noten und etwas Kakao im Vordergrund. Der Kaltzug präsentiert sich würziger und weit erdiger als der Kaltduft, wobei die Noten eher mild als medium einzuordnen sind. Etwas Lakritz kommt hinter den Primärnoten durch, gefolgt von einer leicht an Kreide erinnernden Note im kurzen Finish. Würzig zedrige Noten bleiben auf den Lippen zurück, mit einer sehr leichten Note von frischem schwarzen Pfeffer, die dabei aber vielleicht die klarste Pfeffernote ist, die ich je so aus einer Zigarre im Kaltzug erschmeckt habe. So klar, wie als hätte ich ein kleines Stück Pfefferkorn im Mund. Einmal entfacht, beginnt die Romeo y Julieta Romeo No. 2 aus dem Tubo alles andere als würzig, sondern mild-cremig mit Noten von Cashewnüssen, süßem Kakao, Espresso, Erde und Honig. Cremig-erdiger Abgang. Retronasal holzig-floral mit kreidigen Untertönen. Im Laufe des 1. Drittels wird sie dabei etwas kräftiger und voluminöser, wobei ich sie in allen Belangen hier bei mild++ einordnen würde. Bei gutem Zugwiderstand und durchschnittlichem Rauch mit leicht trockener Textur brennt sie zu Beginn sehr schräg ab, reguliert sich doch schnell selbst und bleibt dann leicht wellig. Im 2. Drittel wird sie in allen Belangen kräftiger, kratzt jedoch so gerade an der Marke „medium-“. Dabei werden die Noten von Erde und Espresso vordergründiger und das Profil allgemein trockener. Eine leichte Fruchtsäure mit dezent scharfen grasigen Noten liegen unter den Primärnoten und im Abgang. Retronasal wirkt das Profil etwas süßer mit ganz leichten Honig-Noten; Tabakwürze vertreibt die kreidigen Noten und bleibt im Finish. Salzige Noten bleiben auf den Lippen. Die für Cuba typisch sehr dunkle Asche ist recht fest, verabschiedet sich zur Hälfte der Petit Corona Richtung Fußboden. Im letzten Drittel in allen Belangen allerhöchstens medium-, übernehmen eine gewisse Säure, kreidige Noten und mit einem zugedrückten Auge so gerade noch als von den Espresso-Noten kommend interpretierbare Bitterkeit das Profil und verraten, dass dieses Exemplar noch ziemlich jung ist und durchaus länger hätte liegen können. Nach einer Stunde und 10 Minuten habe ich sie abgelegt und mich ein bisschen geärgert, dass ich sie nicht noch ein paar Monate im Humidor gelassen habe. Bei diesem PLV und dem zu erwartenden Reifepotential möchte ich hier dennoch eine klare KAUFEMPFEHLUNG aussprechen.



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Kinix CABAN
21.10.2020

Kinix KINIX CABAN 2
verifizierter Kauf

Länge: 13.02Durchmesser: 2.14 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Nachdem ich die anderen Blends der „Royal KINIX Cigars“ bereits durchtesten konnte, war zuletzt nun die Kinix CABAN dran – und die hatte ich mir sozusagen bewusst bis zum Schluss aufgespart, denn bei dem herrlich ölig glänzenden Maduro-Decker der fetten Robusto dachte ich von vorneherein, dass die CABAN mein persönlicher Favorit unter den vier Kinix sein würde. Ob sie die für mich überraschend spannenden IK noch übertrumpft hat? Wie bei der IK fällt der in schwarz gehaltene Ring auf dem feucht wirkenden, glänzenden Bitterschokoladen-Maduro des Deckblattes der CABAN, das übersäht ist mit brutal viel Zahn und ein paar sehr prominente Adern, in seinem Design nicht so negativ auf wie auf der MANIK oder der EB. Die fette Robusto liegt auch schwerer in der Hand als die anderen Blends, sie wirkt rau und ölig, ja, fast schon feucht und vor allem extrem fest, ja, spack gewickelt. Haptisch wirkt sie also schonmal perfekt konstruiert. Kalt duftet sie recht gehaltvoll nach süß-würziger Bratensauce (erinnert mich ein bisschen an die dunkle Bratensauce mit Rosinen, wie meine Großmutter sie immer zu rheinischem Sauerbraten gemacht hat) mit würziger Erde, etwas Vanille und Holz. Am Brandende kommen, weit zurückhaltender, Noten von Kakaopulver, Erde und etwas Minze durch. Der Kaltzug ist ein kleines Gedicht: mehr von besagten Bratensauce-Noten, dazu Sojasauce, Kakaonibs, Leder, Lakritz und Erde. Etwas Pfeffer verweilt im kurzen Abgang und Salz bleibt auf den Lippen. Entfacht geht es exakt so weiter, wie der Kaltduft es versprochen hat, jedoch mit trockener Qualität und kräftigeren Pfeffernoten. Der Pfeffer tritt schnell in den Hintergrund zugunsten von holzigen, würzig erdigen und schokoladigen Noten, alles zwar cremig, aber wenig süß. Dahinter zeigen sich Leder, etwas Lakritz und Rohrzucker. Retronasal hingegen kommt sie trocken holzig mit Bratensauce und Lakritz vor Pfefferschärfe (weißer Pfeffer). Dabei ist sie recht mild mit überwiegendem Körper und präsenten Aromen. Dichte Rauchschwaden transportieren diese Aromen eingebettet in eine sahnige Textur. Bei für mich perfektem Zugwiderstand brennt sie leider – aber wie bei dem speckig-feucht wirkenden Deckblatt auch irgendwie zu erwarten – sehr wellig und mit heftigem Schiefbrand ab. Sie braucht früh schon und immer wieder Hilfe vom Feuerzeug, das auch dem Umstand geschuldet, dass sie partout nicht an bleiben möchte. Dementsprechend locker und flakig präsentiert sich auch die helle Asche. Im 2. Drittel in allen Belangen knapp unter medium werden nun Noten von Erde mit Leder und ankokelndem Holz vordergründig, die Bratensauce-Assoziationen werden in den Mittelgrund verdrängt, wo sie sich mit Bitterschokolade, süß-scharfem Zimt und etwas Paprika verbindet. Dezent florale Noten und nur noch Geister von Lakritz kommen und gehen. Der Abgang zeigt sich würzig-erdig Abgang. Retronasal stehen Noten von schwelendem Holz mit Fass-Assoziationen vor floralen Noten, Röstnoten mit Pfefferschärfe liegen im mittellangen Finish. Im letzten Drittel bekommen die vordergründigen Noten aus dem 2. Drittel Unterstützung von würzig-öliger Bitterschokolade, einer Backpulver-Note mit prickelnder Qualität. Paprika wird vordergründiger. Dabei wird das Profil jedoch süßer. Retronasal wird Pfeffer präsenter, kriegt Unterstützung von Zimt. Nach einer Stunde und 40 Minuten ist die Kinix CABAN dank dieser deftigen, doch smooth cremig eingebundenen Noten trotz der Abbrand-Probleme meines Exemplars in Sachen Geschmack/Aroma und Stärke mein Favorit unter den Royal Kinix Cigars. Sie macht sich gut zu sherrysüßem Whisky und ich wage zu behaupten, dass ein paar Monate Lagerung ihr gut tun werden. Kaufempfehlung!



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Dunbarton Todos las Dias Robusto

Länge: 12.70Durchmesser: 2.06 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die DTT Todos Las Dias Robusto kommt in einem schönen Format daher und weiß mit stylischen Ringen in schwarz und silber, die dem düsteren Deckblatt gut zu Gesicht stehen, zu beeindrucken. Einzig die Abkürzung TDL für Todos Las Dias verwirrt mich. Die etwas dickere Robusto wirkt gleichmäßig gearbeitet mit dezentem Give und das fein geäderte Oscuro-Deckblatt, das ein paar hellere Flecken aufweist und an manchen Stellen um den Wickel geprügelt wirkt, fühlt sich sehr rau und speckig an. Die Todos Las Dias Robusto verströmt einen kräftigen Duft von stalligem Schokoladenleder mit Brownies, Kaffeesirup, Vanille, geräuchertem Speck und feiner Würze. Am Brandende sind die Noten von Speck präsenter, mit frisch floralen und minzigen Noten sowie etwas Anis. Der Kaltzug bestätigt das; offeriert Noten von geräuchertem Speck, Kartoffelchips, Vanille, Holzkohle und leicht stallige Noten – ungewöhnlich und zugleich interessant, erinnert mich an die DBL Derrame III und MaFu Maduro. Die Todos Las Dias Robusto startet mit Pfeffer, Pfeffer, Pfeffer, allerlei, geröstet und fermentiert, vor bitterem, kräftigen Espresso, Backpulver, Tanne, Erde, Popcorn und feine Candy-Cane-Süße. Hin und wieder Nuss. Alle Noten stehen sehr klar und bold nebeneinander. Pfeffer und etwas Chili/Jalapeno mit dunklen erdigen Noten lungern lange im Abgang herum. Tanne und Erde verbinden sich Zug um Zug im Vordergrund zu einer karamellisierten Melange, dahinter kommen Schokoladenkuchenteig-Noten auf. Retronasal steht dem ein cremiges Profil mit Noten von Holz, Erde und etwas Benzin vor sehr verhaltenem Pfeffer entgegen. Der Zugwiderstand ist für mich am unteren Ende von perfekt und definitiv leichter als bei dem fest gewickelten Prügel erwartet. Bei üppigem Rauch mit buttrig-zuckriger Textur brennt die Robusto zügiger als erwartet und etwas wellig, aber sonst unauffällig ab. Die dunkelgraue, zum Teil fast schwarze Asche ist fest. Bis hierhin mild+ in Stärke und medium- im Körper nimmt die Todos las Dias zunehmend an Fahrt auf. Die Konditorei-Assoziationen übernehmen im zweiten Drittel das Profil, dennoch wirkt sie zunehmend deftiger. Erde, Holz, Holzkohle und Pfeffer treten mit Espresso in den Mittelgrund. Noten von Leder kommen auf. Retronasal hingegen wird das Profil frischer mit Mandelmus-Noten. Im letzten Drittel nun mittelkräftig mit fast vollem und herrlich eigenwilligem Körper ist das Profil eine Kumulation von allem zuvor erlebtem. Sie ist kraftvoll und präzise. Süß und deftig, gebacken und angebrannt röstig, leicht rauchig. Herrlich. Retronasal ebenfalls, mit fleischigen Röstnoten, um alles noch voller zu machen. Wieder vordergründiger Pfeffer kontrastiert alles, besonders die fettig schokoladig-nussige Gebäck-Süße. Nach gerade mal einer Stunde und 20 Minuten ist dieser weitere grandiose Wurf von Steve Saka leider viel zu schnell vorbei. Sie ist zwar meines Erachtens preislich ambitioniert angesiedelt, aber jeden Cent wert. Auch von mir: Kaufempfehlung!



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Kinix IK
20.10.2020

Kinix KINIX IK 2
verifizierter Kauf

Länge: 15.24Durchmesser: 2.14 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die Kinix IK kommt in einem imposanten und sehr gut ausgeführten Torpedo-Format und mit einem auf den ersten Blick gleichmäßigen Latte-Macchiato-Colorado-Claro-Deckblatt daher. Das Weiß des Ringes lässt diesen interessanter wirken als die der Schwestern. Soll die grüne Farbe der Pinstripe-Verzierungen auf dem Ring schon auf die angepriesene minzige Schärfe hinweisen? Für das Format liegt die IK erstaunlich leicht in der Hand und auf Druck gibt sie ordentlich nach. Dabei wirkt sie gleichmäßig konstruiert, nur eine weicher wirkende Stelle habe ich kurz unter der Schulter zum spitz zulaufenden Mundende erfühlt. Das fest und robust wirkende, grob geäderte Deckblatt wirkt leicht rau auf den Fingerspitzen und etwas trockener als erwartet, die Textur erinnert mich ein bisschen an glattes Leder. Dabei ist es mit weit mehr dunkleren Spots und Flecken übersäht als ich auf den ersten Blick bemerkt habe. Feines Haar ziert es, ich sehe keinerlei Zahn. Kalt duftet die Kinix IK süßlich holzig mit Noten von noch dampfenden Schwarztee-Blättern vor verhaltener, würziger Erde und cremiger Milchschokolade. Am Brandende hingegen kommen kräftigere Noten von Pfeffer, Erde und etwas Minze vor stalligen Noten (Dung?) durch. Der Kaltzug hingegen offeriert cremige Pistazie mit besagten Noten dampfender Schwarztee-Blätter vor Erde, grasigen Noten und einer Prise Pfeffer im Abgang. Zügig entfacht startet sie sehr mild und höchstens mild+ im Körper. Noten von Schwarztee mit viel Milch plus etwas Gras und weißer Pfeffer bilden mild den Anfang. Nur langsam gewinnt die IK an Körper, mit würziger Erde vor unterschwelligen Noten fluffiger Brioche-Buns und sehr feinen Milchschokolade-Noten. Es dauert seine Zeit, bis sich die im Kaltzug versprochenen, cremigen Noten von Pistazie endlich zeigen und mit Brioche und Erde verbunden in den Vordergrund des Profils stellen. Dabei sind sie zwar so cremig wie im Kaltzug angedeutet, jedoch fehlt ihnen die Süße. Die bringen die Noten von Milchschokolade und Schwarztee mit Milch im Mittelgrund mit sich, jedoch etwas zu flach. Im Abgang finden sich Noten von leicht gesüßter Milch und ja, tatsächlich, eine minzige Schärfe wieder. Dafür verschwindet der Pfeffer langsam. Retronasal stehen dem leicht scharfe, milchig-grasige Noten mit etwas loser, sandiger Erde im sehr kurzen Finish entgegen. Bei durchschnittlichem Rauch mit buttriger Textur und so gerade noch vorhandenem Zugwiderstand brennt die Kinix IK perfekt ab. Die gleichmäßig mittelgraue Asche wirkt sehr fest, das ist jedoch trügerisch, denn sie fällt ohne jede Vorwarnung. Im zweiten Drittel wird sie kräftiger (mild+) und der Körper voller (mild++), bei etwas präsenteren Aromen. Das Profil der IK ist nun süßer, cremiger Pistazien-Mus steht vor Milchschokolade, Brioche und Erde. Die Schwarztee-Noten finden sich zusammen mit gesüßter Milch und Minze dahinter und bleiben etwas länger im Abgang. Der Pfeffer ist weg. Retronasal wirkt das Profil ebenfalls süßer, jedoch finden sich hier nun nur noch Noten von Erde. Das letzte Drittel zeigt sich bei zunehmender Stärke (mild++) und voller werdendem Körper (medium-) deftiger; die erdigen Noten stellen sich leicht säuerlich in den Vordergrund, die Schwarztee-Assoziationen bekommen leicht bitter die Qualität noch feuchter Teeblätter. Die Noten von Minze werden klarer, dabei schärfer, erinnern hin und wieder sogar an Kaugummi. Alles in allem bleibt es angenehm cremig, nur die Süße könnte voller sein, um dem Profil mehr Komplexität zu geben. Diese wird nun ausschließlich von hintergründigen Noten bzw. Assoziationen von in Milch aufgeweichtem Brioche transportiert. Die Noten von Pistazie werden flacher, erinnern nun mehr an die Schale als an die Nuss selbst. Der Abgang zeigt sich nun trocken erdig. Retronasal vermengen sich Noten von kräftig würziger Erde mit scharfer Pfefferminze. Nach exakt zwei Stunden habe ich die Kinix IK abgelegt und muss klar sagen, das sie unter den von mir bisher verköstigten der Royal KINIX Cigars mein Favorit ist – ob die CABAN sie für mich noch übertrumpfen kann?



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Dunbarton Sobremesa Robusto Largo

Länge: 13.34Durchmesser: 2.06 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die Sobremesa Robusto Largo wirkt mit ihren 5,25 Inch trotz des 52er Ringmaßes erstaunlich schlank. Der interessante, auf den ersten Blick schlichte gehaltene Hauptring, bei dem durch die Prägung in der Krone dann doch sehr viel los ist, unterstützt die noble Erscheinung. Das Gold der Ringe steht dem Decker sehr gut und das Braun ist so gut auf das Deckblatt abgestimmt, dass ich zuerst dachte, der Ring sei im Bereich des Kronen-Designs ausgestanzt. Der Zylinder selbst ist comichaft perfekt rund und steinhart fest gewickelt. Das gleichmäßige, zugleich ölige und leicht staubig wirkende Bitterschokolade-Maduro-Deckblatt ist grob geädert und fühlt sich dank ordentlich Mini-Zahn leicht rau an. Ich kann hier locker vorwegnehmen, dass die Sobremesa Robusto Largo erstklassig konstruiert ist. Kalt duftet sie kräftig und süß mit Worchestershire-würziger Bitterschokolade und Leder, dabei leicht holzig. Irgenetwas an dem Duft erinnert mich an Nori-Blätter. Am Brandende duftet sie noch süßer mit Noten von Holz, Kakao und passenderweise Soja-Sauce. Der Kaltzug ist viel zurückhaltender als der Duft, dabei süßer mit holzigen Noten, Kakao und Erde, im Abgang Sojasauce. Sobald sie glimmt umspielt sie den Gaumen mit salzig-holzig-schokoladigen Noten, Sahne, kräftig erdigen Noten und Assoziationen an Bretzel-Snacks. Salzige Noten und röstiger, schwarzer Pfeffer mit dezent erdigen Noten und einer gewissen Fleischigkeit bleiben im Abgang. Langsam werden holzige Noten klarer, dahinter kommen süße Noten von Nuss und Espresso auf, im Hintergrund finden sich Noten von getrockneten Beeren und Gebäck. Retronasal wirkt das Profil eingebundener mir einer Melange aus Erde, Holz und Pfeffer. Dahinter finden sich Werkstatt-Assoziationen und etwas anderes, das ich nicht deuten kann. Bei üppigem Rauch mit cremig-samtener Textur und einem in meinen Augen etwas losem Zug brennt die Sobremesa Robusto Largo gestochen scharf ab. Dabei ist die uniform hellgraue Asche fest. Bis hierher mild++ in Stärke und so gerade medium- in Körper legt die Sobremesa Robusto Largo im 2. Drittel zu. In Sachen Stärke nun medium, hat sich bei einem medium+ Körper das Durcheinander der Aromen nun sortiert. Die Pfeffer-Röst-Noten bleiben präsent im Vordergrund, mit Noten von angebranntem Steak. Dahinter verbindet Schokolade sich mit Gebäck, Bretzel-Snacks, etwas Salz und Karamell. Im Hintergrund finden sich Noten von Erde, Holz und Leder mit getrockneten Beeren. Retronasal wird der Pfeffer kräftiger und röstiger, mit leichten Chili-Noten sowie Nuss und etwas Zitrus im Finish. Im langen Abgang liegen viel Pfeffer und Erde. Im letzten Drittel stellen sich Nuss mit Gebäck-Noten, angebranntem Steak und Zitrus zu dem Pfeffer im Vordergrund. Dahinter finden sich weiterhin süße Noten, etwas Vanille kommt auf. Retronasal geht der Pfeffer leicht zurück, zugunsten von Zitrus, Vanille, Nuss (Mandeln?) und zuerst dezent rauchigen Noten. Die rauchigen Noten überwiegen gegen Ende zusammen mit holzigen Noten und leichter Bitterkeit. Nach zwei Stunden und 15 Minuten gehört die DTT Sobremesa Robusto Largo genauso wie die Mi Querida zu meinen neuen Favoriten, gerade weil sie trotz der ewig vordergründigen Pfeffer-Röst-Noten durchgängig brutal smooth bleibt. Allerdings bleibt sie des höheren Preises wegen für mich hinter der Mi Querida zurück.



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Dunbarton Sin Compromiso Selección No. 5

Länge: 15.24Durchmesser: 2.14 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die Sin Compromiso Selección No. 5 kommt in einem eindrucksvollen boxpressed-Format und sehr cool verpackt in bedrucktem Zedernholz und einem stylischen und einprägsamen Ring daher. Sie wirkt rau, pelzig und ölig auf den Fingern und das feste boxpress ist fast schon scharfkantig. Trotz der Öle wirkt das gleichmäßig kakaobohnenbraune Oscuro-Deckblatt filigran, fein und fast aderfrei, dafür geziert mit winzigstem Zahn und viel Haar. Sie wirkt perfekt konstruiert. Kalt duftet sie kräftig nach Schwarzwälder Schinken mit Rauch, dunkelster Schokolade, Leder und Whisky, fast schon minzige Noten kommen am Brandende hinzu, mit mehr Whisky und Schokolade, dazu Kartoffelchips. Der Kaltzug entspricht dem Duft, jedoch süßer, zuckriger und eingebundener. Die Sin Compromiso Selección No. 5 startet wie leicht salziger Brownie-Teig. Leder, Tannenholz, Erde und Zuckerwatte folgen mit Heu und stalligen Noten. Retronasal würziger mit Rauch, Peat und Torf und etwas, das mich an alte Benziner erinnert. Komplex und eingebunden. Wird zunehmend holzig mit kräftigem Espresso und immer stärkeren Assoziationen zu Brownies. Stärke würde ich hier noch bei mild++ einstufen, den Körper bei medium- und die Aromen bei medium. Bei perfektem Zugwiderstand, dunkelgrauer, fester Asche und ordentlichem Rauchvolumen mit cremiger Textur brennt die Sin Compromiso Selección No. 5 makellos ab. Im zweiten Drittel nun weit kräftiger (medium-) mit mittelkräftigem Körper verändert sich das Profil leicht. Die holzigen Noten bekommen die Qualität von Bleistift und vordergründig kommen Assoziationen von Zuckermais und Popcorn auf. Dahinter steht eine Melange aus Schokoladen-Brownie, Kaffeepulver, Gebäck und torfigen Whiskies, dazu eine leichte Würze und grüner Pfeffer im Hintergrund. Ein mineralisch-erdiger Abgang rundet alles ab. Retronasal wird es erdiger mit aufkommenden Noten von Leder, Holzkohle und Pfeffer, an der Nase hingegen liegen Noten von Schokolade mit Wasabi. Im letzten Drittel bestimmen nun Erde, düsterste Schokolade und kräftiger Espresso das Profil. Dahinter finden sich Noten von karamellisiertem Holz mit Zimt, Altöl und dezent staubige Assoziationen. Popcorn, Zuckerwatte, Mais und Whisky bilden das Fundament. Retronasal steht nun Benzin im Vordergrund, dahinter Leder, Schokolade und Pfeffer, leicht minzige Noten und ein Spaziergang am Morgen im Wald. An der Nase finden sich Schokolade und Teig. Stärke ist medium, der Körper und die Aromen bei medium++. Nach etwas über zwei Stunden und 15 Minuten Rauchvergnügens kann ich nur jedem empfehlen, diesen interessanten, eigenwilligen und besonderem Smoke, dessen individueller Blend und komplexes Profil einem eine eigenwillige Mischung aus Erinnerungen an Konditoreien und Schrauber-Werkstätten beschert, auch trotz des hoch angesetzten Preises dringend auszuprobieren. Thank me later.



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Dunbarton Mi Querida Ancho Corto

Länge: 12.70Durchmesser: 2.06 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Endlich haben sie es auf den hiesigen Markt geschafft, die Babys von Steve Saka. Da musste ich sofort zugreifen und mich einmal durch die verschiedenen Linien von Dunbarton Tobacco & Trust probieren – und die Mi Querida sprang mir sofort ins Auge, nicht zuletzt wegen des wunderschön ebenmäßigen leicht rötlichen Connecticut-Broadleaf-Maduro-Deckblattes, das trotz des Zahnes und des kristallinen Öls erstaunlich fein und dünn wirkt. Der herrlich schlichte, elegant wirkende Ring tat seinen Teil dazu, passen das Gold und Blau doch sehr gut auf den leicht rotstichigen Maduro-Decker. Erst auf den zweiten Blick fiel mir auf, dass dieser Ring in den Blau-Anteilen ein Bandana-ähnliches Muster, mehr eine Textur, hat. Die Ancho Corto wirkt ohne Druck zwischen den Fingern hin und her gerollt schon comichaft überzogen gleichmäßig; das erstaunlich leicht mit nur dünnen Venen geäderte Deckblatt dabei trockener und glatter als bei diesem ja saftigen Anblick erwartet. Auf Druck gibt sie seitlich überhaupt nicht, von oben/unten hingegen leicht nach, ein wenig wie bei boxpressed Zigarren. Kalt duftet sie kräftig süß und buttrig mit Noten von Salzkaramell-Erdnussbutter, Leder, Holz und dunklem Schokoladentoffee. Dahinter finden sich frisch florale Noten und leichte Assoziationen von Sahne mit Vanille und Zimt. Am Brandende hingegen kommen rauchige Noten von Kakaopulver, Kakaonibs, Erde und feuchtem Holz durch, dahinter blitzen leicht laubige Noten und entfernte Noten von Lakritz auf. Der Kaltzug ist hingegen viel würziger, deftiger und umami mit Noten von Leder und Holz mit kräftig erdigen Noten im Vordergrund, dahinter erstmal Pfeffer, Pfeffer, Pfeffer und etwas Salz auf den Lippen. Erst beim zweiten Antesten finden sich dahinter frisch florale Noten und eine gewisse Zimt-Schärfe. Erst beim 5/6 Mal kommen dahinter langsam Toffee, kalter Kaffee und Kakaopulver und Vanille mit Sahne durch. Irgendwie bleibt dann Lakritz auf den Lippen zurück. Einmal entfacht startet sie medium in Stärke und medium+ im Körper mit präsenten Noten von Milchschokolade, Schokoladensirup und gerade aus dem Backofen geholten Brownies, dazu eine ordentliche Portion röstiger Pfeffer, dahinter erdige Noten und etwas Leder. Salzige Noten und etwas Lakritz liegen im Abgang. Retronasal Pfeffer, mehr Brownie und dezent florale Noten. Der Pfeffer wird röstiger und rauchiger, dabei flacher und macht Platz für Noten frisch gerösteten Espressobohnen. Subtil ist hier nichts, das soll es aber auch gar nicht sein. Im zweiten Drittel wird das Profil irgendwie salziger, dabei stellen sich Noten von saurer Erde und kräftigem Kaffee in den Vordergrund, vor einer Basis aus kräftiger dunkler Schokolade und Brownies. Die Mi Querida Ancho Corto wirkt nun zurückgenommener und ausgewogener, dabei noch immer kantig mit einer ordentlichen Portion röstigen Pfeffers. Auch retronasal wird Erde präsenter, Leder kommt auf. Bei dichtem Rauch mit sahniger Textur und einem mir etwas zu losen Zugwiderstand brennt sie zwar leicht wellig, aber völlig unproblematisch ab. Einzig die fast weiße Asche ist flakig und lose und landet dadurch überall, nur nicht im Aschenbecher. Im letzten Drittel wird sie kräftiger (medium+) mit einem medium bis vollen Körper und kräftigeren Noten von noch mehr Schokolade, Brownie, Salz und Kaffee vor aufkommenden Noten von Baumrinde und feuchter Erde. Der Pfeffer bleibt auf demselben Level wie zuvor. Besonders die Baumrinde-Noten bleiben lange im Abgang. Retronasal bleiben steinige Erde mit Pfeffer und floralen Noten im Finish. Nach knapp unter zwei Stunden Rauchvergnügens bin ich verliebt – bei dem gebotenen Erlebnis passt in meinen Augen auch der Preis.



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Canaritos Zigarren Brevas Tubo
verifizierter Kauf

Länge: 13.97Durchmesser: 1.67

Nach zwei Versuchen, die ich den Canaritos Brevas gegeben habe, weiß ich, dass das für mich nicht noch einmal passieren wird. Ja, man raucht irgendwie, aber ansonsten ist dieser kleine Shortfiller am Ende nur ein gutes Beispiel für das geflügelte Wort, dass der, der spart, drauf zahlt. In diesem Falle durch einen lange am Gaumen klebenden, unangenehmen Nachgeschmack. Zumindest ging es mir so.



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Kinix EB
16.10.2020

Kinix KINIX EB 2
verifizierter Kauf

Länge: 12.00Durchmesser: 2.14 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Nach der MANIK ist die EB der zweite Blend, den ich aus der Serie probieren darf - und die Ringe gefallen mir mit jedem Mal, die ich sie betrachte, weniger. Das Auge raucht mit - aber das kann es ja auch, wenn man den Ring vorher entfernt. Dann lenkt kein Style-Fauxpas von dem schönen, hellen und gelblichen Claro des Deckblattes ab, bei dem auch hier eine wie hastig gewickelt wirkende Kappe gut den obersten Zentimeter der Zigarre einnimmt. Die Kinix EB liegt schwer in der Hand und wirkt sehr gewissenhaft gleichmäßig gerollt. Der Zylinder wirkt relativ fest und hat nur wenig Give, das Deckblatt fühlt sich seidig glatt und dezent ölig an, hat dabei nur wenige Stellen, and denen ich leicht sandig-rau feinsten Zahn auf den Fingerspitzen fühlen kann. Auf den zweiten Blick ist das Claro des Deckblattes fein marmoriert mit ein paar wenigen, leicht dunkleren Stellen, dazu zeichnen sich die langen Blattadern etwas heller ab, sind jedoch zu dünn, um die fette Robusto (54er Ring) rustikal wirken zu lassen. Optisch und haptisch wirkt sie top konstruiert – und das zu Recht, wie sich im Rauchverlauf zeigen wird. Kalt duftet sie sehr dezent mit mild holzigen Noten, weit entfernter Minze sowie und dahinterliegenden, dezent rauchigen Noten, die mich ein wenig an ein über Nacht erloschenes Lagerfeuer im Freien erinnern. Der Kaltzug zeigt sich nochmal milder als der Duft, mit flachen Noten von Zeder und Erde, Laub und etwas floralem, in das man mit etwas Phantasie Minze hineininterpretieren könnte. Dabei schwingt eine leichte Süße mit und dezent würzig-holzige Noten bleiben auf den Lippen zurück. Einmal entfacht beginnt die Kinix EB sehr mild mit leicht holzigen Noten, Laub und hintergründig Erde. Die Erde wird nach dem ersten Zentimeter etwas vordergründiger, es kommt eine dezent rauchige Note hinzu. Dem stellen sich cremige Noten von gesüßter Sahne mit Zimt und leichten Anklängen von Vanille entgegen – und kämpfen im ersten Drittel mit den erdig-holzigen Noten um die erste Geige. Dabei ist der heimliche Star hier der Abgang, der eine cremig-salzige Qualität hat. Retronasal ist das Profil der Kinix EB würziger mit trockenen Noten von Zedernholz und Zimt, die sich in einem cremig-süßlichen Finish mit leichten Vanille-Noten verlieren. Bei üppigem Rauch mit sehr feiner, cremiger, ja, fast samtener Textur und einem Zug, der gerade so fest genug ist für meinen Geschmack, brennt sie gut und unproblematisch ab – die Einlage ist zwar etwas schneller als das Deckblatt, das scheint mir aber keinen Einfluss auf das Raucherlebnis zu haben. Abgesehen davon, dass die Asche in ihrer Grauton-Camouflage wahrscheinlich dadurch die wohl flakigste ist, die mir je untergekommen ist. Bis hierhin in allen Belangen mild, wird der Körper im 2. Drittel etwas voller (mild+) und die Aromen verbinden sich. Cremige Noten von Zedernholz und gesüßter Sahne mit Zimt stehen nun gut verbunden im Vordergrund, erdige Vanille mit einer leicht rauchigen Note dahinter. Hin und wieder blitzen Assoziationen von Süßkartoffelpommes auf. Im Abgang bleiben die salzigen Noten. Retronasal kommen dezent grasig-laubige Noten hinzu. Nichts wirkt off, nichts überwiegt oder unterliegt übermäßig in diesem Profil; sehr gefällig. So bleibt sie im letzten Drittel, wobei das Profil nun langsam trockener wird dank päsenter werdenden Holz- und Zimt-Noten. Dabei verliert sie nie die cremig-süße Qualität, bis sie einem gegen Ende durch bittere und harsche Töne sehr klar sagt, dass es aus ist. Jedoch passiert das nach gut zwei Stunden Rauchdauer, in denen sie einen mild und komplex und ganz besonders durch die feinen und dennoch omnipräsenten Zimt-Noten zu betören weiß. Ein herrlicher Smoke zum Kaffee!



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Kinix MANIK
13.10.2020

Kinix KINIX MANIK 2
verifizierter Kauf

Länge: 12.70Durchmesser: 1.98 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die Kinix MANIK ist mit einem 50er Ringmaß und einer Länge von 12 Zentimetern die bisher kleinste Vitola aus dem Hause P. Santos Cigars UG – und die einzige, die keine honduranische Puro ist, da in der Einlage auch nicaraguanische Tabake verarbeitet wurden. Die Robusto ist gekleidet in einen eigenwillig schlichten, ja, billig wirkenden Ring, der alles anders als „royal“ daher kommt und leider sehr von dem gleichmäßigen, von sich kräuselnden Venen durchzogenen Deckblatt ablenkt. Auf mich übt dieses sandige, helle Colorado, ja fast Colorado Claro, mit dem winzigsten Zahn und dem ordentlich kristallinen Haar Faszination aus, vor allem, weil es einerseits feucht-ölig und robust wirkt und andererseits so gut wie gar nichts mit dem Farbton auf den Abbildungen zu tun hat. Das Deckblatt fühlt sich rau an und hinterlässt ein blütenstaubiges Gefühl auf den Fingern. Bei zweitem Befühlen fällt auf, dass die Robusto ein dezentes boxpress aufweist, recht weich ist und auf Druck „schwammig“ nachgibt. Die Kappe, die mehr als den oberen Zentimeter der Robusto einnimmt, wirkt hastig zusammengezimmerte Kappe. Alles in allem wirkt sie, nun, „okay“ konstruiert – und das wird sich so im Rauchverlauf bestätigen, unter anderem, da sie im Rauchverlauf sehr weich wird. Kalt duftet sie dezent mit gedimmten Noten von Laub und Minze, hinter denen Röst- bzw. Rauchnoten, etwas Erde und eine feine Süße durchkommen, der Kaltzug bestätigt diesen Eindruck mit einer leicht karamellisierenden Süße und mildesten Noten von Laub, Holz, Erde und Leder, dahinter hohle Anklänge von Minze. Schnell entfacht startet die Kinix MANIK sehr mild, jedoch mild++ in Körper und cremig sowie leicht karamellig-holzig mit dezent milchig grasigen Noten und feiner Zuckersüße. Dahinter finden sich ganz leichte Anklänge von Minze. Retronasal kommen eher Noten von Gras mit Erde daher. Dazu kommen im Finish Noten von gerösteten, mit Paprika gewürzten Erdnüssen, die mich fast an NicNacs erinnern. Zuckersüße bleibt auf den Lippen zurück, grasige Noten und Assoziationen von Waldboden bleiben im Abgang. Im 2. Drittel wird der Körper voller (medium-), wobei sich die Noten aus dem ersten Drittel fein sich zu einer Melange aus karamellisierten Holz und Erd-Noten mit Wald-Assotiationen und Leder verbinden. Hintergründig findet sich etwas Zucker, zurückgenommen, angenehm. Retronasal stellen sich trockene Noten von Zimt in den Vordergrund. Immer wieder blitzt Minze auf. Die Kinix MANIK ist herrlich mild und das Profil in dem üppigen Rauch, der sich mit seiner milchiger Textur im Abgang buttrig in den Mundraum legt, macht Spaß, aber der Abbrand ist eine Katastrophe. Sie brennt unberechenbar und wild zickzack ab, braucht oft Nachhilfe vom Feuerzeug und neigt bei kurzem Ablegen zu sofortigem Erlöschen. So wie die lose, straßenkötergraue Asche gehört hier degasieren zum Gesamterlebnis, was den Aromen nicht dienlich ist. Da hilft auch der kaum vorhandene Zugwiderstand nicht. Im letzten Drittel schwindet die Süße. Die Noten von Holz, Erde und Leder bekommen eine staubige, kreidige Qualität. Säuerlich grasige Noten drängen sich in den Vordergrund. Auch retronasal wird das Profil säuerlicher, wird dabei würziger mit einer Prise Pfeffer. Nach einer Stunde und 10 Minuten habe ich die Kinix MANIK ziemlich verwirrt abgelegt und glaube, dass hier die technische Performance meines Exemplars schlicht ein vielversprechendes Erlebnis zunichte gemacht hat.



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Laura Chavin Classic No. 88 (Perfecto)
verifizierter Kauf

Länge: 10.16Durchmesser: 2.02 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die Laura Chavin Classic No. 88 Perfecto hat ein wirklich schön ausgeführtes, kleines Format, das perfekt konstruiert wirkt. Besonders interessant: sie ist an Kopf und Fuß geschlossen! Das Design bzw. Logo auf dem Ring erschließt sich mir zwar nicht, die Schrift "Laura Chavin" hingegen schreit Hollywood der 1920er Jahre. Die Farbgestaltung ist spannend und edel und passt wahrscheinlich auf jedes Deckblatt außer Candela. Sie ist wie zu erwarten sehr leicht, obwohl sie sich bombenfest gewickelt anfühlt. Ab der Mitte gen Fuß - also dort, wo die Figurado dicker wird – wirkt sie seitlich boxpressed, was hier höchstwahrscheinlich an der Kistenlagerung liegt. Das sehr filigrane Deckblatt fühlt sich nur ganz leicht rau und ganz leicht ölig an, weist nur sehr dünne Blattadern und hat keinen sichtbaren Zahn. Ein paar feine Härchen funkeln im Licht. Trotz leichtem, öligem Glanz wirkt das lehmige Colorado etwas stumpf. Kalt duftet sie sehr dezent, fast nicht wahrzunehmen mit Leder, Laub, Holz, Karamell, Popcorn und leicht erdigen Noten. Der Kaltzug hingegen ist durch das geschlossene Brandende schwierig zu beurteilen, die Geister fast kaum wahrnehmbarer Noten von Holz, Erde und Karamell zeigen sich. Die kleine geschlossene Spitze brennt zügig und er erste Zug schon verrät einen für das Format perfekten Zugwiderstand. Bei dünnem Rauch mit milchig-cremiger Textur beginnt der milde Smoke sehr zurückhaltend und cremig mit leisesten Anklängen von Holz, Erde, Karamell, Minze, Laub, Zucker und Gewürzen (Nelke, Kardamom, Anis, Kräuter? – vielleicht, aber das ist hier noch eher Spekulation). Retronasal kommen erdige, röstige und rauchige Noten mit Gras, Heu und Pfeffer ohne jegliche Schärfe und Zucker durch. Das Profil wird würziger, holziger, erdiger, cremiger und zugleich kreidiger bei sich öffnendem Ringmaß. Die Noten von Kreide halten sich im mittellangen Abgang. Die Asche ist fest, aber ziemlich unansehnlich und fast schwarz. Im zweiten Drittel bekommen die würzigen Noten mehr Körper, Noten von Bauernbrot und unbehandelten Nüssen kommen auf, dem stehen süße Noten von Popcorn und etwas verwässertem Karamell entgegen. Retronasal ist sie viel süßer und cremiger jetzt mit leichtem Toffee als feinem Konterpart zu den erdigen, trocken holzigen und rauchigen Noten; die Gewürze wandern langsam in den Retrohale. An der Nase kommt sie süß, aber erstaunlich grasig. Der Zugwiderstand bleibt perfekt, der Abbrand ist nur leicht wellig und völlig unproblematisch. Im letzten Drittel wird der Körper noch ein bisschen voller (bleibt aber höchstens auf halber Strecke zwischen mild und medium); Noten von Holz, Erde und Karamell kommen wieder in den Vordergrund. Minze blitzt hin und wieder im Hintergrund auf, wechselt sich mit den Gewürz-Noten ab. Die Laura Chavin Classic No. 88 Perfecto hat mir mit ihrem milden, komplexen und eingebundenen Körper etwas über eine Stunde Spaß bereitet, obwohl sie es trotz der Kürze schafft, doch etwas langweilig und beliebig zu werden. Mir persönlich fehlt allerdings ein bisschen das Besondere, das Alleinstellungsmerkmal. Besonders zu dem Preis.



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