Mooreiche Pfeifen - seltene Stücke aus uraltem Holz


Bei sogenannten Morta-Pfeifen handelt es sich um beliebte Pfeifen aus Eichenholz, das von Mooreichen stammt. Aber was ist eine Mooreiche und was macht sie so besonders? So viel sei schon einmal gesagt: Wenn Sie eine Pfeife aus Mooreiche kaufen, entscheiden Sie sich für ein seltenes und sehr spezielles Stück, dessen Ursprung Jahrhunderte oder gar Jahrtausende zurückliegt.

Die Entstehung von Mooreiche

Mooreichen stellen an sich keine eigene Gattung dar. Vielmehr handelt es sich dabei um einzelne Eichenstämme, die über Hunderte von Jahren unter der Oberfläche in Mooren und Sumpflandschaften gelegen haben. Im Zuge dessen kam es zu chemischen Reaktionen – insbesondere zwischen der Gerbsäure des Holzes und den Eisensalzen des Moores.

Farbgebung

Die entstehenden Eisengerbstoffe im Inneren des Holzes sorgen mit der Zeit für eine immer stärkere Verfärbung der Eiche. So kann Mooreiche je nach Fundort und Alter hellgräulich, dunkelgelb bis braun oder sogar blau bis tiefschwarz erscheinen. Entgegen vielerlei Behauptungen spielt die Farbe für die Qualität jedoch keine Rolle, sodass Sie beim Kauf einer Morta-Pfeife deren Farbe nach Belieben wählen können.

Maße

Da es sich stets um einzelne Stämme handelt, variieren die genauen Maße der Mooreichenstücke, und es sind selten ganze Bäume. Üblich sind Funde von Mooreichenstämmen mit 5 bis 20 m Länge und etwa 1,3 m Durchmesser.

Alter

Den exklusiven Wert erhalten Mooreichenpfeifen (und andere Produkte) vorwiegend durch das Alter des Materials. Die gefundenen Stämme sind in den meisten Fällen zwischen 600 und 800 Jahre alt, in seltenen Fällen aber auch mehrere Tausend Jahre alt.

Verarbeitung von Mooreichenholz zu Pfeifen

Die Weiterverarbeitung von Mooreichenstämmen ist ein langwieriger und anspruchsvoller Prozess. Zunächst muss das sehr feuchte Holz schonend getrocknet werden, ohne dass es zu Spaltungen oder Rissen kommt. Allein dies kann je nach Dicke des Holzes bis zu fünf Jahre dauern.

Inwiefern das schließlich getrocknete Holz tatsächlich für eine Verarbeitung brauchbar ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Einwirkungen von Parasiten und im Laufe der Zeit entstandene Schadstellen spielen dabei unter anderem eine Rolle.

Für die Herstellung von Pfeifen braucht es tatsächlich eine makellose Qualität, was oft nur für einen minimalen Teil des gesamten Stammes gilt.

Das Schnitzen und Bohren muss schließlich erneut mit absoluter Sorgfalt und Geduld erfolgen. Denn das Holz kann mitunter in kleinsten Bereichen verschiedene Härtegrade besitzen, sodass insbesondere die Bohrung des Rauchkanals viel Erfahrung und Expertise erfordert.

Eigenschaften

Neben der Seltenheit bietet die Mooreiche Eigenschaften, die sich grundsätzlich hervorragend für Pfeifen anbieten. Im Gegensatz zu diesen Vorzügen gibt es jedoch auch nachteilige Aspekte, die bei einem Kauf bedacht werden müssen:

Gewicht

Morta-Pfeifen sind, dank hohem Weichholzanteil, oft sehr leicht und bieten so eine komfortable Handhabung.

Feuchtigkeit

Große Poren und geringe Dichte sorgen für eine hohe Feuchtigkeitsaufnahme bzw. Absorption von Kondensaten.

Geschmack

Mooreiche kann einen leicht süßlichen Eigengeschmack aufweisen.

Preise

Aufgrund der Machart und des Materials sind Morta-Pfeifen tendenziell hochpreisig – speziell bei Einzelanfertigungen und Produkten aus sehr altem Holz.

Was ist das Besondere an Mooreichenpfeifen?

Da es sich bei Mooreiche um mehrere Hundert oder Tausend Jahre altes Holz handelt, das oft ein Zufallsfund ist, ist auch jede einzelne Morta-Pfeife etwas ganz Besonderes und für sich eine Seltenheit.

Das Alter, die individuelle Färbung, der langwierige Fertigungsprozess und die speziellen Eigenschaften der Mooreiche geben den daraus gefertigten Stücken ihren hohen Wert. Nicht umsonst steht das Holz unter anderem auch bei Künstlern oder Instrumentenbauern hoch im Kurs.

Wie kann man eine Mooreichenpfeife einrauchen?

So sorgfältig und behutsam wie eine Pfeife aus Mooreichenholz entsteht, so geduldig und sorgsam sollte auch das Einrauchen vonstattengehen. Dies gilt selbst für erfahrene Pfeifenraucher. Idealerweise bietet sich dafür die Verwendung einer Einrauchpaste an, um das Risiko für Schäden zu minimieren. Bei Holz mit besonders geringer Dichte ist zudem zu beachten, dass auch die Hitzebeständigkeit entsprechend geringer ist.


Pfeifenlexikon