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Caldwell Blind Man's Bluff Robusto Maduro

Länge: 12.70Durchmesser: 1.98 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Bereits auf der Hausmesse gesehen, musste ich mir gleich ein paar Exemplare der Blind Man’s Bluff Maduro Robusto mitnehmen. Die hellere Schwesterserie gefiel und gefällt mir sehr gut und „Maduro geht immer“. Am darauffolgenden Wochenende habe ich mir die erste davon gegönnt – und war ganz schön enttäuscht von den rauen, kratzigen Aromen. So wollte ich das nicht stehen lassen und gönnte mir gestern noch ein Exemplar, einfach und vor allem, weil mich das erdige, dunkelbraune und fleckige Maduro des Deckblattes aus Pennsylvania so angelacht hat. Der Ring steht dem Deckblatt gut zu Gesicht, die dezente, treffsichere farbliche Veränderung gefällt. Anders als die Schwesterserie ist sie weder mit honduranischen Tabaken, noch in Honduras hergestellt worden – hier hätte man sich doch die Mühe machen können, das auch auf dem Ring zu verzeichnen. Die Robusto liegt gut in der Hand, man kann etwas Öl und vor allem den Zahn fühlen. Mir ist bei beiden bisherigen Exemplaren aufgefallen, wie fest die Blind Man’s Bluff Maduro gerollt ist. Kalt duftet sie irgendwie matschig-lehmig-erdig mit Noten von weißem Pfeffer und Zitrone. Am Brandende duftet sie viel süßer mit viel Holz und etwas Erdnussbutter. Der Kaltzug hingegen zeigt bei ordentlichem Zugwiderstand dann mehr süße Noten von Holz mit trockener Chili und wärmendem Abgang. Einmal entfacht – was seine Zeit braucht, die Blind Man’s Bluff Maduro Robusto ist echt fest gepackt – sind die ersten Züge erstaunlich hohl, bevor trockene Noten von Holz und weißem Pfeffer aufkommen. Im Verlauf des ersten Drittels bauen sich langsam Noten von feuchter Erde auf. Diese dominieren mit den holzigen Noten das zweite Drittel, nun viel cremiger. Dem entgegen stehen retronasal Noten von weißem Pfeffer und ein paar Chili Flakes. Die Robusto brennt kerzengerade ab, bei dichtem, herrlich weißen Rauch. Nachdem ich, wahrscheinlich, weil süße Aromen durch Abwesenheit glänzen und ich mich da erstmal ein bisschen dran gewöhnen musste, die Blind Man’s Bluff Maduro Robusto im ersten Drittel gut irgendwo zwischen mittelkräftig und kräftig eingestuft hätte, kommt sie nun gezügelter und mittelkräftig daher. Süß hingegen wird diese Maduro nicht – auch im letzten Drittel. Die erdigen Noten bekommen steinige Qualitäten. Retronasal werden Noten von schwelendem feuchten Holz präsenter und verdrängen die Schärfe des Pfeffers. Nach gut anderthalb Stunden wird die Textur des Rauches und somit das Mundgefühl brutal trocken, trockener noch als zu Beginn. Nachdem ich den ersten Versuch mit der Blind Man’s Bluff Maduro Robusto als Warnschuss vor den Bug genommen habe, glaube ich, mit dem zweiten Versuch verstanden zu haben, wohin dieser Blend mich bringen soll und bin sozusagen versöhnt. Dennoch werde ich immer lieber zu der originalen Blind Man’s Bluff greifen – auch wenn ich finde, dass die Maduro diese optisch um Längen schlägt.



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Don Pepin My Father La Opulencia Toro
verifizierter Kauf

Länge: 15.24Durchmesser: 2.14 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die La Opulencia Toro hat ein schönes, ovales boxpressed und ein wirklich schönes, gleichmäßiges, leicht rötliches mexikanisches Rosado Deckblatt mit ein paar wenigen Venen. Die drei Ringe braucht es wirklich nicht, sie stehen der Schönheit des Deckblattes einfach im Wege. Die Toro ist mit ihrem 54er Ringmaß fetter als erwartet, aber sie liegt gut in der Hand, gibt auf Druck kaum nach. Erstaunlicherweise fühlt sich das im Licht appetitanregend schimmernde Deckblatt recht trocken an. Kalt duftet sie etwas stallig mit Noten von Kakaobohnen, Kakaopulver und Erde. Am Fuß kommen Noten von Zimt und eine angenehme Süße hinzu. Der Kaltzug entspricht exakt dem Kaltduft. Einmal entfacht, wartet man vergebens auf den für die Marke typischen Pepper Blast. Sie beginnt herrlich cremig mit Noten von Kaffee und viel Zimt. Holzige Noten kommen und gehen, während sich langsam eine angenehm röstig-holzige Note in den Vordergrund spielt. Retronasal kommt dann langsam ein wenig Pfeffer auf, ansonsten hat sie hier dasselbe Aromenspiel zu bieten wie am Gaumen. Bis hierher hätte ich sie in allen Belangen gerade mal als mittelkräftig eingestuft. Bei ordentlicher Rauchentwicklung und etwas losem Zug brennt die La Opulencia Toro zwar ein bisschen schief, aber völlig unproblematisch ab. Im zweiten Drittel bauen sich, ohne die vorherigen zu verdrängen, Noten von Kakao auf, sowohl der etwas trockene Duft von Kakaobohnen, als auch cremig und unfassbar süße Noten von Kakaopulver. Dahinter liegt eine feine Würze und ein wenig Pfeffer – retronasal hingegen übernehmen die Pfeffer-Noten das Profil, jedoch ohne scharf zu sein. Sie bleibt mittelkräftig, aber die Aromen sind definitiv voll. Im letzten Drittel wird die La Opulencia Toro langsam und gemütlich erdiger, mit mehr Pfeffer. Nach über zwei Stunden werden die erdigen Noten überwältigend und bitter und sagen einem, dass jetzt auch langsam mal gut ist. Die My Father La Opulencia Toro ist ein herrlich smoother, süßer Stick mit komplexem Körper und recht linearem Rauchverlauf – und bei diesen Aromen bin ich für meinen Teil froh, dass es keine dramatischen Veränderungen im Rauchverlauf gibt.



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Brick House Connecticut Toro

Länge: 15.24Durchmesser: 2.06 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die Brick House Double Connecticut Toro kommt verpackt in dem typischen Brick House Ring daher, der… halt einfach der typische Brick House Ring ist: keine Schönheit, dafür hat er hohen Wiedererkennungswert. Der patriotische Ring am Fuß ist wenigstens vom Versuch her farblich abgestimmt, mit starken Abweichungen. Auch das Design ist viel jünger und moderner und will nicht so recht zu dem eigentlichen Ring passen. Dafür stehen die Ringe dem verblichenen (aged?), einst senfgelben Claro des Deckblattes erstaunlich gut zu Gesicht. Der Decker hat offensichtliche Blattsäume und prominente Venen, von denen bei genauerer Betrachtung ein feines Netz von Blattäderchen ausgeht und dadurch, dass er etwas dunkler ist, anhand der Sprenkel klar erkennbarem Zahn. Es fühlt sich etwas trocken an, leicht ledrig, mit dezentem Zahn. Alles in allem: toll. Die Toro ist makellos konstruiert, fühlt sich fest und gleichmäßig an – abgesehen vom Fuß, der unterfüllt wirkt. Kalt duftet sie sehr dezent, Noten von Leder und Nuss, Kandiszucker und eine mir nicht definierbare Frische stechen hervor. Am Brandende duftet sie etwas stalliger mit Leder, Heu und feuchtem Waldboden. Wie durch Butter gleitet der Xikar Xi durch sie hindurch. Der Kaltduft gibt dann wenig preis, nur die Idee einer leichten Süße, im Abgang liegt Worchestershire-Würze. Einmal und zügig entfacht startet die Brick House Double Connecticut Toro dezent mit erdigen Noten und Kandiszucker vor etwas Leder und feiner Säure, retronasal fallen laubig-grasig-erdige Noten auf. Nach wenigen Zügen legen dezente Noten von Tannenharz und Pfeffer nach und spielen mit dem Kandiszucker. Ein leichter Film der besagten Worchestershire-Würze legt sich im Abgang an den Gaumen. Alles ist eingebunden, in keinster Weise überfordernd und schön cremig. Die Asche hat ein herrliches, gleichmäßig helles Grau und ist fest. Bei vollem und herrlich cremigem, „chewy“ Rauch, perfektem Zugwiderstand und Abbrand ist sie mild mit leicht überwiegendem Körper. Im 2. Drittel ändert sich da zum Glück wenig. Sie wird etwas kräftiger, Aromen und Körper kratzen an der Medium-Marke. Cremige Noten von Kandiszucker und Röstnoten von Holz stehen im Vordergrund, transportiert von mineralischer Erde. An der Nase liegt vor allem Süße, retronasal Erde, Leder und ein wenig Pfeffer. Erst im letzten Drittel ist ein Shift zugunsten der Noten von röstigem Holz/Tannenharz zu verzeichnen, dabei verliert die Toro die cremige Süße nicht. Noten von Erde und Leder kommen hinzu. Der Kandiszucker bleibt, jedoch im Hintergrund. Hier kommt das Connecticut-Broadleaf-Umblatt in meinen Augen geschmacklich am stärksten durch. Die Stärke zieht nach und kratzt gemeinsam mit den Aromen jetzt an der Medium-Marke. Nach guten zwei Stunden erinnert eine holzige Bitterkeit einen daran, dass es jetzt langsam auch mal gut ist. Die Brick House Double Connecticut Toro ist für mich aus dem Stand klar meine bisher liebste Connie – und das bei einem absoluten Kampfpreis!



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Black Label Trading Company Black Works Studio NBK Lizard King Corona

Länge: 12.70Durchmesser: 1.98 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die Natural Born Killer Lizard King aus dem Hause BLTC kommt in einem gut konstruierten boxpressed-Format als herrliche Barber-Pole daher. Der ecuadorianische Habano Oscuro Decker mit den Rojiso-Deckblatt-„Kontraststreifen“ und dem geschlossenen Rojiso-Brandende machen echt was her – wie Erdnussbutter-Swirls in Schokoladen-Eis. Und es ist nicht nur der Optik willen! Der Ring, der diese sogenannte 5x50 „Corona“ ziert, ist ein kleines (Street-Art-)Kunstwerk für sich, wie bei allen Linien der BLTS/BLK WKS. Was auf den ersten Blick rustikal wirkt, entpuppt sich dann zwar als fett und ölig, aber mit wenig Zahn und gefühlt noch weniger Venen. Sie hat einen überwältigenden Kaltgeruch, Waldbodenassoziationen mit nassem Laub und Tannenholz kommen auf, dazu (alte) Milchschokolade. Nach problemlosen Anschnitt wirkt im Kaltzug der Zugwiderstand erstmal ob des geschlossenen Fußes recht fest und – mit einer leichten Verschiebung zugunsten der Schokoladen-Noten – bestätigt den Kaltduft. Noten von Kakaopulver und „spicy“ Leder kommen hinzu. Das Entfachen gestaltet sich dank des geschlossenen Fußes recht simpel. Die NBK Lizard King feuert ab dem ersten Zug aus allen Zylindern. Mit extremem Rauch und einem perfekten Zugwiderstand haut sie einem vor allem Noten von schwelender Tanne und bitterer Schokolade, dahinter Waldbodenassoziationen, „spicy“ Leder und Kakaopulver. Retronasal beißt einen Pfeffer und Chili, doch wenn das abflacht, bleibt süßes Kakaopulver zurück. Das Abbrandverhalten ist dem sehr jungen Tabak und den fetten, öligen Deckblättern geschuldet extrem wellig, aber selbstregulierend. Die Asche zeigt sich gleichmäßig hell, allerdings sehr flakig und lose. Im 2. Drittel wartet sie mit Noten von Milchschokolade, etwas Nougat, Erde und Kaffee auf, dahinter weiterhin diese Waldbodenassoziationen und Leder. Cremige Vanille-Noten kommen auf und stellen sich den sonst eher trockenen Aromen entgegen. Retronasal bleibt alles wie gehabt, wobei mir die Schärfe ein wenig bissiger vorkommt. Im letzten Drittel bleibt es schokoladig mit schwelenden Tannennoten und schärfer werdenden Leder-Noten. Retronasal hingegen geht der „Biss“ zurück und die Kakaopulver-Noten können sich durchsetzen. Dunkle Schokolade, süßes Kakaopulver und schwelendes Holz dominieren den langen Abgang. Die NBK Lizard King ist nichts für einen leeren Magen und wartet mit spürbar viel Nikotin auf – dennoch ist sie wie schon die Green Hornet für mich eine der mit Abstand besten Entdeckungen 2019 und ein Stick, den ich bis auf den allerletzten Zentimeter runterrauchen kann. Ich kann sogar nicht anders, sie gefällt mir trotz der Nikotinwucht so gut, dass ich mir nach 2 Stunden Rauchvergnügens am liebsten direkt die nächste anstecken würde. Ja, aber der stolze Preis – der ist in meinen Augen absolut gerechtfertigt!



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Woermann Cigars Dominican Bundles Robusto

Länge: 12.70Durchmesser: 1.91 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die Woermann Cigars Dominican Bundles Robusto kommt mit einem sehr schlichten, altbackenen Ring auf einem gleichmäßigen, feinen, senfgelben Claro-Deckblatt daher. Das Deckblatt wirkt trocken und glatt, aber elastisch, hat ein wenig Haar. Sie wirkt wertig und gleichmäßig konstruiert, ist dabei aber brutal fest. Auf Druck nachgeben? Nicht mit ihr! Kalt duftet sie unauffällig süßlich holzig mit Noten von Kandiszucker. Nach dem Anschnitt ist am Mundende erstmal ein kleiner Tabak-Fussel-Flashmob, doch hat man diesen beseitigt, zeigt die Robusto sich im Kaltzug dezent floral, süß, holzig und etwas parfümig. Leicht bittere Noten liegen im Abgang. Das Entfachen gestaltet sich langwierig – und dabei ist Vorsicht geboten, anders als die Einlage liebt das Deckblatt Feuer! Die Woermann Cigars Dominican Bundles Robusto startet mild, milder, am mildesten mit cremig süßen Noten von Milch (Kaffeesahne?) und Butterkeksen. Retronasal stehen dem florale und dezent würzige Noten entgegen. Der zuerst brutal feste Zugwiderstand lockert im Rauchverlauf langsam auf. Bei gleichmäßig hellgrauer und recht fester Asche und fettem Rauch brennt diese Robusto wirklich beispielhaft und kerzengerade ab, wird nie heiß und neigt auch nicht zum Ausgehen. Im zweiten Drittel wird sie zwar langsam würziger mit holzigen und dezent röstigen Noten, bleibt aber sehr linear, ohne die Süße und die an die ölige Konsistenz von Kaffeesahne erinnernde Cremigkeit zu verlieren. Retronasal kommen hintergründig grasige Noten auf, ohne zu überlagern oder störend zu wirken. Ab der Hälfte überholt die Stärke ein kleines bisschen die sehr milden Aromen und den Körper. Auch im letzten Drittel sind wenig Veränderungen zu verzeichnen. Holzige Noten werden vordergründiger, sie verliert ein wenig an Cremigkeit und der Abgang wird etwas trockener und leicht bitter. Nach einer Stunde und 20 Minuten ist diese kleine Freude vorbei. Bei dem PLV kann und darf man nicht meckern. Diese Robusto bietet genau das, was man zu erwarten hat, allerdings mit einem Twist: die Süße von Butterkeksen und die an die ölige Konsistenz von Kaffeesahne erinnernde Cremigkeit ist für mich einmalig.



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Nordlicht Lancero Limitada 2019

Länge: 18.42Durchmesser: 1.51 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die Nordlicht Limitada 2019 im Lancero-Format ist eine absolute Schönheit. Der Ring ist klar und zurückgenommen designt und passt farblich hervorragend auf das Halbbitter-Schokolade-Maduro des fetten, rustikalen und grob geäderten Deckblattes. Die Lancero scheint mir eher ein 40er Ringmaß zu haben und kommt mit einem wirklich ansehnlichen Pigtail daher. Auf den Fingern wirkt sie nur leicht rau und etwas trocken, dabei „schmierig“, was fies klingt, sich aber toll anfühlt. Dem fetten rustikalen Decker und dem Format geschuldet wirkt sie ungleichmäßig - das sei aber auf alle Fälle kein Defizit, denn sie wirkt, nun, „liebevoll“ konstruiert. Wenn auch sehr dezent, duftet die Lancero kalt nach etwas Leder, nach etwas Mineralischen, dahinter findet sich eine leichte Süße und Anklänge von Frucht. Am Brandende dominiert mineralische Erde. Leider reicht es nicht, das Pigtail abzudrehen, so kriegt man keinen vernünftigen Zug, da zu viel Decker am Mundende übersteht. Doch nachschneiden stellt kein Problem dar. Kalt ist der Zugwiderstand viel zu hoch, dennoch lassen sich dezent holzig-röstige Noten und eine leichte Süße erschmecken. Der Abgang zeigt sich dezent würzig mit würzig-süßen Noten und Pfefferschärfe auf den Lippen. Einmal kurz von den Flammen geküsst, startet sie mit zuerst sehr dünnem Rauchvolumen und in Sachen Stärke und Body mittelkräftig. Ein/zwei Züge und der Zugwiderstand öffnet sich. Die Nordlicht Lancero legt sofort los mit Noten von Erde, Leder und mehlig-trockenen Nüssen; dahinter finden sich, sehr dezent, ein wenig Pfeffer und Gewürze. Noten von Kaffeesirup kommen auf, fast artifiziell; ein bisschen wie als hätte man auf dem Weihnachtsmarkt versehentlich gebrannte Kaffeebohnen gemacht. Retronasal kommen florale und süße Noten mit etwas angebranntem Mandelmus auf. Der Abgang ist wärmend mit Noten von schwelendem Holz. Hin und wieder verirren sich parfümige Leder-Noten ins Profil. Bei einem bisher wie für Lanceros üblich fordernden Abbrandverhalten und herrlich marmorierter, aber loser Asche ist das zuerst sehr dünne Rauchvolumen mittlerweile sehr voluminös mit fetter Textur. Leider hat sich der Zugwiderstand im Verlauf des ersten Drittels aber so weit geöffnet, dass er nun kaum mehr vorhanden scheint. Im 2. Drittel stellen sich angenehm würzige Noten von schwelendem Holz und verbrannter Erde in den Vordergrund. Dahinter liegt weiter diese süffige Süße gebrannter Kaffeebohnen. Retronasal stehen dem florale und süße Noten entgegen, mit etwas angebranntem Mandelmus, die trockener, mehliger und zunehmend von Erde überlagert werden. Hin und wieder kommen starke Noten von Pumpernickel auf, hin und wieder eine immense, röstige, fast bittere Süße. Irgendwo verbrennt Marzipan. Die Lancero ist mittlerweile sehr schwer am Laufen zu halten, mit meinem üblichen Rhythmus bin ich hier völlig überfordert. Dem damit einhergehenden häufigen Nachfeuern geschuldet flacht sie aromatisch ab, im letzten Drittel gehen die Aromen und der Körper dann komplett den Bach runter. Leider. Denn die Noten von Schwarzbrot, Holz, ein wenig Leder und süßer mineralischer Erde machen doch eigentlich richtig Laune. Retronasal stellen sich den zunehmenden Erd-Noten die von etwas Zimt entgegen. Noch immer verbrennt irgendwo Marzipan und verdrängt die süffig-röstigen Kaffee-Noten. Hin und wieder blitzen Trauben oder Lakritz auf. Dem stellt sich ein zunehmend seifiges Mundgefühl entgegen. Schade. Zuvor war das Ding richtig spannend. Nach etwas mehr als 100 Minuten habe ich mein erstes Exemplar dann dem Aschenbecher geopfert. Die Nordlicht Limitada 2019 im Lancero-Format muss und werde ich definitiv und zeitnah nochmal probieren, das kann und möchte ich so nicht stehen lassen!



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Ann-Eks X Gerda Robusto

Länge: 13.34Durchmesser: 1.98 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die Ann Eks X Gerda Robusto kommt unauffällig daher mit einem Ring, der durch seine Schlichtheit besticht. Trotz ihrer vielen Dellen und Kurven wirkt sie fest und alles andere als unterfüttert; Das gleichmäßig dunkelbraune Deckblatt irgendwo zwischen Colorado und Colorado Maduro fühlt sich leicht rau, etwas trocken und dennoch ölig an. Es weist sichtbaren Zahn und kristallin wirkendes Haar auf, ist durchzogen von klaren, prominenten Blattadern, kurz: fett, fest und rustikal. Konstruktion ist gut. Kalt duftet die Robusto ledrig-erdig mit Kaffee- und Vanille-Noten, süßlich-herb, am Brandende stechen Noten von Erde und Worchestershire-Würze hervor. Der Kaltzug ist etwas zurückhaltender als der Duft mit Worchestershire-Würze, Leder und saurer Erde vor röstigem Kaffee. Nach erstaunlich langwierigem Entfachen beginnt sie mild++ mit leicht überwiegendem Körper. Aromatisch zeigt sie sich trocken erdig-holzig-pfeffrig mit Worchestershire-Würze, etwas Leder und Salz auf den Lippen. Sie hat einen langen, holzig-wärmenden Abgang, retronasal viel Creme und Pfeffer. Nach dem ersten kleinen Tritt wird et Gerda herrlich eingebunden und cremig; Nussmus, Würze und Leder geben jetzt den Ton an. Retronasal geht der Pfeffer zugunsten von Erd-Noten zurück. Sie könnte etwas süßer sein. Bei durchschnittlichem Rauchvolumen und perfektem Zugwiderstand tunnelt sie leider im ersten Drittel, nach einmaligem Nachfeuern dann brennt sie jedoch zwar wellig, aber unproblematisch ab. Die Asche ist lose und hat ein dreckiges, dunkles Grau. Im 2. Drittel ist sie endlich da, die Süße! Kandiszucker und Nuss stehen nun im Vordergrund, dahinter viel Erde, etwas Leder, etwas Kaffee und ein wenig Vanille. Retronasal mehr Erde und Nuss, bei weit weniger Pfeffer. Der Abgang bleibt lange, holzig-wärmend. Bis hierher in allen Belangen medium, wird sie im letzten Drittel einen Ticken kräftiger – und dabei süßer und ledriger mit Worchestershire-Würze. Retronasal Erde und wieder weit mehr Pfeffer. Es ist ein bisschen, wie als wäre et Gerda wieder am Anfang ankommen. Leicht heuig-grasige Noten kommen hintergründig auf. Dabei raucht sie sich fast zwei Stunden – ein erstaunlich guter Smoke zu einem großartigen PLV!



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Room 101 Farce HBN Lonsdale

Länge: 16.51Durchmesser: 1.67 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die Room 101 Farce Habano Lonsdale kommt nicht nur in einem sehr gut konstruierten, tollen Format, sondern auch mit stylischen Ringen daher, die klar und zurückhaltend mit guter Farbwahl und klasse Artwork designt sind und farblich gut auf den Decker passen. Sie liegt gut in der Hand, ist sehr gleichmäßig gerollt und gibt auf Druck ein wenig nach. Der bis auf wenige dunkle Punkte makellose, kaffeebrauner Colorado Maduro Decker „glänzt“ mit etwas Öl, viel Haar und einem sehr offensichtlichen Netz aus prägnanten Blattadern und einem angenehmen Duft nach Leder, Kaffeebohnen und trockenem Kakao mit ganz leichten, fast versteckten Noten von süßem Zimt. Am Brandende lässt sich mehr trockener Kakao mit Bauernbrot und – auch hier ganz leicht und fast versteckt – Vanillemark erahnen. Der Kaltzug ist dann fast eine kleine Enttäuschung, nicht, dass die würzigen Noten von Leder nicht Lust auf mehr machen, aber irgendwie ist der Duft raffinierter. Einmal – und zügig – entfacht, ist die Raffinesse jedoch mit dem ersten Zug wieder da. In allen Belangen mild++ legt die Farce HBN Lonsdale sperrig holzig mit trockenen Noten von Vanille los, eine interessante sirupartige Note hält sich lange im Abgang. Retronasal kommen nussig-erdige Noten auf, dahinter liegen dezent grasigen Noten. Die Nase umschmeichelt kräftige Vanille. Schnell übernimmt eine sehr cremige Note von trocken-würzigem Vanille das Profil, am Gaumen wie auch retronasal, abgerundet durch leichte, nussige, holzige und ledrige Noten. Die Asche ist fast weiß und erstaunlich fest, hält sich locker ein Drittel. Der zuerst extrem feste Zugwiderstand öffnet sich im Rauchverlauf zügig auf perfekt, bei ordentlich dichtem Rauch. Das Abbrandverhalten machte mir zu Beginn etwas Sorgen, doch die waren unbegründet. Nach nur wenigen Zentimetern korrigierte sich der Schiefbrand von selbst und ab dann blieb er unproblematisch und gestochen scharf. Im 2. Drittel wird das Aromenprofil etwas holziger und würziger mit leichten Röstnoten und Anklängen von Bauernbrot. Die vanilligen Noten haben nun mehr die Qualität von ausgebranntem Weißeiche-Fass. Kaffee-Noten kommen im Abgang auf. Retronasal wird sie mit nussig-erdig-würzigen Noten komplexer, anstelle der grasigen Noten findet sich hier nun eine Art Zimt-Schärfe, die durch Noten von Nuss und Leder an der Nase ausgeglichen werden. Medium- in allen Belangen ist die Room 101 Farce Habano Lonsdale im 2. Drittel ein sehr angenehmes Raucherlebnis, das in keinster Weise überfordert. Im letzten Drittel weiterhin an der Medium-Marke kratzend, gibt es abgesehen von einer immer präsenter werdenden dunklen Röstsüße und immer klareren Noten von ausgebranntem Weißeiche-Fass wenig Veränderungen, die braucht es aber auch nicht. Brotsüße kommt hin und wieder auf. Retronasal wirkt sie schärfer, jedoch ohne Pfeffer. Im Hintergrund und Abgang finden sich Vanille- und Zimtsüße, herrlich cremig. Gegen Ende wird die Farce HBN dann leider sehr bitter. In den bitteren Noten findet sich aber auch eine interessante Würze, in die man mit Fantasie Nelke hineininterpretieren kann. Mit sehr viel Fantasie. Ok, Cigarworld, you got me - ich bin kein "richtiger" Aficionado. Dennoch war für mich dieses knapp anderthalbstündige Raucherlebnis ganz großes Kino. Es besteht im hohen Maße Wiederholungsgefahr.



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Black Label Trading Company Black Works Studio Green Hornet Robusto

Länge: 12.70Durchmesser: 1.91 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die Green Hornet ist visuell einzigartig. Nicht nur des spannend gestalteten Ringes wegen, sondern vor allem durch die Candela-Akzente an Mund- und Brandende. Besonders am Mundende. Die perfekt gestaltete Kappe mit den grünen Kontraststreifen ist einfach klasse – und der Kontrast zu dem extrem smoothen Kaffeebohnen-Braun-Maduro-Deckblattes, welches, wenn auch durchzogen von sehr offensichtlichen Blattadern, dank kaum sichtbarer Blattsäume wie aus einem Guss wirkt. Sie ist perfekt konstruiert, die etwas schmale Robusto, gibt auf Druck so gut wie gar nicht nach. Sie duftet dunkel, stallig und süß, mit viel Erde und Kakao. Am Brandende duftet sie pfeffrig-grasig – eben halt typisch Candela, doch irgendwie „amped up“. Der Kaltzug verrät dann ob des geschlossenen Fußes erstmal wenig außer Erde und Würze, wohingegen man den Candela-Tabak grasig und mit dezenten Wasabi-Noten auf den Lippen schmecken kann. Einmal entfacht, ist sie medium und gibt einem – vor allem retronasal – einen Wasabi-Kick. Sobald die gestochen scharfe „Brandlinie“ den Maduro-Decker erreicht hat, wird die BLK WKS Green Hornet auf einen Schlag in allen Belangen medium++. Dieses Level hält sie bis zum Schluss, bzw. bis zum letzten Zentimeter, auf den man sie locker runterrauchen kann. Nach der Wasabi-Schärfe zu Beginn ändert sich das Aromenprofil schlagartig. Sie kommt nun eingebunden und cremig daher, mit Noten von Kaffee, Erde und etwas weißem Pfeffer. Dahinter (und vor allem retronasal) findet sich eine süße Note von Kakaopulver mit Zeder. Abbrand und Zugwiderstand bleiben perfekt, das Rauchvolumen ist ordentlich und die Asche uniform weiß. Herrlich. Im zweiten Drittel verschwinden die Noten von Pfeffer, dafür werden die Kakao-Noten viel präsenter und bleiben lange im Abgang. Hin und wieder kommen Zitrusnoten auf, auch retronasal. Im letzten Drittel kommt der Pfeffer zurück und verdrängt die Kakaonoten in den Hintergrund. Die Zitrusnoten gehören jetzt mit kräftigen Noten von Kaffee und Erde zum Ensemble. Nach bisher vier verköstigten Exemplaren bin ich von der BLK WKS Green Hornet nicht nur mehr als begeistert, sondern auch erstaunt von Abbrandverhalten, Konsistenz und dem simplen Fakt, dass diese kleine, dünne Robusto einen um die 2 Stunden lang zu unterhalten weiß. Ich kann nur allen empfehlen, sich nicht von dem aufgerufenen Preis abschrecken zu lassen und die grüne Hornisse unbedingt zu probieren – es lohnt sich.



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Black Label Trading Company Last Rites Robusto

Länge: 12.70Durchmesser: 2.14 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Wie alle BLTC Linien kommt auch die Last Rites mit richtig coolen Ringen daher, die locker auch das Artwork eines Albums einer Death Metal Band sein könnten. Das feste, rustikale und speckig-ölige Deckblatt mit seinen klaren, fetten Venen hat ein brutal düsteres Oscuro. Die Last Rites Robusto liegt gut in der Hand und gibt auf Druck ordentlich nach. Man kann dezenten Schmirgel auf den Fingerspitzen spüren, vor allem aber: diese fette Öligkeit. Sie ist, soviel sei vorweggenommen, perfekt konstruiert. Kalt haut sie einem einen kräftigen Duft von (röstig) tannig-harzig-würzig-schokoladigen Noten ins Gesicht, am Brandende duftet sie „waldig frisch“ mit mehr Würze. Nach völlig problembefreitem Anschnitt präsentiert sich der Kaltzug trocken, dabei wie der Kaltduft, jedoch mit Pfeffernoten im Abgang. Das Entfachen gestaltet sich, wahrscheinlich der verwendeten, recht jungen Tabake wegen, langwierig. Ist die Last Rites Robusto einmal entfacht, legt sie in allen Belangen auf halber Strecke zwischen medium und voll los mit würzig-ledrig-erdigen Noten. Dahinter zeigen sich schnell eingebundene, aber trockene Noten von angeröstetem schwarzem Pfeffer. Für die Wucht, die die Last Rites Robusto hat, wird sie recht schnell erstaunlich sahnig-cremig mit herben Schokoladen-Noten. Dahinter Noten von Dreck und Erde, rough und ungezügelt. Retronasal finden sich holzig-würzige Schokoladennoten mit Cacao-Nips und leichter Schärfe. Bei perfektem Zugwiderstand brennt sie bisher ziemlich wellig ab, die Asche ist graumeliert und lose, die Rauchentwicklung außer Kontrolle. Zu Beginn des zweiten Drittels bereits in allen Belangen voll/kräftig umspielt die Last Rites Robusto die Nase mit kräftigen Noten von Kaffee, Nuss und Leder. Am Gaumen ist sie weiterhin sahnig-cremig mit kräftig-würzigen Noten von Pfeffer, Schokolade und Erde. Retronasal „waldig frisch“ mit süßlicher Würze. Der Abbrand wird extrem schief, der Decker ist halt schwer, ölig und jung – doch als ich gerade nach dem Feuerzeug greifen will, korrigiert dieser sich von selbst und bleibt für den Rest dieses Raucherlebnisses erstaunlicherweise gestochen scharf. Im letzten Drittel stehen kräftige Noten von öligem Kaffee, angerösteter Schokolade mit schwarzen Pfefferkörnern, Erde und Tanne im Vordergrund. Leder und Nuss umspielen die Nase; retronasal kommt die BLTC Last Rites Robusto nun würziger und schärfer als zuvor daher, mit süßlich-erdigen Noten. Die Last Rites Robusto ist für mich, besonders durch diese eigenartig süßen Noten von angeröstetem Pfeffer, definitiv ein Erlebnis, das ich häufiger erleben möchte, nach einem deftigen Essen mit einem deftigen Whisky. Sollte man unbedingt probieren - wenn man auf starke Zigarren steht!



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Los Blancos Nine Robusto
verifizierter Kauf

Länge: 12.70Durchmesser: 2.06 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die „technischen Daten“ in den Infos und Fakten zu dieser Robusto, die ich von der diesjährigen Hausmesse mitgenommen habe, stimmen überein, der herrlich hässliche und old school überbordende Ring nicht. Die Robusto mit dem rostichigen Maduro Deckblatt gibt auf Druck ordentlich nach, dennoch weist sie keine unterfüllten, weichen Stellen auf und liegt schwer in der Hand. Sie ist leicht boxpressed, doch das wirkt mir unbeabsichtigt. Das glatte, ölige Deckblatt ist erstaunlich fein geädert mit vielen Sprenklern und mehr sicht- als fühlbaren Zahn. Sie duftet wirklich appetitanregend, mit Noten von würziger Schokolade, Beeren und Espresso. Am Brandende zeigt sie mehr dunkle Schokolade und Würze, darunter etwas Holz und, etwas off, Paprika-Assoziationen. Die Paprikanoten finden sich im Kaltzug dann zum Glück schon nicht mehr wieder, hier überwiegen herbe Schokolade, Erde, Würze und etwas Lakritz. Dezent Pfeffer und etwas Salz bleiben auf den Lippen zurück. Der Zugwiderstand ist zu Beginn ordentlich fest – doch das wird sich im Verlauf des ersten Drittels lösen. Ab dem ersten Zug ist die Blanco Nine Robusto mittelkräftig (medium-) mit einem smooth schokoladig-cremigen Aromenprofil. Dahinter röstige Aromen von Kaffeebohnen, Leder und eine extreme, dunkle Süße. Ganz dezent liegen Holz, Erde und süße Würze kommen und gehen Zug um Zug. Retronasal zeigt sie sich nussig-erdig. Nirgends ist Pfeffer, dafür salzige Qualitäten im Abgang. Gegen Ende des ersten Drittels kommen Assoziationen von Brownies auf. Nirgends Pfeffer. Herrlich. Zu Beginn war der Rauch noch etwas dünn, aber jetzt ist er voll mit einer immens cremiger Textur. Die Konstruktion dieser Robusto erweist sich als makellos, sie brennt zwar etwas wellig, dafür aber auch sehr gemächlich ab, ohne dass sie irgendwelche Korrekturen braucht. Die fast weiße Asche kontrastiert sehr schön die dunkle Farbe des Deckblattes. Im 2. Drittel wird der Körper voller (medium+) und das Aromenprofil würziger, dabei aber auch smoother. Die Brownie-Assoziationen bleiben, verbunden mit einer sirupartigen Röstsüße. Retronasal wird mineralische Erde präsenter. Die Blanco Nine Robusto hat einen sehr linearen Rauchverlauf, aber dramatische Veränderungen im Profil möchte ich hier auch einfach gar nicht haben. Sie ist einfach lecker. Im letzten Drittel wird auch im Mundraum die mineralische Erde mit holzigen Noten und röstig-deftiger Würze präsenter, dahinter und retronasal bleiben smooth die Brownie-Assoziationen und die sirupartige Röstsüße (zusammen mit Noten von Nuss). Auf die letzten Zentimeter kommen Zimt-Noten auf. Diese Robusto ist ein herrliches Dessert zum Rauchen – und bei dem für das Gebotene aufgerufenen Preis in meinen Augen ein absoluter PLV-Kracher!



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Balmoral Anejo XO Connecticut Rothschild Masivo

Länge: 12.70Durchmesser: 2.18 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Mittlerweile mehrfach auf Tastings verköstigt, fand dank der diesjährigen Hausmesse eine weitere Balmoral Anejo XO Connecticut Rotschild Masivo den Weg zu mir. Sie ist schön, die kleine fette Robusto, mit ihrem fein geädertem, leicht gezahntem Deckblatt mit dem interessant ausgeblichenen, einst senfgelben Claro-Farbton. Auch die Ringe der Anejo XO Serie sind gelungen – im Falle der Anejo XO Connecticut hat man sich in meinen Augen jedoch gehörig in der Farbe vergriffen, ein bisschen, wie als wäre die geistige Verknüpfung: Senfgelb = Weißwurst = Bayern = Blauweiß! gewesen. Die Rotschild Masivo weiß haptisch schon zu überzeugen. Leicht liegt sie in der Hand, auf Druck gibt sie dezent nach. Das Deckblatt macht den Drucktest mit, es wirkt zwar trocken bei kompletter Abwesenheit von Öl, ist aber elastisch. Kalt duftet sie – extrem zurückgenommen, bei meinem ersten Exemplar dachte ich: nicht vorhanden. Doch „nicht vorhanden“ ist nicht korrekt, der Kaltduft weckt Assoziationen von Kandis/Karamell vor nassem Laub. Am Brandende ist der Duft präsenter und blumiger, mit süßem Kakaopulver und Bananenschale. Nach völlig problemlosen Anschnitt präsentiert sich der Kaltzug einerseits als etwas lose und andererseits unauffällig mit sehr zurückgenommenen Noten von nassem Laub, Leder, dünnem Kaffee, Bananenchips und ein wenig Kandis. Dazu kommen kühle, frische Qualitäten. Salz bleibt auf den Lippen. Kühle, frische Assoziationen. Nach dem Entfachen – hier ist Vorsicht geboten, denn der Decker verzeiht keiner Flamme – legt die Anejo XO Connecticut sehr mild mit einem kräftigeren Körper (mild++) und laubig-grasig-reifen Aromen mit etwas Holz und Pfeffer los. Retronasal kommen Noten von cremig-röstigem Karamell, naturbelassenen Nüssen und etwas Pfeffer auf. Der Pfeffer wirkt etwas off, verschwindet jedoch bereits nach wenigen Zügen. Nach wenigen Zügen kommen sehr cremige, holzig-röstige Kakaopulver-Noten auf und stellen sich in den Vordergrund. Dahinter liegt eine nussig-karamellige Röstsüße und, ja, tatsächlich, Assoziationen von Banane, die ich dem Mata Norte Tabak zuschreiben mag. Im Verlauf des ersten Drittels hat sich der Zugwiderstand „geschlossen“, so dass ich ihn jetzt als (für mich) perfekt bezeichnen würde. Dennoch brennt die Rotschild Masivo bei durchschnittlichem Rauchvolumen erstaunlich zügig, aber dafür gestochen scharf ab. Im zweiten Drittel wird sie etwas kräftiger (mild+) bei vollerem Körper, der jedoch haarscharf an der „Medium-Marke“ vorbeischrammt. Dabei wird das Aromenprofil etwas herber, ohne die cremige, fast sahnige Textur zu verlieren. Die vordergründigen Noten von Kakaopulver weichen Röstkaffee-Noten, Holz und Laub-Noten werden präsenter. Die recht dunkel graumelierte Asche ist richtig fest, bei zwei von drei Exemplaren hielt sie exakt bis zur Mitte der Rotschild Masivo. Im letzten Drittel baut sich eine dunkle, kakaoige Röstsüße auf, ohne die einzigartigen, herben Bananen-Noten zu verdrängen (beim letzten Exemplar waren diese präsenter als bei denen davor). Eine dezente Würze kommt hinzu. Retronasal kommt der Pfeffer zurück. Nach für das Format erstaunlich kurzen 50 Minuten wird die Balmoral Anejo XO Connecticut Rotschild Masivo gegen Ende Connecticut-typisch bitter-grasig. Das jedoch kann das Rauchvergnügen nicht schmälern, es ist eine angenehme Zigarre, die sich easy rauchen lässt, Spaß macht und sehr wenig Aufmerksamkeit verlangt. Der für mich absolute Höhepunkt hier sind ganz klar diese Bananen(schale)-Noten vom Mata Norte Tabak...



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Black Label Trading Company Lawless Robusto

Länge: 12.70Durchmesser: 2.14 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Probieren wollte ich die unterschiedlichen Linien aus dem Hause Oveja Negra schon lange – und jetzt sind sie endlich auch hier erhältlich, die BLTC und BLK WKS. Die Lawless Robusto kommt mit einem großartig designten Ring und einem meines Erachtens überflüssigen zweiten Ring am Fuß auf einem makellosen und schön Kaffeebohnen-braunen Habano Rosado Deckblatt daher. Das sehr fein geäderte, aber feste Deckblatt fühlt sich ölig an und trotz sicht- und fühlbarem Zahn samten, die 54er Ringmaß Robusto ist sehr fest und schwer. Kalt duftet sie bereits recht pfeffrig, mit Kakaopulver-, Kaffee- und, ja, Vollkorn-Butterkeks-Noten. Am Brandende duftet sie viel süßer, mit erdigen Noten und Rum-Assoziationen mit etwas Holz (Fass). Der Kaltzug zeigt sowohl ein perfektes Zugverhalten als auch Noten von süßem Tabak mit viel Kakaopulver und erdigen Noten, etwas Heu und Pfefferschärfe auf der Zunge und den Lippen. Das macht Lust auf mehr! Einmal entfacht, legt sie direkt mittelkräftig+ in allen Belangen und ordentlicher Rauchentwicklung los. Die ersten Züge zeigen besonders diese Kakaopulver-Noten, dahinter erdige Noten mit Karamell und Trockenfrüchten. Der Abgang ist lang, süßlich-salzig, an der Nase liegen holzige Aromen und retronasal hat die Lawless erstmal nur weißen Pfeffer, aber davon viel. Das Abbrandverhalten ist und bleibt sehr gemütlich und dabei perfekt, was mich bei dem speckigen Decker sehr überrascht. Im zweiten Drittel baut sich salziges Karamell mit Röstnoten auf, dahinter bleiben vor allem die erdigen Noten und die Kakaopulver-Assoziationen präsent. Irgendwer hat Cashews in den dunklen Trockenfrucht-Mix geworfen. An der Nase werden die Aromen „fleischiger“, während retronasal der weiße Pfeffer mehr Schärfe bekommt. Im letzten Drittel sind Körper und Aromen locker auf der Marke „voll“, während sie in Sachen Stärke kontinuierlich mittelkräftig+ bleibt. Die Kakaopulver- und Erd-Noten kommen wieder in den Vordergrund, dunkler und röstiger als zuvor. Dahinter bleibt Karamell mit Cashews, Trockenfrüchten und kräftigem Espresso, retronasal Pfeffer, Pfeffer, Pfeffer. Nun, das Warten hat sich für mich ganz offensichtlich gelohnt: Nach nur zwei Proben mit im Schnitt einer Stunde und 45 Minuten Rauchvergnügen hat die Lawless mein Geniesser-Herz (und somit einen Stammplatz in meinem Humidor) im Sturm erobert. Unbedingt probieren!



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Akra Angel 1899 Coronita

Länge: 10.16Durchmesser: 1.59 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Die Akra Angel 1899 Coronita kommt krumm und schief daher, geziert von einem Ring, der entweder zu breit ist für das Artwork oder anders herum, wodurch das Artwork umso mehr wie ein vom Lehrling in den späten 90ern gestochenes Arschgeweih wirkt – sehr einfach, dezent unsymmetrisch und für die vorhandene Fläche zu klein. Die Coronita wirkt hastig gewickelt, ist sehr weich und liegt sehr leicht in der Hand. Das papierene Deckblatt hat ein wirklich sehr schönes natürliches Maduro mit einem leicht rötlichen Schimmer, fühlbaren, festen Blattadern und ist marmoriert mit vielen dunkleren, fast schwarzen Flecken. Sie duftet kräftig stallig-tabakig-ledrig, am Fuß kommen Noten von süßem Kaffee mit Erde und frischen Noten von morgentaunassem Laub auf. Abgesehen von dem Ring, den man nicht mitraucht und den man einfach entfernen kann, machen die äußeren Werte des kleinen Engelchens Lust auf mehr. Der Anschnitt jedoch ist mit Vorsicht auszuführen, denn der Decker erweist sich als brüchig und die lose Einlage kann dem geringen Druck des Doppelklingen-Cutters kaum etwas entgegensetzen. Kalt zeigen sich starke pfeffrig-ledrig-erdige Noten und wie zu erwarten einen brutal losen Zug. Pfefferschärfe bleibt lange auf den Lippen und der Zungenspitze. Die Coronita verspricht, kurz und knackig zu sein und bis hierhin verstehe ich den Pairing-Vorschlag, dazu einen Espresso oder eine süße Spirituose zu genießen. Zügig entfacht, beginnt die Akra Angel 1899 Coronita erdig-steinig mit viel Pfeffer und etwas Würze. Retronasal findet sich angenehm viel Pfeffer, dahinter ein wenig mehlig-trockene Erdnuss. Soweit ist sie gut, einzig der von Heu-Noten dominierte, bittere Nachgeschmack stört. Ab dem ersten Zug ist sie in Sachen Stärke auf halber Strecke zwischen mittelkräftig und voll einzustufen, die Aromen sind voll, der Körper jedoch sehr flach. Die Asche der Coronita ist wie zu erwarten sehr lose und hat ein unansehnliches, gelblich-dreckiges Grau. Das Rauchvolumen ist brutal und verströmt einen angenehmen süßlich-nussigen Raumduft – und dieser ist und bleibt das Beste an diesem Mini Stick. Denn im 2. Drittel wird das Aromenprofil kräuterig-grasig mit einer leichten Süße und etwas süßem Nussmus an der Nase. Retronasal kommen Hallenbadassoziationen auf, dafür entschädigt die Coronita einen, indem sie wenigstens auch noch zum Ausgehen neigt. Das letzte Drittel präsentiert sich dann unangenehm, kratzig und bitter und nach nicht einmal 25 Minuten kann ich nur sagen, dass ich nun zum Besänftigen meines Geruchs- und Geschmackssinnes die vorgeschlagene süße Spirituose auf jeden Fall brauche.



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Drew Estate Acid Mega

Länge: 12.70Durchmesser: 2.14 Herstellungsart Totalmente a mano - (longfiller)TAM

Riecht nach Patchouli, schmeckt nach Gras und auf den Lippen bleibt ein Kilo Raffinadezucker... so bleibt's. Wer es mag... sollte darüber nachdenken, zu vapen. Jaja, ich weiß, über Geschmack kann man streiten, dafür braucht's aber dann auch Geschmack.



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Zigarren-Assistent
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