Aus welchem Material werden Pfeifen hergestellt?


Eine Tabakpfeife besteht aus Holz? Klar. Aber wussten Sie auch, dass es neben der beliebten Holzvariante noch weitere Materialien gibt, aus denen Pfeifen hergestellt werden und die teilweise eine noch längere Tradition haben? Und selbst bei den Holzpfeifen gibt es erhebliche Unterschiede. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Materialen und ihre jeweiligen Eigenschaften vor.

Pfeife ist nicht gleich Pfeife. Es gibt zahlreiche Merkmale von Pfeifen, anhand derer sie sich voneinander unterscheiden. Da wäre zum Beispiel die Form, denn es gibt gerade und gebogene Pfeifen. Oder verschiedene Mundstücke, die das Raucherlebnis stark beeinflussen. Eine weitere Eigenschaft, die gerne vergessen wird, ist das Material, aus dem die Pfeife gefertigt ist. Wer jetzt denkt: "Eine Pfeife ist doch aus Holz?", hat nämlich nur teilweise recht. In Wirklichkeit gibt es neben verschiedenen Holzsorten noch weitere Materialen, aus denen Tabakpfeifen gefertigt sein können. Wir stellen die wichtigsten von ihnen vor:

Bruyère-Holz

Wir beginnen mit der populärsten Pfeifengattung: dem Bruyère-Holz. Die Bezeichnung stammt aus dem Französischen und meint die Baumheide. Das Besondere: Für die Pfeife wird nicht das normale Holz der Baumheide verwendet, sondern die Knollen, die sich zwischen Wurzelstock und Stamm bilden. Diese Knollen sind in der Regel über 30 Jahre alt und wachsen zum Beispiel in den Küstenregionen von Italien oder Griechenland. 

Der größte Vorteil der Bruyère-Pfeife liegt in der Hitzebeständigkeit des Holzes. Weil das Holz so hart ist, lässt sich die Pfeife auch mühelos auf Hochglanz polieren. Dadurch kommen die individuellen Maserungen besonders gut zum Vorschein. Ein echter Klassiker, diese Pfeife!

Olivenholz

Eine ebenfalls gängiges Material ist das Olivenholz, das besonders gerne von italienischen Herstellen verwendet wird. Ähnlich wie das Bruyère-Holz ist es sehr fest, weshalb es sich ebenfalls optimal zur Pfeifenherstellung eignet. Davor muss das Holz aber entölt werden. Eine Olivenpfeife schmeckt anfangs etwas nach Olivenöl, aber entfaltet dann einen angenehmen leicht süßlichen Geschmack. 

Mooreichenholz

Besonders Kennern dürfte das Mooreichenholz oder auch "Morta" geläufig sein. Diese seltene Pfeifenart wird aus Eichenholz hergestellt, das mitunter schon seit mehreren Jahrtausenden in einem Moor luftdicht eingeschlossen wurde. Im Laufe der Jahrhunderte nimmt das Holz unter großem Druck Mineralien auf und verfärbt sich durch den Moorschlamm meist schwarz. Mortapfeifen findet oft nur mit kleinen Köpfen, da das Material zudem sehr spröde ist sind große Köpfe eher selten. Dieses Material ist etwas hitzeempfindlicher.

Meerschaumpfeife

Ebenfalls eine Art Spezialität ist die Meerschaumpfeife. Sie wird fast ausschließlich in der Türkei hergestellt. Natürlicher Meerschaum ( Fachbegriff Sepiolith) ist ein Mineral, das unterirdisch abgebaut wird. Weil der Schaum unzählige kleine Poren besitzt, nimmt die spätere Pfeife hervorragend die Kondensate des Tabaks aus. Eine nagelneue Meerschaumpfeife erstrahlt in glänzendem weiß, verfärbt sich im Laufe ihrer Nutzung aber auf typische Art und Weise. Übrigens: Es gibt auch spezielle Bruyère-Pfeifen mit Meerschaum-Einsatz. Ein echtes Unikat.

Ton

Sie sind heute zwar nicht mehr verbreitet, haben aber die längste Geschichte aller Pfeifen in Europa: die Tonpfeifen. Im 17. und 18. Jahrhundert wurden sie noch händisch und individuell hergestellt. Es gibt sogar den historischen Handwerksberuf des Pfeifenbäckers, der bis Mitte des 18. Jahrhunderts ausgeübt wurde. Verbliebene und gut erhaltene Pfeifen aus dieser Zeit gelten heute als wahre Antiquitäten. 

Calabash

Zum Abschluss gibt es noch eine weitere Spezialität: die Calabash-Pfeifen aus Afrika. Calabash oder auch Kalabasse sind eine besondere Art von Flaschenkürbissen. Sie werden unter anderem auch als Trinkflaschen verwendet, in manchen Fällen aber auch zu Pfeifen weiterverarbeitet. Dazu werden sie aufwändig getrocknet und in Form gebracht. Der Inneneinsatz besteht meistens aus Meerschaum und ist traditionell eher groß, weshalb der Rauch extrem gut abgekühlt wird.

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